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Ladezeitenoptimierung für WordPress

Phasenweise befasse ich mich mit der Performance meines Blogs. Schließlich weiß ich ja, dass diese für Google ein Rankingfaktor ist. Die vielen Artikel, die es dazu im Netz gibt, sind ein Beleg dafür, dass sich viele BloggerInnen für diese Fragen interessieren. Vielleicht sogar dann, wenn sie offiziell das Gegenteil behaupten.👨‍💻

Mein Interesse an solchen Messungen hatte zuletzt etwas nachgelassen, weil mir die AMP – Warnhinweise, die Google (Webmastertools) mir netterweise manchmal schickte, nicht verstanden habe. Es gibt mindestens zwei gute Plugins, die ich ausprobiert habe, Fehlermeldungen gab es trotzdem. Mein momentanes WordPress-Theme bringt eine AMP – Unterstützung mit. Leider jedoch in Form eines der beiden Plugins, die mich nicht überzeugt haben. Ich mag Fehlermeldungen nicht.

Ich vermute, dass die Probleme damit zu tun haben, dass die Installation in älteren Blogs mit relativ vielen Artikeln halt Probleme verursachen, während bei einem Neuanfang alles glatt laufen wird. Seit fast einem Jahr arbeite ich hier mit dem Gutenberg-Editor und mit einigen Block-Plugins. Die Mischung aus Beiträgen, die mit dem alten Editor erstellt wurden und die unter Mithilfe des Gutenberg-Editors entstanden sind, könnte vielleicht auch ein Problem für die AMP-Plugins darstellen? Das ist natürlich nur die Ahnung eines Laien.

1. Wichtige Faktoren für die Performance

Seit der Umstellung auf PHP7 ist meines Erachtens die Performance von WordPress-Blogs erheblich bessert geworden. Ich finde, dies hat mehr gebracht, als manche Cache-Plugins oder das Tuning von .htaccess – Dateien.

Apropos .htaccess. Ich nutze schon seit einer Weile die von Andreas Hecht erstellte große .htaccess. Allerdings habe ich die enthaltene Firewall gegen die vorherige Version ausgetauscht, da „mein“ Server die neue Version nicht mochte. Die Kombination mit meinem Cache-Plugin (WP-Rocket) funktioniert ausgezeichnet.

Ich bin vor einer Weile auf HTTP2 umgestiegen. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Providern aussieht. Allinkl.com hat den dafür nötigen Serverwechsel kostenlos und über Nacht durchgeführt. Interessant dabei waren die Tipps, die Performancegurus dazu bereithalten. Auf die bewährte Kombination von CSS- und Javascript-Dateien sollte demnach nämlich künftig verzichtet werden (Link).

Passend zum Beitrag:
Fluch und Segen: Vom Unterschied zwischen privater und geschäftlicher Nutzung moderner Kommunkationstechniken
Nicht kombinieren (CSS + JS)

Natürlich habe ich zuerst einmal diese Empfehlungen berücksichtigt. Meiner Meinung nach wirkt sich der Verzicht allerdings nicht aus. Die Messungen zeigen übrigens – was die Angelegenheit etwas verwirrend bzw. tückisch macht – normalerweise schlechtere Ergebnisse unter HTTP2, wenn man die Einstellungen unverändert lässt, die Kombinationen also beibehält.

Performancetest 1
Messung Pingdom.com
Performancetest 2
Messung GTmetrix.com

2. Messungen

Die Messungen mit PageSpeed von Google lassen im Vergleich (bei meinem Blog) zu wünschen übrig. Das ist nichts Neues für mich. Google stellt Ansprüche an die Technik, an denen ich mir früher schon die Zähne ausgebissen habe. So viel Zeit, fand ich, sollte ich für dieses Thema nicht „verschwenden“. Also habe ich mich auf Pingdom oder GTmetrix konzentriert. Die noch relativ neue Website von Google ist wohl auch nicht weniger anspruchsvoll als die alte Version.

Vor allem die Ergebnisse für die mobile Darstellung sind ohne ein entsprechendes Plugin sehr unbefriedigend. Wenn ich meine Seite teste, auch außerhalb meines W-Lans kann ich an der Geschwindigkeit nichts aussetzen. Ich finde sie ok.

