Facebook, Twitter können nicht, was ein Blog kann

27. September 2019

4 4 Min.

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Ich glaube, es war Anfang Juli, als ich meine Konten bei Facebook und Twitter gelöscht habe. Demnach sind die Daten jetzt (Wartefrist) futsch… oder auch nicht. Nicht zum ersten, vielleicht aber endlich doch zum letzten Mal, habe ich mich von den schlimmsten unserer „sozialen Netzwerke“ verabschiedet.

In den ersten Tagen war es – wie erwartet – schwierig, auf die Kommentare in diesen Netzwerken verzichten zu müssen. Vielleicht ist es auch beim plötzlichen Verzicht auf soziale Netzwerken ein bisschen so, als wäre man suchtkrank? Allmählich wurde es besser.

Nette Kontakte

Einen Preis hat mein Ausstieg. Ich hatte mittlerweile eine Reihe von netten Kontakten, die ich nun dauerhaft verloren habe. Es handelt sich zwar hauptsächlich um Menschen, die ich persönlich kenne und denen im wirklichen Leben ab und zu begegne. Aber diese zusätzlichen Kontakte via Internet waren schon recht praktisch.

Die meisten haben viel weniger Zeug gepostet als ich, sie beschränkten sich überwiegend auf das Posten eigener oder gefundener Fotos. Manchmal war ein Meme dabei. Größere Diskussion entstanden auf diesen Kanälen nur selten. Dazu musste ich mich schon in spezielle Gruppen einklinken, was ich nur kurzfristig gemacht habe. Selbst in den Gruppen, die Themen meiner Heimatstadt behandelten, war der Umgangston mitunter recht ruppig und je nachdem auch aggressiv.

Keine Politik – unter Freunden

Über politische Fragen habe ich mich innerhalb dieses Personenkreises (meiner „Freunde“) ganz selten ausgetauscht. Wer weiß, ob wir – wäre es anders gewesen – noch „Freunde“ geblieben wären?

Der Diskurs in den sozialen Netzwerken aber auch in den Kommentarspalten unterschiedlichster Anbieter ist zu wirklichen Beschimpfungszentren verkommen. Die krasse Polarisierung und die mangelnde Bereitschaft, sich gegenseitig zuzuhören, hat bei Berichten über Flüchtlinge oder den Klimawandel beängstigende Ausmaße angenommen.

Verbale Scharmützel

Verbale Auseinandersetzungen mögen eine Weile ganz spaßig oder wenigstens einen gewissen Unterhaltungswert haben. Der Nutzen geht gegen aber natürlich gegen Null. Es ist aussichtslos, weil die (oberflächlichen) Argumente schon zu oft ausgetauscht wurden. Ich fürchte, es fehlt immer mehr die Geduld, vielleicht auch die Toleranz, sich gegenseitig zuzuhören. Als Diskussionsplattformen taugen sozialen Netzwerk aus meiner Sicht kaum etwas. In den Kommentarspalten von „Welt“ oder „Zeit“ achten Moderatoren darauf, dass der Ton halbwegs sachlich bleibt. Die Kommentarspalten der „Welt“ werden von AfD-Anhängern und anderen Rechten dominiert. Wer da dagegen hält, wird flott gesperrt. Mir ist das schon oft passiert. Wahrscheinlich wollen die Moderatoren erreichen, dass Eskalationen möglichst vorn vornherein unterbleiben. Aber die Rechten beklagen die Einschränkung „ihrer Meinungsfreiheit“.

Abgewürgt, eingereiht

Leider ist das aber auch nur ein Teil eines komplexen Bildes, das noch längst nicht fertig gemalt ist. Boris Palmer nehme ich als Paradebeispiel für einen diskussionsfreudigen, meinungsstarken Nutzer der verschiedenen Kanäle. Wie mit ihm und seinen Äußerungen umgegangen wird, finde ich unterirdisch. Gestern traf er bei „Markus Lanz“ auf Jakob Augstein. Letzterer demonstrierte par excellence, wie mit Palmer von der linken Öffentlichkeit verfahren wird. Eindrucksvoller hätte man aus meiner Sicht nicht zeigen können, wie Linke auch vermeintlich rechte Positionen aus dem Diskurs auszugrenzen versuchen. Das ist brutal, billig und vor allem schadet es unserer Demokratie. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bei Twitter und Facebook nur mitgemacht, um meine Blogbeiträge zu pushen. Völlig ohne Erfolg freilich.

