Politik   ·  2 Min.

Wer den Sumpf trocken legen will, darf die Frösche nicht fragen.

92 Views   ·  6 Kommentare

Das ist ein Bild, das mir noch nie gefallen hat. Einer meiner früheren Chefs hat es gern benutzt, wenn es um „Rationalisierungsmaßnahmen“ ging. Dabei ging es in der Regel um mögliche Entlassungen, die bevorstanden.

Jetzt bemüht Hendryk M. Broder das Bild und natürlich geht es diesmal wieder um Menschen. Und zwar diejenigen, die sich nicht vor den Karren der Spalter dieser Gesellschaft spannen lassen. Einige der Rädelsführer des Corona-Widerstandes sammeln sich um ihn, Roland Tichy und einige andere Leute, die sich als Publizisten gegen die Grundrechtseinschränkungen unserer Regierung „engagieren“.

Wenn ich mir ansehe, wie sich der Widerstand gegen Regierung und Staat präsentiert, kommt in mir eine unheimliche Wut auf.

Die Menschen, die sich bisher neutral oder zufrieden mit der Corona-Politik unserer Regierung geäußert haben, werden von den Corona-Leugnern fortwährend beleidigt. Zu Beginn der Krise waren es noch die üblichen Sektierer auf Seiten der AfD oder anderer rechts-nationaler Gruppierungen. Inzwischen haben sich Verschwörungstheoretiker aller möglichen Färbungen hinzugesellt.

Sie versuchen mithilfe solcher staatsverdrossenen Publizisten Rabatz gegen unseren Staat zu machen. Wer hat diesen alten Männer wohl mehr zugesetzt und ihre in ruhigen Bahnen verlaufenen Karrieren zerstört? War es Merkel persönlich oder vielleicht andere erfolgreiche Frauen? Ich tippe auf die Kombination aus Grünen und Linken. Linksgrünversifft ist in diesen Kreisen seit Jahren schon fast sowas wie das Lieblingswort. Die Klientel springt sofort zu 100% drauf an. Soviel Vorurteil muss sein!

Wenn diese Leute nicht mehr differenzieren, bitte: ich kann das auch!

Die Anhängerschaft solcher Leute hat lange vor Corona behauptet, dass sich die Italiener oder die Franzosen (so platt argumentieren die ja grundsätzlich!) das doch alles nicht bieten ließen. Aber mit den dummen Deutschen könnte die Regierung ja alles machen. Jetzt haben wir eine ernste Krise und siehe da: die Italiener und Franzosen ertragen die weitaus größeren Einschränkungen gelassener als der Teil der Deutschen, die jetzt gar nicht schnell genug zu den unverantwortlichen Demos auf die Straßen kommen.

Ich finde es sauschade, dass das Virus sich auf keine Garantie einlässt, nur die Vollidioten zu infizieren, also diejenigen, die sich an nichts halten als an ihre hausgemachten Verschwörungstheorien oder die Ansagen ihrer intellektuellen Vorbeter.

Es bleibt letztlich nichts anderes übrig, als diesem unverantwortlichen Treiben dieser Leute zuzusehen, die Wut irgendwie stecken zu lassen und ihren Anheizern ab und zu mal verbal auf Maul zu hauen. Das hier liest zwar kaum einer, aber es tut trotzdem gut.









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Gedanken zu „Wer den Sumpf trocken legen will, darf die Frösche nicht fragen.“

  1. Deine Aufregung kann ich gut nachvollziehen. Grade hat jemand in den Kommentaren bei mir angemerkt, wir lebten in einer „globalen Diktur“ – und meine mit Beispielen gesättigte Anwort plus Bewertung des Einigungspotenzials der real existierenden Diktaturen als „weltfremd“ handelte mir gleich einen Rüffel von einem Stammleser wg. „Respektlosigkeit“ ein. Was ist nur los mit den Leuten?

    Habe vergessen, wer gesagt hat: „Der Kapitalismus lebt von Beständen, die er selbst nicht schafft“. Vielleicht ist das die große Grundursache: das Sinndefizit, das eine bloß Konsum-orientierte Wirtschaft und Gesellschaft erzeugt. Deshalb auch der größere Protest in den „neuen“ Bundesländern: da wirkt noch eine andere Gesellschaftsordnung nach, in der das „Kollektiv“ große Bedeutung hatte und die Einzelnen nicht so sehr zu Wettbewerb und Konkurrenz erzogen wurden. Dass die ersehnte „Freiheit“ auch bedeutet hat, dass sich der Staat weit weniger um den Einzelnen kümmert, war ihnen zu Zeiten der Wende nicht klar.

