Fehler: Wer sich vergaloppiert und das nie zugeben würde

11. Dezember 2020

0 3 Min.

Gehör ich auch zu jener Spezies, die mit einem Fehler nicht gut umgehen kann? Ich denke schon.

Vize-Autor Felix Dachsel zählt mich vermutlich zu den „Eckhart-Verteidiger“n. So, wie ich hier vor einiger Zeit Xavier Naidoo vor überzogenen Angriffen verteidigt habe (…Boh eh), so war es also Zeit für Dieter Nuhr und Lisa Eckhart. Immer noch besser, als ein Corona-Leugner zu sein.

Maxim Biller hat in der SZ richtigerweise entschlüsselt, dass der antisemitische Ausfall bei Eckhart keine Ausnahme ist, sondern die Regel.

Warum das ZDF die Antisemitin Lisa Eckhart ausladen sollte

Vorwurf hält einer Prüfung nicht Stand

Ich habe mir schon viele Youtube-Videos mit Eckhart angesehen. Und zwar, weil ich sie mag und ihre mitunter anstößigen Texte brillant finde. Beispiele für einen grassierenden Antisemitismus habe ich außer beim Auftritt bei den „Mitternachtsspitzen“ nicht gefunden. Dabei wird jeder hoffentlich wissen, dass das eine oder andere „Versatzstück“ von Kabarettprogrammen immer mal wieder in neueren Auftritten vorkommen können.

Nicht nur Wodarg oder Bhakdi kämen zum Beispiel nie auf die Idee, ihre wahnwitzigen Thesen und Fehleinschätzungen öffentlich einzugestehen. Vermutlich auch deshalb, weil sie dann gesellschaftlich vollständig geliefert wären. Der Fluch einer sehr unwürdigen Popularität lässt sie nicht mehr aus ihren Klauen.

Übereinstimmungen

Stellungnahme von Lisa Eckhart zu Billers Artikel (inzwischen ist dieser zum Glück hinter einer $$$ Bezahlschranke verschwunden!

Ich räume ein, wenn ich Mist von mir gegeben habe. Zugegeben, ich habs einfach als kleiner Blogger. Egal, wie sie sich selbst sehen und einschätzen werden, Biller, Dachsel und genügend andere kämen nicht einmal im Traum darauf, ihre völlig überzogene Kritik zu hinterfragen.

Was Maxim Biller sich bei seiner Kolumne gedacht hat, leuchtet ein. Er gehört zu denen, die es sich nicht nehmen lassen, den „deutschen Schuldkomplex“ zu füttern. Er versteht den Umgang mit diesem „Instrument“ ebenso gut, wie die AfD. Gut, die Blickrichtung ist verschieden.

Hendryk M. Broder würde ich einer ganzen Gruppe von Leuten beiordnen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, ihre deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu quälen. Dabei möchte ich wetten, dass sich diese beiden Männer überhaupt nicht leiden können.

Fehlerlesen

Geschenkt, es gelingt diesen Leuten scheinbar spielend, den dunkelsten Teil unserer Geschichte als Waffe gegen alle Deutschen umzumünzen. Dass die verwendeten Geschütze, die dafür verwendet werden, immer schärfer werden, hindert sie nicht daran, sich fortgesetzt gegen diese Gesellschaft zu wenden.

Das ist zwar etwas anderes als politischer oder religiöser Fundamentalismus. Unserer Gesellschaft tut die unnütze Beschäftigung mit diesen selbstgerechten Intellektuellen in diesen schwierigen Zeiten nicht gut. Wir haben hinreichend andere Probleme. Ich bin froh, dass wir wenigstens ein paar Comedians, SatirikerInnen, von mir aus KabarettistInnen im Land haben, die uns ab und an mal ein Lachen aufs Gesicht zaubern. Und wenn Eckhart oder Nuhr diesen Idioten nicht passen, sollen sie abschalten und uns mit ihrem pseudointellektuellem Gequatsche verschonen.

Was für bekloppte Anschuldigungen gegen Dieter Nuhr nach seinem „Jahresrückblick 2019“

24. Dezember 2019

0 3 Min.

Manche Autoren wissen gar nicht, wie sie sich von Dieter Nuhrs Jahresrückblick und seinem allgemeinen Wirken überhaupt noch erholen sollen. Ein Tipp: Schalten Sie den Fernseher vorher einfach aus oder nutzen Sie Alternativen! Wenn ein Comedian für seine Aussagen in dieser fetten Art und Weise angeklagt und verurteilt wird, muss im Land irgendwas sehr grundsätzlich falsch laufen.

