[Webmasterfriday] Internetsucht – dass es soweit kommen musste

27. März 2014

1985 wurde mein Interesse an Computern geweckt. Es waren persönliche Gründe, die hier nichts zur Sache tun. Die Welt der Computer (später des Internets) hat mich fasziniert und nie wieder losgelassen. Auch zum Leidwesen meiner lieben Frau.

Beim Webmasterfriday stellt Martin die Frage: „Wie Internet-süchtig bist du?“. Ich versuche hier, darauf eine Antwort zu geben.

Als sich Anfang der 90er Jahre nach und nach das Internet Bahn brach hatte ich längst ein Faible für die neuen Möglichkeiten entwickelt. Ich weiß noch genau, welche innere Unruhe mich gepackt hatte, als ich beinahe atemlos auf einem „richtigen PC“ (mit 5 1/4 “ Diskette und 20 MB Festplatte!) dem Norton Commander (weiß/blau) bei seinen Kopier- und Verschiebeprozeduren zusah. Wie viel spannender wurde das Ganze, als nach und nach die Anbindung ans Internet Platz griff?! BTX, Modems und Boris Beckers Frage: „Bin ich schon drin“ sind mir noch absolut präsent.

Zuvor hatte ich die Zeit der Spielkonsolen überlebt. Für einige Jahre habe ich die „Spielhöllen“ meines Wohnortes und der Umgebung heimgesucht und dort in einigen Disziplinen Rekorde aufgestellt. Ob es „Defender“ oder „Städte verteidigen“ war, ich war vorn mit dabei. Es gab damals Kirmeswagen, die Konsolen mit diesen Spielen ausstellten. Kein Quatsch. Es bildeten sich drum herum Trauben von Menschen, die den Cracks Bewunderung zollten. Ich erinnere mich an einen Abend (Anfang der 80er Jahre) als ich in einem der vielen Spielsalons über 2 Stunden lang „Städte verteidigt“ habe. Ein Spiel für eine Mark! Der Angestellte hatte uns ein Spiel zugebilligt. Er konnte nicht fassen, dass ich nach über zwei Stunden immer noch ein „paar Städte“ übrig hatte.

So war das. Bevor das Internet kam!

Heute besitze ich einen Desktop-PC, ein Notebook, ein iPad und ein iPhone – alle mit Internetzugang. Ach, apple-TV habe ich vergessen. Im Grund geht nichts mehr ohne Internet. Dabei finde ich es selbst komisch, manchmal sogar grässlich, wenn die Leute in geselliger Runde sitzen und einige – wenn nicht alle – ihren Blick fest aufs Smartphone gerichtet haben. Ob es wohl Leute gibt, die ihren Internetzugang (ob per Smartphone oder Rechner) vor diesem Hintergrund tatsächlich abgeschaltet haben? Gibt es so konsequente Zeitgenossen? Oder reden wir alle nur über solche negativen Begleiterscheinungen, machen aber fröhlich weiter mit?

Wahrscheinlich geht es doch ohne das Internet gar nicht mehr. Wenn an meinem Arbeitsplatz, in meinem Hotel oder zu Hause die Internet-Verbindung gekappt ist, bin ich nur ein halber Mensch. Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Meine Frau ist vollkommen ratlos, hat aber nichtsdestotrotz längst ihren Widerstand gegen diesen Gegner aufgegeben. Ohne Internet kann ich nicht bloggen, kann keine Nachrichten empfangen, keine E-Mails checken. Nichts geht mehr! Das ist ebenso lächerlich wie tragisch. Denn dieses Verhalten – mein Verhalten – zeigt: ja, ich bin internetsüchtig.

Aber ich mache auch mal Pause von meiner Sucht. Wenn ich Urlaub habe nehme ich keinen Rechner mit. Es gibt überall Internetcafés. Um die mache ich dann bewusst einen Bogen. 10 – 14 Tage halte ich das durch – ohne Entzugserscheinungen. Meine Frau und ich sind dann immer ganz stolz auf mich. 🙂

Foto von: hdzimmermannCC BY-NC-SA 2.0

Wie eine beleidigte Leberwurst

27. März 2014

Mir kommt die Welt des Bloggens manchmal echt eine Spur zu positiv rüber. Aber das liegt sicher an mir. Es kommt halt immer auf die eigene Einstellung an. Ob man etwas total gut, schlecht oder – was mitunter vielleicht noch schlimmer ist – gerade mal mittelmäßig findet, liegt immer im Auge des Betrachters. Warum sollte dieser Dreiklang ausgerechnet beim Bloggen nicht gelten?

