Webmaster Friday: Schreibblockade, Faulheit oder bloggerische Desorientierung?

2. März 2014

Wenn ich mal eine Weile (d.h. bei mir ein paar Tage) nicht blogge, bin ich entweder zu faul dazu oder ich leide unter bloggerischer Desorientierung. Ich lese was und denke dann: darüber schreiben so viele – muss ich dazu nun auch noch meine Meinung sagen oder soll ich nicht besser „einfach mal die Fresse halten“? In diesem Fall – könnte man sagen – befindet man sich als Blogger in einer kritischen Phase. Woher kommt in einem solchen Fall, dann die Motivation dafür, weiterzumachen? Was inspiriert uns wieder und wieder neue Artikel zu schreiben? Dieser Frage ging der Webmasterfriday in der letzten Woche nach.

Meine Inspiration ist, wenn mich eine Meldung oder irgendein Thema emotional besonders anspricht. Noch effektiver ist es, wenn ich mich darüber richtig aufgeregt habe. Das ist wie die erste Tasse Kaffee (früher mit Zigarettchen) am Morgen. Weil ich aber in der Regel dann nicht gleich bloggen kann, mache ich Sprachnotizen (sehr praktisch!) Ich weiß nicht, ob ihr das kennt? Aber ich kann mich morgens beim Zeitungslesen trefflich über was aufregen und es abends schon wieder vergessen haben. Am Wochenende läuft es anders. Dann kann mich nichts bremsen. Es wird sogleich der Blog aufgeklappt und los gehts.

Schreibblockade

Wie definiert man Schreibblockade? Diese Befindlichkeit ist mir fremd. Wenn ich ein Thema finde, kann ich auch darüber schreiben. Qualitätsansprüche, wie sie Schriftsteller oder Journalisten plagen, sind mir erst mal schnurzpiepe. Stoff gibt es immer mehr als genug. Schließlich ist das hier quasi ein Tagebuchersatz, kein spezielle Themensammlung. Außerdem finde ich es schön, dass wir Blogger nicht „abliefern“ müssen.

Ein Vorteil, den das private Bloggen hat. Aber natürlich kann man sich auch selbst Druck machen. Es gibt Leute, die nehmen sich z.B. vor, mindestens einen Artikel pro Tag zu bloggen. Ich habe das früher so gemacht. Nicht, weil ich es mir vorgenommen hatte, täglich einen oder mehrere Artikel zu bloggen, sondern weil mir einfach so war. Das war, bevor die Sozialen Netzwerke die Bedeutung erlangt hatten, die sie heute haben. Früher verbloggte man halt auch mal einen Link. Heute mache ich das eher selten. Das mache ich heute über Twitter, Google+ oder Facebook.

Unlust

Ich glaube, es war René von Nerdcore, der vor langer Zeit sinngemäß mal geschrieben hat, dass man als Blogger keine Angst vor Redundanzen haben soll. Er meinte damit, man sollte nicht davor zurückschrecken, ein Thema, ein Video – was auch immer – zu verbloggen, nur weil man es vorher schon an einer oder mehreren Stellen gesehen hat. Bestimmt ist das richtig. Aber ich erwische mich manchmal dabei, dass mich genau dieser Gedanke daran hindert, über die eine oder andere Sache zu schreiben.

Manchmal stellt sich bei mir extreme Unlust ein. Die Wirkung solcher unlustigen Phasen verstärkt sich noch, wenn dazu noch eine Sinnkrise aufflammt. Nach einiger Zeit legt sich das gewöhnlich wieder und dann wird weiter gebloggt.