Die damit notwendige Erbsenzählerei hängt einem irgendwann am Hals raus. Sicher, manchmal erntete man mal ein(en?) Like oder einen Retweet.

Erfolg ohne „soziale Netzwerke“

Damit müssen viele BloggerInnen leben. Dass es Ausnahmen gibt, also wirklich gut besuchte und erfolgreiche Blogs, ist natürlich auch eine Tatsache. Ich habe das Gefühl, dass die allermeisten BloggerInnen eher für sich selbst schreiben; weil sie Spaß am Schreiben haben oder von mir aus auch, weil sie den Spaß am Schreiben trotzdem bisher nicht verloren haben. Daran ändern schwindende Besucherzahlen nur wenig.

Ich finde das schön. Es hat nämlich etwas mit Durchhaltevermögen zu tun. Und das werden wir in Zukunft ganz bestimmt noch dringend brauchen.

Wenn Affen Selfies machen kann Sie das ruinieren

8. August 2017

4 4 Min.

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Persönlich habe ich mit professionellen Fotografen nicht die besten Erfahrungen gemacht. 2006 hatte ich zwei Jahre Erfahrungen als Blogger gesammelt. Von Urheberrechten hatte ich zwar gehört aber in welcher Gefahr ich mich befand, war mir nicht klar.

Das änderte sich bald, nachdem ich vom Anwalt des Profifotografen Post erhalten hatte. Ich erhielt die Abmahnung für ein Foto von einem Brötchen, das ich ungefähr ein Jahr zuvor, aus der Google-Bildersuche gefischt und in meinen damaligen Blog (finger.zeig.net) kopiert hatte. Der Fall ging unter dem Begriff „Brötchengate“ in die Analen des Urheberrechts (Internet) ein. Oder so. Mich machte meine illegale Handlung um 600 Euro ärmer. Meine Firma stand damals kurz vor der Pleite und ich vor der Arbeitslosigkeit. Das interessierte aber niemanden. Der Anwalt bezeichnete mein Handeln wörtlich als „verbrecherisch“. Das habe ich nicht vergessen.

Bei der Gelegenheit: Ich verstehe bis heute nicht, wie stark alle Wordpress – Themeautoren ihren Focus auf stark fotolastige Designs legen. Ich benutze diese auch. Aber eigentlich wäre es toll, wenn es mehr gute Designs für Wordpressblogs gäbe, die sozusagen auf das Risiko für jeden Blogger reflektieren und zum Beispiel so aussehen könnten wie das momentane Standard-Theme von Wordpress.

Ich erzählte die Geschichte deshalb nochmal, weil ich erst heute von einem Fall Kenntnis erhielt, der mich an allem Möglichen zweifeln lässt. An Wikimedia, der Tierschutzorganisation Peta, am Zutrauen in unsere Rechtspflege, der Rechtsprechung und an Anwälten und Richtern.

Ein Tierfotograf schloss gewissermaßen Freundschaft mit einem in Gefangenschaft lebenden Schopfmakaken. Das ist eine fast ausgestorbene Affenart, die in Indonesien beheimatet ist. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit kam es nach Schilderung des britischen Fotografen David Slater dazu, dass der Makake freundlicherweise ein Selfie erstellte, das viele von uns sicher kennen werden. Obwohl dieses Foto gemäß einem Prozess, den Wikimedia mit Slater führte, urheberrechtsfrei sein soll, veröffentliche ich es hier nicht! Aber ich spendiere einen Link dorthin, genauer gesagt zu einem Artikel der Süddeutschen Zeitung, auf den ich in diesem Zusammenhang gestoßen bin.

