Krankenhaus-Erlebnisse der verkeimten Art

13. August 2015

0 4 Min.

Als Patient ins Krankenhaus überwiesen zu werden ist für jeden eine unangenehme Erfahrung. Auch, wenn es „nur“ um vermeintliche Kleinigkeiten geht.

Wenn ein Mensch erst einmal über 90 Jahre alt ist, ist die Chance, dass es zu kritischen Symptomen kommt, leider deutlich höher als bei jüngeren Leuten.


Jetzt warst du eine verflucht lange Woche im Krankenhaus. Und alles, was anhand der vorliegenden Symptomatik gemacht wurde, beschränkt sich darauf, die Blutdruckmedikamente neu einzustellen.

Weder du selbst noch deine Angehörigen wissen so richtig, ob diese Änderung der Medikamente überhaupt nötig gewesen wäre. Du hast es gehört aber nicht verstanden — obwohl deine Angehörigen und du nachgefragt haben. Vertrauen tut not.

Die Schwindelgefühle sind zwar nicht ganz verschwunden. Aber du fühlst dich besser. Den Vorschlag der behandelnden Ärzte, zur Rehabilitation in eine geriatrische Abteilung in ein anderes Krankenhaus verlegt zu werden, lehnst du entschieden ab. Die Klink wäre 40 km vom Ort entfernt und du willst lieber nach Hause.

Zu Hause ist es am schönsten. Dort fühlst du dich gleich viel behaglicher als in jedem Krankenhaus. Die meisten werden das Gefühl vermutlich ohne weiteres nachvollziehen können – vor allem dann, wenn sie schon mal in einem Krankenhaus gelegen haben.

Keim-Test bei erneuter Aufnahme ins gleiche Krankenhaus

Die Freude währte nicht lange. Durch eine falsche Dosierung (ärztlich verordnet) muss du am gleichen Tag mit dem Notarzt wieder ins Krankenhaus. Der Blutdruck war so stark abgefallen, dass ein Kreislaufkollaps folgte.

Bei dieser erneuten Aufnahme ins Krankenhaus gibt es eine Besonderheit. Du wirst auf multiresistente Keime untersucht. Bei der ersten Aufnahme gab es diese Untersuchung nicht!

Nach einer guten Woche stand die erneute Entlassung unmittelbar bevor. Wieder freust du dich, endlich nach Hause zu kommen.

Als wir dich am frühen Abend besuchen wollen, war dein Bett leer. Wir fragten nach und erhielten die Antwort, der Patient befinde sich in einem Einzelzimmer in Quarantäne.

Es war ein heißer Sommertag im letzten Jahr. Du liegst verstört und weinend im Bett. Man hatte dir vermutlich erklärt, warum diese Verlegung überhaupt nötig war. Aber du leidest unter Schwerhörigkeit. Den Grund dafür hattest du nicht verstanden. Deshalb hast du dir die schlimmsten Gedanken gemacht.

Seit du am frühen Nachmittag in dieses Einzelzimmer verlegt worden war, hatte noch nicht ein Mensch dein Zimmer betreten. Du hast keinen Hunger, keinen Durst.

Deine Entlassung war für den Morgen des kommenden Tages geplant.

Ich hatte einen ziemlichen Kloß im Hals und war fest entschlossen, dich an diesem Morgen aus dem Krankenhaus abzuholen.

Ich sprach die behandelnde Ärztin darauf an, dass ich dich abholen wolle, sie möge bitte die erforderlichen Formalitäten in die Wege leiten. „Das werden sie nicht“, entgegnete sie mir etwas aggressiv. Ich muss allerdings einräumen, dass mein Tonfall davor vermutlich auch nicht gerade freundlich war. Ich verlangte, den Oberarzt zu sprechen. Er argumentiert zunächst wie seine Kollegin.

Mach es selbst!

Ich erklärte dem Arzt, dass wir die Verantwortung für dich übernehmen und dich zu Hause weiterpflegen werden. Die notwendige Behandlung der Keime würden wir in sachgerechter Form übernehmen.

Man könnte uns doch sicher die erforderliche Einweisung geben. Damit erklärte sich der Arzt schließlich einverstanden.

Wir wurden kurz darüber belehrt, wann und wie die Keimbehandlung, die sich auf Mundhöhle und Achseln (in der Leiste waren keine Keime festgestellt worden) beschränkte, ablaufen muss.

