Basteleien am Wordpress-Theme «Hueman»

8. Februar 2014

67 4 Min.

Ich finde es großartig, wie sich das Theme-Angebot für Wordpress-Blogs in den letzten Jahren entwickelt hat. Dank Ellen und Manuel gibt es neben den bisher schon vorhandenen weitere excellente Themes aus deutschen Designerwerkstätten.

Wie meine Leserinnen und Leser wissen, macht es mir viel Spaß, neue Themes zu finden und hier auszuprobieren. Ein Theme, das sich hier im Netzexil länger als 3 Monate hält, muss schon etwas bieten. Das mal vorweg, damit ich euch für das Thema vorbereite, auf das ich jetzt zu sprechen kommen möchte.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich die Website des schwedischen Webdesigners Alexander Agnarson entdeckt. Zuerst war ich von seinem neueren Wordpress-Theme „Anew“ sehr angetan und habe es in meinem Testblog ausprobiert. Obwohl es im Leistungsumfang vielleicht nicht mit den Bolliden unter den zum Teil recht teuren Premium-Themes mit ihren ganzen Features mithalten kann, hat mir dieses kostenlos einsetzbare Theme sehr gefallen.

Neben diesem hatte Alexander schon vor einigen Monaten das ebenfalls sehr attraktive Thema „Hueman“ veröffentlicht. Dieses ist natürlich zu Recht längst in die Theme-Auswahl von Wordpress.org aufgenommen worden. Wordpress.com wird sicher bald nachziehen. Das war (meine ich) bei einigen Themes von Elmastudio ebenfalls der Fall.

Achtet bitte darauf, dass es inzwischen schon die Version 2.1.0 gibt, die man direkt auf Alexanders Website downloaden kann. Die Version im Wordpress-Theme-Verzeichnis ist deutlich älter (1.3.6).

Ich wäre ja nicht ich, hätte ich das Theme nun einfach so gelassen, wie der Autor es gestaltet hat. Bei den Farbkombinationen habe ich meine eigenen Vorstellungen realisiert. Das machen wohl die meisten so. Aber vor allem auch, was die Gestaltung des Themes selbst angeht, habe ich Hand angelegt.

Dabei hat Alexander dankenswerterweise gleich selbst eine Vorausetzung dafür geschaffen, dass der normale User solche Anpassungen verhältnismäßig leicht vornehmen kann. Natürlich bietet er ein Child-Theme zum Download an. Aber das meine ich nicht. Er gibt seinen Themes eine custom.css mit. Damit kann man schon ziemlich viel anfangen und ist relativ sicher, bei einem Update nicht zu viel nacharbeiten zu müssen. Beim Einsatz des Child-Themes erübrigt sich dies ja ohnehin. Vorausgesetzt allerdings – man verfügt über rudimentäre CSS-Kenntnisse.

Ich bin Autodidakt. In der Praxis hat sich ergeben, dass ich Anhänger der Trial and Error – Methode wurde. Das ist chaotisch aber es hat auch ein bisschen mit Kreativität zu tun – meine ich jedenfalls. 🙂

Wenn ihr euch das Original bei Alexander anschaut, seht ihr (hoffentlich auf einen Blick), dass ich einiges geändert habe – die Farben jetzt mal beiseite gelassen.

Übrigens kann man auch an diesem Theme sehen, wie wichtig heute die Verwendung von Beitragsbildern geworden ist. Es gibt wenige Wordpress-Themes, bei denen man darauf verzichten könnte. Kein Wunder also, dass so viele Blogger in Deutschland in die Abmahnfalle tappen. Aber woher sollen Richter solche Informationen bekommen? Die sind oft über 40 oder noch älter und haben vom Internet ganz offensichtlich überhaupt keine Vorstellung.

Andere Elemente habe ich mit etlichen Snippets realisiert, die ich in Sergej Müllers Toolbox themeübergreifend zur Verfügung stelle. Soweit meine Kenntnisse es zugelassen habe, habe ich die Änderungen, soweit ich es für sinnvoll hielt, nach CSS-Media-Queries differenziert.
Die 2-Spalten-Darstellung auf der Startseite des Originals gefiel mir nicht. Deshalb habe ich diese für große Auflösungen auf 1-spaltig umgestellt, während für andere Auflösungen die ursprüngliche 2-spaltige Darstellung weiterhin besteht.

