Vom vor der Veröffentlichung verlorenen Kommentar zum eigenen WordPress-Plugin

„HS Comment Comfort“ entstand aus einem alltäglichen Ärgernis: Geschriebene Kommentare konnten verloren gehen, Hinweise waren unverständlich und wichtige Komfortfunktionen fehlten. Aus vielen Ideen entwickelte sich schrittweise ein kleines, stabiles WordPress-Plugin.

Teilen

Auf Mastodon teilen

Gib deinen Mastodon-Server oder deine vollständige Adresse ein. Beides funktioniert.

Der Server wird nur in deinem Browser gespeichert.

hs-comment-comfort-entwicklung

Wie aus einem Ärgernis ein Plug-in wurde

Eigentlich begann alles mit einer recht einfachen Frage: Wie lässt sich die Kommentarfunktion meines Blogs angenehmer und zuverlässiger machen? WordPress bringt schließlich alles Wesentliche mit. Man kann kommentieren, auf Kommentare antworten und Beiträge moderieren. Besonders komfortabel ist das Ganze allerdings nicht.

Wer einen längeren Kommentar schreibt und ihn wegen eines Netzwerkfehlers, einer abgelaufenen Sicherheitsprüfung oder irgendeiner anderen technischen Laune verliert, dürfte wenig Lust verspüren, noch einmal von vorn anzufangen. Hinzu kamen unklare Meldungen, fehlende Formatierungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass ein bereits abgeschickter Kommentar nicht ohne Weiteres korrigiert werden konnte. Claudia hat diese Fallstricke schön zusammengefasst und die anschließende Diskussion bestätigt, dass es keine Einzelfälle sind.

So entstand die Idee zu „HS Comment Comfort“. Das Plug-in sollte das vorhandene WordPress-Kommentarsystem nicht ersetzen, sondern dort nachhelfen, wo WordPress den Kommentierenden etwas alleinlässt.

Die ersten Überlegungen

Am 30. Juli 2026 formulierten wir (ChatGPT und ich) das Grundkonzept. Vorgesehen waren zunächst eine bessere Struktur des Kommentarformulars, eine kleine Formatierungsleiste, verständliche Fehlermeldungen, Benachrichtigungen bei Antworten und eine saubere Darstellung auf mobilen Geräten.

Der Datenschutz spielte von Anfang an eine Rolle. Das Plug-in sollte ohne externe Dienste, ohne zusätzliches Tracking und ohne eine Registrierung der Kommentierenden auskommen. Ebenso wichtig war, dass wir nicht das gesamte Kommentarformular neu erfinden. WordPress sollte weiterhin die eigentliche Arbeit erledigen; das Plug-in sollte lediglich für mehr Komfort sorgen.

Noch am selben Tag entstand der Auftrag für die erste Version 1.0.0.

Das große Pflichtenheft

Am 18. August wurde aus der zunächst überschaubaren Idee beinahe ein kleines Lastenheft für eine ausgewachsene Kommentarplattform. Auf der Wunschliste standen zeitweilig eine Anmeldungspflicht mit Ausnahmen für einzelne Beiträge, eine Moderationswarteschlange, ein eigener Papierkorb, Exporte, Protokolle, Whitelists, Stichwortfilter, Captcha, Ajax, ein Gutenberg-Block, eine REST-Schnittstelle, eigene E-Mail-Vorlagen und ein Verwaltungsbereich.

Das klang beeindruckend. Es hatte nur einen kleinen Haken: Ein solches Plug-in wäre erheblich aufwendiger und fehleranfälliger geworden, als es für meinen Blog sinnvoll gewesen wäre. Manche Aufgaben erledigt WordPress bereits selbst, andere übernimmt Antispam Bee. Es bestand kein Grund, alles doppelt zu bauen, nur weil man es bauen könnte.

Also konzentrierten wir uns wieder auf die Probleme, die tatsächlich gelöst werden sollten.

Der eigentliche Kern

Das Leitmotiv lautete: Ein geschriebener Kommentar soll nicht einfach verloren gehen.

Daraus ergab sich die lokale Entwurfssicherung. Während jemand einen Kommentar verfasst, wird der Text im Browser gespeichert. Schlägt das Absenden fehl, bleibt der Entwurf erhalten. Diese Sicherung funktioniert bewusst nur auf dem jeweiligen Gerät und im verwendeten Browser. Sie ist keine Cloud-Synchronisation und will auch keine sein.

Hinzu kamen eine grafische Formatierungsleiste, verständliche Statusmeldungen, Antwortbenachrichtigungen sowie die Möglichkeit, einen eigenen Kommentar für eine begrenzte Zeit zu bearbeiten oder zu löschen. Als Standard für diese Frist wurden 15 Minuten vorgesehen.

Damit war der Kern des Plug-ins umrissen: keine neue Kommentarwelt, sondern einige gezielte Verbesserungen an der vorhandenen.

