Sehen Sie es intergalaktisch, nicht so vaginal

24. Juli 2015

Jenny Friedrich-Freksa hat bei Zeit Online einen stilistisch locker-flockigen, jedoch auch einen, wie mir erst nach der kompletten Lektüre klar wurde, diskriminierenden Artikel über den 72jährigen Wolfgang Schäuble sowie mindestens eine ihm nachfolgende Generation geschrieben.

Schäuble und die Älteren von uns gefährden in ihrer präglobalisierten Sicht das Projekt Europa. Der ehrenwerte Vorstoß von Leuten wie Tspiras und Varoufakis, die Finanzindustrie in die Schranken zu verweisen, ist an Leuten wie uns gescheitert.

Nichts fürchtet der Berliner mehr als Kleingeister, die eine kosmopolitische Stadt zurückentwickeln auf ein Lebensmodell, das sich ums Schaffe-und-Häusle-kaufe dreht.Quelle: Wolfgang Schäuble: Sicherheitsrisiko Schwaben | ZEIT ONLINE | LINK

Das Ergebnis der Abstimmung innerhalb der Berliner CDU über die „Ehe für alle“ stand noch aus. Sonst hätte Frau Friedrich-Freksa eine andere Formulierung gewählt. Aber vielleicht auch nicht.

Die politische Generation nach ihnen, die Generation Schäuble, ist eine größtenteils provinziell geprägte Generation, Klassenfahrt von Bonn nach Berlin, Studium in Bietigheim-Bissingen, solche Horizonte.Quelle: Wolfgang Schäuble: Sicherheitsrisiko Schwaben | ZEIT ONLINE | LINK

Es ist ein alter Hut, dass sich die Berliner ganz wunderbar und in voller Arroganz über die provinziellen Restbürger dieser Republik erheben. Aber gedacht, liebe Frau Friedrich-Freksa, wird auch außerhalb Berlins. Und Sie wissen, das ist manchmal anstrengend. Vor allem, wenn die Handlungsalternativen nicht unbedingt auf der Hand liegen.

Mich kotzt so ein oberflächliches Gelaber gewaltig an und das musste ich jetzt los werden. Unterschiedlicher Meinung kann man sein und auch Kritik ist absolut ok. Aber die hier angewendete Methode ist so von oben herab, dass ich mich nur schütteln kann.

Ich bin so wütend, dass ich mich jetzt erst frage: Wieso verteidige ich eigentlich Schäuble?

Manche schämen sich heute, Deutsche zu sein

13. Juli 2015

Kleiner haben wir es nicht! Gestern und heute bei Twitter und Facebook. Das deutsche Scheusal ist zurück. Und es hat ein Gesicht. Nee, Leute – so nicht!

Dabei hat natürlich Tsipras den Coup gelandet. Er hat mit seinem Referendum das Ziel verfolgt, die Eurogruppe zu spalten. Und das ist ihm, wie jeder sehen kann, mit Bravour gelungen. Ich finde es geradzu peinlich, wie manche Staats- und Regierungsschecks darauf hereingefallen sind. Oder haben sich seither irgendwelche Fakten verändert, die diesen Sinneswandel erklären könnten? Natürlich nicht!

Dass bei den inflationär häufigen Talkshows zum „Sorgenkind“ Griechenland fast immer die gleiche (linke) Besetzung provoziert Stimmung gemacht hat, ist mir aufgefallen. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, diese, einigermaßen enerviert, trotzdem weiter anzusehen.

Ich wollte neue Aspekte kennenlernen und verstehen. Gehört habe ich keinen, was allerdings meine Frustration vorangebracht hat.

Zwischendurch habe ich mich schon gefragt, ob es in Griechenland und hier bei uns eigentlich keine Griechen mit abweichenden Meinungen gibt. Allein war ich damit nicht:

Aber vielleicht haben wir jetzt Fortschritt. Die Talkshows machen Sommerpause. Ja, das ist eben so beim öffentlich-rechtlichen System: Mag die Welt untergehen, die Staatssender machen auf Urlaub. Es ist, als ob sie ahnten: Die Krise wird auch im Herbst weitergehen. Und dann sehen wir sie wieder alle, die linken Griechen-Propagandisten der Syriza, gut erholt, tief gebräunt wie die Moderatoren und Moderatorinnen, allesamt.Quelle: Talkshows: Ich lade mir ’nen (linken) Griechen ein – Tichys Einblick | LINK

Offensichtlich fällt es vielen Leute weniger schwer, eine Meinung zu bilden bzw. zu machen. Was ich gestern und heute über uns Deutsche und über die Bundesregierung gelesen habe, muss wohl damit zu tun haben, dass quasi über Nacht eine Unzahl von Star-Ökonomen vom Himmel gefallen sind. Die wissen es besser. Vor allem wissen sie, was richtig und was falsch ist. Der Mann im Rollstuhl kann denen jedenfalls längst nichts mehr recht machen und Merkel? Nun ja, die kommt halt aus dem Osten und ist mit der Demokratie sowieso nicht so richtig warm geworden.

