Die Vorhaltungen rechter Medien gegen Baerbock, ihr Ministerium und natürlich die Grünen als Partei halten an.

26. April 2025

Ich weiß nicht, ob die Behauptungen von Tichys Einblick je bewiesen werden. Aus meiner Sicht bleiben die Vorhaltungen gegen Baerbock und ihr Ministerium sowie die Grünen als Partei bisher nebulös. Da wird von geleakten E-Mails gesprochen, die dieser oder jener Redaktion vorlägen, nur gesehen hat die Öffentlichkeit davon bisher nichts. Nichtsdestotrotz sind Beschuldigungen seit Sommer letzten Jahres in der Welt und wirken seither nicht nur bei denen, die ohnehin nur Freude an den gemeinsten Unterstellungen und Vorwürfen gegen links-grün haben. Als geneigter AfD-Wähler oder Feind links-grüner Politik ist man ja immer vom Schlechtesten überzeugt, wenn man es nur in die Finger bekommt.

Gewisse Medien und Parteien sind bekanntlich nicht zimperlich, wenn es um krasse Aussagen und Vorhaltungen geht – vor allem, wenn sich diese gegen unliebsame Parteien und Politiker von rot/grün richten. Dass andere rechte Medien — wie in diesem Fall — als Quelle angegeben werden, ist nicht ungewöhnlich, sondern gehört praktisch zum Handwerk. Wie sich beispielsweise BILD verhält, wenn der Presserat wieder einmal eine Rüge ausgesprochen hat, ist gelernt. Damit kann man solchen Journalisten nicht den Feierabend verderben.

Die Aufnahme von über 36.000 Afghanen nach dem überstürzten Abzug der Bundeswehr ist sicher kein Ruhmesblatt der jüngeren Geschichte dieser Politkaste. „Pannen“ waren das ganz sicher nicht, wie Bild meint, es sei denn man betitelt auch eine gewollte Schludrigkeit so. Denn die Unordnung in Sachen Visa und Identitäten war durchaus erwünscht und wurde jedenfalls billigend in Kauf genommen, um die Einreisen zu erhöhen. Das hat Baerbock ausdrücklich in geleakten Dokumenten geschrieben und nach Wegen geforscht, wie man es erreichen könnte. Viel Aufwand wurde da betrieben, einige Ministerialbeamte wurden bloßgestellt.

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Ich habe den Teil einer Bundespressekonferenz gesehen, in der das Thema intensiv behandelt wurde. Ich kann keine Antwort darauf geben, ob man den Vertretern des Innen- und Außenministeriums glauben soll oder nicht. Es gibt Menschen, die gerade im Kontext Migrationspolitik nur dem glauben, was ihnen in den Kram passt. Tichys Einblick nimmt auf geleakte Dokumente Bezug, die in mindestens einem weiteren Artikel dieses Käseblattes eine Rolle spielten. Darin ist die Rede davon, dass sogar eine Staatssekretärin des Außenministeriums in die Dinge verwickelt zu sein »scheint«. Angeblich liegen der Redaktion E-Mails zum Sachverhalt vor. Offengelegt wurden solche Beweise bislang nicht. Aber die Vorhaltungen werden von Focus und anderen rechten Medien schon am Köcheln gehalten. Sie passen zur Vernichtungsstrategie der Restampel und ihres Personals. Darum geht es diesen Leuten in erster Linie.

Auch Baerbocks Staatssekretärin Susanne Baumann war Berichten zufolge in diese Maßregelung eingebunden. Baumann ist studierte Juristin, parteilos und wird seit 1993 im „höheren Auswärtigen Dienst“ verwendet. Seit dem Amtsantritt Annalena Baerbocks als Außenministerin im Dezember 2021 ist sie eine von inzwischen drei Staatssekretären ohne Parteibuch im Auswärtigen Amt, neben Ex-Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. Daneben gibt es drei parlamentarische Staatssekretärsposten, die alle von Grünen besetzt sind.

