Flüchtlinge   ·  2 Min.

Merkel sollte noch mal… unabgestimmt handeln.

Ich habe das Gefühl, den meisten Kommentatoren unter den Zeitungsartikeln zu den Vorgängen in Moria, Lesbos, geht es um zwei Vorwürfe gegen die Flüchtlinge. Die scheinen sie unbedingt loswerden zu müssen:

1.) Die haben ihr Camp angesteckt, um «uns» damit zu erpressen

2.) Die meisten haben keinen Anspruch auf Asyl. Als Begründung ziehen sie die Statistik zurate. Zahlen also, die sie ansonsten gern als Propaganda der Systemmedien denunzieren.

Beide Vorhaltungen sind jedenfalls kaum zu widerlegen – auch wenn manche bisher noch behaupten, dass es nicht erwiesen sei, dass Geflüchtete das Lager in Brand gesetzt hätten.

Sind diejenigen, die so argumentieren, auf die Seite der nationalistischen Rechten gewechselt? Was sagen die Umfragen?…

Ich stelle mir vor, Merkel würde heute (trotz allem), die 12.000 Leute evakuieren und nach Deutschland holen. Persönlich hat sie nichts mehr zu verlieren. Dem Rest dieses traurigen EU-Haufens könnte sie unvermissverständlich klar machen, dass diese Handlung die letzte «unabgestimmte Eigenmächtigkeit» ihrer Laufbahn sei und das Deutschland nun keinen Geflüchteten für die Dauer von xxx Jahren mehr aufnimmt.

Klar, die 35-36 % Zustimmung für die Union in den Umfragen würde dahinschmelzen in der Herbstsonne. Aber sie hätte – ähnlich 2015 – etwas Großartiges gemacht. Etwas, worüber sich die ganzen Egoisten und Antichristen das Maul zerreißen und ihr Gift und ihre Galle in den asozialen Netzwerken auskotzen können.

Ich würde das genießen und Merkel zu dieser weiteren humanitären Großtat gratulieren.


Link: Petition · Rettet die unbegleiteten Kinder aus dem Lager Moria auf Lesbos · Change.org

Link: Petition · Eil-Appell: Menschen aus Moria – evakuieren, aufnehmen, Leben retten! #WirHabenPlatz · Change.org Bisher haben diese Petition über 77.000 Menschen gezeichnet.

Doch, es gibt sie, die Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen und sich klar bekennen.

Leider gibt es allerdings diesen Dreck von der anderen Richtung: Link: Nein zur Flüchtlingsaufnahme aus Moria – Petition für Demokratie Ein Blick auf die Zahl der Zeichnungen baut mich dann allerdings auch gleich wieder auf.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Gedanken zu „Merkel sollte noch mal… unabgestimmt handeln.“

  1. Nein.
    Dann kommen bald viele neue Flüchtlinge und es entsteht eine ähnliche Situation.

    Es muss vor Ort – in den entsprechenden Ländern – intensiv geholfen werden, vermutlich korrupte Regierungen/Diktatoren gestürzt, wenn es wirklich effektiv sein sollte, auf der anderen Seite, in diesen Ländern hat Religion einen extremem Stellenwert – dagegen kommt man nicht an :-/

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  2. Ganz neue Argumente sind das nicht. Aber ich verstehe die Sorge. Im Vordergrund sollte jetzt stehen, dass es 12.000 Menschen sind, die in höchster Not sind. Wichtig ist, dass unsere Regierung dem Rest der Welt klar macht (auch in allen Herkunftsländern der Geflüchteten), dass diese Aktion die letzte ist, die Deutschland durchführt. Was wären 12.000 weitere Flüchtlinge für ein Volk von 83 Mio.?

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    • Hallo Horst Schulte,

      es sind nicht 12.000, die in höchster Not sind, denn Moria ist nur EIN Lager in Griechenland von vielen. Weltweit sieht es noch schlimmer aus. Warum wollen Sie nur denen aus Moria helfen? Weil sie durch Feuerlegen auf sich aufmerksam machten?

      Es sind nicht 12 K weitere für ein Volk von 83 Mio., das ist eine Milchmädchenrechnung.
      Hinzu kommen: Familiennachzug, Zuwanderung per Flugzeug und mit anderen Verkehrsmitteln, auch mit Schleppern, in täglich nicht zu unterschätzender Zahl. Gesetzeswidrig, weil zumeist weder durch dt. Asylrecht noch Genfer Konventionen gedeckt sowie größtenteils in ein deutsches Sozialsystem, dessen Einzahler in den nächsten Jahren immer weniger werden. Die von der UN geforderten zusätzlichen Kontingente lasse ich hier außer acht.
      Wollen Sie das wirklich, haben Sie das gut durchdacht?
      Wenn Sie es gut durchdenken, werden Sie der unsympathischen «Rechten» zustimmen.

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  3. Hallo Frau Friedrich, schön, Sie mal wieder hier zu lesen.

    In der Sache bin ich nicht so eindeutig wie Sie. Auch, wenn ich hier explizite Vorstellungen geäußert habe. Die Argumentation mit den Zahlen und der Beschreibung von Familiennachzug etc. überzeugt mich nicht. Für mich steht im Vordergrund diesen Leuten, die seit Jahren unter schrecklichen Bedingungen dort hocken und auf ihre «Erlösung» warten, zu helfen.

    Ich kenne so viele (auch gute) Argumente, die gegen meine Vorstellungen sprechen, die Menschen von Lesbos aufzunehmen. Auch solche, die ich teile.

    Von einer moralischen Dimension möchten viele nichts hören. Es wird scharf dagegen polemisiert. Ich frage mich, wohin die ganze Rationalität uns führen wird. Meine Frau ist übrigens auch der Ansicht, dass wir nicht «alle» Flüchtlinge bei uns aufnehmen können, auch nicht die aus Moria. Überhaupt denkt sie in der Sache rationaler als ich.

    Es stimmt übrigens nicht, dass mir Rechte per se unsympathisch sind. Mit ihren Ansichten bin ich voll über Kreuz.

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