Filme und Serien bei Amazon oder Netflix

Filme waren immer mein Ding. Für Serien habe ich mich erst spät „erwärmt“. Heute würde ich nur ungern auf sie verzichten. Besser gesagt, auf manche würde ich ungern verzichten.

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Serien habe ich vor meiner Zeit als Rentner nur wenige angesehen. Über ein paar der TV-Klassiker hinaus bin ich nicht gekommen. Dabei gab es die Angebote (Amazon, Netflix) schon eine Weile, die ich hätte nutzen können.

Längst bin ich ins Reich der Serien eingetaucht. Faszinierend finde ich, wie wenig mein Geschmack mit dem Angebot in Einklang zu bringen ist, das andere (jüngere) Menschen gern nutzen. Eine Orientierung an den Charts wäre für mich nicht zielführend.

Ich gebe zu, „Game of Thrones“ habe ich schrecklich gefunden, weshalb ich über die ersten Folgen nicht hinausgekommen bin. Um sowas wie „The Walking Dead“ oder „Breaking Bad“ bin ich komplett herumgekommen. Wie sagte mir ein weiser Freund mal vor vielen Jahren, als wir einen eigentlich geplanten Kinobesuch aufgrund des gezeigten Films doch nicht ausführten: „Ich geh‘ doch nicht ins Kino, um mich erschrecken zu lassen„.

Jou, warum sollte ich das ausgerechnet in unserem Wohnzimmer anders halten? Außerdem – meine Frau mag (meistens) diese Filme oder Serien auch nicht. Sonst würde es ja vielleicht schwierig.

Zu Hause

Keine Sorge, ich verrate in diesem Beitrag nicht die Serien oder Filme, die wir beide bevorzugen. Das würde nur zu überflüssigen Diskussionen führen. ¯\_(ツ)_/¯. Schließlich, denke ich, kann man über Geschmack immer noch nicht streiten.

Massenangebot

Nicht, dass ich missverstanden werde, ich finde klasse, wie groß das Angebot ist. Trotzdem sind wir (meine Frau und ich) uns absolut einig darüber sind, dass das meiste, was an Filmen oder Serien angeboten wird, üble Machwerke von fragwürdiger Qualität sind. Ich sehe einen Trend, der sich in den vergangenen Jahren stetig fortschreibt. Und zwar nicht zum Guten!

So sehr ich aber auch schimpfe, trotzdem sehe ich mir oft genug Filme oder eben auch Serien an, die wir im Nachhinein als ziemlich doof bezeichnen. Dazu gehört vor allem diese ganze Superhelden-Scheiße. Aber auch die Heldenattitüden und das Pathos insbesondere in US-Serien und Filme sind einfach nur ätzend. Trotzdem schau ich mir weitere Folgen bestimmter Angebot immer mal wieder an. Wahrscheinlich ist der Unterhaltungsfaktor höher als unser genereller Widerwille – oder ist es Langeweile?

Kino oder Fernsehen

Alles in allem sind wir doch froh über die große Vielfalt des Angebotes. Das macht den Frust über bestimmte Entwicklungen irgendwie auch wieder wett.

Allgemeine Kritik

Neben so allgemein qualitativer Kritik gibt es allerdings auch bei der Bereitstellung des Massenangebotes immer wieder Erfahrungen, die zum Teil wohl darauf hindeuten, dass der Markt hart umkämpft ist und mit welch harten Bandagen die darin miteinander ringenden Konkurrenten arbeiten.

Inzwischen gibt es im Angebot von Amazon eine Vielzahl von Labeln, die die verschiedensten Filme und Serien anbieten. Manchmal denke ich, dass das Angebot nach eher willkürlichen Kriterien unter diesen Labeln aufgeteilt wird und so zu einer am Ende sogar beabsichtigen Verwirrung der Kunden beitragen soll.

Ich gehörte nie zu denen, die Filme sammeln. Wenn ich eine Serie oder einen Film einmal gesehen habe, gucke ich ihn (von ganz selten Ausnahmen abgesehen) nicht noch ein zweites Mal. Es gibt bei Amazon keine komfortable Möglichkeit, alle gesehenen Filme (Zeitraum, Genre, Erscheinungsjahr etc.) aufzulisten. Diesbezügliche Angebote sind spartanisch und meiner Meinung nach als Übersicht (Bibliothek über bereits angesehene Filme) kaum geeignet.

Serien am Stück

Abonniert man unter diesen Voraussetzungen einen neuen Channel verliert man noch schneller den Überblick. Mich ärgert es kriminell, einen Film auszuleihen, den ich vor einiger Zeit schon gesehen habe. Obwohl das selten vorkommt, ist es trotzdem ärgerlich.

Da Amazon bekanntlich über alle notwendigen Daten verfügt, solche Lösungen für seine Kunden bereitzustellen und sowas in allen erdenklichen Weisen zu aggregieren und für beliebige Zwecke zu konfigurieren, wäre ein brauchbares intelligentes Archiv mit allen bereits geliehenen Filmen und Serien wirklich mal eine lohnende Aufgabe, über die sich Kunden vermutlich freuen würden.

Bei Mobile Geeks habe ich diesen Artikel gelesen. Er behandelt im gleichen Zusammenhang eine ganz andere Frage.