David Slater muss mit den Worten zitiert werden: „Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht. Sie haben mich finanziell und emotional ruiniert.“

„Ich habe mich ihnen für einige Tage angeschlossen, um sie aus der Nähe fotografieren zu können“, sagt er. „Als sie Vertrauen gefasst haben, interessierten sich einige von ihnen für das Klicken der Kamera.“ Er habe das Gerät auf einen Stativ montiert und die Affen mit Futter angelockt. „Bis sie begannen, Selfies zu knipsen.“Quelle: (9+)Rechtsstreit um Affen-Selfie – Wie bewusst war sich der Affe seines Verhaltens? – Panorama – Süddeutsche.de | LINK

Quelle: (9+)Rechtsstreit um Affen-Selfie – Wie bewusst war sich der Affe seines Verhaltens? – Panorama – Süddeutsche.de | LINK

Dem Prozess gegen Wikimedia, den er verloren hat, folgte eine Klage der Tierschutzorganisation „Peta“. Sie hat nicht mehr den tadellosen Ruf, den sie einst einmal hatte. Bekanntgewordene Praktiken führten dazu, dass sich Menschen distanziert haben.

Mir kommt es so vor, als änderte sich vielleicht auch aufgrund solcher Vorfälle die Einstellung der Menschen auf breiter Front gegen alle möglichen NGO’s. AI und die Türkei, Umwelthilfe und Dieselgate, Retter von Flüchtlingen im Mittelmeer u.s.w.

Ich vermute, dass „Peta“ mit der Klage gegen Slater eine willkommene Gelegenheit sah, sich in der Öffentlichkeit zu profilieren. Warum sonst sollte eine Tierschutzorganisation so eine bescheuerte Strafaktion gegen einen Fotografen unternehmen, der vermutlich keinem Tier je etwas zuleide getan hat.

Der springende Punkt für die Urheberrechtsklage von Peta gegen Slater soll darin liegen, dass der Affe ein Selfi geschossen hat. Damit lägen die Urheberrechte eindeutig bei dem Makaken mit Namen Naruto. Wikimedia hatte zuvor im gleichen Sinn geklagt und (leider!) Recht bekommen.

Der Autor der Süddeutschen Zeitung kommentiert die Sachlage so:

»Die Wahrheit kennen letztlich nur der Fotograf und der Affe. Naruto lebt in einem indonesischen Reservat und hat sich bislang nicht geäußert.«

Tierschützer kämpfen schon lange dafür, dass Tiere nicht mehr wie Sachen behandelt werden dürfen, sondern gleichrangig mit dem Menschen. Ob es denn schon Länder gibt, in denen diese Gleichsetzung bereits gesetzlich verankert ist? Anders wäre dieser Zirkus ja nicht zu erklären.

Oder doch. Angesichts meiner Erfahrungen mit Anwälten und mit der Kammer des in Deutschland zuständigen Landgerichtes in Hamburg habe ich meine Erfahrungen machen müssen. Wer für solche gerichtlichen Auseinandersetzungen nicht das Geld hat (und das kann richtig viel Geld sein), der muss klein beigeben.

Vor der Abgabe eines Einspruches durch meinen Anwalt erhielt ich den Anruf eines Mitarbeiters des Gerichtes, der mich zum Einlenken bewegte, um mir größere Ungemach zu ersparen. Also bevor es überhaupt zu einem möglichen Prozess wegen meines Einspruches gekommen ist. Den Arsch in der Hose und das Geld, das für Einsprüche notwendig wäre, haben nicht viele. Ich kenne bzw. kannte nur einen Blogger persönlich, der den Mut gehabt hat. Dabei handelt es sich um den im April dieses Jahres leider verstorbenen Berliner Blogger Jochen Hoff. RIP Jochen. In seinem Fall ging es allerdings nicht um Urheberrechtsverletzungen bei Fotos.

Mehr zum Thema:

Speziesismus – Wikipedia | Quelle

Ob das sich noch lohnt?

8. August 2017

4 4 Min.

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Keine Sorge, ich stimm‘ jetzt nicht das übliche Klagelied des Bloggers an, der unter zu wenig Beachtung leidet. Und mit „lohnt“ (siehe Überschrift) meine ich keinesfalls die monetäre Seite, die manchen Bloggern so wichtig ist.

Für die Themen mit denen ich mich hier im Blog befasse, interessieren sich nicht viele Leute. Und die paar, die es tun (Danke an dieser Stelle!) werden gewiss nicht immer meiner Meinung sein. Das ist für mich keine Überraschung, weil ich das längst gelernt habe.

Reichweite

Interessant finde ich, wie krass sich die „Bewertung(?)“ darstellt, wenn einen Blick auf die Facebook – Reichweite meiner Artikel wirft. Meine FB-Seite 2bier hat gerade mal 36 Abonnenten und 34 Likes. Die Zahlen gelten nicht etwa für einen Artikel, sondern für die komplette Seite ?.