Als Blogger bemühen wir uns wahrscheinlich immer zumindest ein bisschen darum, bei unseren Lesern gut anzukommen. Und manchen gelingt das. Ich bewundere nicht selten den Esprit anderer Blogger!

Ein Artikel von Vladislav Melnik, den er in dieser Woche veröffentlichte, hat mich einerseits angesprochen und andererseits auch provoziert. Vladislav hat einen excellenten Titel für seinen Artikel gewählt: „5 Gründe, warum deine Blogleser dich nicht mögen“. Ich fühlte mich sofort angesprochen. Ich wäre nicht ich, hätte ich das einfach so hingenommen. Mein Leserbrief:

Das klingt plausibel. Aber auch ein bisschen nach Opportunismus. Und damit haben wir es auf dieser Welt schon genug zu tun. Da ich über durchaus kontroverse Themen schreibe werde ich es wohl kaum meinen LeserInnen immer recht machen (können). Und ist auch nicht mein Ziel. Dafür habe ich in den letzten Jahren schon einige verbale Prügel einstecken müssen. Aber beliebt machen sollen sich andere. Entschuldige, wenn das jetzt etwas ruppig herüber kommt. So war das nicht gemeint. Für viele Blogs mag das Rezept durchaus ein Gutes sein, für mich käme es nicht infrage. LINK
5 Gründe, warum deine Blogleser dich nicht mögen – affenblog

Das ist vielleicht ein Ansatz, der auch bei einigen Bloggern auf Zustimmung treffen könnte. Schließlich haben wir gerade in Deutschland ein Problem mit der Streitkultur. Das mag aber auch Einbildung sein?! Nee, kann nicht sein, denn dafür liest man davon zu oft.

Was ist schon dabei, wenn ein Leser fragt, ob man die geschriebenen Artikel vor dem Veröffentlichen auch einmal quer liest? Natürlich lese ich jeden Artikel (mindestens) einmal, bevor ich ihn veröffentliche. Allerdings muss ich zugeben, dass ich (leider) häufig Fehler übersehe, die ich erst viel später bemerke – wenn ich nicht von Marcus darauf aufmerksam gemacht werde. 🙂 Das ist dann auch schon mal etwas peinlich, und natürlich korrigiere ich die Fundstellen sofort.

Wenn mich Leser auf solche Fehler (inhaltlicher, grammatikalischer oder orthografischer Art) hinweisen, hängt meine Reaktion immer davon ab, wie ich gerade drauf bin. Im Moment bin ich richtig scheiße drauf. Ich will nicht erzählen, warum es so ist!

Vor kurzem hat mir ein langjähriger Weggefährte und Leser meines Blogs die Freundschaft gekündigt. Dem war ein monatelanges Scharmützel über alle möglichen Kleinigkeiten vorausgegangen. Nun will er nicht mehr, und ich…  habe ihn ziehen lassen.

Sebastian hat mir Anfang letzten Jahres mal ins Blog geschrieben:

Du schreibst zwar, dass Du hier eher nichts schnell mal “hinrotzt”. Die meisten Deiner Artikel sind zwar lang, aber nicht wirklich fundiert. Man merkt, dass Du Dir meist nicht die Mühe machst, ordentlich zu recherchieren, sondern in epischer Breite Deine unsortierten Gedanken abspulst.

Damit gewinnt man keine Stammleser. Und das endet dann in wenig frequentierten Blogs. Bei denen es ganz egal ist, ob man sie abschaltet, neu startet oder einfach so weiter dahinsiechen lässt.