Dem Gequatsche fernbleiben

23. Februar 2014

Voreingenommenheit ist blöd. Natürlich auch, wenn man sie bei sich selbst feststellt. Oder vielleicht gerade dann. Aber was ist, wenn diese Voreingenommenheit durch das Lesen „falscher Informationen“ entstanden ist oder gefördert wurde?
Wir lernen ein Leben lang. Nicht weil Funktionäre von Unternehmen oder Politiker „lebenslanges Lernen“ als unabdingbar definiert hätten, sondern wohl eher deshalb, weil wir uns dem zum Teil jedenfalls schlicht und ergreifend gar nicht entziehen können. So ist es, wenn wir unter Leute gehen, die Zeitung lesen, den Fernseher anschalten – vom Internet und seinen multiplikativen Angeboten ganz abgesehen. Das ist vielleicht wenig spezifisches Wissen, das wir uns auf diese Weise aneignen, aber m.E. gehört der Erwerb von Wissen auf diesen Wegen auch mit dazu.

Ich treffe immer wieder Leute, die inzwischen ihren Fernseher abgeschafft haben. Sie setzen dafür voll aufs Internet. Einige sind wahrscheinlich auch darunter, die der ehemaligen GEZ ein Schnippchen schlagen wollten. Für mich klingt das eher danach, als hätte man das sprichwörtliche Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Der Gedanke dahinter hat allerdings etwas, mit dem man sich vielleicht aus ganz anderen Gründen befassen sollte. Mich beeindruckt eine solche Entscheidung vor allem deshalb, weil ich mir persönlich einen solchen Schritt überhaupt nicht vorstellen könnte. Andererseits denke ich so manches Mal, weniger wäre mehr.

Ich finde nämlich, dass ich zu viele Informationen bekomme. Die Illusion, dass ich sie filtern, geschweige denn ordentlich verarbeiten könnte, habe ich hinter mir gelassen. Mitunter weiß ich echt nicht, ob ich jetzt auch noch meinen Feedreader öffnen und mir die Flut neuer Blogartikel „zumuten“ sollte.

Der Olympiade bin ich erfolgreich ausgewichen. Stattdessen habe ich gelesen. Wo? Hauptsächlich im Internet. Bevor ich morgens im Büro meine E-Mails checke, habe ich bereits die Tageszeitung gelesen (überlesen ist korrekt!). Die Regionalnachrichten haben mich noch nie interessiert. Ich konzentriere mich auf die ersten paar Seiten inkl. dem Wirtschaftsteil. Mehr Zeit habe ich auch nicht. Dabei nehme ich mir für mein Frühstück schon Zeit – immerhin ca. 30 Minuten am Tag.

Dann, wie gesagt, die E-Mails. Wenn ich schon mal dabei bin, sehe ich meinem privaten E-Mail-Account durch. Alles in allem habe ich dann 25-30 Mails im Schnitt geöffnet, bewertet und zu einem gewissen Teil auch wirklich gelesen. 25-30 Mails sind – würde ich sagen – eine verhältnismäßig kleine Anzahl. Ich kenne Leute, die erhalten das 4 bis 5fache. Und sicher ist da viel dabei, was man nicht als wichtig einzuordnen braucht. Ein bisschen Willkür steckt wohl bei solchen Einteilungen immer drin. Man muss Wichtiges vom Unwichtigen trennen, sonst geht es einfach nicht. Das lernt man schließlich schon recht früh. Ob man es auch beherrscht, ist wieder eine andere Sache.

Im Moment laufen die Diskussionen über die Ereignisse in der Ukraine auf Hochtouren. Interessant und gleichzeitig irgendwie charakteristisch finde ich dabei, wie sich die Diskutanten konditioniert haben. Die einen finden die Entwicklung positiv, die anderen beanstanden vehement die Rolle der Europäischen Union und so weiter. Gegenseitig hält man sich vor, einseitig oder schlichtweg falsch informiert zu sein.

In Ägypten wurde ein gewählter Präsident geputscht. Und ist das auch in der Ukranie passiert. Ein gewählter Präsident wurde vom Volk in die Wüste geschickt. Beide Fälle sind nicht vergleichbar, dennoch tun sich in diesem Zusammenhang Fragen auf, auf die sich keine einfachen Antworten finden lassen werden. Viele werden sagen: Hauptsache, das Blutvergießen hat ein Ende.

