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Satire darf wenig, besser: NIX


      4 Kommentare 1 Min. Lesezeit

Endlich wird das Thema »Was darf Satire« mal richtig breit diskutiert. 2 Stunden Zeit. Ist doch mal was. Allerdings hatte ich nach kürzester Zeit die Schnauze voll von der Ausrichtung. Die Sendung hat rausgearbeitet, wie es um Satire in Deutschland steht. Sie steht – wie fast alles in Deutschland – natürlich links. Jedenfalls dann, wenn es um die »wirklich wichtigen Dinge« im Leben geht.

Wenn ich all die Relativierungen und Vorbehalte anhöre, die insbesondere gegen Dieter Nuhr vorgebracht wurde, weiß ich, dass im Moment echt alles verloren ist.

Neuerdings wird ganz besonders viel Wert darauf gelegt, dass nur Menschen über Rassismus oder andere heikle gesellschaftliche Fragen diskutieren dürfen, die der betroffenen Gruppe angehören. Diese Prämisse fand sich auch in dieser Sendung gleich wieder. Wie sollte unter solchen Voraussetzungen eigentlich noch ein gesellschaftlicher Dialog möglich sein, frage ich mich.

Foto von cottonbro von Pexels

Voraussetzung für Satire ist, dass alle gleich behandelt werden, sagt Anna Dushime. Und Sarah Bosetti stimmt – was sonst – voll zu.

Immerhin finde ich es erleichternd, dass selbst solche Profis an dieser einfachen Ausgangsfrage so kläglich scheitern.

Schließlich weiß inzwischen auch der/die Letzte: Satire alles darf. Vorausgesetzt, sie kommt von Linken. Nur dann ist sie ethisch, moralisch voll in Ordnung. Prüfsiegel-belegt, quasi. Die anderen dürfen jetzt bitte die Bühne verlassen.



Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Dass mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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4 Gedanken zu „Satire darf wenig, besser: NIX“

  1. Lieber Herr Schulte,

    danke, dass Sie sich Teile oder gar die ganze Sendung angeschaut haben. Noch viel mehr hat mich Ihre kund getane Meinung zum Schreiben des Kommentars gebracht.

    Satire und Kabarett sollten alles dürfen. Diese „Ich darf nur über eine Subkultur reden und Denkanstöße geben wenn ich knietief darin bin“ halte ich ebenfalls für problematisch.
    Gefangen in „meiner Welt“ findet ich doch weit weniger Zeit und Gründe über eben jene Blubberblase nachdenken zu müssen. Zu recht geschrieben „müssen“, da es mit enormer geistiger Arbeit verbunden ist.
    Genau an dieser Stelle half und hilft Satiere in der Vergangenheit und wohl zukünftig nur noch im Untergrund heraus. Satiere soll andere Sichtweisen präsentieren und kritische Fragen stellen müssen, gern überspitzt damit man es auch merkt.

    Ob man Herrn Nuhr mag oder nicht, auch er hat seine Berechtigung. Solange niemand offenkundig zum totalen Krieg ausruft, ist jede Satiere nötig und muss von der Demokratie ausgehalten werden.

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  2. Ich habe die Sendung ganz angesehen. 🙂

    Da bin ich voll und ganz bei Ihnen. Mich stört die Bereitschaft, sich über diese Selbstverständlichkeiten überhaupt so stark zu entzweien. Wie kann man Tucholskys Satz nur so krass ignorieren?

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  3. Ich schaue mal, ob ich mir diese Diskussionsrunde auch noch angucke, obwohl mich das, was dort thematisiert wird, eigentlich nicht interessiert. Mich interessiert Satire generell, also auch in Form von Kabarett oder auch Comedy.

    Mich interessiert nicht, was wer, der wie wichtig und berufen zu sein vorgibt, glaubt behaupten zu können, was welcher Satiriker unter welchen Daseins- und Wesens-Umständen sagen darf und was nicht. Oder ob gar nur Betroffene über Themen, die sie betreffen, reden dürfen, ob satirisch oder nicht. Wie absurd.

    Aber ich brauche irgendwie auch zu diesem Thema keine „Querdenker“. Mir reichen schon die anderen, die man so kennt. Die, die weder quer noch denken.

    Ich würde also mit dem Vor-Urteil diese Diskussion anschauen, berufen von dem sicheren Mir-schon-denken-Können, dass dort von mehr oder minder maßgeblichen Leuten minder maßgeblicher Blah geäußert wird zu einem gerade aktuellen Neue-Sau-durchs-Dorf-Jagen-Thema.

    Wobei, wenn ich’s genauer bedenke: Es ist doch eine alte Sau, die mal wieder durchs Dorf gejagt wird. Nur haben wir im Moment eine Zeit, in der eine wachsende Menge Betroffenheitsdespoten glaubt, das Recht zu haben, eine Sprach- und Denkpolizei etablieren zu können, weil in ihren Augen offensichtlich Meinungsfreiheit deren Erlaubnis bedeutet, einen ihren Befindlichkeiten entsprechende Meinung zu äußern und ansonsten gefälligst Stillschweigen zu herrschen hat.

    Aber, wie gesagt, vielleicht schaue ich am Wochenende mal in die Diskussion rein. Deine Anregungen sind ja eigentlich immer interessant. Vielleicht widerlegt sie ja mein Vor-Urteil. Ich behalte ja gewohnheitsmäßig eine „open mind“… 😉

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  4. Du meinst die, die von sich behaupten „Querdenker“ zu sein und dabei nicht einmal richtig geradeaus denken können. Bewiesen haben die das unentwegt. Aber die spielen in der Diskussion keine Rolle. Dort gehts um Cancel Culture und um das, was man heutzutage nicht mehr öffentlich sagen darf. Ich finde ja, weder die eine Denke ist klug noch die Behauptung, dass Meinungen unterdrückt würden. Allerdings gibt es leider Anzeichen für einen linken Furor, der nicht mehr wegzudiskutieren ist. Insofern ist die Diskussion auch für unsere Gesellschaft insgesamt ganz interessant. Zumal linke Positionen deutlich werden mit denen ich mich persönlich nun überhaupt nicht anfreunden kann. Beispielsweise die Behauptung, dass Weiße deshalb an gewissen Diskussionen gar nicht teilnehmen dürften, weil sie ja überhaupt keine eigenen Erfahrungen mit Rassismus gemacht hätten. Das ist auf der einen Seite völlig richtig. Ich meine, was die Betroffenheit anlangt. Aber wenn wir gesellschaftliche Gruppen so ausschließen würden, kämen wir nicht voran, weil sich zu Recht manche gleich wieder ausgeschlossen würden. Diversität finde ich eigentlich gut. Leider vertreten die sie propagierenden gesellschaftlichen Gruppen aber so radikale Ansichten, dass sich Teile der Bevölkerung davon abgestoßen fühlen. Wenn es darum ginge, eine Lernkurve zu beschleunigen, die positiv auf das Zusammenleben wirken würde, wäre alles gut. Aber mit dieser neuen Ausgrenzungssystematik, die von Linken propagiert wird, ist nichts gewonnen.

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