Dazu muss ich erklären, dass ich alle Artikel nicht nur auf dieser FB-Seite, sondern zusätzlich auf meinem Profil und in einigen anderen Gruppen poste. Letzteres mache ich frei nach Schnauze, also nicht systematisch.

Zuletzt habe ich, eher zufällig, mal ein paar (3) Fotos auf meiner FB-Seite 2bier gepostet, statt im Profil und zwar ganz ohne Begleittext. Dieser Artikel hatte (immerhin) eine Reichweite von 47! Alle anderen Artikel kommen über 17, vielleicht mal 20 nicht hinaus. Ich dachte, versuche neue Artikel mal nicht im FB-Profil zu posten, sondern ausschließlich auf der Facebook-Seite 2bier. Zack, wieder nur eine Reichweite von 14.

Meine Frau hat also Recht. „Dafür interessiert sich eben keiner“. Jau.

Mein Blog Bedburgisches.de läuft zwar, was die Kommentare anlangt, auch nicht toll. Aber, obwohl ich nicht viel poste, ist bei FB das Interesse viel größer.

Dort verzeichnet die Seite innerhalb kurzer Zeit immerhin 262 Abonnenten und 259 Likes. Die Reichweite der einzelnen Artikel bei Facebook beträgt häufig mehrere Hundert, manchmal tausend.

Klar ist, dass es an den Themen liegt.

Übrigens sind auch die Google-Zahlen hier im Blog ähnlich gering. RSS-Abonnenten gibt es nicht und über 100 tägliche Zugriffe können rot im Kalender vermerkt werden. Normal sind tägliche Besucher in einer Größenordnung von 60-70. Früher ™ waren es zehnmal so viele.

Wie ich sagte. Ich will kein Mitleid und erst recht keinen Spott. Mir ist klar, dass dies im besten Fall das ist, was man einen Nischenblog nennt. Aber je nach Thema kann auch damit eine wesentlich größere Reichweite erzielt werden.

Ich habe diesen Artikel für die Blogger geschrieben, die sich ebenfalls abmühen aber trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. Ich blogge seit 2004 und habe bis heute nicht gelernt, wie man „es“ richtig macht. Wenn ich meine Blogs mit denen von anderen vergleiche, kommt kein Neid auf, manchmal sogar ein leises Bedauern. Nee, so will ichs dann auch nicht machen.


Update

So toll

Geld ? für Veröffentlichung in „totem“ Blog

6. Mai 2017

4 4 Min.

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Ich freue mich wirklich riesig über manche E-Mails von LeserInnen und noch viel mehr über wieder zunehmende Kommentare in meinen Blogs. Gerade erlebe ich dadurch einen regelrechten Motivationsschub.

Seit Monaten wurde hier nur noch ganz wenig kommentiert. Ich will gar nicht danach fragen, woran das gelegen hat – ich kann es mir denken.

Im Moment ist es zum Glück viel schöner, und ich freue mich darüber. Hoffentlich hält dieses „Hoch“ ein bisschen an. Wenn das Wetter schon so wenig weiß, was es will…


Bei dieser Gelegenheit, und weil es so schön dazu passt: Ich bekomme, wie andere Blogger auch, regelmäßige Anfragen zu möglichen Zusammenarbeiten. Irgendwelche Agenturen wollen in meinen Blogs Artikel platzieren und mir sogar Geld dafür bezahlen. Ich werde solche Angebot höchstwahrscheinlich auch in Zukunft nicht annehmen, weil meine Blogs privat bleiben sollen. Den Anfragern teile ich das manchmal mit, nicht immer. Oft antworte ich nicht (mehr).

Ich weiß von anderen Bloggern/innen, dass solche Anfragen verbreitet wird. Wenn ich mich umsehe, scheinen viele solche Angebote zu nutzen. Das soll jeder so halten, wie er oder sie mögen.

Witzig fand ich eine Anfrage, die ich dieser Tage für meinen alten Blog Netzexil.de erhielt. Witzig deshalb, weil ich dort schon seit Februar 2016 keinen einzigen Artikel mehr geschrieben habe. Die Mediadaten ermittle ich für den Blog längst nicht mehr.

