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Wenn Serien „einfach“ abgesetzt werden.

Das Wiederholungsschema der öffentlich-rechtlichen Sender hat den Dienst aufgenommen. Trotz Corona und der Tatsache, dass viele Menschen vielleicht im Moment mehr Fernsehen als sonst, merkt man das dem Programm von ARD und ZDF nicht an. Die Wiederholungen haben schon (wie immer in den letzten Jahren) im Mai eingesetzt. Sie werden uns wohl bis Ende Oktober mit Konserven beglücken.

Das ist vielleicht nur deshalb so, weil sich die Programmverantwortlichen ihren Zuschauern gegenüber kaum verpflichtet fühlen. Schließlich entscheiden nicht wir, sondern Politiker darüber, wie die finanzielle Ausstattung der Sender aussieht. Das sind echt günstige Voraussetzungen, die man in der freien Wirtschaft (außer beim ADAC) wohl ganz selten finden dürfte.

GEZ
Alles alter Kram

Die Sender können mithilfe der verpflichtenden Beiträge ihr Jahresbudget problemlos und absolut narrensicher erstellen. Rückgängige Umsätze und auch schlechte Einschaltquoten haben dort keinerlei Auswirkungen auf die Programmgestaltung. Ich denke jedenfalls, dass andere Kriterien umso mehr ihre Rolle spielen werden. Aber ich möchte jetzt nicht mit Verschwörungstheorien kommen. Nur – ich bin inzwischen nicht mehr so unvoreingenommen treuer Fan der Öffentlich-Rechtlichen. Ich denke, der Widerstand gegen diese Form von Abzocke wird in den nächsten Jahren ganz zwangsläufig zu radikalen Reformen führen. Diese Art von Fürsorge wird sich „die Politik“ angesichts massiver Geldnot künftig nicht mehr leisten können.

Es gibt Alternativen.

Längst bin ich eifriger Seriengucker. Dass ich dazu Amazon Prime und bis zum letzten Monat Netflix genutzt habe, ist wohl für die meisten nichts besonderes mehr. Die Zuverlässigkeit der Streamingdienste (bei 100 Mbits/sec hier bei uns) ist ok, so dass meine Frau und ich regelrecht zu Serienguckern mutiert sind.

Was uns nervt, sind Serien, die plötzlich (ja, ich kenne die Listen, in denen Neu- und Abgänge fein säuberlich veröffentlicht werden!) aus dem Angebot fliegen. Es ist nicht erquicklich, wenn man zufälligerweise gerade eine Serie angefangen hat und sie wenige Tage oder Wochen später abgeschaltet wird. Ich denke, dass kennen viele Nutzer und haben sich auch schon (wie wir) darüber geärgert.

Dann gibt es allerdings noch andere Dinge, die mich stören. Kürzlich haben wir eine sehr schöne Serie (1. Staffel mit 10 Folgen) geguckt. Die Folgen wurden jeweils immer montags durch eine weitere ergänzt. Das Ende war – wie meine Frau es ausdrückte – sehr unbefriedigend. Dieser Meinung war ich auch. Ich hab noch am gleichen Abend nachgesehen, wann die 2. Staffel kommen könnte. Leider vergehen ja manchmal viele Monate zwischen dem Ende der einen und dem Anfang der neuen Staffeln. Darauf ist man als Seriengucker eingerichtet. In diesem Fall allerdings wird es keine 2. Staffel geben, weil die Serie die Quotenvorstellungen der Sender nicht erfüllt hat. Die einzige Hoffnung liegt ausschließlich darin, dass die Serie in den USA, in der sie erst noch ausgestrahlt werden soll, besser ankommt als hier in Europa. Nur unter dieser Prämisse könnte es vielleicht sein, dass es eine 2. Staffel gibt. Ob es weitergeht, hängt an den Amis. Ausgerechnet.

Ja, was macht man in dieser Lage?

Ich habe einen Weg gefunden. Der war allerdings nur in diesem speziellen Fall gangbar. Für diese Serie dient ein Buch als Vorlage. Es enthält den kompletten Stoff. Also habe ich gleich probiert, es bei Amazon zu bestellen. Das gab es aber nicht, weil es alt und ausverkauft ist. Ich habe mir über einen anderen Service via Internet ein altes Exemplar bestellt (für 1,99 und Porto = 3,99 Euro). Meine Frau und ich haben das Buch inzwischen gelesen und kennen nun das wirkliche und viel erquicklichere Ende der Story.

Wenn es wider Erwarten doch eine 2. Staffel geben sollte, sind wir nun zwar „gespoilert“. Aber das ist aus unserer Sicht immer noch besser, als mit einem so unbefriedigenden vorläufigen Ende leben zu müssen. War ja fast so schlimm wie der Schluss von „Lost“. (●’◡’●)

P.S.: Die Serie verrate ich nicht. Ich möchte nicht, dass ihr über mich lacht.

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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