Wir wurden dann gebeten, uns noch einige Stunden zu gedulden. Die Prioritäten lägen im Moment nicht bei der Entlassung von Patienten, sondern anderswo. Auch dagegen habe ich protestiert und gesagt, dass wir dich jetzt mitnehmen möchten. Ich käme später vorbei, um die Formalitäten abzuwickeln. Darauf haben wir uns schließlich einigen können.

Also haben dich zu Hause gepflegt. Du warst nach ungefähr zwei Wochen ebenfalls keimfrei.

Zusammenarbeit Krankenhaus / Angehörige

Für die erforderliche Nachuntersuchung hatte ich im Krankenhaus angerufen, um einen Termin zu erhalten. Es wurde beim Oberarzt zurückgefragt, ob und wann wir mit dir zur Untersuchung kommen könnten. Es erfolgte ein Rückruf, bei dem mir ein Termin genannt wurde.

Der Tag war gekommen. Aber zum Termin wusste im Krankenhaus keiner Bescheid. Mehr noch, man weigerte sich dort, die erforderliche Untersuchung überhaupt durchzuführen.

Und es wurde wieder unangenehm – für das Personal, den inzwischen wieder herbeigerufenen Oberarzt sowie für mich.

Letztlich haben wir uns darauf geeinigt, dass wir die nötigen Proben entnehmen und sie zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen.

Das hat schließlich geklappt. Wir haben uns danach von unseren Hausärzten auf Keimbefall untersuchen lassen. Die Ergebnisse waren negativ.

„Echten“ Vollbildmodus für Wordpress ein- und ausschalten

6. August 2015

0 4 Min.

Wer viel schreibt, wird den geänderten Vollbildmodus im Backend von Wordpress zu schätzen wissen. Ich habe ihn meistens eingeschaltet. Das „Drumrum“ brauche ich erst später.

Ich muss allerdings sagen, dass ich den „echten“ Vollbildmodus, den es davor mal für kurze Zeit gegeben hat, mehr geschätzt habe. Caschy veröffentlichte kürzlich in seinem Blog ein Code-Fitzelchen, mit dessen Hilfe man das Icon wieder herzaubern kann, mit dessen Hilfe dieser „echte“ Vollbildmodus wieder ein- und ausgeschaltet werden kann.

add_filter('mce_buttons', 'my_mce_buttons');
function my_mce_buttons($buttons) {
$buttons[] = 'fullscreen';
return $buttons;
}

Der Code muss in die functions.php deines Themes eingefügt werden. Je nach dem Struktur des Themes ist das einfach. Sonst musst du die Stelle finden, an der dein aktuelles Theme die normalerweise darin untergebrachten Funktionen „versteckt“ hat.

Ich nutze schon seit Jahren „Toolbox“ von Sergej Müller. Darin liegt ein File (Modul), in das ich einige wenige nützliche Code-Fitzelchen eingefügt habe. Das funktioniert wunderbar und man wundert sich später nicht darüber, dass das Icon wieder futsch ist. Zum Beispiel dann, wenn man einen Theme-Wechsel durchführt. Soll ja ab und an vorkommen 🙂

Leider hat Sergej inzwischen seine Wordpress-Entwicklungen eingestellt. Und nicht nur das. Leider sind aus der Wordpress-Bibliothek auch einige seiner Plugins verschwunden. Dazu gehört Toolbox. Cachify, Statify, Optimus und WP Seo wurden von anderen Entwicklern übernommen und sind weiter verfügbar. Bei Toolbox muss man sich eine der zahlreichen Alternativen suchen. Leider ist nichts für ewig. Mit „Code Snippet“ wird diese Alternativlösung sicher ebenfalls gut funktionieren. Auf kurz oder lang werde ich mir wohl dieses Plugin als Ersatz für Toolbox anschauen müssen 🙁

Mit dem folgenden Snippet habe ich eingestellt, dass sich „fremde Links“ in einem neuen Fenster öffnen. Ich weiß, dass ich kein Web-Standard. Aber ich mag das halt lieber so.

/* Externe Links im eigenen Fenster */

if (!is_admin()) {wp_deregister_style("cfq");}

function wp_change_target($content){
 return preg_replace_callback('/<a[^>]+/', 'wp_target_callback', $content);
}

function wp_target_callback($matches){
 $link = $matches[0];
 $mu_url = get_bloginfo('url');

 if (strpos($link, 'target') === false){
 $link = preg_replace("%(href=S(?!$mu_url))%i", 'target="_blank" $1', $link);
 }elseif (preg_match("%href=S(?!$mu_url)%i", $link)){
 $link = preg_replace('/target=S(?!_blank)S*/i', 'target="_blank"', $link);
 }
 return $link;
}
add_filter('the_content', 'wp_change_target');

WTF ist Einzelhandel?