Nach meinen Erfahrungen machen bei all den Optimierungsversuchen, mit denen man seine Zeit vertrödeln kann, vor allem die verwendeten Fotos viel Arbeit. Gerade dann, wenn man viele Bilder benutzt und das aktuelle Theme sie auch in etlichen Größen anzeigt, spielt die Komprimierung (im Blog selbst) eine überragende Rolle.

3. Bilder

Ich habe seit einer Weile das Plugin „Optimole Image“ im Einsatz. Leider sind der Kapazität kostenlosen Version Grenzen gesetzt, so dass schnell das bestehende Limit ausgereizt hatte. So musste ich mich entscheiden, ob ich verzichte oder Geld ausgebe. Da ich mit der Leistung dieses Plugins hochzufrieden war, habe ich mich entschieden, das kleinste Paket im Angebot zu nehmen. Ich zahle jetzt 9 Euro im Monat für Bildkomprimierung. Das ist (auch im Vergleich mit anderen Premium-Lösungen) schon happig. Aber ich hab es mir gut überlegt. Übrigens ist die enthaltene Lazy Load – Funktion viel besser als die aller spezialisierten Plugins, die ich im Lauf der Zeit ausprobiert hatte.

Passend zum Beitrag:
Junge Frau mit Hund und Falke

Was bei den verschiedenen Messungen unterschiedlich gewichtet zu werden scheint, sind die hier zahlreich eingesetzten Plugins (hier z.Zt. 28). Ich weiß, dass viele (vor allem die „Puristen“ unter uns) so etwas nie täten. Sie hätten damit Probleme und würden ja nie und nimmer so viele Plugins einsetzen. Zwar schon. Aber wenn es (allein schon das Ausprobieren) so viel Spaß macht?!

4. Themes mit viel „Beiwerk“

Moderne WordPress – Themes bringen nicht nur ein ganzes Paket von inklusiven Plugins mit, die Gott sei Dank wenigstens teilweise optional verwendet werden können. Es befinden sich darunter häufig für den Betrieb des Themes erforderliche Plugins wie Frameworks oder Bibliotheken für alle möglichen Designdetails. Das ist vielleicht für die Entwickler praktisch, für uns Anwender bedeutet es: mehr Plugins.

Hinzu kommt ja, dass der „Gutenberg“ – Editor den Einsatz von einen oder mehreren Block – Plugins quasi erzwingt. Oder arbeiten Sie nur mit den Standards? Streichen Sie diese Frage, wenn Sie zu den schon erwähnten Puristen zählen. Diese Block-Plugins wiederum bringen Mengen an CSS – Files mit, die auch erst einmal „verdaut“ werden müssen.

Manche greifen (der DSGVO zum Trotz) auf die Google – Fontbibliothek zu oder laden (zum ? Mal) Awesome Font – Bibliothek nach. Das tun übrigens moderne WordPress – Themes ebenfalls, so dass man sich wiederum zusätzlicher Plugins bedienen muss, um den Zugriff etwa auf die Google – Fonts zu unterbinden. Bei dem hier verwendeten Theme ist dies zum Beispiel der Fall. Mit den üblichen Eingriffen (Snippets) in das Child-Theme (functions.php) ist es da leider nicht getan. Manche werden diese Misere kennen. Und ja, es gibt Autoptimize mit eingebauter Funktion. Das funktioniert nur leider auch nicht überall.

5. Adobe Typekit – Fonts

Wenn Sie trotz anderslautender Empfehlungen (DSGVO!) Typekit-Fonts von Adobe gern nutzen, müssen Sie nicht nur daran denken, dies in Ihrer Datenschutzerklärung entsprechend zu erwähnen, Sie müssen zwangsläufig einen kleinen Performance-Verlust hinnehmen.

Passend zum Beitrag:
Von peinlichen, kurzgeschorenen Rasen und Gärten des Grauens

Übrigens ist Typekit für die Nutzer einer aktiven Creative-Cloud-Abonnement kostenlos!

Obwohl ich mich wegen bezüglich der Performance von Typekit gut umgesehen habe, habe ich nichts gefunden, das hilft, den gemessenen Verlust von Performance zu vermeiden. Die Einbindung von Typekit-Fonts bremst – allerdings „nur“ in den üblichen (hier erwähnten) Messungen. Dass man davon als Nutzer (hoffentlich) nichts bzw. wenig spürt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Ich verwende immer wieder Adobe Typekit-Fonts und stelle (gefühlt) keine Performance-Verluste fest.

