Kein neues Auto mit 72

19. April 2026

Über 10 Jahre bin ich Rentenempfänger und habe deshalb noch immer kein schlechtes Gewissen. Manchmal denkt man ja, man müsse dieses haben, wenn man bestimmten Argumenten (z. B. der Jungen Union) folgen möchte. Keine Angst, jetzt geht’s gerade mal nicht um Politik.

Als ich 2015 in Rente ging hatte mein Auto einen Kilometerstand von ca. 145.000 km. Den Diesel hatten wir uns geleistet, weil ich 2007 einen Job in 150 km Entfernung angenommen hatte. Damals war das keine schlechte Entscheidung. Ich meine das mit dem Diesel.

Das Auto habe ich immer noch. Es steht größtenteils in der Garage. Der Kilometerstand beträgt aktuell ca. 184.000, also bin ich ungefähr 39.000 km in ca. 10 Jahren gefahren. Ich dachte eigentlich, es wären viel weniger Kilometer gewesen.

Ich hatte nie ein Faible fürs Fahren. Eher würde ich sagen, Autos und Fahren waren ausschließlich pragmatisch begründet. Von a nach b — ihr wisst schon.

Wir haben häufiger überlegt, das Auto zu verkaufen. Finanziell würde das nichts bringen. Außerdem würde ich nie auf die Idee kommen, mir noch einmal ein neues Auto zu kaufen. Vielleicht ja ein gebrauchtes E-Auto? Ich möchte lieber abwarten. Gewinnbringend wird das nicht sein. Streng genommen brauche ich kein Auto mehr.

Kürzlich haben meine Frau und ich darüber nachgedacht, noch einmal in die Schweiz zu reisen (Sigriswil am Thunersee wäre – wie schon so oft in unserem gemeinsamen Leben – unser Wunschziel). Mit dem Zug nach Thun, dann einen Leihwagen mieten, um das ca. 20 km entfernt liegende Dorf zu erreichen und von dort aus, ein paar Ausflüge unternehmen zu können. Nun — es ist wenig überraschend. Aber diese Destination kostet. Schweiz halt.

Ich sehe nicht, dass diese Reise so bald Realität werden könnte. Eher verkaufe ich wahrscheinlich meinen in die Jahre gekommenen alten Škoda Octavia RS. Er hat mir übrigens gute Dienste geleistet. Ein wenig hänge ich an ihm. Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

Vor einem Monat waren es noch 1.72, jetzt sind es 2,15 je Liter Diesel, plus 25 %

16. März 2026

Prof. Rieck hält die Planungen der dt. Regierung im Hinblick auf die Preise an den Tankstellen für wenig effektiv. Wenn man den Wettbewerb wirklich fördern wollte, müsste man die Preise eher für kürzere Intervalle (z. B. eine Stunde) festschreiben, damit ein zeitlich begrenzter Preisvorteil für eine Tankstelle entsteht, den die Konkurrenz nicht sofort eliminieren kann. Er erwartet, dass die Schere zwischen den Höchstpreisen am Morgen und den Tiefstpreisen am Abend durch die Regelung weiter auseinandergehen wird.

Ihm scheint das noch nie passiert zu sein, was ich sogar als Rentner in letzter Zeit schon erlebt habe. Da werden quasi von einer Minute zur anderen Preise geändert. Ich orientiere mich am Preisschild, fahr an die Zapfsäule und schwupp, ist ein anderer (leider höherer Preis) am Start.

Ich weiß, dass die geplanten Maßnahmen nicht der Bringer sein werden, halte den Versuch allerdings für richtig, dem unlauteren, ja unanständigen Vorgehen der auf diesem Markt tätigen Akteure einen Riegel vorzuschieben. Wie viel Freiheit für den Markt darfs denn sein, lieber Herr Prof. Dr. Rieck? Langsam geht mir der Mann mit seinen libertären und kapitalistischen Ansichten auf die Nerven.