Nehmen wir die schweizerische Abstimmung, die insbesondere in Europa für viel Diskussionsstoff gesorgt hat. Ein auf demokratischem Weg erzieltes Ergebnis muss akzeptiert werden. Und das wird es ja zum Glück. Nur heißt das eben längst nicht, dass man an demokratisch zustande gekommenen Ergebnissen keine Kritik üben dürfte. Streit gehört nämlich elementar zur Demokratie dazu. In Deutschland ist Streit aber verpönt. Wir mögen es gar nicht, wenn sich unsere Parlamentarier streiten. Das ist komisch, scheint aber zu stimmen.

Kompliziert wird die Sache dann, wenn mit Informationen argumentiert wird, die aus Quellen (überwiegend dem Internet) stammen, die dubiosen Ursprungs sind. Aber was ist dubios? Da fängt es schon an. Immer stärker vermischen sich heute Information und Meinung, ohne dass man als normaler Leser eine wirklich Chance hätte, auch nur halbwegs objektive Informationen zu erhalten. Leider passiert das auch bei den traditionellen Medien. Also, viel lesen bedeutet leider nicht zwangsläufig, dass das Bild, das sich danach ergibt, immer dazu angetan wäre, ein klares Urteil bilden zu können. Was uns freilich nicht daran hindert, es zu tun und damit unsere Diskussionen zu führen.

Am meisten irritieren mir diejenigen, die so tun, als sei das alles ja so positiv und helfe doch nur dabei, unsere Demokratien ein Stück weit voranzubringen. Die Dinge würden sich schon finden bzw. die „Digital Natives“ würden diese Informationsflut schon beherrschen lernen. Einen Scheiß werden die. Man muss sich nur mal manche Kommentare von „Jüngeren“ durchlesen, um zu wissen, wo wir stehen. Falsche Informationen sind und bleiben falsch, und wer nicht in der Lage ist, sie von richtigen zu trennen, ist ausgeliefert. Und das halte ich für sehr gefährlich.

Unsere Lebenswelten sind zum Teil riskant

17. Februar 2014

In diesem Beitrag kommen ein Rechtsanwalt und ein Staatsrechtler zu Wort (ab Min. 1:04). Deren Statements werden meinem Eindruck nach in der allgemeinen Diskussion nicht wahrgenommen und bleiben deshalb folgenlos. Aber sonst regen sich die Leute schnell darüber auf, weil der Staat ihnen zu sehr auf die Pelle rückt. Hier, wenn es am plastischen Beispiel passiert, soll das nun plötzlich gar keine Rolle mehr spielen. Weil es ja um ein Schmuddel-Thema wie Kinderpornografie geht. Und natürlich auch deshalb, weil es um einen Politiker geht. Dem Mitglied einer ganz besonders unbeliebten Gruppe unserer Gesellschaft.

Die allermeisten BürgerInnen, für die das Internet zum alltäglichen Informationswerkzeug geworden ist, wissen, welchen gewaltigen Anteil Pornografieangebote im Internet haben. Viele werden sich  schon Gedanken darüber gemacht haben machen, wie wir unsere Kinder vor diesem Dreck schützen können. Damit meinen wir vermutlich nicht einmal die besondere Abart, die wir unter dem Begriff Kinderpornografie ganz besonders abstoßend finden.

Im Web gibt es außerhalb dieses zu Recht stigmatisierten Bereiches allerdings so viele entsetzliche und menschenverachtende Angebote von pornografischen Darstellungen, dass man sich über das Thema an sich durchaus Gedanken machen könnte. Aber wir sitzen nicht auf der Anklagebank. Wir wurden nicht „erwischt“ beim Konsumieren schmuddeliger Fotos oder Videos, etwa wie zuletzt einige Redtube-Kunden. Klar, natürlich war das ein völlig anderer Fall. Aber die Reaktionen – unsere Reaktionen – waren nicht so unähnlich. Davon bin ich überzeugt. Was heißt das für die aktuelle Diskussion?

Ich appelliere an uns alle, nicht so vorschnell zu urteilen!