Huuh. Das war wieder mal an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Kurzerhand habe ich eine Pause eingelegt. Ehrlich gesagt – ich hatte überhaupt keine Lust mehr noch weiter zu bloggen. Es gab hier im Blog natürlich einige Zuschriften, die ähnlich deutlich waren. Der Unterscheid bestand darin, dass ich Sebastian gut leiden kann, und ich viele der anderen „Kritiker“ überhaupt nicht kenne. Damit meine ich jetzt natürlich nicht Sven und Marcus!

Es macht eben einen Unterschied, ob Sven mir „den Marsch bläst“ oder Marcus oder eben Sebastian. Ihre Meinung beschäftigt mich viel mehr als die von anonymen Postern, die mir zu verstehen geben möchten, dass mein Geschreibsel sie entweder gerade überhaupt nicht interessiert oder komplett am Arsch vorbei geht.

Vielleicht sollte ich mehr bei anderen Bloggern kommentieren. Aber die Worte „Guter Artikel“ oder „Danke für den schönen Beitrag“ sind mir ein bisschen dünn? Da mag ich es dann doch lieber Tacheles zu schreiben. Selbst dann, wenn ich danach zuerst mal richtig angepisst bin.

Mitgefühl hält sich auch bei mir mitunter in Grenzen

27. März 2014

Wenn ich die wenigen Arbeitsstellen (6), die ich in meinem Leben hatte, in der Rückschau betrachte, bleiben überwiegend positive Erinnerungen. Aber es gibt trotzdem einige schmerzhafte Erfahrungen, die man auch nach dem Ende des Berufslebens nicht abschütteln wird.

Einer meiner ehemaligen Mitarbeiter wurde, was ich in aller Bescheidenheit feststellen möchte, auch durch meine Protektion irgendwann Chef in der Firma, in der wir zusammen fast 10 Jahre lang gearbeitet haben. Nach der Schließung des Unternehmens habe ich (wohl in erster Linie aus Bequemlichkeit) aber auch deshalb, weil ich aufgrund meines damaligen Alters (52) kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt gesehen habe, dessen Angebot angenommen. Er hatte die Leitung der deutsche Vertriebsniederlassung für bestimmte Produkte übernommen. Ich habe damals deutliche Abstriche an meinem Gehalt hingenommen und bin auf eigene Initiative sogar einige Monate früher aus meinem Vertrag ausgestiegen. Auch das hat mich nicht wenig Geld gekostet.

Was soll ich sagen: Es hat nicht funktioniert! Es gab von Beginn an Reibereien und schlussendlich wurde ich – zum ersten Mal in meinem Berufsleben – gekündigt. Von dem Mann, der, wie ich schon erwähnte habe, einen Teil seiner Karriere auch mir zu verdanken hatte. Danach war es sehr schwierig, noch eine neue Arbeitsstelle zu finden. Mein Selbstbewusstsein hatte ganz schön gelitten.

Inzwischen ist seine Firma pleite und auch seine Folgeprojekte haben nicht funktioniert. Privat soll es ebenfalls nicht so gut für ihn laufen. Man muss also feststellen, dass er ebenfalls eine ziemlich schwere Zeit durchlebt. Für ihn wird es vielleicht noch schwerer sein als für mich, denn er ist deutlich jünger. Er stand am Beginn seiner Karriere. Ich bin nicht rachsüchtig. Aber ehrlich gesagt: so richtiges Mitgefühl mag sich bei mir nicht einstellen.

 

Wie haltet ihr es so mit euren Tränen?

21. März 2014

Manchmal wird ein Film dafür gelobt, dass er das Thema ohne Sentimentalität gezeigt habe. Dabei soll ein Film doch auf der anderen Seite beim Zuschauer auch so etwas wie Mitgefühl mit den Personen oder das Verständnis für die darin behandelte Probleme erzeugen. Ist unter dieser Voraussetzung der direkte Weg, den Zuschauer emotional anzusprechen, nicht das erfolgversprechendste und deshalb vernünftigste Konzept?

Mich kann man in dieser Hinsicht sehr leicht packen. Dabei stört es mich allerdings, dass mir so schnell die Tränen kommen. Selbst dann, wenn die Macher eines Films es gar nicht besonders darauf angelegt haben. Sie müssen also nicht besonders auf die „Tränendrüse“ drücken, um bei mir eine Reaktion hervorzurufen.

