[Webmasterfriday] Ist die Blogsidebar eher Nebensache, oder hat sie eine wichtige Funktion?

14. März 2014

Was könnte die LeserInnen außer dem Content (Absprungrate derzeit 77% ) noch interessieren? Lohnt es sich unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt, auf die meistgelesen Artikel hinzuweisen? Ist eine Blogrolle, die man auszugsweise in die Sidebar packen könnte, überhaupt noch zeitgemäß? Also beispielsweise ein Hinweis auf langjährige Weggefährten in Sachen Bloggen?

Könnte es nützlich sein, auf andere Blogs, die man am Start hat, mittels RSS-Feeds hinzuweisen oder auf Blogs, die verwandte Themen behandeln? Das wären einige der Fragen, die – falls sie mit Ja beantwortet werden – für den Einsatz von Sidebars sprechen würden. Falls die Themedesigner im Header keine „Blog-Suche“ vorgesehen haben, wäre dort vielleicht der obligate Platz dafür. Der Überblick über Kategorien, Tags und/oder ein Monatsarchiv finden ebenso Platz in vielen Sidebars.

Der aktuelle Webmasterfriday stellt die Frage, was wir uns unter einer „optimalen Sidebar“ vorstellen könnten. Steckt man derlei Inhalte besser in die Sidebar, damit diese nicht „untergehen“ oder kann man sie auch im Footer zeigen? Viele bevorzugen 1 Spalter, um den Leser nicht von der Hauptsache abzulenken. Die Themeautoren haben diesen Trend eine ganze Zeit lang unterstützt. Jetzt habe ich den Eindruck, dass man wieder zu eher traditionellen Darstellungen (also mit 1 oder sogar 2 Sidebars) zurückkehrt. Aber das ist nur ein Gefühl meinerseits. Schaut man sich das aktuelle Wordpress-Standardthemes an, spricht vielleicht einiges dafür. Letztlich ist es aber so, dass der Nutzer die Wahl hat. Man kann bei vielen Themes variieren, wie es einem beliebt. Ich nutze das weidlich aus. Zeitweise werden hier 2 Sidebars und 3-4 Footer Sektionen angezeigt. Nach einer Zeit gefällt mir das nicht mehr, weil es mir zu überladen wirkt. Und das ist wohl auch ein wichtiger Punkt.

Einige Teilnehmer am Webmasterfriday stellen aus meiner Sicht zu Recht die Frage, ob es denn überhaupt eine optimale Sidebar gibt. Ich denke, man kann diese Frage mit nein beantworten. Optimale Sidebars für diesen oder jenen Blog wird es wohl geben. Allerdings dürfte es eben nicht die eine sein. Sie müsste zum Bloginhalt passen. Ein Magazin sollte eine gute Übersicht bieten. Das kann mit einer übersichtlichen Sidebar gelingen.

Die Kernfrage müsste wieder lauten, welchen Nutzen die Leser durch so viel Information hätten? Ist weniger nicht mehr? Man kann das ja testen. Stellt man etwa negative Entwicklungen bei den Besucherzahlen fest, kann man die Sidebars, die Footer-Inhalte bzw. deren Inhalte zurückbauen. Das ist schließlich das Tolle am Bloggen. Meistens sitzt einem niemand im Nacken, der einem diesbezüglich Vorschriften machen würde. Entscheidend ist, wie die BesucherInnen derlei Angebote finden bzw. ob sie darauf positiv und negativ reagieren.

Um ehrlich zu sein, hier stelle ich keinen Unterschied fest. Die Besucherzahlen verändern nicht nicht gravierend. Je nach Themen geht es mal ein bisschen rauf und dann wieder runter – egal, welches Wordpress-Theme ich gerade einsetze oder ob ich den Blog mit 1 oder 2 Sidebars, gut gefüllt oder eher übersichtlich am Start habe.

Viele setzen gern Tab-Widgets ein. Entweder als Plugin oder sie greifen auf themeinterne Tab-Widgets zurück. Eigentlich eine feine Sache, weil man mehrere Informationsangebote auf diese Weise platzsparend kombinieren kann. Mein vorheriges Theme „Hueman“ enthielt ein Tab-Widget. Das hat mir gut gefallen. Wie das allerdings Blogleser sehen, vermag ich nicht zu beurteilen. Wenn alles sofort lesbar (ohne 1 Zusatzklick) ist, hat das sicher auch viel für sich.

Eine Sache kann ich bei Sidebars überhaupt nicht leiden. Das ist, wenn sie weit über den Content hinausragt. Das sieht man (leider) nicht so selten.