Version 1.0.0: Das Fundament

Die erste Version brachte die wesentlichen Funktionen zusammen. Angefangene Kommentare konnten lokal gesichert werden. Über Schaltflächen ließen sich Textstellen fett oder kursiv hervorheben, als Zitat kennzeichnen, verlinken oder als Code formatieren.

Kommentierende konnten sich außerdem über Antworten benachrichtigen lassen. Dazu gehörten ein Double-Opt-in-Verfahren und eine Möglichkeit zur späteren Abmeldung. Eigene Kommentare konnten innerhalb einer einstellbaren Frist bearbeitet oder gelöscht werden.

Auch die Datenschutzfunktionen von WordPress wurden berücksichtigt. HS Comment Comfort blieb dabei eine Ergänzung des nativen Kommentarsystems. Das war nicht nur technisch vernünftig, sondern verringerte auch das Risiko, dass Theme, WordPress und Plug-in künftig gegeneinander arbeiten.

Version 1.0.1: Die kaum dokumentierte Zwischenstufe

Von Version 1.0.1 ist im erhaltenen Entwicklungsverlauf nur wenig greifbar. Sie lag zwischen der ersten funktionsfähigen Fassung und den anschließend dokumentierten Arbeiten an Gestaltung und Bedienung.

Version 1.0.2: Das Formular wird aufgeräumt

Mit Version 1.0.2 rückte die Bedienung stärker in den Mittelpunkt. Die Formatierungsfunktionen erhielten eine grafische Leiste mit klar erkennbaren Schaltflächen für Fett, Kursiv, Zitat, Link und Code.

Ergänzende Informationen wurden in zwei gleich breiten Karten angeordnet. Auf großen Bildschirmen konnten sie nebeneinanderstehen, auf kleineren Geräten untereinander. Auch der Darkmode musste berücksichtigt werden, damit Schaltflächen, Rahmen und Symbole auf dunklem Hintergrund nicht plötzlich verschwanden.

Dabei zeigte sich einmal mehr, dass CSS mitunter ein Eigenleben führt. Theme-Regeln, Optimierungsplugins und zwischengespeicherte Dateien können dafür sorgen, dass eine eigentlich korrekte Änderung zunächst überhaupt nicht sichtbar wird. Mehr als einmal gehörten deshalb das Leeren des Caches und ein hartes Neuladen zur Fehlersuche.

Klare Angaben zum Datenschutz

Während der Tests stellte sich die Frage, ob die verschiedenen Hinweise unter dem Kommentarfeld einander widersprechen könnten. Der Datenschutztext wurde deshalb präzisiert.

Name, E-Mail-Adresse und Kommentar werden für die Kommentarfunktion verarbeitet. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Für Benachrichtigungen über Antworten wird sie nur verwendet, wenn diese Möglichkeit ausdrücklich gewählt wurde. Das Plug-in speichert keine zusätzlichen IP-Adressen.

Zugleich wurde die Aufgabenverteilung deutlicher. Ältere Abonnements aus anderen Plug-ins werden nicht automatisch übernommen. Für die Spamabwehr bleibt Antispam Bee zuständig. HS Comment Comfort muss nicht noch einmal erfinden, was an anderer Stelle bereits zuverlässig funktioniert.

Version 1.0.3: Weniger ist manchmal mehr

Im Kommentarfeld erschienen zeitweise zwei Aufforderungen gleichzeitig. Das Plug-in setzte den Platzhalter „Deine Nachricht …“, während mein eigenes CSS bereits den schöneren Hinweis „Deine 5 Cent bitte hier einwerfen …“ anzeigte.

Die Doppelung war unnötig und sah entsprechend aus. In Version 1.0.3 wurde der zusätzliche Plug-in-Platzhalter entfernt. Mein eigener Hinweis blieb bestehen. Gleichzeitig wurde der Datenschutztext sprachlich gestrafft und eindeutiger formuliert.

Diese Version brachte keine spektakuläre neue Funktion. Sie sorgte vielmehr dafür, dass sich die vorhandenen Elemente nicht gegenseitig auf die Füße traten. Gerade solche unscheinbaren Korrekturen entscheiden häufig darüber, ob eine Oberfläche ruhig und selbstverständlich wirkt oder wie ein überfüllter Bereich.

Das Problem mit dem gespeicherten Entwurf

Bei weiteren Tests zeigte sich ein wichtiger logischer Fehler. Die lokale Sicherung sollte einen Kommentar während des Schreibens schützen. Nach erfolgreicher Veröffentlichung durfte derselbe Text jedoch nicht erneut als Entwurf im Eingabefeld erscheinen.

Die Zuständigkeiten mussten deshalb sauber getrennt werden: Vor dem Absenden ist die Entwurfssicherung zuständig. Nach der Veröffentlichung übernehmen die Funktionen zum Bearbeiten und Löschen.