 

Bis gestern glaubte ich, dass es in Deutschland eine Mehrheit dafür gibt, Griechenland kein weiteres Geld zu geben und endlich den (auch von durchaus zahlreichen Ökonomen) für nötig gehaltenen Grexit zu fordern.

Die Propaganda der öffentlich-rechtlichen Sender hat im Zusammenspiel mit den sozialen Medien, getrieben von grün/links orientierten „Europa-Enthusiasten“,  „die Politik zur Einigung“ gezwungen getrieben.

Sven Giegold (Grüne) oder Niema Movassat (Linke) schreckten vor Beleidigung, Beschimpfung und Unterstellung in Richtung Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister nicht zurück. Aber ist es jetzt gut? Aber nein, ist es nicht!

Die, die in ihrem Furor den Verbleib Griechenlands in der Eurozone zu erzwingen suchten, kritisieren nun die Ergebnisse und lasten die aus ihrer Sicht unbefriedigenden Resultate allein der deutschen Regierung an.

cicero-Interview: „Das ist staatliche Entmündigung, keine europäische Demokratie“ – Sven Giegold – Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament | Quelle

Niema Movassat schreibt heute morgen auf seiner Facebook-Seite:

Der wahre Erfolg Deutschlands und dem Rest der unsäglichen Troika ist, dass sie es geschafft haben, den Eindruck zu erwecken, Griechenland sei alleine an der Krise Schuld – und das Griechenland schon Milliarden von Euro erhalten habe. Die Medien haben sich in großer Zahl als willfähige Lautsprecher dieser falschen Darstellung hergegeben. Die wahren Ursache und die wahren Profiteure dieser Krise wurden geschickt unter den Tisch gekehrt. Die Darstellung der Griechenland-Frage durch die herrschende Politik und die meisten Medien ist ein Meisterstück für Propaganda und Volksverdummung. ?#?ThisIsACoup?Quelle: (1) Niema Movassat | LINK

Das Bild vom hässlichen Deutschen wird aufpoliert, weils gerade so gut passt. Im Ausland gilt Deutschland als die treibende Kraft bei der Verelendung des griechischen Volkes. Oder sehe ich das zu krass? Nicht, wenn ich die Hashtags von gestern dazu zurate ziehe.

Warum ich mit dem Wordpress Theme „X 4“ so zufrieden bin

1. Juni 2015

Vor gut einem Jahr habe ich bei Themeforest.net das Wordpress-Theme namens „X“ gekauft und damit positive Erfahrungen gemacht, von denen ich euch in diesem Beitrag gern berichten möchte.

Eben ist die neueste Version (X4) des Themes erschienen. Ich glaube, das ist ein guter Anlass dafür.

Das X-Theme führt seit kurzem die Topliste der meistverkauften Wordpress-Themes bei Themeforest an.

Ich erwarte, dass die neue Version für einen weiteren Schub bei den Installationen sorgen wird.

Vorüberlegung

BloggerInnen werden sich bestimmt überlegen, ob sie ein Premium-Theme kaufen (dieses kostet immerhin 63 $) oder ob sie lieber eines der ausgezeichneten freien/kostenlosen Themes nutzen möchten.

Das hängt davon ab, welche Vorstellungen man sich im Vorfeld über die eigene Bloggerexistenz gemacht hat. Neben einem Schwerpunkt, den man seinem Blog widmet, gibt es noch eine Reihe weiterer Punkte, die bedacht sein wollen:

    1. Welche Anforderungen hat man an sein WordPress – Theme?
    2. Was muss das Theme können und auf welche Fähigkeiten (Featureismus) kann ich verzichten?
    3. Zu dieser generellen Fragestellung habe ich mir ein paar Gedanken gemacht
    4. Für WordPress Newbies: Tipps zur Auswahl des richtigen WordPress-Themes | Elmastudio | Quelle
    5. Auswahlkriterien für die Wahl eines WordPress Themes | Quelle
    6. Ein Wordpress Theme richtig auswählen – Openstream Internet Solutions | Quelle
    7. WordPress-Theme auswählen und prüfen: 5 Kriterien und ein nützliches Plugin | Quelle
    8. So finden Sie das perfekte kostenlose WordPress-Theme – Dr. Web | Quelle
    9. Checkliste für das richtige WordPress Theme | webmagazin | Quelle
    10. Was man bei der Auswahl eines Wordpress-Themes beachten sollte | Quelle

 

Weniger ist mehr

Der Grundsatz: „Weniger ist mehr“ gilt auch in diesen Fall.