[Webmasterfriday] Ökoblogger bin ich keiner

8. März 2014

Mülltrennung ist wohl das Erste, was dem gemeinen Bürger (also mir) zum Begriff Umweltschutz einfällt. Bei uns hängt hinter der Tür eine Plastiktüte, in der z.B. der gelbe Müll verschwindet. Wir haben nämlich nicht genug Platz für einen gescheiten Mülleimer, der die verschiedenen Müllarten aufnehmen könnte. Deshalb die Türe. Funktioniert in einem Zweipersonenhaushalt auch ganz gut. Bei Gelegenheit wird der Inhalt in einen gelben Müllsack umgelagert. Der normale Abfall geht in die graue Mülltonne. Papier (überwiegend also Prospekte und Tageszeitungen) werden gesammelt und alle paar Wochen in einem Karton am Abend des Abholtermines auf die Straße gestellt. Kompost fällt wenig an. Aber auch dafür haben wir eine Mülltonne, die unsere Hausgemeinschaft miteinander teilt.

Was mache ich noch für die Umwelt? Ich esse deutlich weniger Fleisch als früher. Wir fahren nicht mehr 2, sondern im Normalfall nur noch 1 x im Jahr in Urlaub. Ich fahre möglichst wenig mit dem Auto, abgesehen natürlich von der Fahrerei zu meiner Arbeitsstelle, die 150 km entfernt ist. Es geht um meine Gesundheit und zum kleineren Teil um mein Portemonnaie, wenn ich die Woche über im Hotel schlafe. Aber auch das schont die Umwelt natürlich. Medikamente, Batterien oder Elektroschrott werden vorschriftsmäßig entsorgt.

Und jetzt sollen wir uns zum Webmasterfriday Gedanken darüber machen, ob wir denn umweltschonend bloggen oder was wir uns ggf. darunter vorstellen können. Ökobloggen heißt die Devise. Und auf den ersten Blick kann ich mir darunter nicht viel vorstellen. Ehrlich jetzt. Deshalb ist es gut, dass ich wieder mal viel zu spät bin. Da kann ich ein bisschen spinksen, was meine Kolleginnen und Kollegen so darunter verstehen.

Stromsparen wäre eine Möglichkeit. Der PC bleibt aus, das Tablet läuft nicht Standby, sondern wird ebenfalls ganz abgeschaltet. Nee, das ist keine Lösung. Inspiration entsteht durch Online sein, nicht durch abgeschaltete Gerätschaften. Zurück zur Zeitung? Und nur bei Bedarf ab und an mal ein Artikelchen schreiben? Das kann ich mir alles nicht vorstellen. Aber es ist ein ganz schöner Faktor in diesem Zusammenhang. Der Stromverbrauch dürfte durch das permanente Onlinesein ganz schön gestiegen sein. Mein Provider (allinkl.com) setzt zu 100% auf erneuerbare Energien. Wir sind haushaltstechnisch immer noch bei RWE. Worauf die setzen ging eben erst durch die Presse, weil das Unternehmen damit erstmals seit 60 Jahren einen satten Verlust (2,8 Mrd. Euro) eingefahren hat.

Ich lasse meinen PC (am Wochenende immer durchlaufen). Wenn ich aufstehe, schalte ich ihn ein und erst vor dem Zubettgehen wieder ab. Natürlich halte ich das nur dann so, wenn ich zu Hause bin. Ansonsten wird er abgeschaltet, inkl. dem Bildschirm. Drucker und andere Peripheriegeräte schalte ich grundsätzlich aus, wenn ich sie nicht benötige. Ich drucke nur ganz selten mal etwas aus. Deshalb freue ich mich auch immer so über die verklebten Düsen meines Tintenpissers.

[alert type=“success“ close=“false“ heading=““]Wenn PC’s oder Elektrogeräte alt sind und verschrottet werden müssen, bitte daran denken, dass Elektrohändler künftig gesetzlich dazu verpflichtet sind, diese Geräte zurückzunehmen und vorschriftsmäßig zu entsorgen![/alert]

Beim Bloggen selbst hätte ich keine Idee, wie man dabei ökologisches Verantwortungsgefühl zeigen könnte. Entweder man bloggt oder man bloggt nicht. Dazwischen läge vielleicht noch die Chance, häufig etwas über Umweltprobleme oder neue umweltschonende Technologien zu berichten. Aber da muss ich zugeben, dass das weniger mein Thema ist. Dass heißt andererseits aber nicht, dass mir nicht z.B. Skandale wie Asse tierisch auf den Zeiger gehen. Grotesk finde ich die Verantwortungslosigkeit, die Politik und Wirtschaft dabei lange an den Tag gelegt haben. Nur, wenn wir ehrlich sind, spielen wir dabei auch eine ganz direkte Rolle. Wenn man betrachtet, wie hysterisch die Diskussionen um die Strompreisentwicklung geführt werden, wird klar, was ich meine. Kein Atomstrom aber alles andere darf nichts kosten und auch nicht die Gegend verschandeln. Das ist schizophren. Wir müssen schon sehen, dass eine Energiewende mit höheren, vielleicht deutlich höheren Kosten verbunden ist. Es war doch immer klar, wer dafür am Ende blechen muss.

