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Schamloses Selbstlob und Fokus-Leserbriefe

Wer sich fragt, weshalb die SPD selbst mit einem guten Krisenmanagement nicht punkten kann, ist damit nicht allein.



Ausschnitt Newsletter der SPD von vorgestern

Und es sind vor allem unsere starken Ministerinnen und Minister, unsere Fraktionsmitglieder und Kooperationspartner in der Partei, die Vorschläge entwickelt haben und jetzt Tempo machen, damit die Folgen der Krise begrenzt bleiben. Olaf Scholz und der Bundestag stellen mit dem Nachtragshaushalt sofort 156 Milliarden Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Kreditgarantien und Bürgschaften. Und Zuschüsse für Kleinunternehmer*innen und Soloselbstständige. Hubertus Heil kämpft um jeden Arbeitsplatz. Dafür hat er nach der guten Einigung im Koalitionsausschuss das Kurzarbeitergeld weiter verbessert und schon rückwirkend zum 1. März scharf gestellt. Wenn Einkommen wegbrechen, gibt es außerdem unbürokratisch und schnell ergänzende Grundsicherung. Und für Familien mit kleinem Einkommen macht Franziska Giffey den Kinderzuschlag unkompliziert zugänglich. Christine Lambrecht schützt Mieterinnen und Mieter, damit sie jetzt nicht ihre Wohnung verlieren – oder ihren kleinen Laden. Und Heiko Maas holt in einer beispiellosen Rückholaktion Deutsche aus der ganzen Welt zurück nach Hause.

Wer so komische Texte an die Mitglieder der eigenen Partei verteilt, der darf sich nicht darüber wundern, wenn die Medien das aufgreifen und entsprechend „bewerten“. Der Fokus-Titel eines Beitrages lautet: “ Schamloses Selbstlob, wirre Corona-Aussagen: Die neuen Peinlichkeiten der SPD-Chefs“.

Die beiden „neuen“ SPD-Chefs stellen das aktuelle Geschehen so dar, als würden ihre Leute es allein wuppen.

Von der Koalition, die sie früher so gescholten hatte, ist nicht mal die Rede. Nur die SPD-Minister und Minister werden erwähnt. Scholz sogar in einer Art und Weise, über die man wirklich nur lachen kann.

Mich ärgert dieser Dilettantismus wirklich kriminell.

Ungeschickte Formulierungen sind es aber vermutlich trotzdem nicht, die dazu führen, dass die Union die Krise bisher gut übersteht und mit +7 % in den Umfragen ordentlich profitiert, während die SPD 1% verliert.

Olaf Scholz und der Bundestag…“. Ob SPD Generalsekretär, Lars Klingbeil, an dieser Formulierung seinen Anteil hatte? Ich kann es mir nicht vorstellen. Einzig positiv an den aktuellen Umfragen, so sehe ich es jedenfalls, ist, dass die AfD ordentlich an Zustimmung verloren hat und jetzt bei Umfragen unter 10% liegt.

Aber machen wir uns nichts vor. Wenn ich die krass negativen Kommentare von ewignörgelnden Deutschen lese, ahnt der Beobachter sogleich, wie schnell es gehen könnte und die Populisten (nicht nur in Deutschland) wieder ganz weit nach vorn kommen… Die harten nächsten Wochen werden noch genug Raum für Kritik an den Regierenden bieten. Dessen bin ich mir absolut sicher.

Hier zwei kleine Kostproben von Fokus-Leser-Kommentaren:

  1. … und anderen in Deutschland produzierenden Unternehmern sollten wir danken. Sie haben den „Outsourcing-Wahnsinn“ um jeden Preis nicht mitgemacht, Qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland erhalten und helfen jetzt eine existenzielle Krise unbürokratisch zu meistern. Der Beitrag einiger Linken zur Krise sind wirre Drohungen wie „1% der Reichen erschiessen“. Einfach total daneben.
  2. In Deutschland sind gegenwärtig rund 43000 mit dem Coronavirus infiziert, in den USA rund 82000. Deutschland hat aber rund 83 Mio. Einwohner, USA 320 Mio. Einwohner. Damit hat Deutschland mehr Infizierte pro Einwohner. Zu sagen, die USA hätten die meisten Infizierten, ist zu kurz gefasst.
  3. Bin nicht Rechtsradikal und trotzdem, bin ich dagegen, dass wir alle aufnehmen. Es passen nun mal nicht alle hier hin, von der Mentalität der Menschen und wie die Denken. Und noch einmal um es ganz klar zu stellen ich bin nicht Rechtsradikal. Es ist schon genug passiert und es wird noch genug passieren.
  4. Für beispielsweise Erntehelfer gibt es bekanntlich schon lange einen Einreisestopp, für Asylbewerber werden aber erst jetzt EINREISEBESCHRÄNKUNGEN ausgesprochen. Ist das überhaupt noch zu fassen?!

Ich frage mich, wie dumm, verzweifelt oder beides Leute eigentlich sein müssen, um einen so wirren Kram zu verzapfen?

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Gedanken zu „Schamloses Selbstlob und Fokus-Leserbriefe“

  1. Tja, das kommt halt gar nicht gut an in der Krise, wenn man nur die eigenen Leute lobt. Jetzt wollen alle Zusammenhalt sehen. keine Streitereien und keine Profilierungen auf Kosten Anderer.
    Die SPD schafft es einfach nicht, die jeweiligen Stimmungen zu bemerken und sinnvoll aufzugreifen.

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  2. Genauso ist es – leider. Die SPD hat total verschissen. Eine Umfrage weist sogar ein Minus von 1 % aus. Dabei werden viele diese dummen Aussagen der SPD Spitze ja nicht mal kennen.

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