Doch bei Correctiv ist leider jederzeit mit einem Wiederholungsfall zu rechnen. Im unbedingten Willen zur Verteidigung der Recherche und ihrer Wirkung werden die Fehler der Vergangenheit nicht nur wiederholt, sondern intensiviert: Im vergangenen Jahr hat das Magazin erneut die Grenze zwischen Meinung und Tatsachenbehauptung verwischt. Es ließ die Meinung eines Teilnehmers, wonach das Potsdamer Treffen auf „ethnische Säuberung“ hinausliefe, eidesstattlich versichern, was nur bei Tatsachenbehauptungen Sinn ergibt. Sowohl die taz als auch die FAZ gingen nach Betrachtung eines Correctiv-Theaterstücks irrtümlich davon aus, dass in Potsdam tatsächlich von „ethnischer Säuberung“ die Rede gewesen sei. Die taz veröffentlichte deswegen eine Korrektur. In der Bühnenaufführung von Correctiv am Schauspiel Köln wurde sogar insinuiert, dass das Potsdamer Treffen auf „Mord“ hinauslaufe.
https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/abschied-vom-faktenbasierten-diskurs
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