Bedburg   ·  2 Min.

Draußen nur Regen

Dass es in vielen Geschäften wegen Corona wenig geschäftig zugeht, ist bedrückend. Sogar für die, die nicht existenziell von ihnen abhängig sind. Da kommt nicht nur Frust bei den Inhabern, sondern auch bei den Beschäftigten auf. Aber sollte dieser Frust auch die Kundschaft ereilen? Nun, das wäre vermutlich wenig hilfreich.

Niemand weiß so recht, wie das weitergehen wird und wie viele kleine, von uns aber gleichzeitig oft als so selbstverständlich wahrgenommene Unternehmen, die Folgen der Corona-Epidemie nicht „überleben“ werden. Dabei sie sind es, die neben den größeren Kaufhäusern und Geschäften die Zentren unsere Städte und Gemeinden beleben, je nachdem sogar ausmachen.

Warmer Regen

Heute wollten wir mit Fynn, den wir (seit Corona-Beginn) inzwischen wieder mehr oder weniger turnusmäßig von der Kita abholen, in einer Eisdiele ein lecker Eis essen. Dafür gibt es auch bei uns zum Glück ein paar Alternativen. Die Eisdiele, die aufgrund ihrer günstigen Lage unsere erste Wahl gewesen wäre, war geöffnet. Nur leider durfte keiner hinein. Dabei ist das Raumangebot ziemlich hoch. Die Abstandsregeln hätten natürlich auch hier eine entsprechende Reduzierung zur Folge, aber für etliche Leute wäre dennoch Platz.

Draußen nur …

Nun, der Inhaber sieht es offenbar anders und lässt seine Kunden durch (leider schon wiederholt aufgefallenes unfreundliches) Personal in den Außenbereich verweisen. An sich ist das eine Lösung, die ich grundsätzlich begrüße. Wenn da nicht der Regen wäre. Die Temperaturen waren zwar so, dass man trotzdem gut draußen sitzen könnte. Aber leider waren die riesigen Sonnenschirme nicht aufgespannt. Draußen gab es keinen einzigen trockenen Sitzplatz und außerdem tröpfelte es so, wie es dies schon den ganzen Tag tat.

Wie gesagt, auch in unserer kleinen Stadt gibts zum Glück Alternativen. Ob dieses kundenunfreundliche Verhalten die Probleme, die sich offenbar dort schon auf die Einstellung niedergeschlagen haben, nicht noch verstärken wird? Ich denke, das ist unausweichlich. Hoffentlich machen das nicht zu viele nach.

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Draußen nur Regen“

  1. Hallo Horst,
    ich komme im Augenblick auch irgendwie nicht mit meiner Umwelt klar, also ich meine, ich verstehe nicht. Viele haben/hatten Kummer und finanzielle Nöte und Einbußen. Wenn es wieder losgehen kann, will man dann nicht alles, was möglich ist, auch tun? So gut es eben geht? Was ist das für eine Einstellung?? Jetzt heißt’s Arschbacken zusammenkneifen und das beste draus machen! Nicht nur der Unternehmer/Arbeitgeber, auch die Angestellten müssen da mitziehen, denn diese wollen ja auch wieder einen sicheren Job haben. Aber ich höre aber überall: „erstmal Urlaub!“ Wie jetzt? Kann der nicht mal ausfallen und alle packen an? Nö. Da wird gejammert, dass man nicht überall hin kann, gegen jeden Menschenverstand wird gereist… und im Job wird Fresse gezogen!
    Es geht einfach nicht in meinen Kopf; wenn man ein Unwetter hatte (und man nicht mal weiß, ob es vorbei ist), dann verlässt man doch nicht Haus und Hof und geht auf Reisen, sondern repariert, optimiert, sorgt vor…. Die Leute, die jetzt auf ihren Urlaub bestehen, schreien dann am lautesten, wenn hinterher nichts mehr so ist wie es war und diejenigen, die da bleiben müssen, vergraulen die Kunden.
    Da sieht man mal, wie viele mit Tunnelblick nur stumpf unterwegs sind/waren, nur ihr eigenes Mini-Universum sehen…und sich auch so verhalten. Solidarität, Miteinander, Füreinander…kannste alles vergessen.
    Menschlich geht das so bergab… und da kannte ich ein Land, da war das anders. je schlechter es wurde, umso besser hat man zusammen gehalten. Diese Mentalität ist wohl mit dem Land (aus)gestorben. Und das vermittelt auch keiner mehr.
    Ich hab’s so satt.

  2. Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als die „Arschbacken“ zusammenzukneifen. Und für weitere Finanzhilfen steht das Geld ja letztlich doch nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ich glaube, viele sind sich des Ernstes der Lage nicht bewusst. Und wenn sie aufwachen, so meine Sorge, werden sie an dem sich dann zeigenden Desaster, der Regierung die Schuld geben. Das Virus hat die Welt sozusagen umschlungen und wir, unsere Wirtschaft, werden zu denen zählen, die die Folgen massiv treffen dürfte. Unser BIP ist zu fast 50% vom Export bestimmt. Unsere Hauptexportländer sind in Europa und natürlich spielen die USA eine große Rolle. Dort wird sich die Nachfrage auf unbestimmbare Zeit auf niedrigem Niveau bewegen. Das trifft Deutschland voll ins Mark.

    Dass die Leute gern in Urlaub fahren möchten, finde ich eigentlich gar nicht mal schlimm. Wenn es nur nicht so wäre, dass die Risiken der Reisetätigkeit so unbestimmbar wären. Viele sind vernünftig und bleiben wenigstens im Land oder in der Region. Aber die, die jetzt so dringend in die Türkei reisen möchten, verstehe ich überhaupt nicht.

    Vielleicht fehlen uns Vorbilder, den man nacheifern könnte. Aber dieses Bild scheint so anachronistisch, dass man sich fast schon schämt, es eine solche Idee auch nur zu äußern. Wer könnte in dieser Welt, die vom Internet und vor allem von Social Media so grundlegend verändert wurde, schon noch überzeugen? Gegen jeden wird irgendwas ins Feld geführt. Sie oder er werden zerrissen, sobald sie nur eine kleine Herde von Anhängern um sich versammelt haben. Da nimmt sich keine Seite (rechts, links, oben, unten) irgendwie aus. Alle tun so gesehen das Gleiche.

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