Gesellschaft   ·  4 Min.

Polizeigewalt gegen Europa-Abgeordnete

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Neun gegen Zwei. Wenn die Neun dann auch noch Polizisten sind und Zwei sind schwarze junge Männer kann es doch nur Rassismus sein. Die Art von Rassismus über die wir gerade so viel reden. Er muss für alle dokumentiert, also fotografiert werden.



Hat Maas eigentlich schon in Belgien interveniert und die dortige Polizei um eine Entschuldigung an die Adresse von Frau Herzberger-Fofana ersucht? Eher nicht, er adressiert sowas immer erst, wenn der öffentliche Druck ein gewisses Niveau erreicht hat.

Bei Armin Laschet, der seinen politischen Gegnern zuzurechnen ist, tut er sich leichter. Zudem gilt er als Vertreter derjenigen Politiker, die in den sozialen Hetzwerken sehr aktiv sind. Deshalb weiß er, was gerade trendet. Und ob der Fall der grünen Europa-Abgeordneten dafür genug Schwung hat? Aber es passierte immerhin in seinem Zuständigkeitsbereich – im Ausland.

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Deutsche Medien haben über den Vorgang berichtet. Auch in den Nachrichten von ARD und ZDF wurde das Thema behandelt.

Beim Verlassen des Nordbahnhofs in Brüssel am Dienstagmittag habe sie neun Polizisten gesehen, die zwei schwarze Männer belästigt hätten, erklärte die Grünen-Politikerin. Als sie die Szene mit ihrem Telefon fotografiert habe, seien vier Polizisten auf sie zugegangen und hätten ihr das Handy aus der Hand genommen.

Deutsche EU-Abgeordnete Herzberger-Fofana wirft belgischen Polizisten Übergriff vor

Mich würden natürlich die Fotos interessieren, die Frau Herzberger-Fofana von der Situation gemacht hat. Leider konnte ich dazu keinerlei Information finden.

Aktionen der Polizei immer misstrauisch begleiten

Vielleicht würde es etwas bringen, wenn sich ab und zu Weiße bei solchen Aktionen der Polizei „einschalten“ würden? Wenn ich mich allerdings prüfe, was ich tun würde… Nun, ich würde mich raushalten und mich nicht für schwarze Jugendliche gegen Polizisten einsetzen. Vielleicht nur, weil ich sie nicht kenne? Wäre es anders, wenn ich vielleicht einen oder mehrere von ihnen kennen würde? Wenn ich ehrlich bin, ich glaube, eher nicht. Was also hat die Abgeordnete bewogen, die Situation zu filmen? Hat sie erwartet, dass die neun weißen [sic?] Polizisten den beiden schwarzen Jungs Gewalt antun werden?

Einen solchen Vorgang zu filmen oder zu fotografieren, ja, das könnte ich mir auch vorstellen. Das wäre doch etwas, woraus ich hier im Blog etwas machen könnte. Aber derartige Vorfälle gibt es in meinem dörflichen Umfeld nicht. Dafür müsste ich in größeren Städten oder in bestimmten Stadtteilen unterwegs sein. Und das macht leider oft gar keinen Spaß mehr. Manche sagen, es sei dort zu unsicher und die Polizei traue sich nicht mal mehr dorthin.

Innerhalb kürzester Zeit hätten sich etwa 150 aggressive Personen am Einsatzort versammelt und die Versorgung des Polizisten erschwert, sagte eine Polizeisprecherin. Erst als weitere Unterstützungskräfte eingetroffen seien, sei es den Rettungskräften möglich gewesen, den Beamten in ein Krankenhaus zu bringen.

Köln: 24-Jähriger schlägt Polizisten am Görlinger Zentrum nieder

Wieso gibt es in Köln-Bocklemünd 150 aggressive Personen?

Ja, was mögen das wohl für Menschen gewesen sein, diese 150 aggressiven Personen, von den Medien wahlweise auch Menschen genannt? Keines unserer politisch ach so korrekten Medien ist bereit, die Herkunft oder Nationalität dieser Leute zu nennen. Es scheint nicht von Belang zu sein. Es würde Ressentiments schüren, heißt es dazu immer wieder. Sind wir wirklich so kurzsichtig, nicht zu erkennen, was gerade das Verschweigen solcher Fakten für Dynamiken in einschlägigen Kreisen zur Folge hat? Ist es tatsächlich egal, woher solche „aggressiven“ Personen kommen?

Es ist nicht egal, aber in diesen Zeiten, in der jeder sich im Handumdrehen als rassistisch beschimpfen lassen muss, verhüllen wir dieses Wissen lieber.

Für die einen, die rechtsnationalen Hetzer, ist unsere Regierung an allem schuld. Für viele andere ist es die ungeliebte deutsche Nation und die, die historisch so schuldbeladene Kartoffel.

Wahr ist leider, dass heute wieder Menschen ausgegrenzt und bedroht werden. Sie müssen hier ein, übrigens auch aus Sicht der meisten Deutschen, ein trauriges Dasein in Sammelunterkünften (wie beispielsweise dem Görlinger Zentrum) fristen. Und das auch noch in Corona-Zeiten.
Link: Polizist in Köln mit Faustschlag niedergestreckt: 150 Aggressive erschweren Versorgung

Nicht filmen!

Ich mag es nicht, wenn heutzutage „alles“ mit dem Smartphone aufgenommen wird. Wenn ich mir aber überlege, wie viele schlimme Dinge damit schon ans Tageslicht gebracht werden konnten, sind solche Aufnahmen doch nicht so schlecht. Mitschnitte wurden schon bei vielen Gelegenheiten verwendet. Sie können dabei helfen, Missstände festzustellen bzw. aufzuklären. Eventuelle Fehlinterpretationen oder Missbrauch gehören dabei jedoch zu den Risiken, die von der Gesellschaft zu tragen sind.

George Floyd ist überall?

Wer von uns weiß schon, wie das, was zum Erstickungstod von George Floyd führte, zustande gekommen ist? Wir haben nur einen Teil des Geschehens vor Augen. Wie hat sich der Mann gegenüber der Polizei verhalten? Das bleibt, soweit ich sehe, bisher völlig im Dunkeln. Ich will hier nicht die Legitimität der Proteste gegen rassistische Polizeigewalt anzweifeln oder infrage stellen.

Ich möchte, dass wir nicht so tun, als würde Polizei keine Gründe für ihr rigoroses Vorgehen gegen Kriminelle haben. Polizeigewalt ist am Ende doch sicher nur ein Symptom, das die grundlegenden Mängel in unserer Gesellschaftssysteme offenlegt. Damit ist viel schwerer umzugehen als mit schnell erhobenen Vorwürfen gegen einzelne Polizisten oder die Polizei als Repräsentant des Teiles eines Staates, der das Gewaltmonopol inne hat und deren Aktionen im öffentlichen Raum manchmal schwer nachvollziehbar sind.

Link: George Floyd ein Krimineller? Analyse eines Sharepics
Link: Wie dich Nazis mit dieser Hetze über George Floyd & Merkel belügen! – Volksverpetzer

Link: Deutsche EU-Abgeordnete Herzberger-Fofana wirft belgischen Polizisten Übergriff vor
Link: Rassistische Polizeigewalt: Ein internationales Phänomen – Aktuelles und Gesellschaft | ARTE









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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