    Ziemlich erschreckend sich auch die allüberall feststellbaren Bildungsdefizite. Was es heißt, hierzulande Staatsbürger/in zu sein, was die Basics einer repräsentativen Demokratie sind, wie und warum Recht und Gerechtigkeit bei Gericht manchmal auseinander fallen (müssen), wie es zu viel Bürokratie kommt (nämlich wg. der Ausdifferenzierung der Vorschriften im Bemühen um MEHR Gerechtigkeit etc.) – von alledem und noch viel mehr ist nicht viel als Hintergrundwissen präsent, wie ich immer wieder bemerke.

    Die heute behaupten, es gehe hier grundsätzlich undemokratisch zu, meinen in Wirklichkeit: es geht nicht nach ihrem Willen. Dass Politik ein Geschäft des Interessenausgleichs ist, dass ein Minister keine Fachkraft auf seinem Gebiet sein muss, dass die Bezahlung in der Politik ein Lacher gegen das ist, was in der Wirtschaft verdient wird – all das sehen sie nicht bzw. wollen es nicht sehen.

    Keine Ahnung, wohin das noch alles führen wird!

    Antworten
  2. Beim ersten Versuch, diesen Kommentar zu posten, erschien nach Absenden eine Meldung, die die Worte „Google re Captcha“ enthielt. Ich musste zurück, glücklicherweise war der Kommentar noch in der Maske, beim 2.Mal ging er durch. Das nur zur Info (kannst du gerne löschen).

    Antworten
  3. Hallo Claudia, die Deep State – Geschichte ist sehr beliebt. Ich kann es nicht fassen, dass es so viele Leute gibt, die an diesen Mist glauben. Bei denen muss etwas im Leben ziemlich schief gelaufen sein. Vielleicht haben sie irgendwann die Kontrolle darüber verloren, weil sie zu viel in Jogging-Hosen rumlaufen? Wer weiß es?

    Im Ernst, mir geht das Benehmen mancher Leute so sehr auf den Senkel, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, dass sich das noch einmal kitten lässt. Zuerst war es die Flüchtlingskrise, in der meine Aversion gegen „Andersdenkende“ langsam in Fahrt kam. Es folgte die Diskussion um die Klimakrise und schließlich haben wir das absolute Extrem, die Corona-Krise. Mein persönlicher Sinn für Freiheit ist gar nicht so unterentwickelt, wie diejenigen offenbar glauben, die andere für dumm verkaufen. Ich finde, gerade in dieser Krise hat unsere Regierung viel richtig gemacht.

    Leider ist es so, dass die Leute, die dieses Staates ohnehin längst überdrüssig sind, an vielen Rädern gleichzeitig drehen. Die AfD macht das geschickt. Diesen Arschlöchern fliegen zwar die Herzen nicht gerade zu, aber sie sorgen für Randale. Schlimme Folgen für unseren Staat, bis hin zur Abschaffung der Demokratie, sind deshalb nicht undenkbar. Das macht mir mehr Sorgen als die Kerne der Krisen unserer jüngeren Vergangenheit.

    Antworten
  4. Ich wollte mal nicht „Antispam Bee“ nutzen und das hab ich nun davon. 🙂 Schalte das Google Dingens ab und kehre reumütig zurück zu Antisam Bee. Danke für deinen Hinweis.

    Antworten
  5. Wohin du schaust, überall auf Blogs kannst du verschwörungsgläubigen begegnen. Und wenn du endlich auf einem „sauberen“ Blog warst, mischen sich schnell Leute drunter, die ihr Zeug da vorbringen.
    Es ist ernüchternd!

    Antworten
    • Hallo Gerhard, das ist eine Entwicklung, die komische Züge hat und die mich doch beunruhigt. Es gibt zu viele Idioten. Hoffentlich gibt sich das, wenn irgendwann der Virus weg ist. Aber dann kommt bestimmt ein neuer.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar


Es werden keine IP-Adressen gespeichert! Sie können, falls Sie dies möchten, auch anonym kommentieren.