Einige der Features, die das Theme mitbringt und die komfortabel über einen übersichtlichen und in mehrere Sektionen unterteilen Optionsbereich aus- und eingeschaltet werden können, setze ich hier nicht ein.Die „Share Buttons“ des Themes habe ich ausgeschaltet. Ich habe nicht herausgefunden, weshalb der Google+-Button nicht angezeigt wird.

Außerdem habe ich die beiden Sidebars angepasst. Sie sind hier gleichgroß, während sich im Original die Breiten deutlich voneinander unterscheiden.

Das Theme unterstützt den Awesome – Font. Eine tolle Sache, mit der man einiges tun kann. In Kombination mit Sergejs vorzüglichem SEO-Plugin wpseo lassen sich beispielsweise Follower-Zahlen von Twitter, Facebook-Page und Google+-Profil auslesen und im Blog ausgeben.  Hier kommt der Awesome-Font ebenfalls zum Einsatz. Externe Buttons oder Icons sind überflüssig.

Jetzt würde es mich natürlich sehr interessieren, wie euch das Ergebnis meiner Umbauarbeiten, die sich schon über eine Weile hingezogen haben, gefallen.

Als ich meinen vorletzten Theme-Wechsel vollzogen hatte, bekam ich dafür einigermaßen miese Kommentare. Und so schlecht sah dieses Thema nun wirklich doch auch nicht aus…

Olympiade: Symbole und Marken sind halt wichtiger als der Sport

5. Februar 2014

67 4 Min.

Olympische Spiele gehören nicht mehr, wie es eigentlich gedacht ist, den Sportlern und Völkern der Welt. Sie gehören den Sponsoren, den Politikern der ausrichtenden Länder und nicht zuletzt auch den Medien. Das Sportfest ist in den letzten Jahrzehnten degeneriert zur Sportshow.

Samsung verlangt z.B. angeblich von den Sportlern, das Konkurrenz-Logo abzukleben. Nichts Fremdes, schon gar kein Wettbewerbsprodukt, soll der Werbewirkung der investierten Millionen die Sicht nehmen.

Heute hörte ich im Radio, wie jemand die „Herkulesaufgabe“ des im letzten Jahr gewählten neuen IOC-Chefs, Thomas Bach, beschrieb. Er sagte, wie schwierig es sei, die von Politikern in die falsche Richtung entwickelten Größer-Schöner-Weiter-Teurer-Olympiaden wieder auf ein normales Niveau zurückzubringen. Komisch, ich kann mich gar nicht entsinnen, dass Thomas Bach ein derartiges Vorhaben auf der Agenda hat. Dieses Thema hatte doch eher sein Kontrahent bei der Wahl um das Amt des Präsidenten des IOC.

Bei den jetzt stattfindenden Winterspielen und beim nächsten und übernächsten Events werden wir erleben – da bin ich mir ganz sicher – dass sich in dieser Hinsicht nichts, aber auch gar nichts ändert.

Beim „Tatort“ oder anderen deutschen TV-Ereignissen wird strikt darauf geachtet, dass es keine Schleichwerbung gibt. Wenn ein Kommissar eine Suchabfrage im Browser startet, lässt die Regie oder wer immer dafür zuständig ist, vorher extra irgendeine Fantasie-Suchseite einrichteten, damit nur ja nicht der Anschein eines Productplacements entsteht. Das führt in diesem Land nämlich zu einem riesigen Geschrei.

Bei Olympischen Spielen ist uns das alles ganz egal.

Foto von: wetterrolf – CC BY-NC-SA 2.0

Wer für Markus Lanz ist, hat nichts verstanden!

31. Januar 2014

67 4 Min.

Was in Gottes Namen ist so Schlimmes passiert, dass Stefan Niggemeier im Zusammenhang mit der unsäglichen Lanz-Petition schon wieder den Hammer rausholt? Ach. Ein Konservativer hat sich zu Wort gemeldet. Dazu noch einer aus der erlauchten Herausgeberschaft der „Zeit“.  An Josef Joffe kann man sich leicht abarbeiten. Wenn es darüber hinaus noch dazu dient, dem Affen Zucker zu geben – bitteschön. Eine Spur zu beifallheischend ist mir Niggemeiers Artikel im Zusammenhang mit der Kritik Joffes an gewissen Internet-Aktivitäten.

