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Bringt zwar nix. Aber immer den Mund halten auch nicht.


 • Letzte Änderung: 14. Apr. 2021  11 Kommentare

Die »Welt« ist eines der verachtenswürdigsten Medien, die ich kenne. Fast so schlimm wie rtdeutsch und solche Klamotten. Man könnte glauben, da sitzen Leute, die der Demokratie bewusst schaden wollen. Ich finde, dass man fast nirgends eine so geschlossen rechte und oft auch antidemokratische Lesermeinung insbesondere zu regierungskritischen Berichten findet.

Ich habe eben einen kurzen Leserbrief an die Redaktion geschrieben. Das juckt die gewiss nicht. Aber irgendwie musste ich denen wenigstens meine Meinung sagen. Davor hatte ich wieder einen Artikel gelesen, zu dem sich dann die geistige Elite der rechten Leserschaft dieses Springer-Produktes in hunderten von Kommentaren zu Wort meldete. Das geht mir voll auf den Geist. Eine so einseitige penetrante und über alles betrachtet, auch nihilistische »Meinungsvielfalt« übersteigt meine Toleranz beträchtlich.

Hallo,

immer, wenn ich mit der reaktionären Gedankenwelt Ihrer Leserschaft in den Kommentaren konfrontiert bin, steigt Wut in mir auf. Als Chefredaktion werden Sie sicher nichts anderes beabsichtigen, als genau die Art von einseitigen Reaktionen zu provozieren. Schließlich wissen Sie, dass Ihre Leserschaft (wie jeder, der die Kommentare zu den unzähligen tendenziösen Artikeln gelesen hat, – vor allem auch im Kontext mit „Corona“ – genau diese Art von Informationsmanagement bevorzugt.

Sie sollten sich schämen! Welchen zersetzenden Dienst Sie unserem Land mit Ihrer miesen Art von Stimmungsmache erweisen, dürfte Ihnen klar sein. Nicht umsonst haben Sie Ihren Kommentarbereich noch ein bisschen effektiver vor unerwünschter Beteiligung liberaler Kräfte geschützt.

Nie wieder werde ich Ihr Produkt abonnieren! Manchmal rutscht einer ihrer Artikel durch, weil Ihre Aufmacher mich angefixt haben. Ich schäme mich in jedem einzelnen Fall meiner eigenen Berechenbarkeit.

Ich bin zuversichtlich, dass Sie es sich erarbeiten werden, dass Ihre rechtsaffine und staatsverachtende Leserschaft Ihrem Produkt den Stellenwert sichert, den es verdient. Falls Sie tatsächlich versucht haben sollten, zwischen rechten, staatsverachtenden und liberalen demokratischen Kräften zu vermitteln, sind sie jedenfalls kläglich gescheitert.

11 Gedanken zu „Bringt zwar nix. Aber immer den Mund halten auch nicht.“

    • Genau. Und das war schon immer so. Also für mich zumindest war spätestens seit den mittleren 70er Jahren klar, dass Welt im Grunde Bild ist, nur mit seriöserer Tünche. Dem Anschein nach. Springerpresse, eine wie die andere.

      Wertloses Fischeinwickelpapier von ganz nah am braunen Rand der
      Gesellschaft.

      Sowohl Welt als auch Bild dürften nach meinem Dafürhalten nicht einmal als Presseerzeugnisse bezeichnet werden.

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        • Mir geht’s ähnlich. Aber ich bin in dieser Hinsicht in eine gute Schule gegangen:

          Ich hatte am Ende der Mittelstufe einen fähigen und engagierten Gemeinschaftskunde-Lehrer, der das Thema BILD und den dahinterstehenden menschenverachtenden „Journalismus“ mit uns erarbeitete. Da habe ich gelernt, dass die WELT in derselben gefährlichen und dreckigen Höhle produziert wird.

          Dann hat kurz darauf mein Vater Wallraffs ‚Der Aufmacher‘ zum Geburtstag geschenkt bekommen, den ich natürlich auch gleich gelesen habe.

          Ich bin stolz darauf, dass in unserer Familie niemals eine BILD oder eine WELT über die Türschwelle und auf den Tisch gelangte. Meine Eltern fassten diesen Schmutz niemals an und ich folge ihnen nach.

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  1. Ich sag nur: „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Böll hat damals schon den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich wische mir den Arsch ab mit dem, was die Springer-Leute – natürlich vor allem BILD – raushaut. Außer im Urlaub habe ich noch nie eine Bild-Zeitung in die Hand genommen. Und im Urlaub war es die Ausnahme, weil es zu dieser Zeit echt noch nichts anderes gab als dieses beschissene Boulevardblatt, das immer noch viel zu viele Idioten glauben, lesen zu müssen. Kein Wunder, dass wir da stehen, wo wir sind.

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    • Meine Eltern habe selbst im Urlaub keinen derartigen Schund gekauft. Mein Vater hat früher immer nach dem Aufbau und Einrichten des Vorzeltes vor dem Wohnmobil das große Radio in die Hand genommen, sich gemütlich in einen Campingstuhl hingesetzt, eine Pfeife angezündet und dann in Ruhe den Deutschlandfunk gesucht. Das war immer unsere Quelle für Nachrichten aus Deutschland.
      Mööönsch, ist das lange her 🙂

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  2. Das waren noch Zeiten. Meine Eltern hatten viele Jahre sogar zwei Tageszeitungen im Abo. Die Kölnische Rundschau und den Kölner Stadt-Anzeiger. Die eine war eher etwas CDU-freundlich, die andere SPD-nahe. Das hat sich alles geändert. Heute Morgen las ich im Blog-der-Republik etwas über den Wandel in der SZ. Sie vollzieht nach Meinung des Autors einen Rechtsruck. :-/

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