Gesellschaft   ·  4 Min.

Zusammenhalt Fehlanzeige

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Wir spre­chen in die­sen Tagen viel über die wei­ter­hin unvoll­ende­te, von man­chen im Osten auch infra­ge gestell­te Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands. Abge­se­hen davon, dass die Pola­ri­sie­rung in die­sem Land, wie anders­wo auch, stark vor­an­ge­kom­men ist, wir­ken man­che Ani­mo­si­tä­ten von Ost-Deut­schen auf mich befremd­lich.

Klar ist aber, dass die gesell­schaft­li­che Wie­der­ver­ei­ni­gung in eini­gen Berei­chen durch fort­dau­ern­de Unge­rech­tig­kei­ten ver­zö­gert wird. Wer außer denen, deren öko­no­mi­sches Inter­es­se dies nahe­legt, kann die immer noch exis­tie­ren­den Unter­schie­de bei Ren­ten und Gehäl­tern plau­si­bel erklä­ren? Die­se The­men wer­den weder ver­ständ­lich erklärt, noch wird den Men­schen trans­pa­rent gemacht, wer dar­an und in wel­cher Art und Wei­se arbei­tet. Wann wer­den die­se Unter­schie­de end­lich vor­bei sein?

Corona verschlimmert Spaltung innerhalb der Gesellschaft

Ist es nicht ein erschre­cken­des Zei­chen, wie gan­ze Com­mu­ni­tys die von der Regie­rung in Ber­lin und loka­len Behör­den erlas­se­nen Coro­na-Maß­nah­men schlicht­weg igno­rie­ren und sich durch ihr faden­schei­ni­ges Spre­chen und Han­deln so ver­ant­wor­tungs­los zei­gen?

Ich den­ke hier nicht allein an die Zusam­men­set­zung der Anti-Coro­na-Demons­tra­tio­nen. Das dabei vie­le kei­ner­lei Skru­pel ken­nen, gemein­sam mit Nazis und ande­ren frag­wür­di­gen Exis­ten­zen ihr Sepa­ra­tis­ten-Süpp­chen zu kochen, ist absto­ßend und zeigt, wie Tei­le unse­rer Bevöl­ke­rung zu Deutsch­land ste­hen. Vie­le der Leu­te, die sich selbst iro­ni­scher­wei­se als «Quer­den­ker» bezeich­nen, wün­schen die­se «Dik­ta­tur» in engem Schul­ter­schluss mit der dem poli­ti­schen Arm die­ser Bewe­gung auf den Müll­hau­fen der Geschich­te.

Ausgrenzung wird forciert und der deutsche Staat sieht zu

Ich hal­te es für wich­tig, in die­sen unru­hi­gen und Angst machen­den Zei­ten an die­sem Fei­er­tag den Blick zu wei­ten und die Mil­lio­nen von Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in die­ses Bild ein­zu­be­zie­hen. Wie gut ver­kraf­tet unser Land den Zuzug so vie­le Men­schen aus unter­schied­li­chen Kul­tu­ren? Wie viel Pro­zent des Ärgers vie­ler Ost­deut­schen (Pegi­da, AfD Wahl­er­geb­nis­se) geht auf Fehl­ent­wick­lun­gen zurück, die damit in direk­ter Ver­bin­dung ste­hen?

Wor­über im Moment zu wenig gespro­chen wird, sind die Hin­ter­grün­de für die krass gestie­ge­nen Coro­na-Infek­ti­ons­zah­len durch spe­zi­el­le Super­sprea­ding-Ereig­nis­se.

Ins­be­son­de­re gro­ße tür­ki­sche Hoch­zei­ten, die neben den Gefah­ren für die gesam­te Bevöl­ke­rung in eini­gen deut­schen Städ­ten zu viel Frus­tra­ti­on, Unver­ständ­nis und Ärger führ­ten, beun­ru­hi­gen mich.

Dabei bemü­hen sich die deut­schen Medi­en, die Her­kunft der Teil­neh­mer nicht zu erwäh­nen. Sie hal­ten sich an die Grund­re­geln, die der deut­sche Pres­se­rat vor eini­ger Zeit neu getrof­fen hat. Indes kommt es mit ein paar Tagen Ver­spä­tung doch her­aus, dass es tür­ki­sche Hoch­zeits­ge­sell­schaf­ten waren, aus denen die Infek­tio­nen in die Welt gelang­ten. Dass die Leu­te sich danach in man­chen Fäl­len sehr unko­ope­ra­tiv zeig­ten, ande­re jedoch sehr wohl, muss uns alle nach­denk­lich machen. Gera­de im Hin­blick auf die vor uns lie­gen­den Win­ter­mo­na­te.

Es ist bekannt aber wohl auch unver­meid­lich, dass die tür­ki­sche Com­mu­ni­ty sich beein­flus­sen lässt. Bele­ge dafür gibts genug. NZZ, E. Gujer, auf­ge­regt, weil er behaup­tet, dass unse­re Regie­rung bzw. die Kanz­le­rin end­lich mal ler­nen müs­se, NEIN zu sagen. In vie­ler­lei Hin­sicht ist das nicht ganz ver­kehrt. Aber pas­sie­ren wird das nicht. Übri­gens auch dann nicht, wenn Laschet oder Merz CDU-Chefs und/oder Kanz­ler wer­den soll­ten.

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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