Der Blogpost muss dann unbegrenzt online sein, auf Wunsch auch nur für einen bestimmten Zeitraum mind 1 Jahr. Wir verfassen einen „Gastartikel“, welcher komplett auf den Stil Ihres Blogs zugeschnitten sein wird. Die Bezahlung erfolgt innerhalb 24 Stunden nach der Veröffentlichung via PayPal.
 
Was ist Ihr Preis für diese Art von Werbung?

Wäre es nicht witzig, wenn ich im Netzexil einen Artikel des „Interessen“ der Agentur veröffentlichen und dafür Geld kassieren würde? Der kann dann auch länger als 1 Jahr da stehen… Schon komisch, was es alles gibt.

Wordpress – Widgets ⛏ sind flexibler ✏️ als Sie glauben

10. April 2017

4 4 Min.

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Über Sidebars und Footer im Wordpress – Blog, darf man geteilter Meinung sein. Ich glaube, dass die meisten Blogger/innen gern die Sidebar für ihre Blogs nutzen.

Im Moment bin ich auf dem Trip, es mal wieder ohne beides zu versuchen. Jedenfalls sieht es auf den ersten Blick so aus.

Für das Handling von Widgets gibt es heutzutage nicht nur wunderbare kostenpflichtige und kostenlose Plugins, sogar die Themes selber bieten zur Nutzung und Handhabung definierter Widget-Bereiche sehr schöne und leicht zu bedienende Lösungen. Mein Theme „Total“ ermöglicht es zum Beispiel, für jede Kategorie, Seite und Artikel verschiedene Einstellungen zur Darstellung der Widgets vorzunehmen. Das kann entweder in den Kategorieeinstellungen, den Seiteneinstellungen und sogar artikelspezifisch passieren.

Widgetbereich meines Blogs

Zuerst ein allgemeiner Ratschlag von meiner Seite. Prüfen Sie gründlich, welche Widgets Sie in der/den Sidebars oder im Footer überhaupt einsetzen möchten. Beachtet man die Empfehlungen von Sven Lennartz (Löschkandidaten) bleiben allerdings wirklich nicht mehr viele übrig, die überhaupt infrage kommen. 😈

Performance

Es gibt einige, die sich zwar dort sehr gut machen und die sicher oftmals auch ihre Berechtigung haben. Aber sie zwingen die Blogperformance mitunter doch ziemlich in die Knie. Zu diesen Widgets zähle ich nicht nur Facebook-, Instragram oder Flickr-Widgets, sondern auch andere, die jedes für sich verhältnismäßig viel „nach Hause telefonieren“. Die erforderlichen Queries senken die Performance in manchmal erheblich, selbst wenn ein Cache Plugin genutzt wird. Die Abwägung für oder gegen dieses oder jenes muss jeder Blogger leider halt immer neu treffen.

Thomas Jansen hat in seinem exzellenten Blog-Beitrag „Geschwindigkeit des Blogs optimieren“ vom 13. Januar 2017 unter anderem diese Abwägung detailliert angesprochen und entsprechende Empfehlungen gegeben.

Idee

Wie wäre es, wenn Sie zum Beispiel Ihr Flickr- oder Instagram-Widget nur auf den Seiten anzeigen, die zum Beispiel einer etwaigen Blog – Kategorie „Fotos“ zugeordnet sind? Beispiel.

In meinem Blog habe ich es allerdings so eingerichtet, dass diese Widgets nur in der Kategorieansicht und nicht auch neben den einzelnen Beiträgen angezeigt werden. Sie sehen das, wenn Sie im Beispiel einfach mal einen Artikel anklicken.

Wenn Sie auch zu allen Einzelbeiträgen diese Widgets angezeigt haben wollen, so können Sie dies mit dem Plugin „Widget-Logic“ oder „Dynamic Widgets“ realisieren. Welche Einstellungen dafür erforderlich sind, werde später ich in einem kleinen Beispiel erläutern. Generell sei noch angemerkt, dass ich das Plugin „Widget Logic“ vorziehe, weil mir die Bedienung über die direkten Einträge ins Widget besser gefällt. Es wurde bisher 300.000 mal installiert. Ich denke, diesem Vertrauensvorschuss darf man folgen.