Schlägt die Übermittlung fehl, muss der Text erhalten bleiben. War sie erfolgreich, muss der lokale Entwurf verschwinden. Was einfach klingt, verlangt im Zusammenspiel mit der Weiterleitung von WordPress eine recht genaue Unterscheidung.

Version 1.0.4: Entwurf bleibt Entwurf

Version 1.0.4 brachte diese Bereinigung. Während des Schreibens wird der Text lokal gespeichert. Beim Absenden wird nicht unnötig eine weitere Kopie angelegt. Tritt ein Fehler auf, bleibt der Entwurf erhalten. Nach erfolgreicher Veröffentlichung und der anschließenden Weiterleitung wird er gelöscht.

Damit erfüllte die Sicherung endlich genau ihren Zweck: Sie schützt einen noch nicht veröffentlichten Kommentar, ohne einen längst abgeschlossenen Text später wieder aus der Schublade zu ziehen.

Auch die Bearbeitungsfunktion wurde korrigiert. Zuvor konnten neben dem eigentlichen Kommentartext zusätzliche Bestandteile der Darstellung übernommen werden, etwa „Antworten an …“, Antwortlinks oder Metadaten. In Version 1.0.4 wurden diese Elemente herausgefiltert. Im Bearbeitungsfeld erscheint seitdem nur noch der tatsächliche Kommentar.

Feinarbeit am Erscheinungsbild

Nachdem die Funktionen zuverlässig liefen, ging es noch um kleinere gestalterische Fragen. Der Hinweis „Deine 5 Cent bitte hier einwerfen …“ saß beispielsweise etwas zu tief. Ursache war ein Pseudoelement, das sich nicht nur über das Textfeld, sondern über den gesamten Bereich mit Formatierungsleiste und Hinweisen erstreckte. Eine gezielte Verschiebung nach oben brachte ihn an die richtige Stelle.

Auch die Darstellung im Darkmode und auf kleinen Bildschirmen wurde nachgearbeitet. Solche Korrekturen blieben bewusst auf eng begrenzte CSS-Regeln beschränkt. Das funktionierende Formular sollte nicht wegen einer optischen Kleinigkeit erneut grundsätzlich umgebaut werden.

Ein stabiler Zwischenstand

Am Nachmittag des 25. August war Version 1.0.4 erreicht. Die Kommentarfunktion lief einwandfrei. Damit war für mich auch klar: An der Funktionalität sollte zunächst nichts mehr verändert werden.

Zum stabilen Umfang gehören die lokale Entwurfssicherung, die Formatierungsleiste, eine Live-Anzeige während der Eingabe, Antwortbenachrichtigungen mit Bestätigung und Abmeldemöglichkeit, das zeitlich begrenzte Bearbeiten und Löschen eigener Kommentare, verständliche Statushinweise, Datenschutzinformationen, responsive Elemente, Darkmode-Unterstützung sowie Einstellungen im Backend.

Bot-Schutz, Honeypot und die Zusammenarbeit mit dem nativen WordPress-Kommentarsystem blieben ebenfalls unangetastet.

Was aus guten Gründen offenblieb

Nicht alle Ideen des großen Pflichtenhefts wurden umgesetzt. Dazu gehören nach dem dokumentierten Stand unter anderem ein eigener 30-Tage-Papierkorb, CSV- und JSON-Protokollexporte, eine Whitelist für bekannte Kommentierende, eigene Stichwortregeln, ein Gutenberg-Block, eine REST-Schnittstelle, ein umfassendes Verwaltungs-Dashboard und vollständig anpassbare E-Mail-Vorlagen.

HS Comment Comfort löst heute hier die Probleme, wegen derer es entstanden ist. Kommentare gehen beim Schreiben nicht so leicht verloren, lassen sich bequem formatieren und innerhalb einer begrenzten Zeit korrigieren. Wer über Antworten informiert werden möchte, kann dies selbst entscheiden. Und das Ganze bleibt eng mit WordPress verbunden, ohne externe Dienste und ohne unnötigen technischen Überbau.

Für ein kleines, selbst entwickeltes Plug-in ist das kein schlechter Weg: vom alltäglichen Ärgernis über einige Umwege bis zu einer Version, die einfach tut, was sie soll.

Merkliste

Kommentare

Was meinst du dazu?

Kommentieren auf diesem Blog

  • Text wird lokal zwischengespeichert
  • Antworten können per E-Mail abonniert werden
  • Kommentar kurzzeitig bearbeitbar oder löschbar

Nach dem Absenden kannst du deinen Kommentar noch 10 Minuten bearbeiten oder löschen.Danach ist keine Änderung oder Löschung mehr möglich.
Lou Reed – Perfect Day
Zuletzt gehört
Perfect Day
Lou Reed · Transformer
Davor
Diana Krall – Feels Like Home
Feels Like Home
Diana Krall · Wallflower (The Complete Sessions)