Im Allgemeinen wird gesagt, dass Deutschland die nun zu Ende gehende langjährige konjunkturelle Hochphase vor allem aufgrund der Zusammensetzung der Wirtschaft erreichen konnte. Dazu gehört es, dass unsere industrielle Fertigung im Vergleich mit anderen europäischen Ländern immer noch einen großen Anteil am BIP einnimmt.

Logisch, dass diese Tatsache dazu führt, dass die Belastungen für das Klima allein durch diesen Anteil etwas größer sind als anderswo.

Bürokratische Überwachung

Gegenstand eines «Spiegel» – Artikels ist das Testat der CDP, das Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Die Kritik unserer Klimaaktivisten wird also wieder mal voll bestätigt. Was auch sonst? Alles, was hilft, die Politik und die deutschen Unternehmen unter Druck zu halten, ist willkommen! Natürlich spielt der aufsehenerregende Appell des Chefs von Blackrock, der erst letzte Woche für Furore sorgte, dabei ebenfalls eine Rolle.

Tja, wie kompatibel sind die Investitionen mit der Pariser Klimavereinbarung? Was tun die Unternehmen, um ihre Fortschritte zu dokumentieren und öffentlich zu machen? Vielleicht hapert es in Deutschland daran, dass die Unternehmen noch nicht genügend bürokratische Monsteraufgaben seitens des Staates bekommen haben? Das wird dem deutschen Staatdoch gemeinhin gern vorgeworfen.

Neue Board und Controller

Aber hey, beim Klimaschutz muss schließlich was geschehen.

Selbst wenn sich auch alles auf die Erstellung und Veröffentlichung aufwändiger neuer Controllingreports und Bords beschränkt, Hauptsache, es geschieht was.

Die neun deutschen Firmen auf der A-Liste von CDP zeigen: Klimafreundliche Geschäftsmodelle sind nicht das einzige Kriterium. Die Topnote haben die Deutsche Bahn und die Telekom erreicht, aber auch Unternehmen, die viel CO2 ausstoßen, wie HeidelbergCement, Thyssenkrupp und TUI oder Chemiefirmen wie Lanxess und Bayer.

Deutschland: Unternehmen bei Klimaschutz im internationalen Vergleich eher schwach – DER SPIEGEL

Industrie vs. Datenkraken?

Google, Amazon, Microsoft, Apple. Wie schnell mögen diese Firmen wohl klimaneutral zu machen sein? Sagen wir im Vergleich beispielsweise zu Siemens, VW, Daimler oder BMW. Was macht eigentlich der Spiegel selbst in Sachen Klimaschutz?

Im «Spiegel» Artikel wird der deutschen Regierung vorgeworfen, mit ihrem mickrigen Klimapaket die Unternehmen nicht wirklich hinreichend unter Druck gesetzt zu haben. Schließlich brauchten die Unternehmen doch klare Vorgaben, damit sie endlich das tun, was für unser Klima am besten ist.

Die, die sowas Dummes schreiben, sind so sicher, dass sie damit richtig liegen, dass es ihnen gar nicht in den Sinn zu kommen scheint, mal in anderen Ländern danach zu fragen, wie viel Einfluss die Politik dort auf die Wirtschaft in solchen Fragen nimmt? Von Japan vielleicht mal abgesehen.

Was machen die Unternehmen?

  1. Staatliche Klimaschutzprogramme | EBP
  2. Was sind Klimaschutzprojekte?
  3. Climate Change – United Nations Sustainable Development
  4. Energie- und Klimaschutz, BASF
  5. Klimaschutz und Luftreinhaltung | Daimler > Nachhaltigkeit > Klima
  6. Konzernweiter Umweltschutz BMW
  7. Klimaschutz – so handelt Volkswagen
  8. Umweltmanagement | audi.com
  9. Klimawandel und die Umwelt | Ford DE
  10. Umwelt, Klima und Energie, Tyssenkrupp
  11. Klimastrategie der Allianz
  12. Klimaschutz: Bosch ab 2020 weltweit CO₂-neutral – Bosch Media Service

Gut, wir kennen das aus der Politik. Günstigstenfalls werden diese Bemühungen als notwendige Anfangsiniativen anerkannt. «Es geht in die richtige Richtung…. ABER».

Wo Ansprüche an sich selbst einer Selbstkasteiung gleichen, da ist Deutschland

Mir geht die ewige Selbstkasteiung schrecklich auf den Zeiger. Andererseits gilt aber auch: wer etwas bewegen will, muss dranbleiben. Und natürlich ist es so, dass Papier geduldig ist. Ob es allerdings zielführend ist, Unternehmen zu neuen Reports in Richtung Politik zu nötigen, scheint mir fragwürdig. Unter politischer Kontrolle sind doch meistens keine allzu guten Ergebnisse zu erzielen. Weil alles zu lange dauert und die nötigen qualitativen und quantitativen Ressourcen dort gar nicht vorhanden sind. Schließlich sind es ja nur gerade mal knapp über 700 Abgeordnete, die im Bundestag ihre Arbeit tun. Und die werden wir ja wohl nicht ernsthaft für solche Aufgaben aktivieren wollen.

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