So viel Rührseligkeit, denke ich, ist für einen 60jährigen nicht angemessen. Abgeklärtheit ist angesagt! Da meldet sich wohl mein im Unterbewusstsein verstecktes Rollenverständnis. Männer weinen nicht!

Mich interessiert, ob es etwas damit auf sich hat, dass Menschen im vorgerückten Alter einen Hang zur Rührseligkeit entwickeln. Gegen diesen ist man schlechterdings machtlos. Solche Verhaltensänderungen – wenn man sie so nennen darf – habe ich bei Leuten in meiner Familie und im Bekanntenkreis immer wieder festgestellt. Ich habe mich früher gern lustig darüber gemacht, wenn andere aus scheinbar nichtigen Anlässen plötzlich glasige Augen bekamen. Ich merke, dass mir immer schneller die Tränen kommen, je älter ich werde.

Einerseits erschüttern mich Schicksale von Menschen, andererseits vergesse ich so schnell, dass ich manchmal ein richtig schlechtes Gewissen bekomme. Vermutlich hat das damit zu tun, dass wir die Anzahl schlimmer Nachrichten, mit der wir heute täglich konfrontiert sind, nicht mehr verarbeitet bekommen. Es gibt einen rationalen Satz, der mir dazu einfällt: Man kann sich nicht das Leid der ganzen Welt auf den Rücken laden. Wie schützt man sich am besten? Indem man weniger Nachrichten sieht, den Fernseher nicht einschaltet und so weiter und so fort? Ich kenne immer mehr Leute, die ihr Verhalten in dieser Hinsicht wirklich radikal geändert haben. Sie halten sich damit negative Einflüsse vom Hals und begründen ihre Entscheidung, zum Beispiel keinen Fernseher mehr zu haben, auch mit dieser Haltung.

Heute morgen las ich von einem Unfall, der sich bei uns in der Nähe zugetragen hat. Eine junge Mutter überquerte mit dem Rad eine Landstraße und wurde dabei von einem Auto erfasst. Die Mutter starb, ihr einjähriges Kind kam schwer verletzt ins Krankenhaus, der Fahrer des Autos kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Das sind so Nachrichten, die mich heute regelrecht erschüttern.

Foto von: André HengstCC BY-NC-SA 2.0

[Webmasterfriday] Die sozialen Netzwerke sind an die Stelle von RSS-Feeds und Blogverzeichnissen getreten

20. März 2014

Der Subtitel könnte lauten: Wie versorgt man sich zeitgemäß mit spezifischen Informationen, die über Blogs angeboten werden?

Der heutige Webmasterfriday stellt die Frage: „Sind RSS- und Blogverzeichnisse noch zeitgemäß?“. Bei Letzteren bin ich persönlich im Zweifel. Ich habe meine „Mitgliedschaften“ bei diversen Diensten vor langer Zeit bereits aufgegeben, weil sich kein Erfolg einstellen wollte . Vermutlich gebrauchen immer noch viele Blogger RSS-Feeds oder vielleicht auch Blogverzeichnisse, um ihr Produkt zu promoten.

Auf die Nutzung der RSS-Feeds anderer Blogs mag ich nicht verzichten. Ich informiere mich gerne mit einem Blick in meinen Feedreader über all das, was bei den Blogger-KollegenInnen so los ist. Das ist komfortabel und effizient. Selbst, wenn die vielleicht zu hohe Anzahl der Einträge mir manchmal einen anderen Eindruck vermittelt.

Damit kann ich interessante Blogbeiträge teilen, kommentieren oder einfach nur bookmarken. Auf den Feedreader mag ich trotz intensiver Nutzung der sozialen Netzwerke auch heute nicht verzichten.

Die sozialen Netzwerke haben Feeds und Blogverzeichnisse abgelöst. Bei mir kommen einige Besucher über Google, Twitter und Facebook – in dieser Reihenfolge. Jetpack veröffentlicht neue Artikel bei Google+ (Profil und Seite), Facebook (Profil und Seite), Twitter und Tumblr.

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