Der Kanzler der Kränkungen

24. April 2026
1 Min.

Kanzler Friedrich Merz provoziert mit Aussagen über Arbeit, Sozialstaat und gesellschaftliche Gruppen immer neue Konflikte. Der wachsende Ärger speist sich nicht nur aus politischen Entscheidungen, sondern auch aus einer Sprache der Herablassung, die viele Menschen zunehmend gegen diese Regierung aufbringt.

merz soziale kaelte regierungsverlust

Boris schreibt heute:

Wenn der Bundeskanzler der Reichen und ererbt Begüterten feststellt im Zuge seiner Abwrackstrategie der Sozialgesellschaft, dass die Rente in Zukunft nur noch eine Basissicherung sein wird, dann sollten alle Arbeitnehmer, die davon betroffen sein werden, dazu übergehen, dass ihre Erwerbsarbeit ab sofort lediglich eine Basis-Erwerbsarbeit darstellt.

Link

Seine Empfehlung: Dienst nach Vorschrift!

Der Ärger über Kanzler Merz frisst sich durch die Bevölkerung. Der Mann hat ein Abo, sich die Wut seiner Untertanen aufzuladen. Das Schlimme? Er lernt einfach nicht dazu.

Hier ein paar Arbeitsproben des Kanzlers, die von anderen fleißig gesammelt wurden:

Pflegebedürftige schlechter stellen – Gesundheitsversorgung von Menschen in Armut einschränken – Lohnfortzahlung bei Krankheit einschränken – weniger Leistungen aus GKV

Bist du schon von ihm beleidigt oder brüskiert worden? Hier eine unvollständige Sammlung seiner bisherigen Versuche:

kleine Paschas (Kinder mit Migrationshintergrund)
Sozialtouristen (Ukraine-Flüchtlinge)
schlechtere Netzwerker (Frauen)
Problem im Stadtbild (Menschen mit Migrationshintergrund)
weniger selbstbewusst als Männer (Frauen)
arbeiten zu wenig (alle Deutschen)
froh, da weg zu sein (Belém/Brasilien)
Zirkuszelt (queere Menschen)
zu bequem (alle Deutschen)

Dank an jene, die Merz’ fulminanten Erfolg bei der Zerstörung der Reputation seiner eigenen Regierung mit bemerkenswerter Hingabe kuratiert haben.

Fediverse-Reaktionen
Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

3.943 Beiträge
7 Folgende
Rentner, Autor, Blogger und Hobbyfotograf

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (aus Liebe) auf dem Land.

abgelegt unter:

8 Kommentare zu „Der Kanzler der Kränkungen“

  1. Und jeder neue seiner missachtenden Sprüche bestärkt die Gewissheit über seine völlige Inkompetenz – und bringt der AFD ein paar Stimmen mehr…

  2. Dass die Rente nur noch eine Basisrente ist bzw. für immer mehr Leute sein wird, ist aber wirklich seit Langem eine Binsenweisheit. Seit die Alterspyramide auf dem Kopf steht und uns immer wieder erläutert wird, was das konkret bedeutet – und seit immer wieder versucht wird, weitere „Säulen“ zu stärken oder überhaupt erst zu etablieren (Riester, Rürüp etc. – jetzt endlich auch mal ein gefördertes Kinderdepot) – diese Empörungswelle mutet mich da schon seltsam an!

    Ansonsten: Klar, Merz ist nicht grade einfühlsam, und so arroganz wie ignorant, jedenfalls „von oben herab“.

  3. @claudia Hattest Du schon mal geriestert oder gerürupt? Du zahlst da 10 Jahre die Provisionen für die Allianz ab. So ab dem 13. Jahr gibt es dann auch mal was in einem sehr, sehr kleinen Rahmen. Dumm, wenn dann Sozialgesetze sich ändern und Sachen ange- und verrechnet werden, Du den Job verlierst oder in Altersteilzeit musst. Dann doch lieber eine Umlage, wo ALLE einzahlen müssen.

  4. Also ich wollte beileibe nicht dieses Riester- und Rürüp loben! Hab ich nie in Erwägung gezogen und bin gut informiert, dass da im Wesentlichen Versicherungen verdient haben. Für mich war das ein leider so typischer Vorgang: Gut gemeint, schlecht gemacht – und zwar, weil man den Lobbyisten zugehört hat und ihnen gefolgt ist! Das ist einfach beschissen und immerhin wird das jetzt auf der Schiene „Kinderdepot“ NICHT wiederholt.

    Habe diese Fehlversuche nur erwähnt, um zu zeigen, dass die bei Weitem nicht mehr ausreichende Rente (die auch auf dem jetzigen Niveau immense Zuzahlungen aus Bundesmitteln benötigt) wirklich schon lange lange thematisiert wird. Das, was bleibt, dann „Basisrente“ zu nennen – auch diese Wortwahl kam mir nicht ganz neu vor.

    Aber ich hab das Ganze nur über Schlagzeilen mitbekommen – insofern ganz sicher verkürzt, hochskandalisiert auf allen Seiten, undifferenzierend – hätte einfach mal dazu schweigen können, es trifft mich sowieso nicht (aus Gründen Minirente, weiter arbeitend, nichts bereuend).

Kommentar schreiben


Hier im Blog werden bei Abgabe von Kommentaren keine IP-Adressen gespeichert! Deine E-Mail-Adresse wird NIE veröffentlicht!