Update: 3.6. Hier habe ich noch einen schönen Artikel, mit 7 Webdesign-Trends, auf die Du besser verzichten solltest – Webdesign Journal | Quelle

Die Theme – Strukturen sind im Vergleich zu kostenlosen Themes häufig viel komplexer. Deshalb kann es schwierig werden, wenn man beispielsweise die eine oder andere Anpassung vornehmen möchte und die vorgesehenen Einstellungen gerade diese Möglichkeit nicht vorsieht.

Die vielen und häufig reizvollen Features solcher Themes haben auch Nachteile – nicht zuletzt im Hinblick auf die Performance des Blogs insgesamt. Manche Funktion ist zwar sehr schick und macht etwas her, leider verlängert ihr Betrieb allerdings die Ladezeit. Und wer will das schon? Google wohl nicht – obwohl es – was sonst? – auch bei diesem Punkt unterschiedliche Meinungen gibt.

Das X – Theme setzt jedenfalls weniger auf integrierte Funktionen, es erlaubt dem Nutzer vielmehr eine Vielzahl von Erweiterungen/Plugins im Bedarfsfall nachzuladen. Functions on demand sozusagen. 😎

Der Baukasten ist übersichtlich. Und alle Plugins lassen sich (wie üblich bei WordPress) beliebig ein- und abschalten.

Ich schätze diese wohldurchdachte und praktische Lösung. Allerdings kann man diese Bindung von Funktionalitäten an ein Theme wohl auch als cleveren Trick der Theme-Autoren sehen.

Plugins an Bord

Neben diesen Plugins habe ich hier ein weiteres, allerdings externes Plugin, im Einsatz, das mit diesem Theme gut zusammenarbeitet. Es handelt sich um das kostenpflichtige Plugin UberMenu, das ebenfalls bei Themeforest.net für 18 $ erhältlich ist.

Auf der Theme-Seite wird es erwähnt. UberMenu ist ein äußerst umfangreiches und mächtiges Werkzeug, mit dem man sich eine Weile befassen sollte, um die volle Leistungsfähigkeit dieser komfortablen Menüverwaltung mit ihren ganzen Möglichkeiten zu erfassen.

Pluginübersicht X-Theme

Das X-Theme bietet über die zur Verfügung stehenden 4 so genannten Stacks verschiedenste Theme-Grund-Varianten an, die jedes für sich außerordentlich variabel sind. So kommt man insgesamt auf 33 verschiedene Theme-Variationen. Die Auswahl per Mausklick ist schnell getroffen.

Anpassen

Über den Punkt „Anpassen“ können alle nur erdenklichen Einstellungen individuell vorgenommen werden.

Anpassen X-Theme

Das Theme X ist außerordentlich anpassungsfähig. Unter dem Menüpunkt Design > Anpassen ist eine große Auswahl von Möglichkeiten erreichbar.

Diese Anpassungen umfassen neben der Wahlmöglichkeit der 4 Stacks (Basisthemes) alle erdenklichen Bereiche (Layout, Dessin, Typography, Buttongröße- und Farbe, Header, Logoauswahl, Footer, Blog, Portfolio bis hin zu Widgets (s. Screenshot links).

Neben den üblichen Einstellungen der Fonts oder Farben kann man bei diesem Theme die Breite des Layouts frei einstellen. Es ist möglich, das Verhältnis der Sidebar-Breite nach eigenen Wünschen auszuwählen.

Das ist einerseits sehr schön, andererseits wird durch diese „Spielerei“ der Einsatz spezieller Plugins obligatorisch. Mit den Breitenänderungen ändern sich nämlich (wenn ich nicht falsch liege) auch die Größen der ausgelieferten Bildgrößen.