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Es geht Tichy und seinen Leuten vom Start der Ampel weg, um die Vernichtung des politischen Kapitals dieser ungeliebten Koalition. Dafür werden sie Behauptungen in die Welt gesetzt, die zwar nicht bewiesen werden, die jedoch den möglichst größten Schaden für die Ampel-Regierung und leider auch für unsere Demokratie anrichten.

Die Leute, die diesen Mist jeden Tag lesen und sich daran aufgeilen, machen sich aus meiner Sicht mitschuldig.

Als die Visa-Affäre Mitte des Jahres erstmals ins Rampenlicht geriet, kritisierte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), vor allem die Außenministerin: „Frau Außenministerin Baerbock scheut offensichtlich nicht davor zurück, Abstriche bei der Sicherheit zu machen, wenn es um die Verfolgung ihrer politischen Agenda geht“, zitierte das ZDF den Politiker im August. Ob Baerbock jedoch direkt in die Affäre verwickelt ist, bleibt unklar.

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»Baerbocks Visa-Affäre: Neue Recherchen enthüllen, wie das Auswärtige Amt eine umstrittene Einreiseerlaubnis durchgesetzt hat«, Quelle: BI

Ja, Herr Dobrindt. Die Sache bleibt unklar, steht dort. In die Welt gesetzt sind die Beschuldigungen und hey, wir wissen: Es bleibt immer etwas hängen. Die Staatsanwaltschaft hat ermittelt. Was hat sie ermittelt? Nach einem halben Jahr sollten doch Erkenntnisse vorliegen, die über das Geraune rechter Medien hinausgehen. Dass der »Business Insider«, der in diesem Fall »Informationen« in die Welt blies, zum Springerkonzern gehört, sei nur der Ordnung halber erwähnt. Auf BI bezog sich auch Tichys Einblick.

Auch »Focus Online« raunt was über eine E-Mail. Öffentlich scheint diese nie geworden zu sein. Wie beweiskräftig sind solche Behauptungen eigentlich oder reicht es den Medien heutzutage, Spekulationen in die Welt zu blasen? Dumme Frage!

Das Auswärtige Amt weist die Vorwürfe zurück und spricht von Einzelfällen. Es betont, dass in den bekannten Fällen die Identitäten der Personen vor dem Flug nach Deutschland zweifelsfrei festgestellt worden seien und die Sicherheitsüberprüfungen erfolgreich durchgeführt wurden.

Mitte letzten Jahres wurde dieser ganze Zirkus durch das rechtskonservative Medium „Cicero“ in die Luft geblasen.



Cicero berichtet, dass das Auswärtige Amt unter Baerbock Tausende Visa an Einwanderer aus aller Welt verteilt habe, wobei Sicherheitsbedenken zur Seite geschoben worden seien. Es wird von gefälschten Pässen, zweifelhaften Verwandtschaftsverhältnissen und mutmaßlichen Tarnidentitäten berichtet. 

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Wenn ich es richtig sehe, hat die Staatsanwaltschaft bis heute keine Belege für diese Behauptungen gefunden bzw. veröffentlicht. Wir wissen, dass diese Mühlen mitunter sehr lange mahlen. Die Ampel ist derweil längst Geschichte und in Nachhutgefechten kommen Leute wie Rainer Wendt und andere Rechte um die Ecke und halten diese fies gefärbte Suppe am Köcheln. Diese Dinge finden immer noch statt. Dabei ist inzwischen fast ein Jahr vergangen.

Einreise aus Afghanistan: Vorwürfe gegen Baerbock – ZDFheute


Die Staatsanwaltschaften in Berlin und Cottbus führen Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Auswärtigen Amts wegen des Verdachts der fehlerhaften Visa-Erteilung. In einem Fall hat die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt, da kein hinreichender Tatverdacht für ein strafbares Verhalten vorlag. In anderen Fällen dauern die Ermittlungen an, insbesondere in Bezug auf die Erteilung von Visa trotz unvollständiger oder gefälschter Dokumente. 

