Gesellschaft

Corona: Ungeliebte Wahrheiten

Vor zwei Tagen habe ich mir die Corona-Zahlen nach längerer Zeit wieder einmal angesehen. Ein paar Ausreißer gabs. Besorgniserregend finde ich die Zahl der Neuinfektion in Großbritannien.

Dort wurden an einem Tag 20.000 Neuinfizierte gezählt.

Das war am Tag vor dem legendären Achtelfinale im Wembley-Stadion. Am Abend des Spiels habe ich erst richtig realisiert, welchen Wahnsinn die UEFA, die britische Regierung und nicht zuletzt die Zuschauer da abgezogen haben.

Zugegeben, das hatte auch ein wenig damit zu tun, dass die »falsche Mannschaft« jubelte. Bitte entschuldigt die Parteilichkeit.

Ich hoffe nicht, dass Karl Lauterbach mit seinem Szenarium recht behält:

Die UEFA lässt es zu, dass die Delta Variante über volle Stadien weiter zunimmt. Damit übernimmt sie die Verantwortung für zahlreiche Todesfälle. Eine Schande für den Sport.

Karl Lauterbach via Twitter

Claudia Kade, Welt-Online, kritisierte vergangene Woche in irgendeiner Talkshow, man möge den Menschen angesichts der entspannten Lage endlich mehr Freiheiten gewähren. Das werden natürlich ganz viele unterstützen.

Link: Corona-Zahlen steigen wieder: WHO warnt Europa vor Welle – ZDFheute

Was mich allerdings wundert, ist, dass viele das britische Beispiel ziemlich sorglos zur Kenntnis nehmen. Wurden die Briten nicht dafür bewundert, wie schnell und weit ihre Impfkampagne bereits war? Dass dort vorwiegend AstraZeneca verimpft wurde, könnte ein Grund dafür sein, dass die Delta-Variante des elenden Corona-Virus dort so stark wirkt. Der Schutz, den dieser Impfstoff bietet, soll nicht so wirksam sein wie die mRNA – Wirkstoffe. Wir wissen noch nicht, wie sich die krasse Zahl der Neuinfektionen auf die Belegung der Krankenhäuser bzw. Intensivstationen auswirken wird. Hoffen wir das Beste.

Lauterbach zitierte soeben eine neue Cambridge – Studie:

Wichtige Studie aus Cambridge von @GuptaR_lab zu Varianten und BionTech. Nach der ersten Impfung wirkt BionTech bei Ü80 Geimpften schlecht. Nach 2er Impfung ist Wirkung da, aber Dauer unklar. Auch Wirkung gegen Delta Variante unklar. Der Herbst ist riskant.

Karl Lauterbach

Erneut äußerte sich auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Herr Gassen, der schon mehrfach mit oberflächlicher, nichtsdestotrotz aber natürlich medienwirksamer Kritik an »der Politik« aufgefallen ist. Wenn er irgendwann mal einen Punkt gemacht haben sollte, ist mir dies entgangen. Ich glaube, der Mensch will seine Wichtigkeit betonen und das kann man mit solchen »Gegenentwürfen« am effektivsten bewerkstelligen. Gassen hält »der Politik« erneut Panikmache vor. Er fordert beispielsweise, die Quarantäne-Regeln für geimpfte Portugal-Reisende angesichts unseres hohen Impffortschritts aufzuheben.

Das geht immer, wie wir gelernt haben. Beweise für die Richtigkeit solche Vorhaltungen muss man nicht erbringen:

»Ich halte die Debatte derzeit für in Teilen fast schon hysterisch. Es ist unverantwortlich, immer wieder mit Endzeitszenarien zu operieren«

»Debatte über Delta hysterisch«: Kassenarzt-Chef wirft Politik Panikmache vor – n-tv.de

Mir war nicht bewusst, dass unsere Politiker Endzeitszenarien beschrieben hätten. Der Tenor ist vielmehr, dass wir weiter vorsichtig bleiben sollten.

Bei unseren Bemühungen, möglichst schnell weitere Millionen zu impfen, sollten wir bleiben, so intensiv wie möglich. Hoffentlich werden sich die Eltern von Kindern nicht sklavisch an die Stiko-Empfehlungen halten, sondern die Verantwortung übernehmen und sie so bald als möglich impfen lassen. Die Risiken bei einer der möglichen Folgeerkrankungen einer Covid-19 – Infektion sind nicht so banal, dass man sie einfach ausblenden sollte.

Eine der bescheuertsten Stellungnahmen zum Thema Impfen habe ich heute von einem Journalisten gelesen, den ich als Rechtsaußen bezeichne und nicht nur deshalb von Herzen verachte.

„Kinder können an Spike-Protein von Geimpften sterben“. Die Covid-19-Impfung kann sich nicht nur nachteilig auf die Geimpften selbst auswirken, sondern auch auf Nicht-Geimpfte. Zu den Betroffenen zählen auch Kinder, wie eine brisante Studie zeigt.

Boris Reitschuster via Twitter und Blog (OHNE LINK)

Und was sagt Karl Lauterbach dazu?

Wer so einen Schwachsinn verbreitet sollte sich nicht Journalist nennen dürfen.

Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) / Twitter


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