Dieter Nuhr ist ein mittelalter Comedian, den seine Gegner (dass es sowas auch bei diesem Berufsbild gibt, weiß ich seit Steimle) wahlweise als Neurechts oder als „alten weißen“ Mann betiteln. Vielleicht ist es auch sein Äußeres, das auf manche provozierend wirkt? Immerhin hat man früher mal gesagt, Nuhr hätte was von George Clooney…

Manche Autoren und Blogger rücken ihn in die Nähe von Rassisten und beschuldigen ihn, Antisemitismus zu verharmlosen; die Nazi-Diktatur gleich mit. Seine Witze über die in linken Kreisen schier sakrosankte Greta Thunberg sind unerhört und befeuern die Vorwürfe immer mehr. Die Absetzung der Nuhr – Shows wird gefordert. Als Begründung dafür könnten Begriffe wie „entartete Kunst“ herhalten. Wie diejenigen wohl reagieren, wenn man ihnen mit solchen Vorhaltungen kommt?

Die Beispiele, die sie gegen Nuhr anführen, stammen aus Nuhrs Programm und sollten immerhin unter seiner Anhängerschaft nicht gänzlich unbekannt sein. Wie viele Comedians, die ich kenne, baut auch Nuhr Gags in seine Show ein, die aus dem aktuellen Programm oder aus älteren entnommen sind. Sehen Sie sich bei Youtube die Beiträge von Pispers, Rether oder anderen Granaten an. Sie entdecken auch bei größeren Zeitabständen und völlig neuen Programmen immer mal Versatzstücke, die sie schon kannten. Ich kann daran nichts Schlimmes finden. Aber besagte Autoren nehmen daran Anstoß, sie tun gerade so, als sei Nuhr damit die Ausnahme.

Ich habe den Jahresrückblick 2019 von Nuhr gesehen und die anstößigen Elemente seines Vortrages nicht wahrgenommen.

Daraus mag man den Schluss ziehen, dass sogar Comedy abstumpft. Wäre mir egal! Ich bin von der Auseinandersetzung um politisch Korrektes mitgenommen. Ich erkenne die kritischen Teile dieses satirischen Jahresrückblicks nicht. Als ehemaligem aufrechtem Linken wäre das früher nie vorgekommen!

Wahrscheinlich haben die linken Kritiker vergessen, sich über die politisch korrekten, viel zu oft belehrenden, unwitzigen vorlesungsartigen Referate überhaupt Gedanken zu machen. Zu sehr entsprachen sie in ihrer ganzen Anlage der eigenen Sicht auf die Welt.

Sich darüber zu echauffieren, was von Wagner oder Hagen Rether so von sich geben, würde ihnen jedenfalls nie einfallen.

Ich sehe mir auch deren Programme an, mitunter auch live. Ich war auch schon live bei Dieter Nuhr und fand ihn witzig. Ich fühle mich gut unterhalten. Darum, dachte ich, soll es bei der Comedy gehen?! Aber die politische Korrektheit wird selbst dort eingefordert und zwar so brutal, dass man bei Verstößen sogar den Kopf des Protagonisten fordert. Sofern er Dieter Nuhr heißt und nicht als erstklassiger Linker durchgeht.

Nicht jedes Programm ist unterhaltsam. Dieses Urteil kann gefällt werden. Es kann wohl auch daran liegen, dass man selbst einen schlechten Tag erwischt hat oder die speziellen Dinge im Programm nicht für so witzig hält. Kann passieren! Ich würde das z.B. von den gefühlten Endlosprogrammen eines Hagen Rether sagen. Da sitzt du dir den Arsch über Stunden platt und deine Erkenntnisgewinne sind auch nicht viel größer als bei anderen Kabarettisten oder Comedians. Und gelacht hab ich auch kaum. Da solltet ihr aber mal meine Schwester hören. Sie war dabei und fand Rether einfach nur Klasse.

Man bekommt Stoff zum Nachdenken. Nicht bei allen Programmen. Je mehr Comedy, destoweniger Nachdenken? Im Kabarett sind die Ansprüche höher. Aber Nuhr sieht sich selbst doch als Comedian und nicht als Propagandist linker Gutmenschenträume.

Es macht mich sauer, wenn ich erleben muss, wie sich Linke mit krassen Forderungen gegenüber Andersdenkenden immer stärker positionieren. Wie kann man sich nur über Comedians / Satire in dieser Weise ereifern, wie es in manchen Medien immer krasser passiert?