Die Berufsbeschwichtiger halten nichts davon, Gewalt, Pornos und Widerlichkeiten aller Art vom Internet zu bannen.Sie sind ja „nur ein Spiegel“ unserer Gesellschaft. Wie im normalen Leben sind diese Dinge auch im Internet vorhanden. Dazu passen die krassen Wirkungen nicht, die Staatsrechtler Prof. Jahn im erwähnten Beitrag vorträgt. Kinderpornos darf man nicht angucken. Snuff-Videos und alle anderen Widerwärtigkeiten, die das Porno-Genre offeriert, sind von untergeordneter Bedeutung und werden nicht in gleicher Weise gesellschaftlich geächtet und strafrechtlich verfolgt. Es geht um unsere Kinder, und da verstehen wir (zu Recht!) keinen Spaß. Wenn man aber miterlebt, wie rücksichtslos Medien und Staatsanwaltschaft gegen einen bisher unbescholtenen und als unschuldig geltenden Menschen vorgehen, verursacht mir diese Unterscheidung Unbehagen.

Ich finde es nicht akzeptabel, was die Juristen im Beitrag ausgeführt haben. Wir nehmen anhand aktueller gesellschaftlicher Normen die Vorverurteilung von Menschen mit allen Konsequenzen in Kauf, weil manche Themen (zu denen auch Terrorismus und andere „abstrakte Gefährdungsdelikte“ zählen) ein hohes Potenzial für extreme Empörungswellen besitzen. Das ist jedenfalls mein Eindruck, was die Motivation zu solchen Einschätzungen anlangt. Wir neigen dazu, uns an Fehlern anderer Leute zu laben. Wir schaukeln uns gegenseitig hoch. Dabei wirken die sozialen Netzwerke wie Katalysatoren. Ich hoffe darauf, dass wir irgendwann erkennen, dass das ein Irrweg ist.

Sprichst du auch kein Englisch?

15. Februar 2014

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich will euch hier nicht die Ohren volljammern. Aber ich möchte das einfach mal los werden. Es hat weniger mit dem Bloggen zu tun als mit meinem Berufsleben. Oder – wenn ich es so recht bedenke, eigentlich hat es mit vielem zu tun. Auch mit dem Bloggen.

Ich (60) gehöre zu einer Spezies, die etwas Dinoartiges hat. Übrigens nicht nur, weil man uns die Rente nicht gönnt. Ich spreche keine Fremdsprache. Nicht mal Englisch. Seit die Globalisierung Anfang der 1990er Jahre richtig losging, war abzusehen, dass man in vielen Berufen ohne Englisch nicht mehr weit kommen würde.

Die immer wieder festzustellende Differenz zwischen unseren Einsichten in gewisse Notwendigkeiten und der Fähigkeit, diesen Einsichten Taten folgen zu lassen, hat manchmal absurde Züge. Ich habe es jedenfalls einmal versucht und nach der Arbeit einen Anfängerkurs bei der Volkshochschule besucht. Es blieb beim Versuch. Nach wenigen Kurs-Abenden dachte ich, dass ich vielleicht zuerst noch mal einen Deutschkurs belegen sollte. (Bitte jetzt keine blöden Sprüche!). So dämlich habe ich mich angestellt. So viel also zum „lebenslangen Lernen„. Es gibt zum Glück auch klügere Menschen als mich.

Wer eine Fremdsprache lernt, zieht den Hut vor einer anderen Nation.
Martin Kessel (1901-90), dt. Schriftsteller, 1954 Georg-Büchner-Preis

Im Beruf war es nicht nötig, mich mit der englischen Sprache auseinanderzusetzen. In den Betrieben, in denen ich gearbeitet habe, war Englisch nicht erforderlich. Der deutsche Markt wurde bearbeitet und höchstens das direkt benachbarte Ausland. Da kam man mit Deutsch zurecht. Inzwischen (seit 7 Jahren) sieht das etwas anders aus. Das Unternehmen arbeitet weltweit. Meine Zuständigkeit wurde sozusagen ausgedehnt. Von Deutschland und der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)  zum „Rest der Welt“. Das sind mehr als 70 Länder. Ohne Englisch geht da gar nichts. Und jetzt?

