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Reif für Dystopien jeder Art

Ich habs noch nie gedanklich durchgespielt. Und zwar vor allem deshalb, weil ich dieses Szenarium für unser Land für ausgeschlossen halte.

Allerdings scheinen Menschen in dieser Zeit besonders empfänglich für Dystopien zu sein.

Was stünde uns bevor, wenn die Zustimmungswerte für die AfD angesichts der Pandemie nicht in der hoffentlich bald scheinenden Frühlingssonne dahinschmelzen würde?

Was die beiden Spiegel Autoren  Ann-Katrin Müller und Dirk Kurbjuweit in ihrer Dystopie beschreiben, umfasst ganz schön viele Bereiche unseres politischen und gesellschaftlichen Lebens. Während ich die ersten Absätze las, wirkte der Inhalt noch weniger bedrohlich als später, als sich das Szenarium Zeile für Zeile dramatisch weiterentwickelte.

Viele Angriffspunkte

Ich denke, die Angriffspunkte gegen unsere plurale, freiheitliche Grundordnung werden im Artikel schon sehr realistisch beschrieben. Ob allerdings Tweets einzelner Parteimitglieder oder -funktionäre als Grundlage für die Politik der AfD »ausreichend« sind, kann man hinterfragen. Andererseits bildet die perfide Art der AfD-Öffentlichkeitsarbeit nicht nur für deren Mitläufer eine Art von Orientierungsbasis, um eine konkrete Vorstellung der Politik dieser extremen Rechten zu erhalten.

Zeit düsterer Zukunftsszenarien?

Ich will mal so sagen: aktuell scheint dies die Zeit der Dystopien zu sein. Ob sowas in diesen düsteren Zeiten Menschen dabei helfen kann, einen klaren Kopf zu behalten?

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Hollywood und Asien liefern dystopische Unterhaltung

Nicht nur Hollywood liefert das, was viele Menschen scheinbar zum Gruseln brauchen. Dass die Pandemie aufgrund gewisser Entwicklungen Dimensionen erreichen könnte, wie sie dort für das Jahr 2024 beschrieben werden, ist für mich eine Spur zu erschreckend. Da schau ich mir lieber eine nette Komödie an oder irgendwas Spannendes. Jedenfalls nichts mit Corona. Die AfD reicht mir als Zentrum einer dunklen Zukunft allemal.

Über den autor

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt.

2 Gedanken zu „Reif für Dystopien jeder Art“

  1. Dystopien in Literatur und Film gibt es eigentlich immer. Vor allem in unsicheren Zeiten malen wir uns gerne medial aus, was alles Schlimmes passieren kann. Das liegt unter anderem und vor allem daran, dass wir uns fatale Situationen ausmalen und uns vor Augen führen, was möglicherweise passieren kann. Das dient nicht zuletzt als Ausgleich für die tatsächlichen täglichen Probleme, mit denen wir irgendwie umgehen müssen.

    Je gefühlt schlechter die Zeiten, desto besser die Dystopien. Zumindest in der Regel, denn zeitnah dahingeschluderte thematisch aktuelle Dystopien bleiben praktisch immer bloß kurzweilige Unterhaltung, wenn überhaupt. Sie schaffen keinerlei Distanz zum wirklichen Leben.

    (Positive) Utopien funktionieren dagegen selten gut, da sie keinen Abgleich mit als gut empfundenen Zeiten zulassen. Und als Ausgleich für schlechte Zeiten funktionieren sie höchstens als kurzzeitige Flucht aus der Realität. Halten sie aber genügend Distanz (zeitlich, historisch), können sie großartige Entwürfe sein. Halten sie kaum Distanz, sind es bloß billige Tele-Novelas zur beruhigenden Flucht aus dem Alltag.

    Ich würde mir wegen Dystopien keine Sorgen machen. Sorgen müssten wir uns eher machen, wenn es keine mehr gäbe und an deren Stelle nur noch heile mediale Welt stünde: nette, watteweiche Komödien, Heimatfilme, Telenovelas und anderer Schmonzes können sich zu gefährlicher „Volksberuhigung“ entwickeln — und von interessierter Seite entwickelt werde. Das hatten wir schon einmal, aber damals waren Film und TV noch nicht derart flächendeckend präsent.

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