4. August 2015

0 4 Min.

Gegen Amazon darf ich nicht viel sagen. Ich habe nämlich mein Pulver schon verschossen. Außerdem gibt zu viele, die für dieses Unternehmen engagiert Stellung beziehen.

Über das Unternehmen Amazon habe ich mich schon einmal so empört, dass ich meinen Kundenaccount kurzerhand gekündigt habe. Ein langjähriger Kunde (Umsatz ca. 100 Euro p.a.) kündigt einem Multimilliardendollar-Unternehmen die Freundschaft. Whow.

Dieses einschneidende Erlebnis liegt 2 Jahre zurück.

Inzwischen ist einiges passiert. Längst habe ich einen neuen Account. Ich bin Prime-Mitglied und sehe mir zusammen mit meiner Frau mit großem Vergnügen Filme via „Fire TV Stick“ an.

Armselig so was.

Aber heute geht es mir um etwas anderes. Das hat allerdings auch was mit Amazon zu tun. Aber nicht nur. Es geht um unser Kaufverhalten im Allgemeinen und die vielleicht in nicht so ferner Zukunft bevorstehenden Folgen, die derlei Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit mit sich bringen könnten.

Einbildung ist auch eine Bildung

Meine Frau ist seit Jahrzehnten im Einzelhandel tätig. Sie kennt sich aus und kann über das Käuferverhalten viel Interessantes erzählen. Viele Menschen wissen eine gute Beratungsleistung zu würdigen. Uns kommt es so vor, als seien das meistens ältere Leute. Viele Jüngere sagen Verkäuferinnen und Verkäufern häufig nach, sie gäben der „Servicewüste Deutschland“ ein Gesicht. Sie seien übellaunig und nicht motiviert. Das ist nicht neu aber dafür platt. Ich vermute, dass kommt daher, dass zu viele heute studieren oder ihr Studium gerade hinter sich haben.

Zum Glück gibt es ihn noch – den Facheinzelhandel

Meine Frau und ich kaufen aus Überzeugung immer noch im Facheinzelhandel. Natürlich nicht nur aber sehr regelmäßig. Nun wird sich mancher fragen: „WTF ist Facheinzelhandel?“

Nun, das sind so eher kleine Geschäfte, auf die man in Großstädten seltener stößt als auf dem flachen Land. In Kleinstädten und Dörfern hat man mehr Glück.

Sieht man sich dazu ein paar Statistikdaten an, sieht das nicht mal so schlecht aus. Über 360.000 Geschäfte zählten wir 2013 in Deutschland. Aber 2002 gab es noch 418.000 Geschäfte. Das entspricht einem Rückgang von ca. 14% in nur elf Jahren.

Der e-Commerce Sektor freut sich über riesige Zuwächse.

Bedarf im Einzelhandel decken

Im letzten Monat erst haben wir eine neue Waschmaschine gebraucht (unsere 2. Waschmaschine von „AEG“ wollte unbedingt nach 17 Jahren vorzeitig in Rente). Wir haben protestiert. Aber ihr habt ja miterlebt, wie es der Union gegangen ist, als sie die Rente mit 63 verhindern wollte.

Aus Gerechtigkeitsgründen war ich plötzlich der Meinung, dass unsere über 30 Jahre alte Stereoanlage von „Onkyo“ endlich digitalen Standards zu entsprechen hätte.  Damit lagen also gleich 2 mittlere Investitionen an.

Da geht es also schon um etwas Kohle und deshalb will gut überlegt sein, ob man billig und cool übers Internet kauft oder old-school-mäßig im Facheinzelhandel.

Solche Fragen stellen sich heute tatsächlich noch? Ich drücke es mal nett und halbwegs neutral aus: Ihr findet, das sei wieder so eine typische Überlegung von älteren Leuten, die keinen Schimmer davon haben, wie man heutzutage clever und günstig einkauft?!

Eine Ideologie ist es nicht, eine Überzeugung aber schon

Wenn ich kein Auto zur Verfügung hätte, um mit der Bahn oder dem Bus von A nach B zu kommen, ich würde ein Taxi nehmen.

Wenn Uber, dieses hochgelobte und total überbewertete Startup (50 Mrd. $) in Deutschland eine Rolle spielen würde, ich könnte diese „Dienstleistung“ nicht in Anspruch nehmen! Aus Prinzip. Ich bin komplett auf der Seite der französischen Taxifahrer, die dort Rabatz gemacht und Uber eine echte Harke gezeigt haben.