Außerdem bin ich viel im Internet unterwegs. Im Wesentlichen bin ich dabei (leider) auf deutschsprachige Seiten angewiesen. Es sei denn, ich würde mich mit den immer noch etwas lückenhaften Übersetzungsprogrammen zufrieden geben. Je komplexer die Texte, desto kleiner ist die Chance, dass ich dieses Kauderwelch verstehe. Wenn es dabei um technische Termini geht ist ganz schnell Schluss.

Vor einiger Zeit sollte ich meinen Chef (Vertriebschef National und International) bei einer Sitzung vertreten (ca. 35-40 Teilnehmer), um etwaige Fragen zur Umsatzentwicklung zu beantworten. Kein Problem – so weit. Ich war pünktlich dort und gut vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt wusst ich noch nicht, dass die Sitzung in englischer Sprache (ohne Dolmetscher) ablaufen würde. Die Blöße wollte ich mir nicht geben. Ich habe den Raum unauffällig wieder verlassen und mich bei meinem Chef für mein Fernbleiben entschuldigt. Zum Glück lag nichts Wichtiges an. Das hätte sonst vielleicht unangenehm für mich werden können.

Ich erinnere mich an ein Vorstellungsgespräch, bei dem ein Personaler auf meine Fremdsprachenkenntnisse zu sprechen kam. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich nicht über Fremdsprachenkenntnisse verfügen würde. Er lächelte und meinte: „Was glauben sie, wie viele Leute behaupten Englisch zu können und in Wahrheit kaum etwas verstehen und noch viel weniger sprechen“. Er war wohl nicht so richtig von meiner Aussage überzeugt und dachte vielleicht, ich wolle tiefstapeln. Ich wurde eingestellt. Englisch habe ich nicht gebraucht.

Wie geht euch das? Seid ihr auf Englisch in eurem Job angewiesen oder wie schlagt ihr euch mit gewissen Mängel, sollte es sie denn überhaupt geben, so durchs Leben? Mich beschäftigt mein Defizit heute sehr viel mehr als früher. Nicht nur, weil die Bedeutung im Beruf zugenommen hat, sondern weil mir sehr viele Informationsquellen im Internet verschlossen bleiben. Das nervt richtig.

Basteleien am Wordpress-Theme «Hueman»

8. Februar 2014

Ich finde es großartig, wie sich das Theme-Angebot für Wordpress-Blogs in den letzten Jahren entwickelt hat. Dank Ellen und Manuel gibt es neben den bisher schon vorhandenen weitere excellente Themes aus deutschen Designerwerkstätten.

Wie meine Leserinnen und Leser wissen, macht es mir viel Spaß, neue Themes zu finden und hier auszuprobieren. Ein Theme, das sich hier im Netzexil länger als 3 Monate hält, muss schon etwas bieten. Das mal vorweg, damit ich euch für das Thema vorbereite, auf das ich jetzt zu sprechen kommen möchte.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich die Website des schwedischen Webdesigners Alexander Agnarson entdeckt. Zuerst war ich von seinem neueren Wordpress-Theme „Anew“ sehr angetan und habe es in meinem Testblog ausprobiert. Obwohl es im Leistungsumfang vielleicht nicht mit den Bolliden unter den zum Teil recht teuren Premium-Themes mit ihren ganzen Features mithalten kann, hat mir dieses kostenlos einsetzbare Theme sehr gefallen.

Neben diesem hatte Alexander schon vor einigen Monaten das ebenfalls sehr attraktive Thema „Hueman“ veröffentlicht. Dieses ist natürlich zu Recht längst in die Theme-Auswahl von Wordpress.org aufgenommen worden. Wordpress.com wird sicher bald nachziehen. Das war (meine ich) bei einigen Themes von Elmastudio ebenfalls der Fall.

Achtet bitte darauf, dass es inzwischen schon die Version 2.1.0 gibt, die man direkt auf Alexanders Website downloaden kann. Die Version im Wordpress-Theme-Verzeichnis ist deutlich älter (1.3.6).

