Ich glaube auch daran, dass Worte zu Taten führen können. Dagegen ist keiner gefeit.


| Aktualisiert: 9. November 2020   2 Kommentare 2 Min. Lesezeit

Nach dem mut­maß­li­chen Anschlag auf das Auto von Tino Chru­pal­la, AfD, bei dem er sich bei Lösch­ver­su­chen selbst leicht ver­letzt hat­te, soll­ten wir inne­hal­ten und unse­re Hal­tung prüfen. 

Viel­leicht den­ken jetzt auch Aug­stein, Böh­mer­mann und ihre Fol­lower dar­über nach, ob es für sie nicht eben­so gilt, dass Taten den Wor­ten fol­gen kön­nen. Denn das ist nicht abhän­gig von einer Gesin­nung oder einer poli­ti­schen Orientierung.

Die «Qua­li­tät» ihrer Wor­te gegen die AfD und ihre Anhän­ger war nicht weni­ger auf­wüh­lend und ver­let­zend wie vie­le Äuße­run­gen von AfD-Leuten.

Eigent­lich gilt das für alle, die mit ihren eili­gen und mir manch­mal bru­tal vor­kom­men­den For­de­run­gen nach der Aus­gren­zung der AfD und ihrer Anhän­ger ihren eige­nen Teil der Ver­ant­wor­tung für die Eska­la­ti­on des Has­ses in unse­rer Gesell­schaft tragen. 

Viel­leicht ist jetzt der Augen­blick, an dem wir nur knapp am ers­ten Toten seit 1990 vor­bei­ka­men. Einem ers­ten Toten für den lin­ke Extre­mis­ten ver­ant­wort­lich gewe­sen sein könnten. 

Es soll sich kei­ner ein­bil­den, dass leicht­fer­tig dahin­ge­sag­te Aus­gren­zungs­for­de­run­gen wie die, die wir von Links in die­sen Tagen im Über­maß hören, nicht auch die errei­chen, die, eben­so wie rech­te Extre­mis­ten, leicht zu Irr­sinns­ta­ten ver­lei­tet wer­den können.

Ex-Bun­des­prä­si­dent Gauck hat­te vor ein paar Tagen in Ham­burg eine Lesung aus sei­nem Buch » Tole­ranz – ein­fach schwer». Welt Online hat dar­über berich­tet. Der unver­züg­lich ein­set­zen­de Shit­s­torm macht deut­lich, wel­chen Punkt wir in unse­rer Gesell­schaft erreicht haben. 

Ich kann nur drin­gend an all die Bes­ser­wis­ser und Vor­schnel­l­ur­tei­ler appel­lie­ren, das Buch zu lesen oder sich wenigs­tens mal die­ses Video anzu­se­hen. Wer danach sei­ne Anschul­di­gun­gen gegen Gauck nicht umge­hend revi­diert, hat sich von einem demo­kra­ti­schen und fai­ren Dia­log über kon­tro­ver­se The­men unse­rer Gesell­schaft verabschiedet.

Dass ich das ange­spro­che­ne Video nir­gends fin­den kann, weder bei You­tube, ZDF-Media­thek, 3Sat-Media­thek ist echt bedau­er­lich. Die Sen­dung fand damals gro­ßen Anklang und sehr viel Zustim­mung für Gauck. Er ver­trat in Ham­burg, soweit ich es beur­tei­len kann, kei­ne neu­en Stand­punk­te als in die­sem Bei­trag bzw. in sei­nem Buch. 

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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2 Gedanken zu „Ich glaube auch daran, dass Worte zu Taten führen können. Dagegen ist keiner gefeit.“

  1. Das hat für mich nur bedingt mit Tole­ranz zu tun, son­dern eher mit guter Kin­der­stu­be. Kri­tik ist immer erlaubt, aber sie muss in ver­nünf­ti­gem Ton vor­ge­tra­gen wer­den, egal, über wen gespro­chen wird. Nur so fol­gen Wor­ten kei­ne Taten. Wer Men­schen mit her­ab­wür­di­gen­den Begrif­fen belegt, stellt sich mit Pöb­lern auf eine Stufe.

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  2. Ist es inzwi­schen nicht lei­der so, dass der Begriff Tole­ranz kei­nen guten Klang mehr hat? Ich erin­ne­re mich, da wur­de sie als eines der höchs­ten Güter im Dis­kurs und über­haupt in unse­rer Gesell­schaft gehan­delt. Was Gauck mit sei­ner Tole­ranz­de­bat­te doch eigent­lich ansto­ßen woll­te, gerät ganz aus dem Fokus. Vie­le hal­ten es für völ­lig aus­ge­schlos­sen, über­haupt noch mit AfD-Mit­glie­dern und Anhän­gern zu reden. Dabei muss man dafür doch nicht die Mei­nung die­ser Leu­te tei­len. Ich wür­de, es wird noch schlimm enden, wenn sich die Din­ge so wei­ter­ent­wi­ckeln wie in den letz­ten Jah­ren. Die u.U. erneut auf­flam­men­de Debat­te über mehr Flücht­lin­ge könn­te der Beginn die­ser Ent­wick­lung sein.

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