Kollaboration mit dem Feind von Rechts

Kinderarmut

Die Springer-ZDF – Gala »Ein Herz für Kinder« hat über 27 Millionen Euro erlöst. Wie immer waren allerlei Promis der A bis Z-Kategorie beteiligt. Gesungen wurde auch. Voll die Michael Jackson Party. Sogar die Spitzenpolitik gab sich ein Stelldichein und sammelte munter mit.

Der deutsche Satiriker Wigalf Droste hat über Bild einmal gesagt: »Ich habe tote Fische gesehen, die es ablehnten, sich in Bild einwickeln zu lassen.«

Ob man aus dieser lustigen Metapher ableiten sollte, dass sich jede Nähe zu Springer und Bild für ehrenwerte Bürger:innen verbietet? Oder können schlechte Menschen etwa auch Gutes tun?

So traurig, weil BILD nur 27 Millionen Euro für Kinder eingesammelt hat…

Das mit dem Fisch, der sich nicht in eine Bild-Zeitung einpacken lassen wollte, habe ich aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung von heute.

Ich mag Springer nicht. Nicht nur, weil ich die Reichelts (Ex-Chef Bild), Ronzheimers, Podschardts, Freiheits-Schneiders und andere in ihren Grundeinstellungen nicht verstehe, sondern weil sie während der Pandemie über ihre Kanäle alles dafür tun, dass die Gräben in unserer Gesellschaft tiefer werden. Wäre es besser, wenn künftig Bild-TV eine Gala und das ZDF eine andere mit diesem gleichen Anliegen zur Weihnachtszeit veranstalten würden? Dieser Vorschlag kam heute via Twitter vom ehemaligen CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz.

Ich weiß nicht, was es heißt, dass Springer die Kosten der Verwaltung von Verteilung etc. an die Empfänger dieser Spendengelder übernimmt. Würde das gut gemanagt, wäre der Verwaltungsanteil vielleicht so bei 3 Prozent (* Transparenz und Kontrolle). Bei den Einnahmen von gestern Abend betragen die Verwaltungskosten also rund 820.000 Euro, die Springer demnach übernimmt. Die Aktion existiert übrigens seit 1978.

Sollten Politiker:innen es sich gestatten, an diesen Events teilzunehmen, weil die dunkle Seite der Macht beteiligt ist und macht es tatsächlich viele Menschen traurig (wie Markus Decker von RND), wenn unsere Politiker sich mit Springer »gemein« machen?

Was werden die Kinder und ihre Familien wohl darüber denken, denen durch diese Aktion geholfen wurde, selbst wenn es auch »nur« ein bisschen gewesen sein sollte?

Titel
1


2 Gedanken zu „Kollaboration mit dem Feind von Rechts“

  1. Das stimmt. Nur stimmt mich die griesgrämige Kritik an allem und jedem doch einigermaßen ratlos. Aber neu ist das alles ja längst nicht.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar


Hier im Blog werden zur Abgabe von Kommentaren keine IP-Adressen gespeichert! Du kannst hier anonym kommentieren. Deine E-Mail-Adresse wird auf keinen Fall veröffentlicht.

Meine Kommentar-Politik: Ich mag Kommentare, und ich schätze die Zeit, die du zu dem Zweck investierst, Ideen auszutauschen und Feedback zu geben. Nur Kommentare, die als Spam oder eindeutig Werbezwecken dienen, werden gelöscht.