Müssen die zum Beispiel so genannten Featureimages skaliert werden, wirkt sich das bei entsprechenden Tests (Pagespeed) negativ aus. Den Unterschied bemerkt man insbesondere dann, wenn man von einer „normalen“ Blogansicht auf den Anzeigemodus „Masonry“ umschaltet.

Für die im Theme nutzbaren Buttons gibt es 3 verschiedene Variationen und eine beliebige Farbauswahl.

Cornerstone

Mit der neuen Version (4) ist ein Plugin hinzugekommen, das mich sehr begeistert. „Cornerstone„. Es kombiniert die früher unter X-Shortcodes verfügbaren Funktionen mit denen des optional einsetzbaren Plugins „Visual Composer“.

Den Autoren des  X-Themes ist damit eine in meinen Augen sehr innovative Lösung gelungen, die die schon bewährte Funktionalität des Visual Composers noch tiefer in das verwendete Theme integriert hat. Ich finde, diese Integration kommt dem Blogger absolut zugute; auch wenn ein direkter Wechsel des Schreibmodus beispielsweise von „Visuell“ auf „Cornerstone“ noch nicht möglich zu sein scheint.

Wie interessant das Plugin „Cornerstone“ ist, zeigt dieses (lange) Video.

https://youtu.be/g4RdmQg2a3A

Das X-Theme bietet die Möglichkeit, die momentanen Einstellungen in einer *.json-Datei zu sichern und bei Bedarf wieder hochzuladen. Die Theme-Aktualisierung erfolgt auf Wunsch automatisiert via API-Key.

Einige LeserInnen von Netzexil haben sich darüber beklagt, dass ich ständig die Layouts meines Blogs verändere.

Es liegt nicht (nur) am X-Theme, sondern vor allem an meiner generellen Begeisterungsfähigkeit für die wunderbaren WordPress-Themes, die unserer Community inzwischen zur Verfügung stehen.

User des X-Themes brauchen für die Gestaltung des Themes kaum Zeit aufzuwenden. Sie können gleich loslegen. Der Aufwand ist äußerst gering.

Renew

Bisher habe ich von den erwähnten 4 Stacks zwei eingesetzt. Ethos und Renew. Mein Favorit ist Renew.

Von seiner Anpassungsfähigkeit könnt ihr anhand dieser Screenshots überzeugen. Aktuell habe nicht einmal ein Child-Theme im Einsatz. Die Anpassungen befinden sich zu fast 100% in der Custom.css, die das X-Theme beeinhaltet.

Ich habe für das Theme (Renew) eine rudimentäre Sprachdatei erstellt, die – wenn gewünscht – gerne heruntergeladen werden kann.

Download (ZIP-File)

 

Ich finde, 63 $ sind für dieses Theme absolut angemessen. Auch wenn man dieses, wie ich hier, einfach nur zum Bloggen benutzt. Portfolios oder spezielle Werbeseiten habe ich bisher nicht erstellt. Ganz unten habe ich einige Blogs verlinkt, die ebenfalls mit X-Theme laufen.

In den nächsten Tagen werde ich mit „Cornerstone“ einen Beitrag erstellen. Getestet habe ich das Plugin schon ziemlich ausführlich. Ich bin echt begeistert von der einfachen Bedienung.

Falls ihr Fragen – zum Beispiel auch zu den hier eingesetzten Plugins habt – nutzt einfach den Kommentarbereich oder das Kontaktwidget im Footer.

 

Blogs mit X-Theme:

  • BASIC thinking – Online-Magazin für Social Media, Netzpolitik und Tech | Quelle
  • Ein eindrucksvolles Fotobuch erstellen | Quelle
  • Zero to One Webdesign Düsseldorf Webseite Internetseite ? | Quelle
  • Do you want to learn German quickly? Reach B1 level within two months. – smarterGerman | Quelle
  • Aaron Film | Aaron Film | Quelle
  • 25 weitere Beispiele
  • SEO Rank Monitor – The Most Complete Ranking Tracker | Quelle
  • Het platform voor succes | Vibe Group | Quelle
  • CodeYoda Web Design, Development & WordPress Experts | Cape Town | Quelle
  • Politicl.com – Knowledge is Power | Quelle
  • BLOG | Leonieke Net | Quelle
  • Digital Marketing & SEO | Website Design | Sqwoosh Digital | Squeeze Your Potential | Quelle
  • Home | Chicago Bubble Soccer | Quelle
  • The SoundMind Project: Innovations in Global Neurology | Quelle
  • Stormy Studio | Creative Marketing Animation & Video Production Company | Quelle
  • SOS Marketing | Quelle
  • Low-cost. High-performance. Domain and Hosting. | LutroWeb | Quelle

 

Ich schreibe an Martin Schulz und Jean-Claude Juncker

18. April 2015

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, hat wieder einmal den ganz großen Prügel rausgeholt. In einer weiteren Kolumne zur Flüchtlingspolitik wirft er der EU schweres Versagen vor und empfiehlt, ihr deshalb der Friedensnobelpreis wieder abzunehmen.

