Zwei Peinlichkeiten der Woche

Vielleicht kann man aus diesem Thema «Peinlichkeiten der Woche» ja sowas wie eine kleine Serie machen. Stoff gäbe es sicher genug.

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Es gibt mehr als diese beiden Vorgänge, auf die ich hier eingehen möchte, die als Peinlichkeit der Woche zu bewerten wären. Trumps Verhalten und das seiner Familie gehören dazu. Aber auch Auftritte des Bundestagsvizepräsidenten, Herrn Kubicki, FDP, zählen für mich dazu.

  1. Franziska Giffey sieht eine neue Untersuchung ihrer Doktorarbeit auf sich zukommen. Vorsorglich – sagt sie – legt sie ihren Titel ab, sie will ihn künftig nicht mehr benutzen. Glaubte sie wirklich, dass die Kiste damit ausgestanden sei? Kubicki war der erste, der ihr deshalb den Rücktritt nahelegte. Einige andere Politiker zogen nach. Sogar aus der SPD, so hörte ich, gibt es nun Rücktrittsforderungen.
    Nun mag es den Sitten dieses Kabinetts entsprechen, dass man aus so nichtigen Gründen nicht zurücktritt (Gruß von Andi und Uschi!). Aber bitte, liebe Frau Giffey, erweisen Sie Ihrer Partei keinen Bärendienst und treten Sie mit sofortiger Wirkung von Ihren Ämtern zurück! Die SPD hat es nicht verdient, nun auch noch mit dieser Personalie belastet zu werden. Es ist furchtbar schade. Das meine ich ehrlich. Ich habe einige Hoffnungen auf Frau Giffey gesetzt – bevor «es» losging.
  2. Dieter Nuhr hat in seiner letzten Show den Buchtitel von Alice Hasters aufs Korn genommen. «Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten.» Er kritisiert, für mich völlig zu Recht, dass dieser Titel rassistisch wäre. In der Tat, das ist purer Rassismus.
    Die Autorin, so Nuhr, würde damit Menschen einer Hautfarbe automatisch eine bestimmte Haltung unterstellen. Und dann legt er noch eins drauf: Ihr Handeln zeuge von einer „Scheinintellektualität“ einer „arroganten Linken“. Und dann sagt er noch: Diese Art sei mit verantwortlich, dass Menschen wie Donald Trump Erfolg haben könnten.»
    Wahrscheinlich wollte Hasters provozieren, um gleich mit dem Titel die notwendige Aufmerksamkeit für das Thema zu erhalten. Gelungen ist es nicht, auch wenn viele der üblichen Verdächtigen im linken und grünen Lager sich vorhersehbar auf Hasters Seite schlugen.
    Ich finde, Nuhr hätte sich den Hinweis auf den angeblichen Zusammenhang mit Trumps Wahlerfolg schenken können. Ganz sicher hätte er sich allerdings den peinlichen Hinweis darauf ersparen können, dass das Buch in den USA ein großer Erfolg sei. Dort ist es bisher überhaupt nicht erschienen. Das wäre einigermaßen leicht zu recherchieren gewesen. Aber richtig ist, dass diese verqueren Diskussionen auch in den USA stattfinden.

Ich fand bemerkenswert, dass in der Aufzeichnung von Nuhrs Show in der ARD Mediathek dieser verunglückte Teil komplett enthalten ist, während ein Teil in einer Aufzeichnung, die ich mir bei YouTV angesehen habe, einfach herausgeschnitten wurde. Ich wunderte mich darüber, dass dort Nuhrs Hinweis auf den amerikanischen Erfolg des Buches nicht zu finden war.

Twittergewitter – Volle Breitseite gegen Dieter Nuhr. Enissa wird künftig wohl draußen bleiben müssen.

Dafür gibt es in der ARD – Mediathek diesen Hinweis:

Dieter Nuhr nach der Sendung: «Große Aufregung. In meiner Sendung habe ich erzählt, dass ich am Flughafen ein Buch mit dem Titel «Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen – aber wissen sollten» gesehen habe. Ich habe zudem gesagt: «Dieses Buch war in den USA ein großer Renner» Ich hatte mich falsch ausgedrückt. Sagen wollte ich eigentlich: SOLCHE Bücher sind gerade in den USA ein großer Renner. Darüber gab es nun riesige Diskussionen, weil das Buch in den USA gar nicht erschienen ist. Was eigentlich Diskussionen hätte auslösen SOLLEN, bleibt allerdings, dass der Titel meines Erachtens Menschen eine bestimmte Denkart aufgrund von Hautfarbe unterstellt. Völlig berechtigte Empörung über Rassismus gegenüber schwarzen Menschen sollte meines Erachtens nicht mit pauschalen Vorurteilen gegenüber Weißen beantwortet werden. Das vertieft nur die Gräben.»

Nuhr im Ersten – Sendung vom 12. November 2020 | ARD Mediathek

Fast wäre auch noch das Interview von Roberto Habeck, Grünenchef, mit auf die Liste gerutscht. Er musste Claus Kleber, ZDF Heute Journal, Rede und Antwort stehen zu dem Dilemma, in dem die hessischen Grünen durch den Ausbau der A 49 stecken. Das war ja sooo überzeugend… Ich muss allerdings einräumen, es ist halt so kompliziert. Und da müssen die Grünen nun mal durch ༼ つ ◕_◕ ༽つ

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Zwei Peinlichkeiten der Woche“

  1. Man sollte mal Alice Hasters nach dem Titel fragen, weil natürlich die Verlage über die Buchtitel entscheiden, nicht die Autoren. Ist es der Titel, den sie ihrem Manuskript gegeben hatte oder hat der Verlag sich dafür entschieden?

    Wie dem auch sei, leider gibt es solche plakativ pauschalisierenden Reißertitel immer wieder.

    Im Zweifelsfall wäre einfach das Buch zu lesen, um festzustellen, ob es inhaltlich dem (von Nuhr m.E. zu Recht) inkriminierten Titel entspricht.

    Ich werd’s nicht tun, weil es mich einfach nicht interessiert…

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  2. Mag sein. Ich hätte als Autor diesem Titel jedenfalls nicht zugestimmt. Soviel Mitsprache werden die Autoren hoffentlich haben. Ich habe das Buch nicht gelesen und werde das auch nicht tun. Mir ist die durch die BLM-Bewegung angestoßene Diskussion alles in allem viel zu aggressiv. Diese Art fördert nur eine Aversion gegen die Bewegung. Das kann keiner wollen. Wenn du die Diskussionen vom Sommer verfolgt hast, wirst du sicher wissen, was ich meine. Da gibt es Protagonisten, die ich außerordentlich unangenehm finde.
    Stephan Anpalagan und andere sind in dieser Hinsicht Beispiele.

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