Widget-Logic und viele andere Plugins für den Umgang mit Widgets

Möchte man den Widgetinhalt zum Beispiel nur für einzelne Artikel und nicht auf der Startseite angezeigt bekommen, so gibt man in die Zeile „Widget Logic“, die nach der Plugin-Installation im unteren Bereich jedes Widgets erscheint, den Befehl is_single() ein. Eine Übersicht der möglichen Eingaben finden Sie hier.

Alternativen zu „Widget Logic“ und „Dynamic Widgets“ sind „Display Widgets“ oder „Widget Options„. Insbesondere letzteres sollten Sie sich vielleicht näher ansehen.

Es gibt eine Light- und eine Kaufversion. Ich setze diese in einem anderen Blog ein. Hier verträgt sich dieses Plugin nicht mit den anderen. Das Tolle an „Widget Options“ ist, dass es alle nur erdenklichen Funktionen zur Nutzung und Bedienung von Widgets vereint. Mit wenigen Klicks je Bereich beherrscht man alle Widgets im Blog. Es kostet derzeit $24.99.

Youtube Video

Aus dem gleichen Haus wie „Widget Options“ stammt auch das kürzlich von Thomas Weichselbaumer in seinem Blog Theme Coder vorgestellte Plugin „Widget Areas„. Mit diesem ist es möglich, neue Widget-Bereiche zu kreieren, in die man später die gewünschten Widgets platzieren kann.

Thomas hat in einem späteren Beitrag die Möglichkeit beschrieben, solche Areas für Widgets ohne die Hilfe eines Plugins zu realisieren.

Ich habe das hier im Blog im bisher etwas verwaisten Bereich direkt unter meinen Artikeln eingesetzt.

Neben einem Suchfeld habe ich dort die RSS-Feeds, einen kleinen Slider mit meinen beliebtesten Artikeln positioniert.

Normalerweise sind dort die üblichen „Related Posts“ platziert. Die habe ich mittels eines anderen Plugins gefälligkeitshalber innerhalb der Artikeltexte dargestellt. Daran sehen Sie: wer lange mit Sidebars, Footern und Widgets gearbeitet hat, kommt ganz ohne die darin üblicherweise untergebrachten „Features“ nicht aus 🙂


Nun zum praktischen Teil meines Artikels.

Ich verwende in diesem Fall das oben schon erwähnte Plugin „Widget Logic“.

Sobald es aktiviert wurde, ist im unteren Bereich aller Widgets ein freies Textfeld zu sehen (s. roter Rahmen in der Abbildung) Dieses ist mit Widget Logic beschrieben.

Ich setze im Beispiel voraus, dass die Sidebar im Blog präsent ist und dies auch weiterhin bleiben soll.

Ich unterstelle ferner, dass es aktuell bereits Sidebar-Inhalte (Widgets) gibt, die Sie nur dann im Blog anzeigen möchten, wenn sich Ihre Leser/innen nicht auf der Startseite befinden, sondern bereits einen einzelnen Artikel aufgerufen haben. Der Leser befindet sich momentan demnach in der Single-Ansicht eines Artikels.

In das erwähnte freie Textfeld (roter Rahmen), das im betreffenden Widget angezeigt wird, tragen Sie nun  is_single()ein. Danach speichern Sie das Widget.

Ab sofort wird es nur noch in der Einzelansicht jedes Artikels angezeigt.

Möchten Sie das Widget nur auf der Startseite sehen, so ist der Eintrag nicht is_single() sondern is_home().

Die Ausgabe in Abhängigkeit von der ausgewählten Kategorie lässt sich folgendermaßen steuern:

is_single() && in_category(’Politik’)

In diesem Fall wird bei einer Einzelansicht des Artikels, der der Kategorie Politik zugeordnet ist, die Ausgabe des Widgets steuern. Für andere Optionen beachten Sie bitte diesen Hinweis.


Mehr Informationen zum Thema:

  1. 6 Plugins for Conditional Widgets | @thetorquemag | Quelle
  2. Create a custom WordPress sidebar | Quelle
  3. How to Add Different Sidebar Content For Each Page in WordPress | Brad S. Knutson | Quelle
  4. WordPress: Sichtbarkeit von Widgets auf bestimmte Seiten einschränken | Quelle
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