Mann ohne Anstand

Trump ist ein Mann ohne Anstand, ohne Format, ohne Würde. Dankenswerterweise erspart es uns, ihn bei der Amtseinführung Joe Bidens wiederzusehen. Er setzt das Spiel fort, das er seit den Wahlen zu spielen beliebt. Seine Rolle ist derzeit die der beleidigten Leberwurst. Ich finde, nichts passt besser zu ihm. Ein Narzisst kann mit Niederlagen, und seien sie noch so normal, nicht umgehen.

Dass er Steve Bannon, Freund der AfD sowie des schweizerischen Verlegers, Roger Köppel, SVP, auf den letzten Drücker begnadigt hat, wundert sicher nur wenige.

Einer derjenigen, die Trumps schäbig-scheinheiligen Kampf gegen das politische Establishment der USA maßgeblich gesteuert hat, muss also nicht wegen Betrugs ins Gefängnis, sondern darf weitermachen.

Trump hat 143, Obama an seinen letzten Amtstagen 300 Gefangene begnadigt.

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Mit solchen »Argumenten« trumpfen Trump-Freunde ja allzu gern auf. Obama hatte damals die Whistleblowerin Chelsea Manning begnadigt, die zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Sie kam in 2017 frei. In der Obama Ägide hieß es, dass die begnadigten Menschen eine zweite Chance erhalten sollten.

Warum bereitet es mir also Unbehagen, wenn derjenige, der den Gnadenakt gewährt, nicht Obama, sondern Trump heißt?

Im November schmiss ihn (Bannon, Anm. d. Red.) Twitter raus, weil er zum Mord an FBI-Chef Christopher Wray und Corona-Experte Anthony Fauci aufgerufen hatte. Im Mai drohte ihm der Prozess, weil er einen Teil des Geldes abgezweigt haben soll, das Trump-Anhänger für den »Bau der Mauer« an der Grenze zu Mexiko gespendet hatten.

Donald Trump: 143 Begnadigungen in letzter Minute – DER SPIEGEL

Eine vergleichbare Geste Trumps, etwa in Richtung Snowden, den Obama nicht begnadigt hat, oder Julian Assange, Wikileaks-Gründer, durfte man von Trump kaum erwarten. Assange hatte ziemlich zu Anfang seiner Aktivitäten Kriegsverbrechen der USA enthüllt. Dass Donald Trump vier der Söldner von Blackwater, die eben wegen solcher Kriegsverbrechen im Irak verurteilt wurden, schon während seiner aktiven Amtszeit begnadigt hatte, passt ins Bild und macht neben vergleichbaren Maßnahmen das verachtenswerte Bild Trumps komplett.

Bei Spiegel Online lese ich, dass Trump wohl darauf setzt, von seinen Begnadigungen selbst profitieren zu können. Der »Spiegel« schreibt: »Es war der passende Schlussstrich unter die wohl korrupteste US-Präsidentschaft in Generationen.« Dem ist nichts hinzuzufügen!


Über den Autor

Ich bin Horst Schulte. Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt.

Mein Motto: "Bloß nicht zynisch werden..."

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2 Gedanken zu „Mann ohne Anstand“

  1. ER IST WEG!

    (Ok, vielleicht kriecht er demnächst ja wieder als Nachgeburt aus irgendeinem braunen Dreckloch hervor, aber er IST NICHT MEHR wichtig! Auch wenn er sich wichtig zu machen versuchen wird)

    Die Antrittsrede von Präsident Biden fand ich übrigens gut. Hätte gerne mehr vom O-Ton verstanden anstelle der aufdringlichen Simultanübersetzung.

    Antworten
  2. Wenn er wieder kommt, dann als Sand in einer Uhr, die sich irgendeiner in Washington auf seinen Kaminsims stellt. Dann kann er mal richtig arbeiten, jedenfalls keinen Schaden mehr anrichten. Die Rede von Biden war gut. Du findest sie garantiert auch im Original – ohne störende Übersetzung.

    Antworten

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