Ich distanziere mich von solchen Leuten. Der Volksverpetzer, den ich längere Zeit hinweg gern gelesen habe, hat mit dazu beigetragen, dass ich allmählich einsehe, dass ich viele Jahrzehnte lang politisch auf der falschen Seite stand! Diese Art von Kritik, die auf die Vernichtung eines Menschen in seiner beruflichen Existenz abzielt, ist absolut inakzeptabel. Nicht nur politische Eiferei ist ekelhaft.

„Heute Show“, „Die Anstalt“, „Mann, Sieber“ oder Hagen Rether sind anders lustig als Dieter Nuhr

30. September 2019

0 3 Min.

Da sind SIE sich einig! Über Witze von Dieter Nuhr können der gemeine Linke und Rechte schon lange nicht mehr lachen. Kritikverschärfend wirkt Nuhrs Dauerpräsenz in der ARD.

Ich selbst kriege Krämpfe, wenn ich „Heute Show“, „Anstalt“, Mann, Sieber oder den verhinderten Hochschuldozenten Hagen Rether ertragen soll, denn dort wird der Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sehr wörtlich genommen. Mir kommt es immer mehr so vor, als würden sich die Autoren an sich selbst berauschen. Witzig sind sie nur manchmal und diese Phasen wirken im Gesamtvortrag beinahe deplatziert. Es geht nicht darum, dass der Stachel nachher tief im Fleisch des kapitalistischen Schweinesystems sitzt, sondern es geht in der Hauptsache darum, die Zuschauer zu belehren. Das ganze Palaver wirkt wie ein einziger Manipulationsversuch und ist oft überhaupt nicht mehr witzig.

Dieter Nuhr hat was über Greta Thunberg gesagt. Was für ein mutiger Mann. D A S — geht nämlich gar nicht.

Ich gehöre nun gar nicht zu denen, die sich auf Greta eingeschossen haben! Ich finde gut, was sie macht. Heute habe ich den Artikel „Warum Greta Thunberg uns so verstört und warum das so sein muss“ in der FAZ gelesen. Leider nicht ganz bis zum Schluss, weil leider während des Lesens die Bezahlschranke fiel.

Der Artikel von Feuilleton – Autor Claudius Seidl ist wirklich regelrecht warmherzig, wenngleich der Titel „Die schrecklichen Kinder“ etwas anderes verhieß. ABER, nicht deshalb hab ich ihn gelesen. Ich lese viele Artikel über die Bewegung und Greta Thunberg und das mit sehr viel Sympathie.

Was hat der zu allem Überfluss von den Öffentlich-Rechtlichen gesponserte Dieter Nuhr also getan? Er stellte eine rhetorische Frage und schloss unverschämter Weise eine Option gleich selbst aus:

Ich bin gespannt, was Greta macht, wenn es kalt wird? Heizen kann es ja wohl nicht sein.

Jetzt reicht es aber! Die Twittergemeinde war angewidert. Nuhr triggert mit zwei Sätzen den nächsten Shitstorm. Ihm wird’s gefallen haben, denn er kennt das längst.

Das geht vielleicht nur, wenn man Nuhr heißt.

Wahrscheinlich erlaubte er sich im Verlauf seiner Sendung noch ein paar weitere beherzte Worte, die die grün-linke Naturgemeinde aufheizte. Wenn die Heizung aus Überzeugung ausbleibt, sollte man dafür vielleicht dankbar sein?!

Nuhrs Qualität als Comedian (auch als Quotenbringer) sprechen ihm die Linksgrünen genauso ab wie die Rechten. Dass er trotzdem vor Jahren schon seinen Sitz im Olymp der Komiker der ARD eingenommen hat, nehmen ihm deshalb viele übel.

Komiker Shahak Shapira fand diese Worte: „Würde auch so uninspirierte Greta – Schweinewitze machen wenn ich dafür in die Twitter-Trends komme“.

Uninspirierter Grete – Schweinewitz? Nun, es geht beim normalen linken Fußvolk noch viel besser. Aber meine Zeit ist mir dafür zu schade, halt- und stillose Tweets der Nuhr – Basher zu zitieren. Es ist erbärmlich, wie krass Linke sich in ihrem Rechthabewahnsinn in alles einzumischen erlauben. Sogar das Lachen würden sie am liebsten verbieten. Jedenfalls, wenn die Basis für die Heiterkeit in einem politisch nicht sauberen Kontext steht.