Mich erinnert das Getöse an die Urdebatte um den Begriff „Neoliberalismus“. Viele benutzen ihn ohne seine ursprünglich oder besser gesagt seine wirklich Bedeutung entsprechend zu würdigen. Dafür hat Bundespräsident Gauck zuletzt wieder ordentlich eins auf die Mütze bekommen – vor allem im Internet. Jeder weiß, welche kapitalistischen Auswüchse mit diesem Begriff angeprangert werden. Das hindert die Verteidiger frühkapitalistischer und jedenfalls in Deutschland nicht mehrheitsfähiger Wursteleien auf der fehlerhaften Nutzung des Begriffs herumzureiten. Begriffe sind halt auch wichtiger als Inhalte.

Und das passiert auch im Fall Josef Joffes durch Stefan Niggemeier. Ein alter Mann (unverschämt!), der unverzeihlicherweise manche Dinge rund ums Internet  immer noch nicht kapiert hat, verbreitet seine Thesen und zieht Vergleiche. Die Thesen gehen heutzutage noch durch. Aber Vergleich? Meine Herren! Mit Vergleichen holt man sich die Pest ins Haus. Selbst dann, wenn man für „die Zeit“ schreibt.

Es nervt und trotzdem ist die Debatte auch irgendwie spannend. Ich meine nicht das Thema Joffe, das Niggemeier hier thematisiert. Nein, es geht um die „Abstimmung über Lanz“. Die über 200.000 Petitionszeichner wollten doch nur ihr Missfallen kundtun mit diesem Moderator, den sowieso keiner leiden mag. Ich kann mich Joffe nur anschließen: „Doch der eigentliche Skandal ist der Shitstorm, der nachdenkliche Menschen in die Depression treiben müsste“.

Foto von Manfred Sauke, „Die Zeit“

[Webmasterfriday] Bist du auch schon mal im Internet betrogen worden?

31. Januar 2014

67 4 Min.

Um sich über die „Abzocke im Internet“ auslassen zu können, muss man jedenfalls zu den Konsumenten gehören, die sich auf das Risiko eingelassen haben, überhaupt Produkte im Netz einzukaufen. Das ist aber wohl selbst in meiner Altersklasse (60+) ziemlich verbreitet. So kann ich denn auch eine kleine Geschichte zum Thema des dieswöchigen Webmasterfriday beitragen. Persönlich habe ich nämlich auch mal eine, wie ich fand, vergleichsweise teure Erfahrung mit dem gemacht, was man als Betrug oder von mir aus als Abzocke im Internet betrachten muss.

Bevor ich meine Geschichte kurz erzähle eine Vorbemerkung. Mein PayPal – Konto nutze ich sehr gerne und für meine Verhältnisse auch einigermaßen regelmäßig. Und doch beschleicht mich oft ein ungutes Gefühl, wenn ich mir vorstelle, wie viele Leute negative Erfahrungen gesammelt haben. Nicht speziell mit PayPal, sondern ganz generell mit Geschäften im Web. Ich denke, dass selbst die bekannten Vorsichtsmaßnahmen uns Kunden nicht wirklich davor schützen können, böse Erfahrungen zu machen. Dabei ist es nur eine spezielle Variante, wenn man ein Produkt im Internet bestellt, das sich im Gebrauch als mangelhaft herausstellt. Immerhin hatte man eine Lieferung erhalten. Auch wenn sich das Produkt später als unbrauchbar erwies oder man einfach damit unzufrieden war. Der Gesetzgeber hat für diesen Fall nicht ohne Grund besondere gesetzliche Regeln eingeführt, die den Verbraucher ziemlich gut schützen. Ich meine z.B. das Rücktritts- oder Rückgaberecht, das den Online-Handel andererseits vor ziemlich große Probleme stellt. Die Retourenquoten sollen zum Teil exorbitante Größenordnungen haben. Ob die strengen deutschen Regeln auch in der Zukunft Bestand haben werden, bleibt einmal abzuwarten.