Ein spezifischer Fall betrifft die Erteilung eines Visums an einen afghanischen Staatsbürger trotz gefälschter Papiere, bei dem die Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Verdachts der Rechtsbeugung ermittelt. 

Ich bin gespannt, was die Ermittlungen ergeben und welche Sanktionen den Medien blühen, sollte sich erweisen, dass die Vorwürfe nicht haltbar sind. Ich korrigiere mich: Ich bin natürlich nicht gespannt. Ich weiß ja, welche Konsequenzen solche Dinge haben. Weder für die Medien gibt es solche, wenn sich die Meldungen als lückenhaft, fehlerhaft oder gar falsch erweisen. Ein Tadel seitens des Presserates geht diesen Menschen am Allerwertesten vorbei. Und in der Politik bleibt das ebenso folgenlos, weil niemand mehr im Amt ist, den man dahingehend belangen könnte. Alles wie immer.

Vogelgrippe: Hoffentlich kommt keine neue Pandemie

1. Juli 2024

Pünktlich zum neuen Buch gibts mehrere Interviews, einen Auftritt bei Maybrit Illner und streitige Artikel über einen der wichtigsten und (leider) einen der umstrittensten Protagonisten. Zeitgleich flammt am Horizont die Möglichkeit einer neuen Pandemie auf.

DALL·E 2024 05 26 12.10.43 A black and white depiction of a crowd of umbrellas seen from above. The umbrella in the center is bright red, standing out starkly against the monoch

Die Vogelgrippe, die sich in den USA ausbreitet, könnte eine neue Pandemie nach sich ziehen.

Professor Drosten wird von Springer-Medien in den Mittelpunkt gerückt. Freunde werden die handelnden Personen sicher nicht mehr. Auch deshalb wird es so sein, dass Springer nicht den zeitlichen Zusammenhang erster Warnungen und das Erscheinen des neuen Drosten-Buches wenigstens bekanntzumachen.

Meldet sich mit neuem Buch und Interviews wieder zu Wort: Corona-Experte Christian Drosten

Quelle

Auch in unserem Regionalfernsehen wurde heute Abend bereits darüber berichtet. Manche mahnen zur Ruhe, manche scharren mit den Hufen. Auch in den asozialen Medien. Nicht auszudenken, was der Welt blüht, wenn so kurze Zeit nach der Corona-Pandemie mit Millionen von Toten und all den ungeklärten offenen Fragen, tatsächlich eine weitere Pandemie entstehen würde.

Die auch im politischen Raum geforderte Aufarbeitung mag politischen Opportunitäten unterworfen sein. Womöglich stehen wir ohne praktische Schlussfolgerungen, sprich Vorbereitungen, da! Das macht mich nervös. Wie man wohl in anderen Ländern mit dieser Möglichkeit umgeht?

Bild und Konsorten leben davon, dass sie mit ihren Möglichkeiten die Leute gegeneinander aufhetzen. Konstruktiv ist an der „Arbeit“ solcher Medien noch nie etwas gewesen.

Mehr Gift von Springer? Corona-Aufarbeitung: Der „unpolitische“ Dr. Drosten – WELT ° Quelle

Die Auferstehung der Meinungsfreiheit

21. Mai 2023

Angesichts der Affäre um den Ex-Staatssekretär Graichen in Habecks Wirtschaftsministerium, die gerade wegen Plagiatsvorwürfen in die Verlängerung geht, mache ich mir Gedanken über die immer schon fragwürdigen Behauptungen rechter und rechtskonservativer Kreise über die Meinungsfreiheit in Deutschland.

Die Springer-Presse („WELT“ und „BILD“ vorweg) macht Schule, wenn es darum geht, die Öffentlichkeit penetrant mit irgendwelchen (ideologisch motivierten) Verfehlungen der Grünen zu konfrontieren. Gabor Steingarts Beiträge, die in dieser Beziehung ganz besonders fies sind, werden 1:1 vom „FOCUS“ abgedruckt.