Ich finde, der Vorschlag ist gut und – was einen Eintrag in den Kalender rechtfertigen könnte – diese Forderung wird vermutlich auch von denen mitgetragen, die ich hier nur noch als Menschenfeinde bezeichne. Tja, dabei halten sie sich doch für die letzten klardenkenden und vor allem rechtschaffenen Deutschen. Die haben es gar nicht mit uns trotteligen und links-grünversifften Gutmenschen.

Vielen von denen ist es nicht unrecht, wenn möglichst viele Flüchtlinge schon auf dem Meer sterben. So betreten sie deutschen Boden erst gar nicht. Für die, die sich über diese Bemerkung jetzt aufregen: Ich lese Google+- und Facebook-Kommentare. Da steht das drin.

Aber im Hass gegen die EU herrscht ja doch noch so etwas wie eine deutsche Einigkeit, die einem wiederum aus ganz anderen Gründen die Angst in die Glieder fahren lassen könnte.

Sicher werden sich jetzt schon wieder ein paar Leute auf den Schlips getreten fühlen. Weil ich wieder so ungeniert pauschaliere. Pauschal Beschuldigungen lassen schlechte Laune entstehen. Ich weiß das, weil mir das sogar jetzt, beim Schreiben passiert. Allerdings glaube ich, dass es gut ist für mich, die Dinge, die mich quälen und die ich mit mir herumschleppe, hier rauszulassen. Wofür habe ich schließlich einen Blog?

Ich habe das Gefühl, dass es viel zu vielen in unserem Land ganz recht ist, wie passiv abwartend sich unsere Regierung in dieser Frage verhält.

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf Innenminister Thomas de Maizière, der Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge mit dem „Argument“ ablehnt, dass eine EU-Seenotrettung deshalb kontraproduktiv wäre, weil dies nur den Schlepperbanden in die Hände spielen würde. Da hat Prantl wieder Recht. Das ist ein ganz schlimmer Zynismus, den ich ehrlich gesagt bei einem Mann wie de Maiziére nicht erwartet hätte.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie nach der letzten Katastrophe im Oktober 2013, bei der auch fast 400 Menschen vor Lampedusa ertrunken sind, so viele Leute wachgerüttelt schienen. Der mögliche neue Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, war einer von ihnen.

 

Ausschnitt der Rede von Martin Schulz:

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben uns heute auf Lampedusa versammelt, damit nicht noch mehr Menschen ihr Leben verlieren. Aber unsere Verantwortung geht noch weiter. Wir sind auch den Überlebenden gegenüber verantwortlich. 155 Menschen haben letztes Jahr die Tragödie von Lampedusa überlebt. Aber niemand spricht über sie. Gestern habe ich einige von ihnen getroffen. Ihre schreckliche Erfahrung hat mich sehr bewegt, und ich habe ihnen versichert, wie sehr wir uns geschämt haben und uns immer noch schämen. Die meisten dieser 155 Überlebenden – fast alle Flüchtlinge aus Eritrea, die ihr Heimatland aus ähnlichen Gründen verlassen haben – sind jetzt über ganz Europa verstreut. Einigen von ihnen wurde Asyl gewährt. Manchen wurde gestattet, aus humanitären Gründen vorerst zu bleiben. Wieder andere wurden abgeschoben. In vielen Fällen war es reine Glückssache, was mit den Flüchtlingen schlussendlich passierte. Aber wir können doch den Status und die Rechte Einzelner nicht dem Glück überlassen. Oder schlimmer noch: wieder Schleusern. Das ist absurd. Das ist nicht menschlich. Wir müssen ganz klar eine Möglichkeit finden, Flüchtlinge fair, anständig und gleichberechtigt zu behandeln, und zwar unabhängig davon, wo es sie in Europa hin verschlägt. Es ist von allergrößter Bedeutung, dass wir in der gesamten Union die gleichen Verfahrensgarantien haben. LINK
LAMPEDUSA, 3. Oktober 2014 – Rede von Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments – President des Europäischen Parlaments Martin Schulz

 

Alles vorbei, wieder mal verpufft. War ja auch eine Feiertagsrede…

Heute, zu Zeiten der Pegida, nach Tröglitz und vielen anderen braunen Attentaten in der Republik gilt es für die etablierte Politik, Vorsicht walten zu lassen. Man könnte vielleicht (rechte) Wähler verprellen. Vielleicht weiß man gerade noch nicht so genau, wie man sich auf das zahlenmäßig stark anwachsende deutschnationale Spektrum reagieren soll. Ich kann mir das Verhalten unserer Politiker nicht anders erklären.