Ist es aus Sicht der Konsumenten schöner, wenn neue Serien oder Staffeln komplett (statt eine Folge nach der anderen, beispielsweise im Wochenrhythmus ) freigeschaltet bzw. abrufbar werden? Ich kannte das zu Beginn nicht anders, weil (bei meinem Start als Seriengucker) so gut wie immer schon komplette Staffeln im Archiv vorhanden waren. Erst über die Möglichkeit, die einzelnen Folgen am Stück (in Serie😁) anzuschauen, wurde mir ein großer Vorteil bewusst, der vielleicht einen Teil des Erfolges von Serien erklären könnte.

Inhaltsreichtum

Ich finde, dass durch die sehr viel detaillierte Erzählweise in Serien es erst möglich und wohl auch einfacher ist (anders als in Spielfilmen), differenzierte Charaktere herauszuarbeiten. In 90 Minuten lassen sich changierende Persönlichkeiten weitaus weniger gut herausarbeiten. Da liegt für meine Begriffe eine echte Stärke von Serien. Ich mochte es nie, wenn ein Bösewicht wie ein Bösewicht aussah und jeder gleich zu Beginn eine gewisse „Vorahnung“ bekam, wem man nicht trauen durfte. Ich freue mich beinahe darüber, wenn während des Films oder einer Serie die Überraschung auch in der Erkenntnis liegt, dass der Bösewicht eben nicht permanent böse ist. Und natürlich anders herum.

Serien haben zudem den Vorteil, einen Stoff viel ausführlicher zeigen zu können als dass in einer der stark begrenzten Spielfilm-Standardlänge möglich wäre. Umgekehrt kann man allerdings auch argumentieren. Manche Serien, die man sich stunden-, vielleicht tagelang angeschaut hat, könnte man – in der Retrospektive – auch in 30 Minuten „abgehandelt“ haben. Gut, dass war jetzt schon wieder etwas übertrieben. (¬‿¬)

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Filme und Serien bei Amazon oder Netflix“

  1. Hallo Horst,

    schade, dass zu diesem Thema keiner kommentiert. Gerade solche Themen geben doch eigentlich Anlass dazu, seine Meinung kundzutun. Naja, es gibt ja noch mich 😀

    Also, die Superhelden-Scheiße geht mir auch auf den Keks. Sowas schaue ich auch nicht, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, z.B. die wirklich coole deutsche Produktion „Freaks – Du bist eine von uns“ mit der von mir hochgeschätzten Cornelia Gröschel. Ein kleiner, sympathischer, deutscher Superhelden-Film.

    Ansonsten bin ich totaler SciFi-Fan: Star Trek Discovery (ab Ende Oktober eine neue Staffel – yeah!) oder die tolle Serie „Away“ (eigentlich eine Drama-Serie, aber auch mit viel „Space“, denn es geht um eine Mars-Mission). Das ist mein Ding. Ansonsten alles, was die Realität infrage stellt wie „Vivarium“ oder „Anderland“ (habe ich in meinem Blog vorgestellt).

    Ja, und dann gibt es leider noch die Serien, die von Folge zu Folge immer verworrener werden und man am Anfang der nächsten Staffel schon nicht mehr weiß, was in der vorhergehenden passierte. Das finde ich ärgerlich, denn da wird die künstlerische Freiheit überstrapaziert, um möglichst viel Zeit zu schinden und die Sache immer bekloppter zu machen. „The OA“ war so ein Fall: in der ersten Staffel faszinierend, in der zweiten ermüdend und doof.

    Mittlerweile weiß ich auch das Format des Films im Gegensatz zur Serie zu schätzen. Filme bieten durch die Verdichtung auf mindestens 90 Minuten die Chance, dass erst gar keine Längen entstehen. Außerdem können ja Filme auch seeeehr lang sein, da kann sich der Regisseur dann austoben. „Interstellar“ ist so ein Fall oder der Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“.

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    • Schön, dass du hier so ausführlich kommentiert hast. Ich freue mich sehr! Das mit dem Kommentieren in Blogs hat ziemlich nachgelassen. Allerdings schreibe ich persönlich auch längst nicht mehr so viel, wie noch zu Beginn des letzten Jahrzehnts und davor. Da kam ich oft auf über 100 Beiträge im Monat. 🙂

      Ich war auch SF Fan (seit Orion -Raumpatrouille – und Star Trek). Ich weiß nicht wie es gekommen ist, aber irgendwann war das vorüber. Ich erinnere mich, dass ich keinen Klassiker (auch der Serien versäumt habe). Das wird vielleicht mit dem Alter zu tun haben. Den Satz „Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum“ fand ich so inspirierend, dass ich ihn bis heute nicht vergessen habe. Und die Serie „Raumpatrouille“ lief in den 60ern. Was für eine schöne Idee. Ich habe ja bewusst nicht die Namen der Serien genannt, die wir so bevorzugen. Das würde nur dumme Kommentare provozieren, glaube ich. Den Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“ fand ich übrigens auch ziemlich lang. Trotzdem hatte er was. Stanley Kubrik halt. Sein bester Film bleibt für mich „Uhrwerk Orange“. Ein Hammer damals. https://horstschulte.com/2014/hat-man-heute-noch-eine-lieblingsserie-im-tv/

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