Foto von: Alexis DworskyCC BY-NC-SA 2.0

Ja, leider nicht geil

7. März 2014

Was ich damals nicht habe sehen wollen, ist, dass die sich daraus ergebenden Dynamiken unschuldige Menschen existentiell bedrohen können. Jeder kann heute gegen jeden eine Treibjagd in größeren Maßstab veranlassen. Vorausgesetzt man findet den richtigen Nährboden, der aus Ressentiments, Hass und mangelnder Medienkompetenz besteht, kann man den dümmsten Müll verbreiten und er wird im Internet geglaubt, weiterverbreitet und weitergesponnen und das kann das Leben eines Menschen zerstören. Das wird in Zukunft sicher nicht besser werden, eher schlimmer.

Ich bin weiterhin ein Fan der Meinungsfreiheit. Aber wir müssen diese Probleme adressieren. Dringend. Ich würde mich freuen, wenn wir dafür keine neuen Gesetze oder härtere Strafen bräuchten. Ich würde mich freuen, wenn wir das als Community hinbekommen. Patentrezepte habe ich auch nicht. Aber ich glaube, dass jeder von uns ein paar Dinge tun kann: LINK
Das Problem Don Alphonso | H I E R

Was ich schon lange (ungern) sage. Meine Haltung hat allerdings ganz und gar nichts mit dem im Titel dieses Artikels namentlich angesprochenen Don Alphonso zu tun.

Es wurde der ungeheuere Verdacht geäußert, Frau Lewitscharoff sei womöglich Katholikin

7. März 2014

Irgendwie stimmt es doch, dass in Deutschland Debatten dann halbwegs sachlich vonstatten gehen, solange sie auf dem Boden der political correctness ablaufen. Wenn das Anliegen aber nicht so blütenweiß links oder linksliberal daherkommt knallst. Und zwar richtig.

Ich denke, dass Thesen, die mit einem Satz wie „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ beginnen, für viele schon Nachweis genug sind, dass da moralisch etwas nicht passt. Weil die Autoren ihre Intention meist mit geradezu unwiderstehlicher Verve vertreten, sind viele LeserInnen sofort mit im Boot. Diese Uniformität schreckt ab. Sie führt oft dazu, dass ich unwillkürlich die andere Position einnehme. Ich kann also aufatmen. Opportunismus kann man mir nicht vorwerfen. Keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist. Vielleicht habe ich eine soziale Ader, die ich eigentlich bei meinem Schwesterchen erkannt zu haben glaubte.

Es ist wieder passiert und zwar beim Lesen von Stefan Niggemeiers Artikel über eine Dresdner Rede, die Sibylle Lewitscharoff gehalten hat. Diese Rede war am bereits am Sonntag, den 2.03. gehalten worden. Repliken hierzu gab (soweit ich gesehen habe – jedenfalls im Großen und Ganzen) erst nach Niggemeiers Blog-Beitrag. Das Internet war mal wieder schneller. Huh, da freuen wir uns.

An dem, was wir unserer Gesellschaft an Toleranz verordnet haben, ist nicht zu rütteln. Der von Niggemeier medial skandalisierte Vorgang wurde erst spät durch andere Medien aufgenommen. Dennoch nimmt die Geschichte um Lewitscharoffs Rede in der Wikipedia bereits heute, einen Tag nach Niggemeiers Beitrag, ein sagenhaftes Drittel des gesamten Artikels (Liste der Auszeichnungen und Veröffentlichungen nicht einbezogen) über die Schriftstellerin ein. Sind mit der Rede die Werke und Verdienste (darf man das noch schreiben?) Lewitscharoffs jetzt entwertet?