Es ist schwer, die Leistung nicht zu erwähnen, wenn es um Web-Schriften geht. Jede Datei, die in Ihrem Code enthalten ist, muss heruntergeladen werden. Das bedeutet, dass es Ihre Website definitiv verlangsamt. Ich kenne Expertenmeinungen, die sagen, dass auch selbstgehostete Schriftarten in dieser Beziehung nichts bringen würden. Das finde ich wiederum komisch, weil schon der reduzierte Overhead doch eigentlich genau dazu führen sollte?!

6. Fontauswahl

An dieser Stelle seien noch einmal die üblichen Tipps wiederholt, die die Verwendung von Schriften im Blog betreffen:

  1. Reduzieren Sie die Anzahl der Schriften in Ihrem Design
  2. Schließen Sie nur die Stile ein, die Sie benötigen
    Jeder Stil erhöht (theoretisch jedenfalls) die Ladezeit bzw. die Größe Ihrer Seite. Brauchen Sie die Schriften in 100, 200, 300 und 400 etc.? oder ist es nicht mit einer Schriftbreite (400) getan?
  3. Wählen Sie den kleinsten Zeichensatz aus

Inzwischen gibt es Retina-Bildschirme längst nicht mehr nur für mobile Geräte. Auch MacBooks oder größere Mac-PC’s sind mit hochauflösenden Bildschirmen erhältlich. Testen Sie deshalb bitte, wie die von Ihnen favorisierte Schrift auf Nicht-Retina-Bildschirmen wirken. Auf Retina-Displays wirken alle Schriften irgendwie toll, auf normalen Bildschirmen aber durchaus nicht immer. 💔

Es gibt viele tolle Artikel über Optimierungsmöglichkeiten von WordPress-Installationen. Einen ganz neuen Beitrag dazu habe ich heute bei Onlinesolutionsgroup entdeckt. Hier werden wirklich alle relevanten Stellschrauben ausführlich besprochen. Wer also Lust und etwas Zeit hat…

Hier der Link zum Beitrag: „Alles über die WordPress Ladezeitenoptimierung – OSG Blog“

Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

Über mich

5 Antworten auf „Ladezeitenoptimierung für WordPress“

Hallo, Danke für das positive Feedback. Übrigens habe ich gesehen, dass große Blogs scheinbar ohne Cache-Plugins etc. auskommen. Einen davon kennst du auch sehr gut. Ich bemerke dort übrigens keine Performancenachteile, so dass ich mich schon oft frage, was der ganze Optimierungskram für die Nutzer der Seiten eigentlich bringt. Das Thema ist so unglaublich vielseitig und vielschichtig. Allein deshalb finde ich es so interessant, dass ich mich immer wieder mal damit befasse.

Ich habe gerade große Performance-Schwierigkeiten auf meinem Blog Frau-sabienes.de.
Vor einiger Zeit habe ich auch in Erwägung gezogen, auf http/2 umzusteigen. Aber ich habe davor zurückgeschreckt, weil ich nicht absehen konnte, was da auf mich zukommt. Aber wenn du sagst, dass das mit all-inkl so gut gelaufen ist, fasse ich wieder neuen Mut.
Ja, die Google-Nachrichten … da freut sich das Bloggerherz! 😉
Liebe Grüße Sabienes

War gerade mal dort. Die Seite wird eigentlich schnell aufgebaut, allerdings zeigt das Lazy Load – Plugin die Fotos nicht innerhalb einer vertretbaren Zeit an. Du hast sicher schon versucht, es abzuschalten? Ich würde mal probieren, alle Plugins zu deaktivieren und nach und nach wieder zu aktivieren. Das kann Wunder bewirken. Wenn du möchtest und du mir deine Zugangsdaten geben würdest, kann ich mal danach sehen. Nur wenn du es möchtest, natürlich. 🙂 Der Umstieg auf HTTP2 ist aus meiner Sicht problemlos möglich. Ich hatte bei keinem meiner Blogs Probleme (davon habe ich ja jetzt nur noch einen 🙂 ). LG

Danke, dass du mal geguckt hast. Ich werde mal Lazy Load ausschalten und schauen, was dann passiert.
Danke auch für dein Hilfsangebot! Wenn ich gar nicht mehr zurecht komme, melde ich mich noch mal.
LG
Sabienes

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