Steingarts Ansichten im Focus

So tritt Steingart gegen Habeck und Graichen nach, in dem er die Leser wissen lässt, dass Habecks Versetzung seines einstigen Staatssekretärs den deutschen Steuerzahler teuer käme. Er vergleicht den Rauswurf im „normalen Arbeitsleben“ mit dem Ende der politischen Karriere Graichens durch die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Er formulierte diese Tatsache in der Art und Weise, dass der Text nachträglich korrigiert werden musste. Wer eventuell interveniert hat, ist unbekannt. Berechtigt ist diese Intervention allemal.

(Anmerkung der Red: In einer vorherigen Version des Artikels wurde der Eindruck erweckt, Habeck habe eine Wahl, ob er seinen Staatssekretär entlässt oder in den Ruhestand versetzt, und Habeck wende hier gar einen Trick an. Dies ist nicht der Fall. Wir bitten, die Ungenauigkeit zu entschuldigen)

Focus, Link

Im Intro von Steingarts Beitrag heißt es immer noch: „Denn der Abschied wird den Steuerzahler wahrscheinlich noch teuer zu stehen kommen.“ Es stimmt. Die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand eines Spitzenbeamten kostet viel Steuergeld. Allerdings war das meiner Kenntnis nach nie anders. Steingart lässt es sich nicht nehmen, darüber Klage zu führen, wie viel Geld Graichen erhalten wird und erweckt – trotz des Disclaimer den Eindruck, dass bei diesem Vorgang etwas nicht mit rechten Dingen zuginge.

Der Roger war früher mal Chef der Welt

Im Ausland hetzt Roger Köppels „WELTWOCHE“ massiv gegen alles, was irgendwie links oder grün scheint.

Der NZZ Chefredakteur, Eric Gujer, hat eigens für frustrierte Rechte aus Deutschland die Sparte „Der andere Blick“ etabliert und leider mit großem Erfolg. Einer der populärsten Rechten, der Ex-Präsident des deutschen Verfassungsschutzes, hatte dieses in bestimmten Bereichen von mir nur als deutschfeindliches Organ bezeichnet werden kann, besonders gelobt: „Für mich ist die NZZ so etwas wie ‚Westfernsehen“. Vor allem hat der aktuelle Chef der „Werteunion“ Freude daran, wenn die Zustände, die infolge der Migration in Deutschland herrschen, besonders nachdrücklich und natürlich in den düstersten Farben beschrieben werden.

Die Schweizer sind gar nicht so neutral wie sie immer tun

Das ist in meinen Augen nicht weniger als ein Versuch, die hiesige Akzeptanz mithilfe deutscher Journalisten wie Alexander Kissler (früher Cicero) zu forcieren und so das Werk deutscher Selbstkasteiung zu fördern. Susanne Gaschke, Journalistin und Ex-Bürgermeisterin der SPD in Kiel feuert mMn ebenfalls aus allen Rohren – gegen Deutschland. Was dieses Land solchen Leuten wohl angetan hat? Oder waren es gar deutsche Politiker, die sich undankbar und ignorant verhielten?

Dem deutschen Staat sind die blutigen Folgen seiner

Migrationspolitik egal – lieber jagt er Reichsbürger


Der Kampf gegen die Reichsbürger vermischt in unzulässiger Weise Politik und Justiz.



Man versucht, das ganze politische Spektrum rechts der Mitte anzuschwärzen.

Gleichzeitig ignoriert der Staat die von gewalttätigen Migranten ausgehende Gefahr.

DER ANDERE BLICK, Eric Gujer, 16.12.2022, 05.52 Uhr 999 Kommentare

Dieser Artikel ist eigenartigerweise nicht mehr aufzufinden. Das Gift traf auf aufnahmebereite deutsche Leser. Die Zahl der Kommentare (s. Quelle) macht das deutlich. Ich habe mir den Artikel aufgehoben, weil er inhaltlich selbst für Gujers Verhältnisse „besonders“ abscheulich war. Die angeblich hier fehlende Meinungsfreiheit und die Infragestellung der Politik des Nachbarlandes magnetisiert.

