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Netflix „Messiah“: Klischeehaft und langweilig?

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In Filmen kann auf Pathos und Klischees oft kaum verzichtet werden. Ich bin misstrauisch, wenn Filme dafür gelobt werden, dass sie ganz ohne auskommen.



Ich gehe davon aus, dass die Idee der Wiederkehr des Messias auf Erden schon mal Filmthema war oder Gegenstand eines oder mehrerer Bücher.

Für den Fall, dass das noch nicht der Fall war: Das war überfällig!

Bei Netflix hat man das jedenfalls so gesehen. In Deutschland läuft jetzt die 1. Staffel „Messiah“.

Ich habe mir die Serie angesehen (bin bei Folge 9) und war vom Start weg fasziniert. Dabei sagen die meisten Kritiken, auch die unter den Zuschauern, ich sollte die Finger davon lassen. Zu klischeehaft, zu langweilig – so das deutliche Urteil. Ob der Vatikan mit dieser Filmidee etwas anfangen kann? Wäre Jesus auf Seiten des einen oder des anderen Papstes, wenns um das Zölibat geht?

Die Zahl der Gläubigen scheint in den letzten Jahrzehnten so stark zurückgegangen zu sein, dass es mich nicht gewundert hat, wie Kritiker über dieses Produkt von Netflix denken. In Jordanien soll die Serie sogar verboten werden, weil sie angeblich religiöse Gefühle verletzt. Jede Religion erhebt halt für sich den Anspruch, die einzig Wahre zu sein. Vor allem von den Muslimen wissen wir, dass sie da keinen Spaß verstehen.

Die Serie bietet für Engstirnigkeiten allerdings wenig Anlass. Jedenfalls habe ich keine Aussagen aus seinem Mund gehört, die etwas anderes nahelegten. Der „Messiah“ erklärt, nachdem er nach seiner Herkunft befragt wurde, er stamme aus dem Iran, sein Vater sei Jude. Für manche mag das eine Provokation gewesen sein. In den Dialogen verhält er sich zurückhaltend und weise. Ganz so, wie ich es mir vorstelle. Er zeigt also einen gewissen Sinn für politische Korrektheit, der ihm wohl auch nicht nur Sympathien einbringen dürfte.


Ich habe herzhaft über den Titel der Kritik der FAZ gelacht. Gar nicht mal deshalb, weil „Lassen Sie mich durch, ich bin Jesus“ treffsicher irgendeine Szene in einer der zehn Folgen der ersten Staffel getroffen hätte. Sowas kam nicht vor. Trotzdem: es war witzig. Andere Kritiken waren es nicht.

Ich kenne es nicht anders. Die Filme, die mir gefallen, werden oft genug von Kritikern zerrissen und die, die ich nicht mag, werden hochgejazzt.

Schaut man dem Messias beim Wandeln durch die Wüste seiner Heimat und später in entlegenen Teilen der USA und noch später beim Überdaswassergehen in Washington zu, kann ich die Titelauswahl der FAZ – Autorin nur genial nennen!

Mich hat die Serie bisher begeistert und ganz schon berührt. Erstens, weil ich die Idee der Wiederkehr Jesus Christus, angesichts dieser Welt, die aus den Fugen zu geraten droht, super spannend finde, und zweitens auch deshalb, weil ich an ihn glaube.

Den in der Serie thematisierten Umgang mit den sozialen Medien, fand ich auch witzig. Wie könnte Christus wohl auf die penetrante Medienpräsenz reagieren? Was würde er denen sagen, die ihn mit ihrem Smartphone fotografieren und – natürlich ohne Rückfrage – sein Bild auf Instagram hochladen, um sich wichtig zu machen?


Welche der Wunder, die ihm die Bibel und seine Jünger bescheinigt haben, würde er bei der Wiederkehr erneut zeigen? Werden die Menschen ihm und seinen Worten glauben, weil er ihnen freundlich, bescheiden aber auch bestimmt entgegentritt? Wir wissen, dass die Begeisterungsfähigkeit unter den Menschen immer noch groß ist. Aber sie ist nicht mehr von langer Dauer. Ein paar dumme Tweets, ein Shitstorm reicht heute, um – egal wen – komplett zur Sau zu machen. Kann „Messiah“, anders als Joe Kaeser in den letzten Tagen, diesem Gesetz trotzen?

Im Film vergewissert sich eine CIA – Agentin, „Messiah“ sei einer von denen, die die Systemfrage stellten, und sein fantastischer Idealismus sei gefährlich für die Gesellschaft. Solche Szenen erinnern an das Original der Geschichte. Nur dürften viele sie so weit von sich weggeschoben haben, dass sich aufdrängende Parallelen kaum erkennen werden. So sehr unterscheiden sich die Menschen vielleicht nicht von denen, die ihn damals als Störenfried, als Revoluzzer sahen.

Wir haben über 2000 Jahre, zwei Weltkriege, einige Atombomben und sehr viele regionale Kriege gebraucht, um schließlich zu sehen, dass wir dem Auftrag Gottes, uns die Erde untertan zu machen, nicht entsprochen haben.

Es gibt die Staffel 2. Vielleicht kommt „Messiah“ gerade noch rechtzeitig, um uns an der endgültigen Zerstörung des Planeten zu hindern? In der Serie erklärt „Messiah“ den Plan seines Vaters. Er hat vor, die Flut zu schicken.

Schon damals bestand für Gott kein Anlass, mit uns zufrieden zu sein. Jesus Christus kam, um uns die Erlösung zu bringen. Er starb für unsere Sünden. Ob seine göttliche Geduld kein Ende hat?









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

4 Gedanken zu „Netflix „Messiah“: Klischeehaft und langweilig?“

  1. Hallo Horst, kein guter Beitrag :)) Jetzt wollte ich wirklich mal die Finger von Netflix lassen, und nu machst du mich wieder so neugierig. Werd`mich doch wieder einloggen, Den Messiah möchte ich mir schon gerne schauen.

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  2. Warum soll es dir anders ergehen als mir? Ich denke auch immer mal wieder darüber nach, ob ich nicht auf Netflix verzichten sollte. Aber dann bringen die wieder eine Serie heraus, die mich fesselt und mein Vorhaben versandet. Bin gespannt, wie die Serie dir gefällt. Ich habe gestern die letzte Folge gesehen. Ob es eine 2. Staffel geben wird?

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  3. Puhhh…, geschafft. Tief in der Nacht hab ich dann das Ende von dem vielleicht neuen Anfang der Staffel gesehen. Weiter so, Horst, wenn du was empfehlenswert findest, hau`s raus :)). Mir hat`s gefallen.

    Ich denke mal, bei Netflix sitzen eine Menge hoch professioneller Leute die sehr genau wissen, was und wie sie etwas auf den Markt bringen. Und die Staffel bietet viele Impulse, dabei für jeden etwas, die des weiteren Nachdenkens lohnen und wert sind.

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