Erst kürzlich habe ich über einen Freund eine Samsung SSD bei Amazon bestellt. Ich hatte ja – was ich hier groß thematisiert habe – meinen Account (der seit 1996 existierte) aufgrund der ARD-Reportage über die Ausbeutung von Leiharbeitern gekündigt. An den Diskussionen hierüber haben sich manche ja rege beteiligt. 🙂 Übrigens habe ich vergangene Woche einen neuen Account eingerichtet. Ich hatte nämlich zu meinem 60. Geburtstag von meinen lieben Kolleginnen und Kollegen einen Gutschein geschenkt bekommen. Dreimal dürft ihr raten von welcher Onlinehändler.

Toshiba – Notebook

Vor etwa sieben Jahren habe ich ein Notebook von Toshiba gekauft. Nicht im Online-, sondern im stationären Handel. Schon nach etwas mehr als 1/2 Jahr schien der Akku defekt zu sein. Jedenfalls dachte ich, es wäre der Akku. Ich dachte: fein, ein Garantiefall. Von wegen! Auf den Akku wurde lediglich eine Garantie von 6 Monaten gewährt. Clever wie ich sein wollte, habe ich im Internet nach günstigen Akkus für das Gerät gesucht. Schnell wurde auf einer Internetseite fündig. Es dauerte relativ lang, bis ich das Teil zugeschickt bekam (fast 3 Wochen!). Der Akku passt nicht. So etwas kann passieren. Noch war ich nicht beunruhigt. Aber dann stellte ich fest, dass die Firma, von deren deutschem Webangebot ich Gebrauch gemacht hatte, ihren Sitz in China hat. Soooo dämlich! Einen Umtausch habe ich unter diesen Umständen erst gar nicht versucht. Wahrscheinlich hätte ich, wie man so sagt, schlechtem Geld gutes hinterhergeworfen.

Und jetzt kommt’s. Die hat aber nichts mit dieser negativen Erfahrung mit einem Internetkauf zu tun. Ich habe einen Akku im stationären Handel bestellt. Der der 20 Euro teurer. Das Scheiß-Notebook hatte eine Macke und nicht der Akku. Jetzt war wieder die Garantiezeit ein Kriterium. Blöd, in der Zwischenzeit waren nämlich die zwei Jahre auch rum. Eigene Blödheit. Übrigens nutze ich das Notebook immer noch. Von der Steckdose kann ich mich aber leider nicht wegbewegen.

Wir bestehen auf freie Meinungsäußerung und mobben dann, was das Zeug hält

28. Januar 2014

67 4 Min.

Stefan Niggemeier hat es wieder mal geschafft, einen Kommentar – diesmal zur Causa Markus Lanz – zu schreiben, den man sich, wie man so sagt, hinter den Spiegel stecken kann.

Stimmt schon: einerseits sind es „professionelle Journalisten“, die in ihren Medien die Petition gegen ZDF-Lanz erst richtig gepusht und sich dabei oft genug der Netzgemeinde gegenüber im Ton vergaloppiert haben. Andererseits jedoch spricht er damit auch ein Missverständnis an, mit dem wir voraussichtlich noch eine ganze Weile umgehen müssen. Da braucht gar niemand zu lachen, weil ihm dazu sofort die Neuland – „Debatte“ einfällt.

Denn es bleibt offenkundig eine Herausforderung, mit den neuen Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, wenigstens halbwegs klug und verantwortungsbewusst umzugehen und nicht jede abweichende Meinung gleich von vornherein als Nachweis dafür zu werten, dass viele dieses Internetgedöns immer noch nicht kapiert hat. Das greift nämlich entschieden zu kurz und solange der Diskurs sich im Wesentlichen darin erschöpft, sich gegenseitig Unverständnis vorzuhalten, kommen wir nicht Stück voran.

Persönlich bleiben mir die Mechanismen, mit denen wir hier konfrontiert sind, weiter unheimlich. Vor allem weil alle Kombattanten in uneinsichtiger und immer aggressiverer Art und Weise verbal aufeinander losgehen.

P.S.: Wie oft muss man in diesem Zusammenhang lesen, wie sich Journalisten aber auch Blogger darüber echauffieren, wie viele überflüssige Texte in dieser Angelegenheit schon verfasst wurden. Mag ja sein. Allerdings eignet sich gerade dieses Thema wieder einmal dazu, sich sich erneut mit den Mechanismen zu befassen, die immer noch sehr frisch und deshalb noch längst nicht verstanden und auch noch nicht gelernt sind.

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