Warum soll bei Merkel nicht auch klappen, was bei Laschet prima funktioniert hat?

Dr. Alexander Kissler, deutscher Journalist in Diensten von Gujers NZZ, hat den Auftritt von Kanzlerin Merkel anlässlich einer Filmpremiere (BILD: … und Merkel geht ins Kino) als eine gute Gelegenheit gesehen, sie vor dem Ende ihrer Dienstzeit noch einmal so richtig in die Pfanne zu hauen. Wir wissen ja inzwischen, dass Lachen zum falschen Zeitpunkt und am falschen Ort fatal die Zustimmungswerte drückt. Aber was juckt das Merkel noch?

Blöd nur, dass andere Medien bisher noch nicht richtig auf diese Geschichte eingestiegen sind. Aber das kann sich ja noch ändern, nicht wahr, Herr Kissler. Jedenfalls hat er ordentlich gearbeitet bzw. nachgelegt. Er hat den »Skandal« in seinen heutigen Newsletter der NZZ aufgenommen. Das ist echt ein »anderer Blick«, lieber Herr Kissler. Einen, den ich mir besser ersparen sollte. Aber ich lerne das wohl auch nicht mehr.

Die Miesmacher der Republik, die deutsche Bild-Zeitung nimmt für das intellektuelle Prekarität des Landes die Gelegenheit wahr, es folge Dr. Kissler. Heute greift Kissler das Thema im Rahmen des bei deutschen Rechten sehr beliebten, weil deutschlandkritischen Newsletters »Der andere Blick« noch einmal auf:

Sie geht ins Kino, während in Kabul Landsleute um ihr Leben fürchten. Diese Wurschtigkeit ist symptomatisch: Unter Merkel regierten die Bürokratie und das Desinteresse an der Zukunft.

Afghanistan: Das Debakel beendet Merkels Ära

Bereits gestern hatte Dr. Kissler dazu diesen gehässigen Tweet mit einem süffisanten »Nicht Laschet« rausgehauen.

Der Ton, den Bild hier bei dieser Meldung noch verwendete, wurde später ein wenig schärfer:

Die Gelegenheit mochte er nicht auslassen. Auch der dümmste Journalist hatte begriffen, wie ein deplatziertes Lachen für Aufruhr im ganzen Land sorgen konnte. Außerdem wird er sich bestimmt auch darüber geärgert haben, welchen Film sich Merkel im Kino angeschaut hat. Für einen Mann mit einer so ausgeprägten reaktionären Ader dürfte dieser Film die reinste Provokation dargestellt haben. Zwei Fliegen auf einen Streich. Touché!

Schließlich textete Dr. Kissler, der mit seinen Frechheiten gegen Merkels Politik nie durch Zurückhaltung auffiel, heute dieses, um seinen Newsletter anzupreisen. Die Kommentare bei der NZZ zeigen, das er wieder mal in die Herzen seiner deutschen Klientel getroffen hat. Voll hinein in die nationalistische Schlangengrube.

Kissler hat sich als reaktionärer, konservativer Schreiber in Diensten einer ehemals ehrbaren schweizerischen Zeitung schon seinem Wechsel von Cicero zur NZZ einen Namen gemacht. Er ist einer von denen, von denen wir nach Meinung der AfD und ihrer Wählerinnen mehr gebrauchen könnten. Mich würde es verrückt machen, wenn es neben ihm Tichy, Broder, Weimer noch viel mehr solcher Leute gäbe. Um unterschiedliche politische Sichtweisen geht es diesen Männer nicht.

Sie haben erkannt, wie groß die nationalistische und fremdenfeindliche Basis in Deutschland wirklich ist und mit welchen »Stilmitteln« sie sich diese Tatsache vor allem zu ihrem ökonomischen Vorteil nutzbar machen können.

Obwohl ich mich über solche Schmierereien kriminell ärgere, finde ich, dass die Regierung – vielleicht auch Merkel – für die Fehler, die in diesen Tagen offenbar wurden, geschlossen zurücktreten müsste. Das wäre wenigstens ehrenhaft. Aber natürlich machen die weiter wie bisher. Es lohnt sich nicht mehr, weil am 26. September Wahlen sind. In der Regierung sitzen zu viele MinisterInnen, die eine wahre Schande für unser Land sind.

Kissler würde diese Forderung wohl auch gern stellen. Aber er stellt sich eine andere Regierung vor, eine die ich allerdings nie und nimmer der jetzigen vorziehen würde. So weit käme es noch!

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Ich empfinde den ganzen Kommentar Kisslers als widerwärtiges Geschreibe. Dabei habe ich Merkel noch nie gewählt.

Die Flucht in den Kinosessel war ebenso stillos wie symptomatisch. Wenige Stunden zuvor hatte die Kanzlerin erklärt, die Machtübernahme der Taliban sei «bitter, dramatisch und furchtbar, ganz besonders für die Menschen in Afghanistan», bitter aber auch für Deutschland. Für die strategische Fehleinschätzung übernehme sie die Verantwortung. Noch im Februar hatte die Einschätzung der Lage in Merkels Worten so geklungen: Es handle sich um eine erfolgreiche Mission, Deutschland bleibe gerne länger in Afghanistan, der Abzug der Truppen dürfe «nicht darin enden, dass die falschen Kräfte dort die Oberhand gewinnen».

Afghanistan: Das Debakel beendet Merkels Ära

Link 1 : Neue Zürcher Zeitung: Die Schweizer dürfen das | ZEIT ONLINE
Link 2 : Political Clickbait – Der Rechtsruck der NZZ ⋆ Kotzendes Einhorn


2 Gedanken zu „Warum soll bei Merkel nicht auch klappen, was bei Laschet prima funktioniert hat?“

  1. Du solltest dich nicht über so etwas so stark ärgern. Es gibt genug Schreiberlinge, die einen gehörigen Batzen des Meinungsbilds prägen und das lässt sich nicht abschaffen.
    „Meinen Sie?“ Fragte mich wiederholt jemand aus dem Nürnberger Raum im September 2020. Er war offenbar der Meinung, dass alle massnahmen Unsinn seien.
    Ich widersprach ihm nicht. Wollte nur mein Bier trinken.

  2. Einerseits kann ich deinen Appell gut verstehen. Andererseits hätte ich wohl nur noch wenig, über das ich dann schreiben würde. Mich interessieren die politischen Scharmützel ganz besonders, wenn sie (aus meiner Sicht) so unfair vorgetragen werden, wie es die Schweizer inzwischen sehr systematisch tun. Darüber haben ja auch große Medien schon kritisch geschrieben.

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