Die Kritiker kommen gar nicht auf die Idee, dass alle Vorbehalte zum Beispiel gegen Tilo Sarrazin, Matthias Matusseks (Unbehagen gegenüber Schwulen) oder aktuell Sibylle Lewitscharoffs Tirade gegen pränatale Diagnostik und ihren Folgen mit Denkverboten zu tun haben, die sie ansonsten vehement bekämpfen. Unmittelbar und erschreckenderweise erfolgen diese Denkverbote stets überaus dezidiert, keinen Widerspruch duldend. Er wäre sinnlos. In unserer Welt werden DENKGEBOTE auf diese Weise mehr und mehr torpediert. Ich arbeite nach Kräften mit daran. Und das ist falsch, falsch, falsch!

Ich empfinde mich nicht als ein Sachwalter reaktionärer Ansichten über Sexualität, Privatheit oder medizinische Chancen einer künstlichen Befruchtung. Frau Lewitscharoff hat sich heute im ZDF-Morgenmagazin entschuldigt. Dies durfte Wulf Schmiese, ZDF, am Schluss des Gespräches konstatieren. Bis zu diesem Satz war das Interview wirklich gut, Herr Schmiese. Darin spricht Lewitscharoff sinngemäß davon, dass sie sich manchmal selbst nicht traut. Sie ist ein Mensch mit Zweifeln. Einer, der so ehrlich ist, solche Zweifel auszusprechen. Und das geht heutzutage wohl gar nicht mehr.

Vielleicht hat sie sich über die Reaktionen genauso erschrocken, wie wir es getan hätten, wenn wir zum einen oder anderen Thema mal eine Gelegenheit hierzu erhalten würden.

Das Müslifeindbild des Herrn Sarrazin

2. März 2014

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Übergriffe von Nazis zunehmen. Dabei haben die politischen Parteien, in denen wir die Feinde der Demokratie ausmachen, in der Bevölkerung doch eigentlich kaum eine Bedeutung. Die Wahlergebnisse lassen alles in allem keine anderen Schlüsse zu.

Aber – stehen wir noch zu dem, was unter „Freiheit des Andersdenkenden“ zu verstehen ist? Praktizieren wir Demokratie oder üben wir Meinungs- oder Tugendterror? Ich frage das nicht nur in die Richtung der linke Agitateure, die sich heute in Berlin besonders „engagiert“ haben. Die konservative oder liberale Seite muss sich das genauso fragen lassen. Wir hören auf miteinander zu reden, sondern äußern uns hauptsächlich übereinander. Und das in einer Form, die demokratischen Maßstäben wohl nicht genügt.

Man kann  es mit dem Berliner Piraten Martin Delius halten, der Sarrazin und seinen Gedankenjüngern keinen Fußbreit Boden zugestehen möchte. Sarrazins Thesen sind schwer auszuhalten. Aber sind Handlungen wie die der Demonstranten von heute und Aussagen die richtige Antwort? Einerseits ist eine harte und unnachgiebige Debatte nötig, weil es zu viele Leute gibt, die dabei sind, das Klima in Deutschland zu vergiften.

Beim Lesen von Sarrazins Thesen, denke ich sofort an Brunnenvergifter á la PI-News aber zum Teil auch der Anhängerschaft der AfD.  Hasserfüllte „Leserbriefe“ machen einfach besorgt! So diskutieren Demokraten nicht miteinander. Die Frage wird sich schon bald ernsthaft stellen, wohin wir unsere Gesellschaft entwickeln wollen.

Ich will es mir nicht zumuten, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus als festen Bestandteil unserer Gesellschaft zu akzeptieren und dazu zu schweigen. Die Mittel, die uns Bürgern zur Verfügung stehen, sind begrenzt. Vielleicht bleibt gar nichts anderes übrig, als bei allen Gelegenheiten vehement (mit friedlichen Mitteln) gegen die die menschenfeindlichen Ansichten verbreitenden Personen oder Parteien zu demonstrieren. Das mag nicht allen gefallen. Dafür spricht das Gezeter, das rechte Schreihälse jetzt veranstalten. Es geht um zu viel. Wir dürfen es uns nicht bequem machen.

Vielleicht hat Sarrazin ein ganz eigenes, persönliches Anliegen und macht sich, wie er behauptet, nicht mit denen gemein, denen insbesondere meine Sorge gilt. Im Buch und bei seinen Auftritten stützt er die in rechtsnationalen Kreisen verbreitete Ansicht, dass Deutschland von linksdominierten Medien in eine gefährliche Richtung gelenkt wird. Der vermeintliche Tugendterror der (links-grünen-müsliessenden) Gutmenschen ist nicht nur sein Thema. Sarrazin bietet genügend Andockmöglichkeiten für rechtsnationales, rassistisches Gedankengut und sie werden nur zu gern aufgenommen. Das Internet bietet allen Zweiflern hinreichend Aufschluss darüber.

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