Feminismus, Cancel-Culture und der Status quo unserer Gesellschaft

Bin ich ein Feminist? Fühle ich mich der Sache der anderen Hälfte der Weltbevölkerung verbunden? Bemitleide ich die Tatsache, dass viele Männer sich zwar als Feminist fühlen, sich aber nicht trauen, auch dazuzustehen? Was empfindet ein Mensch, wenn er weiß, dass in dieser Gesellschaft fast täglich eine Frau stirbt, weil sie Opfer von Gewalt gegen Frauen wurde? Wie fühlt sich ein Mann, der damit konfrontiert ist und all das nicht fassen kann?

Nun, er liest einige der vielen Artikel und Meinungsäußerungen in den asozialen Medien, nachdem er die zugrundeliegende Debatte halbwegs verfolgt und eingeordnet hat. Dann schweigt er vorzugsweise. Es gibt für uns Männer nichts zu gewinnen.

In Wirklichkeit zeigt sich hier vor allem eins. Cancel-Culture, das ist nicht wie häufig angenommen die Kultur des Mobs. Cancel-Culture ist die Kultur der Mächtigen, die unliebsame Diskussionen vorzeitig beenden möchten. Sonst könnte die Debatte womöglich grundsätzlicher werden und mehr als nur ein Bauernopfer fordern.

[…]

Im Zeitgeist des Jahres 2025 steht der Feminismus längst un­ter Wokeness-Verdacht. Das war nicht immer so. Noch 2021 wurde das erstmalige Bekenntnis der Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Feminismus begeistert aufgenommen.

Quelle

So ein langer Text, nur um deutlich zu machen, dass Culture Cancel ein Instrument der Mächtigen sei. Dabei widerlegen sowohl die Debatte als auch der Text diese Behauptung. Diese Gesellschaft hat wirklich den Status quo, den sie verdient.

Warum nehmen die Diskussionen in den letzten Jahren einen immer härteren und unversöhnlicheren Verlauf und warum fühlt man sich als Mann um die 70 solchen „grundlegenden“, nein ausgrenzenden Debatten kaum mehr gewachsen? Wenn intellektuelle Großkaliber wie Jörg Thadeusz oder Wolfram Eilenberger keine Chance mehr haben, Gehör zu finden, weiß man(n), was die Uhr geschlagen hat.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Rentner, Autor, Blogger und Hobbyfotograf

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (aus Liebe) auf dem Land.

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