Am Ende teilen sie die Sorge um Deutschland mit genau diesen Heuchlern. Und schließlich sollen in diesem Jahr ja auch so noch einmal 600.000 Flüchtlinge bei uns ankommen. Angeblich geht es dem deutschen Staat (das sind wir!) so gut wie nie. Aber solche Aufgaben können wir nicht meistern. Das überfordert uns – aber sowas von total! Was das wohl werden würde, wenn es uns ähnlich schlecht ginge wie den Griechen?

Das ist keine verantwortungsvolle Politik! Deutschland spielt den Frontmann in der EU, wenn es um wirtschaftspolitische Fragen geht. Aber wenn wir in ganz elementaren menschlichen Fragen Stellung beziehen sollten, versagen unsere Politiker grandios. Dafür schäme ich mich!

Hoffentlich liege ich falsch, wenn ich vermute, dass die „Zurückhaltung“ der Politik auf dem Verdacht beruht, dass es genau diese Zurückhaltung ist, die die deutsche Bevölkerung von ihrer Regierung erwartet. Die Toten im Mittelmeer sind stumm. Wo kein Kläger, da kein Richter.

Der konsequent nächste Schritt könnte darin bestehen, dass, wie Anfang der 90er Jahre, das Asylrecht noch einmal verschärft wird. Geht das überhaupt?

So viele aufrechte Bürger äußern schließlich ihre Sorgen, es treibt sie sogar auf die Straße. Jetzt hätten sie freie Bahn. Nicht mal mehr der Grass ist noch da, der dagegen protestieren würde. Andererseits… damals hat das auch keinen interessiert.

Ich habe ja jetzt Zeit. Ich schreibe Anfang der Woche einen Brief an Martin Schulz und an Jean-Claude Juncker. Wer Ideen für Fragen an die beiden Politiker hat, kann diese einfach in den Kommentaren hinterlassen. Ich versuche, sie in meinem Brief zu verarbeiten.

Mir war mit Windows in fast 40 Jahren noch nie langweilig

4. April 2015

Microsoft wird 40, und viele Nutzer stöhnen – über Windows-Abstürze, langsame Sanduhren und überhaupt: dieses langweilige Image! Wie gut blicken Sie durch in der Welt von Bill Gates? Testen Sie Ihr Wissen im Quiz. LINK
40 Jahre Microsoft: Quiz zu Windows, Bill Gates und Co.  – SPIEGEL ONLINE

40 Jahre Microsoft: Quiz zu Windows, Bill Gates und Co.  – SPIEGEL ONLINE

Im ähnlichen Stil ging das heute morgen im Radio auch zur Sache. Hoohoo. Wie blöd muss man sein, Windows zu benutzen. Das gibt doch diese tollen Alternativen und wer will schon ständig mit Abstürzen leben und mit diesem „langweiligen“ Image?

Hier mal mein knappes Statement aus meiner Sicht, der sich seit Ende der 80er Jahre mit Windows und MS-Officeprogrammen auch von Berufs wegen abgeben muss: Die Windows-Versionen seit Win7 sind tadellos. Und 8 oder 8.1 -selbst ohne Startmenü-sind es ebenso. Das gehasste Kachel-UI kann man übrigens so einfach ausschalten, dass es eigentlich der Mühe nicht wert ist, überhaupt noch etwas dazu zu sagen. Windows 10 kenne ich noch nicht, bin aber sehr gespannt darauf.

Und vor allem: Das System ist absolut stabil, arbeitet einwandfrei und die MS-Office-Anwendungen sind in einigen Teilen (Excel und Access) überhaupt nicht zu ersetzen. Da können mir die Experten erzählen was sie wollen.

Vielleicht kaufe ich mir bald einen Apple-Rechner. Und ja, mit Unix-Systemen habe ich schon gearbeitet. Das war eine echte Offenbarung aber für mich dann doch zu simpel. 😆

jünger älter