Das bisschen Hass, das man braucht, muss nicht importiert werden

Nach meinem Empfinden ist auch nichts anderes, als Eulen nach Athen zu tragen. Mehr Selbstzweifel und mangelnde Selbstliebe findet man auf dieser Welt außerhalb Deutschlands selten. Wie zuvor erwähnt, in diesem Land gibt es genug Widerstand gegen die links-grüne Politik von großen Medien. Nachholbedarf gibt es zugegebener Maßen noch im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ARD und ZDF inklusive.

Ich bin mit mir noch nicht einig, in welchem Lager eigentlich die schlimmsten Ideologen sitzen. Spahn oder Merz nehmen ein wenig zu oft den Begriff in den Mund, vor allem, wenn sie über die Grünen sprechen. Sie erwecken gleichzeitig den Eindruck, als seien ihre Ansichten nur zum besten unserer Menschen und vor allem lebendiger Pragmatismus. Die Leute kaufen den Scheiß. Die Umfragen zeigen es. Nun, das mag aber auch einfach nur daran liegen, dass die Politik der Ampel einfach Murks ist.

Jedenfalls kommt die Meinungsfreiheit in Deutschland nicht zu kurz. Im Gegenteil: Hier kann jeder herumheulen und kritisieren, bis die Schwarte kracht. Leider ist das nicht immer nur gut. Sprach’s und schloss seine Kladde.

Springers selektive Wahrheit

17. Februar 2022

Es ist, ich will’s noch mal klar sagen, es ist nicht alles wahr, was in der BILD-Zeitung steht.

Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister, gestern bei „Maischberger“

Es gibt sicher genug Leute, die den Vorwurf teilen, dass Karl Lauterbach oft übertreibt und dazu neigt, die schlimmsten Szenarien an die Wand zu malen. Ich sehe es anders. Ich war gerade deshalb für den Wissenschaftler Lauterbach im Amt des Bundesgesundheitsministers, weil ich wollte, dass uns mal reiner Wein eingeschenkt wird. Er macht seine Sache bisher gut. Übrigens, gerade auch im Vergleich zum vorigen Gesundheitsminister, der anders, aber leider nicht gewissenhafter gearbeitet hat.

400 – 500 Tote am Tag

Einer der Vorwürfe, die Frau Rosenfeld Lauterbach machte, war, dass seine Aussage über 400 – 500 Tote am Tag Angst geschürt habe. Es ging darum, dass Lauterbach sich gegen die kurzfristige Rücknahme der Coronamaßnahmen gewandt hatte und seine Weigerung mit einem Anstieg der täglichen Todeszahlen begründete. Es ging um den Vergleich mit Israel. Dort waren gerade die Maßnahmen aufgehoben worden.

Darf ich in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass heute immer noch täglich über 200 Menschen in unseren Krankenhäusern sterben? Wie weit ist diese Zahl von der Zahl entfernt, die Lauterbach für das besagte Szenarium errechnet hatte? Manchmal denke ich, die Leute malen sich die Welt genau so, dass sie ihnen in ihren Kram passt.

Journalisten dürfen alles, auch die Reputation von Wissenschaftlern mit fadenscheinigen Argumenten zerstören

Worin unterscheiden sich aber die Journalisten der Springerpresse? Machen sie das besser? Ich meine, dass sie Bundesgesundheitsminister, Karl Lauterbach, wiederholt und vehement vorhalten, stets vom schlechtesten Fall auszugehen, ist in dieser Pandemie schließlich kaum zu beweisen? Dabei verbreiten sie auf ihren Kanälen unbelehrbar, noch ungesicherte, weil vorläufige, Erkenntnisse.

