Eine seltsam bedrückende Stimmung macht sich breit im Land

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Quelle: HorstSchulte.com

Es gibt immer wieder Abschnitte im Leben, in denen es besser läuft als zu anderen Zeiten. Momentan läuft es gar nicht so, dass ich das in diesen Zyklus einbauen könnte. Schon während der Corona-Pandemie blieben Gewissheiten auf der Strecke, die wohl durch nichts zurückzugewinnen sind.

Der nun (meteorologisch gesprochen, endlich) einsetzende Herbst ist als Tröster oder Aufheller kaum geeignet. Die Farben verblassen außerdem schnell und die paar verbliebenen Blätter bringen die Herbststürme schnell an die Erde.

Dieser Krieg in der Ukraine beschäftigt vielleicht die Medien im Moment nicht so wie das in den vergangenen Monaten noch der Fall war. Im Fokus steht zurzeit das Grauen in Israel, dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mich das Leid (aller) Menschen dieser Regionen in unserer Nachbarschaft viel stärker belastet, als das zu früheren Zeiten je der Fall war. Vielleicht hat das mit meinem Alter zu tun oder auch damit, dass ich zum ersten Mal spüre, wie nah Tod und Verderben mit der menschlichen Existenz verbunden sind. Freunden und Bekannten geht es nicht anders.

Mich beschäftigt auch die Frage viel stärker, weshalb Menschen ihren Hass auf ihr Gast- oder neues Heimatland unter Missachtung der dort geltenden Regeln ausleben. Sogenannte Experten, die mitunter selbst einen Migrationshintergrund haben, ergreifen die Chance, uns, der autochthonen Bevölkerung unmittelbar und schonungslos zu offenbaren, dass ein Teil der sich entladenden Wut daher komme, dass sie in diesem Land Diskriminierungserfahrungen gemacht haben. Wow. Wer hätte das gedacht? Migranten machen Diskriminierungserfahrungen.

So etwas ist sicher sehr belastend und kann mörderisch wütend machen. Jedenfalls könnte es Menschen dazu bringen, Messerangriffe auf Unschuldige zu starten, deutsche Frauen zu vergewaltigen oder über eine kleine Amokfahrt mit einem geklauten Lkw willkürlich in eine Ansammlung mutmaßlich Schuldiger zu rasen?

Welche Grenze würden diese Leute bei ihren Erklärungsansätzen und Begründungen für die von Migranten begangenen Vergehen ziehen?

Ich verstehe, wie belastend es sein muss, wenn man pauschal verdächtigt und sogleich in einem Atemzug mit Hamas-Terroristen genannt wird. Und wie wütend das machen kann. Wenn dann auch noch die Medien und Politiker davon reden, dass jetzt aber dringend Abschiebungen fällig geworden sind, bringt das die Stimmung zum Kochen. Abschiebungen in größerem Stil, so wie sie jetzt sogar Kanzler Scholz thematisiert, werden die Probleme, die mit der Migration entstanden sind, nicht einmal im Ansatz lösen.

Die Forderung hat etwas sehr Naives, wenn man bedenkt, wie viele der Menschen, die Israel und/oder die Juden hassen und nun ihre Erziehung auf den Straßen vermissen lassen, hier geboren sind und schon deshalb nicht einfach weggeschickt werden können. Außerdem sollte auch dem Dümmsten einleuchten, was solche Aussagen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedeuten.

Andererseits habe ich aber Verständnis dafür, dass viele Mitbürger es nicht ertragen, dass Konflikte außerhalb Deutschlands hier ausgetragen werden und dass der türkische Präsident, Erdogan, (leider nicht zum ersten Mal) eindeutige Signale in die hiesige Diaspora schickt. Dass sie hier bei Millionen von Deutsch-Türken verfangen, haben wir in der Vergangenheit bereits lernen müssen. Das hat bedrohliche Züge angenommen. Auch, weil keiner weiß, wie die realen Zahlenverhältnisse aussehen. Wer nimmt Partei für seine neue Heimat Deutschland, wer für seine türkische Heimat bzw. das Land seiner Vorfahren. Ich will gar nicht darüber nachdenken, welche Rolle Religion dabei spielen könnte und wie hoch der Einfluss von aus Istanbul gesteuerten Imamen auf das Verhalten der hier lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund ist.