Meine Frau ist dabei. Also schauen wir ziemlich genau auf die Preise. Wir sehen uns die Produkte genau an, für die wir uns interessieren und zwar im Einzelhandel.

Wir lassen uns beraten und empfinden es als einen großen Vorteil, in einem persönlichen Gespräch mit Fachleuten etwas über das Produkte zu erfahren, für das wir uns interessieren.

Bei einer Investition dieser Größenordnung ist das Vorgehen bis dahin wahrscheinlich mehrheitsfähig.

Aber ab diesem Zeitpunkt kann man es auch anders machen. Man geht also zuerst in den Fachhandel, lässt sich von hinten bis vorne beraten, fotografiert mit dem Handy das infrage kommende Produkte, nimmt Prospekte mit und vielleicht noch ein schriftliches Angebot und dann — geht zufrieden nach Hause und setzt sich an den PC.

Preisvergleichsportale sind die Wahl der Mittel

Tante Google oder eine andere bevorzugte Suchmaschine tritt nun in Aktion. Virtuell und schmerzfrei. Schwupp hat man Vergleichbares zum unvergleichbar günstigeren Preis.

Man überlegt kurz, ob man es so machen will und zack, der Kauf ist eingetütet. Der Fachhändler schaut in die Röhre, die qualitativ gute Beratung, die Zeit, also auch Geld kostet, war für ihn eine glatte Fehlinvestition. Schmerzfrei bleibt es für den Kunden, der Händler hatte einmal mehr keine Chance.

Der Kunde hat Spaß – auch, weil er erwiesenermaßen nicht blöd ist. Oder sagen wir es so: Noch hat er nicht gemerkt, wie blöd er ist.

Das sagt der Spezialist in Sachen „Digitale Agenda“

31. Juli 2015

0 4 Min.

Unter den Stellungnahmen, die zur öffentlichen Empörung über die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen zwei Autoren des Blogs Netzpolitik.org abgegeben wurden, sind IMHO wenige, die Verständnis für die Ermittlung wg. Landesverrat äußern oder diese total überzogene Maßnahme sogar unterstützen.

Eine ist mir besonders ins Auge gefallen. Sie stammt nämlich ausgerechnet vom Vorsitzenden des Bundestagsausschusses „Digitale Agenda“, Jens Koeppen.

Anders äußerten sich CDU-Politiker: Jens Koeppen, Vorsitzender des Ausschusses „Digitale Agenda“ im Bundestag, schrieb auf Twitter: „Wenn etwas als ‚Verschlusssache – vertraulich‘ eingestuft wird, dann gilt das auch für Journalisten und die, die es gerne sein wollen…“ Damit bezog er sich darauf, dass die Autoren von Netzpolitik nicht für klassische Medien arbeiteten. Koeppen fügte noch an: „Wofür die Pressefreiheit heutzutage alles herhalten muss. Ups..“.Quelle: Generalbundesanwalt stoppt Ermittlungen gegen „Netzpolitik“ | LINK

Vielleicht hat Koeppen sich über denen einen oder anderen der zahlreichen Artikel bei Netzpolitik.org geärgt und somit motiviert gefühlt, das so platt als Statement in die Welt zu pusten?

Das ist ein typischer Fall von Borniertheit, die man von einem Mann in dieser Funktion nicht erwarten sollte. Kein Wunder, dass Deutschland in Sachen „Digitale Agenda“ so gut dasteht. Koeppen hat augenscheinlich keine Antennen dafür, wie sich die Welt um uns herum verändert hat. Ja, ich bin gemein. Aber mit solchem Personal kann das mit unserer digitalen Agenda noch dauern.

Aber wenigstens hat der Mann sich da schon mal umgesehen, wo es besser funktioniert.

Derzeit liegt der Durchschnittswert in Deutschland laut jüngstem Akamai-Internet-Report bei 8,7 Mbit/s, während die Spitzenpositionen von Südkorea (25,3 Mbit/s) und Japan (16,3 Mbit/s) eingenommen werden. Aber auch dort konzentriert sich der Netzausbau vor allem auf die Ballungsräume.Quelle: Deutscher Bundestag – Digitale Agenda: Reise in die digitale Welt Südkoreas und Japans | LINK

Die regierungskonforme Medienlandschaft hat sich heute aufgelöst

31. Juli 2015

0 4 Min.

