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Hat es System, wenn die alten Kämpen des WDR ignoriert werden?

Heute Abend gabs zum Ferienauftakt eine kleine Rückschau im WDR-Fernsehen. Der erste Flug vom Flughafen Köln-Bonn nach Palma de Mallorca überhaupt fand am 04.05.1965 statt.

Dieter Kronzucker war ab 1962 beim WDR beschäftigt. Er hat die ARD erst 1978 in Richtung ZDF verlassen. Dort blieb er bis Ende der 1980-er Jahre. Später, 1990, lief er zum Privatfernsehen über.

Dass Kronzucker, der für viele ältere Menschen eine der nicht sehr zahlreichen und noch lebenden Legenden der deutschen TV-Geschichte sein dürfte, im Beitrag nicht einmal namentlich erwähnt wurde, fand ich einigermaßen daneben.

Flughafen Mallorca 1965 / Screenshot WDR-Beitrag von und mit Dieter Kronzucker

Kronzuckers Kommentar zum Flughafen Mallorca (noch mit der Betonung auf dem doppelten L) war typisch deutsch. Sinngemäß sagte er: das hier, ist das, was man in Mallorca einen Flughafen nennt…

Wer den aktuellen Flughafen der Mallorquiner kennt, der wird über die hochnäsige von Bemerkung Kronzuckers vermutlich milde lächeln. Der Flughafen Palma hat eine max. Kapazität von 34 Mio. Fluggästen, der Kölner Flughafen kann ungefähr 15 Mio. Fluggäste bedienen.

Kronzucker begleitete die Reise von Köln-Bonn persönlich und flog am gleichen Tag wieder nach Deutschland zurück. Die Flugzeit beträgt übrigens immer noch zwei Stunden. Über Tumulte während des Ereignisses ist übrigens hüben wie drüben nichts überliefert. Die Zeiten ändern sich nun mal.

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Der WDR geht offenkundig, auch mit aktiven ModeratorInnen nicht besonders nett um. Das durfte die langjährige Moderation von WDR Lokalzeit Moderatorin Simone Standl jüngst erleben. Der Protest der Zuschauer gilt dem WDR wenig. Dass ihre Entlassung auch damit begründet wurde, dass der Sender die »Diversität« steigern möchte, wird für viele Gegner der von linken protegierten Identitätspolitik nicht gefallen haben. Ich finde, man sollte diesen aktuellen Fall von Altersdiskriminierung lauthals kritisieren!

Neben anderen Fällen erinnern meine Frau und ich uns noch gut an den Rauswurf der sehr beliebten »Tiere-suchen-ein-Zuhause« – Moderatorin Claudia Ludwig. Das ging im Jahr 2012 sang- und klanglos über die Bühne, obwohl auch damals viele Zuschauer beim Sender interveniert haben. Keine Intervention hat je etwas an der Entscheidung dieser offenbar mit viel Macht ausgestatteten Personen beim WDR geändert. Ich finds unappetittlich.

Ich will nicht vermengen, was nichts miteinander zu tun hat. Aber der Fall des immer noch inhaftierten Georg Thiel fällt mir in diesem Zusammenhang ein. der WDR nimmt weder auf seine Zuschauer, seine MitarbeiterInnen noch seine Gebührenverweigerer Rücksicht. Die machen in Köln was sie wollen.

Hoffentlich wird es endlich die überfällige Reform geben, die penetranten Wiederholungen abgestellt und Leute wie Tom Burow aufs Altenteil verbannt. Die nötigen finanziellen Mittel werden dafür, wie man nicht nur aus AfD-Kreisen vernimmt, für dieses Unterfangen wohl bereitstehen.


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2 Gedanken zu „Hat es System, wenn die alten Kämpen des WDR ignoriert werden?“

  1. Was ich dem WDR niemals verzeihen werde ist, dass sie vor 3 Jahren die Entscheidung trafen, die Lindenstraße zu beerdigen. Diese Serie, die zurecht als Urgestein der Fernsehunterhaltung bezeichnet werden kann, wurde einfach abgesägt. Der Produzent, Hans Geißendörfer, hat davon nicht etwa offiziell etwas vom WDR erfahren, nein, er und das Ensemble haben diese Nachricht fassungslos aus den Medien entnehmen dürfen.

    Zusammen mit dem, was Du im Artikel beschreibst, komme ich zu dem Schluss, dass der WDR mittlerweile ein Drecksladen ist.

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  2. Der WDR galt (gilt) als Rotfunk. Ob er das noch ist oder je war? Wenn ich den Umgang mit MitarbeiterInnen ansehe, passt das ja alles nicht wirklich zusammen. Vielleicht sind das auch Anzeichen dafür, wie stark die Rundfunkanstalten inzwischen unter Druck stehen. Wie auch immer. So sollte es nicht laufen.

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