In diesen Tagen habe ich wieder gehört, dass mehr Bildung gegen Antisemitismus helfen würde. Gehen wir also davon aus, dass die Menschen, die an den einschlägigen Demos teilnehmen, ungebildet sind? Das wäre genauso naiv, wie die Sache mit den Abschiebungen.

Ein Ahmad Mansour macht noch keinen Sommer. Wie groß müssten die Bemühungen sein, wie viel Manpower wäre erforderlich, welche Geldmittel müssen zusätzlich zu allem anderen aufgewendet werden, um das für Radikalität anfällige Klientel zu besänftigen, genauer gesagt auf eine andere Spur zu bringen? Lässt sich das überhaupt leisten bei der Anzahl von Menschen, die in den vergangenen Jahren immer weiter angewachsen ist und wohl zigtausende Menschen betreffen wird? Da bin ich skeptisch.

Wir haben sogar auf den Fußballplätzen, eigentlich über alle Ligen hinweg, ein Gewaltproblem. Auch dort fallen Migranten (seit Jahren) negativ auf. Einfach Fußballspielen ist da nicht mehr. Wehe, da fühlt sich einer benachteiligt. Dann geht’s ab. Und natürlich auch hier wird beklagt, wie schlecht man in diesem Land behandelt wird. Natürlich weiß jeder, welche Knöpfe er drücken muss, um der Deutschen schlechtes Gewissen zu wecken. Die Gefahr, dass dieser Schuss nach hinten losgehen könnte, erkennt man nicht. Man wähnt sich im Recht. Genau natürlich, wie die auf der „anderen“ Seite.

In Großstädten ist die Bevölkerung jünger, teilweise männlicher, migrantischer. Ein Migrationsbezug ist bei gewaltbedingten Abbrüchen überdurchschnittlich häufig zu beobachten – sowohl auf Täter- als auch auf Opferseite. 

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Egal, wie man es dreht und wendet. Es läuft immer darauf hinaus, dass die Mehrheitsbevölkerung beim geringsten Anlass Schuldzuweisungen erhebt, die in den seltensten Fällen gegen sich selbst gerichtet sind. Wenn dann dazu kommt, dass die Medien erkennen, welche Quoten sie mit einseitigen und dem Zeitgeist entsprechenden Einzelfällen erzielen können, machen sie das. Da kommt dann weder eine Form der Political Correctness zum Zuge, noch die Sorge darum, dass dies den Rechten Zucker gibt.

In Deutschland werden Gesetze nicht so angewendet, wie es sein müsste. Da vertraue ich einmal auf die Gewerkschaftsvertreter der Polizei, die diese Kritik anbringen. Die ständigen Klagen über personelle Engpässe bei der Polizei oder den Strafverfolgungsbehörden kann indes auch niemand mehr hören. So kommt es leider aber häufig dazu, dass Verbrecher festgesetzt werden und am nächsten Tag wieder auf der Straße sind. Das sorgt für zusätzlichen Frust bei denen, die sich mit diesen Aufgaben befassen. Anwälte haben es vermutlich in solchen Zeiten leicht, ihre Klientel zufriedenzustellen.

Betrachtet man, welche Exzesse während der diesjährigen Halloween-Feiern stattgefunden haben, würde ich als harmloser Vertreter meiner Generation schlicht die Feststellung treffen, dass sich dieses Land in einer Art von Selbstauflösung befindet.

Multikulti ist gescheitert. So viel scheint mir sicher. Das macht mich verrückt, weil ich immer so sicher war, dass genau das eben nicht der Fall ist. Mit etwas gutem Willen und Geduld würde das, so meine Annahme, schon werden. Nix ist.

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