Ich wäre ja nicht ich, hätte ich das Theme nun einfach so gelassen, wie der Autor es gestaltet hat. Bei den Farbkombinationen habe ich meine eigenen Vorstellungen realisiert. Das machen wohl die meisten so. Aber vor allem auch, was die Gestaltung des Themes selbst angeht, habe ich Hand angelegt.

Dabei hat Alexander dankenswerterweise gleich selbst eine Vorausetzung dafür geschaffen, dass der normale User solche Anpassungen verhältnismäßig leicht vornehmen kann. Natürlich bietet er ein Child-Theme zum Download an. Aber das meine ich nicht. Er gibt seinen Themes eine custom.css mit. Damit kann man schon ziemlich viel anfangen und ist relativ sicher, bei einem Update nicht zu viel nacharbeiten zu müssen. Beim Einsatz des Child-Themes erübrigt sich dies ja ohnehin. Vorausgesetzt allerdings – man verfügt über rudimentäre CSS-Kenntnisse.

Ich bin Autodidakt. In der Praxis hat sich ergeben, dass ich Anhänger der Trial and Error – Methode wurde. Das ist chaotisch aber es hat auch ein bisschen mit Kreativität zu tun – meine ich jedenfalls. 🙂

Wenn ihr euch das Original bei Alexander anschaut, seht ihr (hoffentlich auf einen Blick), dass ich einiges geändert habe – die Farben jetzt mal beiseite gelassen.

Übrigens kann man auch an diesem Theme sehen, wie wichtig heute die Verwendung von Beitragsbildern geworden ist. Es gibt wenige Wordpress-Themes, bei denen man darauf verzichten könnte. Kein Wunder also, dass so viele Blogger in Deutschland in die Abmahnfalle tappen. Aber woher sollen Richter solche Informationen bekommen? Die sind oft über 40 oder noch älter und haben vom Internet ganz offensichtlich überhaupt keine Vorstellung.

Andere Elemente habe ich mit etlichen Snippets realisiert, die ich in Sergej Müllers Toolbox themeübergreifend zur Verfügung stelle. Soweit meine Kenntnisse es zugelassen habe, habe ich die Änderungen, soweit ich es für sinnvoll hielt, nach CSS-Media-Queries differenziert.
Die 2-Spalten-Darstellung auf der Startseite des Originals gefiel mir nicht. Deshalb habe ich diese für große Auflösungen auf 1-spaltig umgestellt, während für andere Auflösungen die ursprüngliche 2-spaltige Darstellung weiterhin besteht.

Einige der Features, die das Theme mitbringt und die komfortabel über einen übersichtlichen und in mehrere Sektionen unterteilen Optionsbereich aus- und eingeschaltet werden können, setze ich hier nicht ein.Die „Share Buttons“ des Themes habe ich ausgeschaltet. Ich habe nicht herausgefunden, weshalb der Google+-Button nicht angezeigt wird.

Außerdem habe ich die beiden Sidebars angepasst. Sie sind hier gleichgroß, während sich im Original die Breiten deutlich voneinander unterscheiden.

Das Theme unterstützt den Awesome – Font. Eine tolle Sache, mit der man einiges tun kann. In Kombination mit Sergejs vorzüglichem SEO-Plugin wpseo lassen sich beispielsweise Follower-Zahlen von Twitter, Facebook-Page und Google+-Profil auslesen und im Blog ausgeben.  Hier kommt der Awesome-Font ebenfalls zum Einsatz. Externe Buttons oder Icons sind überflüssig.

Jetzt würde es mich natürlich sehr interessieren, wie euch das Ergebnis meiner Umbauarbeiten, die sich schon über eine Weile hingezogen haben, gefallen.

Als ich meinen vorletzten Theme-Wechsel vollzogen hatte, bekam ich dafür einigermaßen miese Kommentare. Und so schlecht sah dieses Thema nun wirklich doch auch nicht aus…

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