Sicher hat Heiko Maas (er ist als Bundesjustizminister der vorgesetzte Dienstherr der Generalbundesanwaltschaft) wegen seines „Einknickens“ bei der Vorratsdatenspeicherung Kredit verloren. Wenn eine seiner Behörden nun mit dem Vorwurf „Landesverrat“ vorprescht und das dazu auch noch im gleichen Kontext, wird es langsam schon peinlich. Jedenfalls würde es den meisten peinlich sein. Vielleicht hat er deshalb seinen Generalbundesanwalt zurückgepfiffen.

Aber ich verstehe auch, wenn „Netzpolitik.org“ dessen Intervention gegen die Ermittlungen als Nebelkerze betrachtet – ganz nach dem Motto: erst mal ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen und dann weitermachen…

Der Generalbundesanwalt will das Verfahren nun zunächst ruhen lassen, um ein Gutachten einzuholen. Beruhigt Sie das? Nein, das ist leider gar kein Grund zur Entwarnung. Es irritiert eher, dass erst die Ermittlung gestartet und die Öffentlichkeit informiert wird, um dann ein Gutachten einzuholen. Das bestätigt eher unsere These, dass es sich bei den Ermittlungen um einen Einschüchterungsversuch handelt.Quelle: Markus Beckedahl, Betreiber von Netzpolitik: „Wir sehen die Ermittlungen als Einschüchterungsversuch“ – Medien – Tagesspiegel | LINK

Ich hoffe und glaube, das Gegenteil wird der Fall sein. Maas erwähnte in seiner Depesche an Rang, dass er nicht den Eindruck habe, dass die Journalisten von „Netzpolitik.org“ mit ihrer Veröffentlichung die Bundesrepublik Deutschland benachteiligen oder eine fremde Macht begünstigen wollten.

Der öffentliche Druck ging, soweit ich es gesehen habe, in eine einzige Richtung, und er wird dazu führen, dass die Ermittlungen sehr bald ganz eingestellt werden. Oder wird diese Regierung so dumm sein, sich auf eine Debatte einzulassen, die ihr ganz sicher auf diesem Terrain ramponiertes Image vollends zerschlägt?

Trotzdem möchte ich nicht in der Haut von Markus Beckedahl und André Meister stecken. Beckedahl äußerte im Tagesspiegel-Interview die Sorge, dass ihre Arbeit bei „Netzpolitik.org“ lahmgelegt werden könnte, wenn es dennoch zu einem langjährigen Gerichtsverfahren kommen würde. Die Ressourcen, um einen Rechtsstreit durchhalten zu können, stehen nicht zur Verfügung. Und daran werden Spendenaktionen vermutlich nicht viel ändern können.

Diese Sorge ist also absolut nachvollziehbar und sie zeigt die Hinterfotzigkeit dieses Versuches, der auf das schwächste Glied, einen „kleinen“ Blog, abzielt.

Das Argument von Frau Künast gefiel mir übrigens gut:

„Umso befremdlicher ist, dass der Generalbundesanwalt ausgerechnet in diesem Fall Ermittlungen einleitet, während gegen das massenhafte Ausspähen durch die NSA nicht vorgegangen wird“, sagte Kubicki am Freitag in Kiel.Quelle: Generalbundesanwalt stoppt Ermittlungen gegen „Netzpolitik“ | LINK

Allerdings gehts auch anders herum:

Anders äußerten sich CDU-Politiker: Jens Koeppen, Vorsitzender des Ausschusses „Digitale Agenda“ im Bundestag, schrieb auf Twitter: „Wenn etwas als ‚Verschlusssache – vertraulich‘ eingestuft wird, dann gilt das auch für Journalisten und die, die es gerne sein wollen…“ Damit bezog er sich darauf, dass die Autoren von Netzpolitik nicht für klassische Medien arbeiteten. Koeppen fügte noch an: „Wofür die Pressefreiheit heutzutage alles herhalten muss. Ups..“.

Die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU) schrieb auf Twitter: „Selbstverständlich gilt Pressefreiheit wie jedes andere Grundrecht nicht schrankenlos. #Landesverrat“.

Auch der Medienrechtler Rolf Schwartmann von der FH Köln drückte seine Verwunderung über die Solidaritätswelle aus: „Beckedahl muss jetzt das breite Kreuz zeigen, das er immer für sich beansprucht.“ Ein Journalist, der wie Beckedahl das Presserecht ständig strapaziere, müsse damit rechnen, dass der Rechtsstaat mit legitimen Mitteln prüfe, ob ein Straftatbestand vorliege. Schwartmann befürchtet, „dass Rechte immer wieder durch den Druck der Netzgemeinde ausgehebelt werden“.Quelle:  FAZ / Generalbundesanwalt stoppt Ermittlungen gegen „Netzpolitik“ | LINK

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