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Nicht mehr Geld für TV-Trash?

Die Eifersucht innerhalb der Medien wird vermutlich auch ein Faktor beim Streit um die Erhöhung der Rundfunkgebühren sein. 


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Wie es wohl sein mag, wenn man als Schauspieler, Regisseur, überhaupt als Künstler oder Programmverantwortlicher die Art von Kritiken liest, die kein gutes Haar an dem Werk lassen, das man fertiggestellt hat oder das gerade veröffentlicht wurde?

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Der öffentlich-​rechtliche Bereich ist da besonders hervorzuheben. Die bekommen schlechte Kritiken allein schon dafür, dass sie öffentlich-​rechtlich unser Geld «zwangseinziehen» und dabei angeblich ja so eine schlechte Arbeit abliefern. Das findet übrigens nicht nur die AfD, weil sie sich von ARD, ZDF und ihrem «Anhang» schlecht behandelt fühlen. Beim Präsenz-​Parteitag der AfD in Kalkar kamen die Medien wieder ganz schlecht weg. Man muss die Feinde eben auch unbedingt wie solche behandeln, nicht wahr Frau Dr. Weidel? Und übrigens, Herr Alexander Kähler, bitte machen Sie sich bloß keine Gedanken. Sie haben alles richtig gemacht und Frau Weidel hat einen gewaltigen Knall. Das hat sie ja mehrfach bewiesen.

Die Freunde alternativer Medien haben mit den öffentlich-​rechtlichen Sendern ja sowieso nix am Hut. Sie spielen im Osten der Republik leider eine größere Rolle als im Rest des Landes. 

Es reicht schon, sich das Programm von Putins Fake-​News-​Kanal RT Deutsch anzuschauen, der bei Gauland und Co. so beliebt ist.

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Die ganz besonders Kunstverständigen unter den Kritikern oder denen, die sich dafür halten, kategorisieren gern am Publikum vorbei, glaube ich. Ich weiß nicht mehr, welchen Gegenentwurf einer gerade behandelt hatte. Spiegel-​Autor Neubacher nannte die ZDF-​Produktionen «Bergretter» oder «Katie Fford» kürzlich TV-​Trash. Bundesflori Silbereisen mag ich ebenso wenig wie Alexander Neubacher. Aus verschiedenen Gründen zwar, aber beide sind mir sehr unsympathisch. Der Bundesflori aufgrund seiner aufgesetzten luftblasenproduzierenden Sprechweise, der andere, weil er ein übler Superchecker zu sein scheint. 

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Man muss sie mögen, diese naseweisen Superchecker in den Printmedien. Komischen TV-​Serien braucht man nicht. Dafür gibts Netflix und die anderen Produzenten trivialer Freude. Aber ich kenne Menschen, die beide Serien ganz besonders lieben und keine Folge verpassen. Meine Schwiegermutter gehört dazu. 

Wer wie manche ARD-​Sender ihren Chefs das anderthalbfache Gehalt der Bundeskanzlerin zahlt, sich bei einer selbst ernannten Framing-​Expertin Nachhilfe in »moralischen Argumenten« holt und, so eine interne Umfrage, unter seinen Volontären rund 80 Prozent Grünen- und Linksparteiwähler hat, darf sich über Kritik nicht wundern.

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Das Bundesland Sachsen-​Anhalt ist in der Corona-​Krise mehrfach als Spielverderber aufgefallen. Vermutlich hat es was damit zu tun, dass dort bald Wahlen sind und die Bedrohung durch die AfD eminent hoch ist. 

Da wird sich die Regierung gedacht haben, dem Gezeter der AfD etwas entgegenzukommen und der Sendergemeinschaft und Brötchengeber vom Bundesflori eins auszuwischen. Schöne Theorie, das. Nur kann es leider nicht ganz stimmen, weil dort ja bekanntlich eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen «herrscht». Und die würden doch nicht … 

Spiegelautor Neubacher erklärt in seinem Beitrag die Verstimmung über die selbstverständliche Preiserhöhung für ein Programm, das man natürlich unterschiedlich beurteilen kann. Er führt in seinem Artikel aus, wie sehr die Maßstäbe in den Apparaten der öffentlich-​rechtlichen Sender verrutscht zu sein scheinen. 

Die 88 Cent, die die geplante Erhöhung an monatlicher Mehrbelastung darstellen, entsprächen im Jahr 400 Millionen Euro Mehreinnahmen für ARD, ZDF etc.. Dies sei, so Neubacher, mehr Geld als die «Süddeutsche Zeitung», der «Spiegel» und die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» im Jahr zusammen einnehmen würden. 

Das waren für mich überraschende Zahlen. Das macht nachdenklich.

An einer Stelle liegt Neubacher aber trotzdem falsch. Besser gesagt, er pauschalisiert ungerechterweise. ARD, ZDF und Co. bieten in Teilen ein Programm, das den Bildungsauftrag etwas vernachlässigt. Aber es gibt auch Produktionen wie «Babylon Berlin», «Bad Banks», «Der Pass» oder zuletzt «Gott» von Ferdinand von Schirach. Alles erstklassige Werke, die zur besten Sendezeit liefern. Insbesondere von Schirachs hochaktuelles Stück «Gott» war für mich eine echte Offenbarung. 

Gestern habe ich bei «Arte» eine Wiederholung angesehen. «Sabrina» mit Audrey Hepburn und Humphrey Bogart lief. War wieder wunderschön und bleibt es auch. Billy Wilder lebe hoch. 

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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