geschrieben von: Horst Schulte

Es wird kritisch

Ein paar Anmerkungen zur sich zuspitzenden Corona-Lage: Ich fürchte, uns stehen einige üble Monate bevor. Nach allem, was wir im Moment sehen, baut sich die 3. Corona – Welle (die …

Ein paar Anmerkungen zur sich zuspitzenden Corona-Lage:

Ich fürchte, uns stehen einige üble Monate bevor. Nach allem, was wir im Moment sehen, baut sich die 3. Corona – Welle (die Infektionen steigen wieder exponentiell) auf, und wir dafür nicht gewappnet. Unseren Politikern vertrauen immer weniger Leute und über den Umgang mit der Pandemie herrscht größtmögliche Uneinigkeit.

Impfstopp von AstraZeneca

Nicht nur, dass wir mit den Impfungen schlecht vorankommen, jetzt kommt auch noch das Problem mit dem Impfstoff von »AstraZeneca« hinzu. Zum zweiten Mal steht dieser Impfstoff unter Verdacht. Das Vertrauen in ihn ist in Deutschland damit vermutlich ruiniert. Und das in einer ohnehin knappen Versorgungslage. Dazu hatte ich mich ja gestern schon geäußert.

Die Schulen und Kitas sind geöffnet, obwohl die (versprochenen) Schnelltests, die eine begrenzte Sicherheit vor einer schnellen Ausbreitung dieser 3. Welle bieten sollten, nicht in der Menge zur Verfügung stehen, wie das der Fall sein müsste. In Dortmund wollte man die Schulen wieder schließen. Die hohe Inzidenz legt dies nahe. Vor allem eben deshalb, weil die versprochenen Tests nicht zur Verfügung stehen.

NRW Landesregierung – die FDP kocht ihr eigenes Süppchen

Die NRW-Landesregierung hat das untersagt. Mal sehen, welche Entwicklungen es diesbezüglich in den nächsten Tagen geben wird.

Für viele steht fest, die Politik versiebt im Moment alles, was irgendwie von Nutzen sein könnte bzw. was erforderlich wäre. Ich bin dezidiert der Ansicht, dass die Medien und ihre hysterische Berichterstattung die Hauptverantwortung für die Verunsicherung zu tragen haben.

Neue Impfstrategie?

Als Beispiel will ich den Impfstopp für das AstraZeneca Vakzin anführen. Es wäre vernünftig gewesen, die Impfungen weiterlaufen zu lassen. Jedem ist natürlich klar, was die Medien daraus gemacht hätten, wenn die Politik die Verimpfung von AstraZeneca nicht gestoppt hätte? Genau diesen Zusammenhang muss man sehen, wenn sich Verantwortliche wie Jens Spahn nun auf die Beratung durch Wissenschaftler bezieht. Die SZ wirft Spahn nämlich genau das jetzt vor. Er dürfe sich nicht hinter der Wissenschaft verstecken. Ist das zu glauben? Zuerst werfen sie ihm vor, das er politisch entscheidet und angeblich zu wenig auf die Wissenschaft hört. Jetzt argumentieren diese Schreiber genau gegenteilig. Bei BILD wird schon der neue Vorwurf gegen die Regierung vorbereitet. Auch dort gehts darum, dass man dort das Aussetzen der Verimpfung von AstraZeneca für falsch hält. Das geht bestimmt noch deutlicher, liebe BILD.

Neuer Lockdown?

Der Forderung der Intensivmediziner nach einer sofortigen Rückkehr zum Lockdown, weil sie die Überforderung der Intensivstationen als Folge der leichtfertigen Öffnungspolitik unserer Regierung/en fürchten, steht der verständliche Wunsch gegenüber, endlich ein kleines Stückchen Normalität zurückzukriegen. Irgendwo habe ich gelesen, dass schon 300 Flieger nach Mallorca gebucht wurden. Ryan-Air und Tui buchen Osterflüge nach Mallorca bis zum Abwinken! Trotz aller Warnungen, die dazu von der Regierung kamen. Ob der sächsische Ministerpräsident Kretschmer das wohl im Auge hatte, als er den Leuten vor wenigen Wochen empfahl, sich den Osterurlaub »abzuschminken«?

Die Leute dürfen sich freuen. Nur eben nicht auf Ruhe, Wärme und Erholung. Sie werden ihre Reisen wohl schon bald stornieren müssen. Dann werden die hiesigen Vermieter von Ferienwohnungen, die sich zu recht von den Entscheidungen der Regierung benachteiligt gefühlt haben, vielleicht zufrieden sein.

Wie müsste die Politik in diesem Spannungsfeld handeln?

4 Gedanken zu „Es wird kritisch“

  1. Die Medien sind vor allem deshalb (mit-) schuld, weil sie Tag für Tag jedem dahergelaufenen Mehr-oder-weniger-Fachmann (es sind ausschließlich Männer) ein Mikro unter den unmaßgeblichen Riechkolben halten, damit er irgendeine möglichst apokalyptische Warnung, Drohung, Mutmaßung oder Lagebezeichnung absondert – die eigentlich niemand hören will. Niemand will wirklich das alarmistische Geschwätz irgendwelcher Verbändekasper hören, niemand will wirklich die unablässigen Schuldzuweisungen irgendwelcher Politiker hören, die jede Gelegenheit nutzen, ihrem Nebendarstellertum in die breite Öffentlichkeit zu entfliehen (Lindner…)
    Und dann rennt auch noch Tag für Tag unser Apokalypsebeauftragter vor jedes Medienmikro mit seinen völlig uninteressanten Zukunftsszenarien, dieser sonderbare „SPDGesundheitsexpertekarllauterbach“. Ein irrelevanter Mann ohne Namen, der bisher nichts, aber auch gar nichts Substanzielles beizutragen hatte.

    Und es wird nicht besser…

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  2. Es sind nicht ausschließlich Männer. Aber im Prinzip geht mir dieses ständige Erweitern von Expertenkreisen auch auf die Nerven. Der zusätzliche Nutzen geht gegen Null, dafür steigt maximal die Verwirrung der Leute. Das Vorgehen der Medien ist allein schon in dieser Beziehung furchtbar und nur auf die Gewinnung zusätzlicher Aufmerksamkeit ausgerichtet.

    Was Karl Lauterbach anlangt bin ich allerdings ganz anderer Meinung als du. Aber die Schlussfolgerung unterschreibe ich trotzdem: Es wird nicht besser…

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  3. Vielleicht sollte man derlei Skandalisierungen und ihre jeweiligen Umschwünge mal eine Zeit lang genau dokumentieren – es ist ein Graus!
    Sie werden sich aber darauf zurück ziehen, dass es verschiedene Autoren seien und man ein breites Meinungsspektrum abbilde – oder so.

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  4. Die Medien haben für ihre Skrupellosigkeit immer eine Ausrede parat. Immerhin klang bei Plasberg am Montag mal ganz leise der Versuch durch, die Beteiligung der Medien an der Verwirrung im Land (nicht nur um AstraZeneca) einzuräumen. Leider wurde dieser Ton nicht stark genug. War sicher zu unbequem.

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