Ein Beispiel:

Daten aus Israel deuten auf einen eher geringen Zusatznutzen einer vierten Corona-Impfdosis beim Schutz vor Omikron-Ansteckungen hin. Bei Personal im Gesundheitswesen sind mit einer vierten Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwar Antikörperspiegel wie kurz nach dem Booster wiederhergestellt worden, allerdings sind Durchbruchsinfektionen verbreitet gewesen, wie aus einem noch nicht von externen Fachleuten geprüften Paper eines israelischen Teams hervorgeht. LINK

Corona-News: Kubicki wirft Ländern „Verschleierung“ langfristiger Corona-Maßnahmen vor – WELT

Respektlose Schnepfen

Überhaupt hat die konservative Presse in diesem Land, Springer vornweg, sich offenbar vorgenommen, die brachialen Propagandafeldzüge des genötigten Rauswurf von Ex-„BILD“-Chefredakteur Reichelt unbeirrt weiterzuführen. Vermutlich der neuen Union und natürlich ihrem eigenen Ruf zuliebe. „BILD“ scheint sich an rt deutsch ein Beispiel zu nehmen. Dabei sind die in ihrer Wortwahl noch längst nicht so brutal, wie es die „BILD“-Leute, mitunter auch ihre Kollegen von der „Welt“ sind.

Die respektlose Art und Weise, in der gestern Frau Rosenfeld, Chefredakteurin „Welt“, Lauterbach bei „Maischberger“ anging, fand ich schwer erträglich. Die Art und Weise, in der Springer-Leute ständig über ihn herfallen, ist inakzeptabel. Diese Leute legen es auf die Desavouierung und Zerstörung der Glaubwürdigkeit von Lauterbach an.

Kollaboration mit dem Feind von Rechts

5. Dezember 2021

Die Springer-ZDF – Gala „Ein Herz für Kinder“ hat über 27 Millionen Euro erlöst. Wie immer waren allerlei Promis der A bis Z-Kategorie beteiligt. Gesungen wurde auch. Voll die Michael Jackson Party. Sogar die Spitzenpolitik gab sich ein Stelldichein und sammelte munter mit.

Der deutsche Satiriker Wigalf Droste hat über Bild einmal gesagt: „Ich habe tote Fische gesehen, die es ablehnten, sich in Bild einwickeln zu lassen.“

Ob man aus dieser lustigen Metapher ableiten sollte, dass sich jede Nähe zu Springer und Bild für ehrenwerte Bürger:innen verbietet? Oder können schlechte Menschen etwa auch Gutes tun?

Das mit dem Fisch, der sich nicht in eine Bild-Zeitung einpacken lassen wollte, habe ich aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung von heute.

Ich mag Springer nicht. Nicht nur, weil ich die Reichelts (Ex-Chef Bild), Ronzheimers, Podschardts, Freiheits-Schneiders und andere in ihren Grundeinstellungen nicht verstehe, sondern weil sie während der Pandemie über ihre Kanäle alles dafür tun, dass die Gräben in unserer Gesellschaft tiefer werden. Wäre es besser, wenn künftig Bild-TV eine Gala und das ZDF eine andere mit diesem gleichen Anliegen zur Weihnachtszeit veranstalten würden? Dieser Vorschlag kam heute via Twitter vom ehemaligen CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz.

Ich weiß nicht, was es heißt, dass Springer die Kosten der Verwaltung von Verteilung etc. an die Empfänger dieser Spendengelder übernimmt. Würde das gut gemanagt, wäre der Verwaltungsanteil vielleicht so bei 3 Prozent (* Transparenz und Kontrolle). Bei den Einnahmen von gestern Abend betragen die Verwaltungskosten also rund 820.000 Euro, die Springer demnach übernimmt. Die Aktion existiert übrigens seit 1978.

Sollten Politiker:innen es sich gestatten, an diesen Events teilzunehmen, weil die dunkle Seite der Macht beteiligt ist und macht es tatsächlich viele Menschen traurig (wie Markus Decker von RND), wenn unsere Politiker sich mit Springer „gemein“ machen?

Was werden die Kinder und ihre Familien wohl darüber denken, denen durch diese Aktion geholfen wurde, selbst wenn es auch „nur“ ein bisschen gewesen sein sollte?

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