Gesellschaft   ·  3 Min.

Auf gehts – zum Statuen schubsen.

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Wart ihr heute schon in Köln und habt ein paar Statuen von ihren Plätzen geschubst? Oder wenigstens einige von ihnen mit Farbe besprüht? Vielleicht gibt es hier in der Nähe aber auch gar keine Statuen, die an Personen erinnern, die irgendwie verwickelt sind?

In Köln existiert ein Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. In seine Amtszeit fiel nicht nur der 1. Weltkrieg, sondern auch der nicht aufgearbeitete Völkermord an den Herero und Nama von 1904 bis 1908. Einen Bismarckturm gibts in Köln auch. Der Mann ist auch nicht ganz unbefleckt wie man lernen kann.

Aber das nehmen die Demonstranten für die einzig richtige Sichtweise (also ihre eigene) nicht so eng! Das sieht man auch daran, dass in London sogar ein Churchill – Denkmal gefährdet scheint. Ich dachte immer, der steht auf einem so hohen Sockel, dass dem keiner was…

Mich erinnert die von empörten Moralisten ausgelöste Jagd auf unsere Kulturstätten an die Anfänge von Maos Kulturrevolution. Oder an die Aktionen der Taliban und des IS, die Stätten unseres Kulturerbes mutwillig, wegen ihrer kaputten Ideologie unwiederbringlich zerstört haben.

Da steht uns ja vielleicht noch einiges bevor. Ich kann mir vorstellen, dass die Amerikaner es hinkriegen, die ganze Welt in Brand zu setzen. Dafür braucht es das momentane Aufregerthema Rassismus eigentlich nicht. Dieser Präsident und seine Anhänger reichen dafür aus.

Anlass für diese Annahme haben sie in der Vergangenheit wahrhaftig schon genug geliefert. Dass in den USA nun Monumente zerstört werden, die Linke eher skeptisch sehen, sollte nicht zwangsläufig dazu führen, dass Journalisten sich als Richter über den Erhalt oder die Zerstörung der Denkmäler aufschwingen.

Welche Kultur, welches Geschichtsbewusstsein hat eine Nation, die die Statue eines Christoph Kolumbus vom Sockel stößt? Es ist grotesk und man ahnt spätestens, wenn man von solchen Taten erfährt, was wirklich in diesem Land vor sich geht. Dass diese Aktionen von Journalisten, Intellektuellen oder irgendwelchen Celebritys überstützt und gutgeheißen werden, macht den Abgrund klar, an dem dieses Land sich befindet.

Glauben die Demokraten (Pelosi) in den USA, dass es ihnen politisch nützt, die Entfernung von Statuen im Capitol anzuordnen? Haben solche Leute wie Trump denn keine Vorstellung davon, wie der Zusammenhalt der amerikanischen Gesellschaft zerstört wird durch solche Maßnahmen? Der Kampf gegen den Rassismus ist wichtig und er soll mit Nachdruck geführt werden. Die Mittel dazu müssen dennoch verhältnismäßig sein. Und was jetzt geschieht, ist eben ganz und gar unverhältnismäßig. Es ist hysterisch und gefährlich gleichermaßen.

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Die übereifrigen Aktivisten sollten einsehen, dass ihre hasserfüllten Aktionen zu nichts Gutem führen werden. Sie werden die Gräben zwischen Menschen vertiefen, sie schüren den ohnehin mit Händen greifbaren Hass.

Wartet ab, bis diese Demonstranten sich mit den Klimakämpfern zusammentun. Dann ist endgültig Schluss mit lustig. Übrigens in der Schweiz werden jetzt endlich auch die Hersteller von Mohrenköpfen moralisch verfolgt. Die Supermarktkette Migros hat die süßen Dinger mit langer Geschichte aus bekannten Gründen ausgelistet. Vermutlich kostet das ein paar Leuten den Arbeitsplatz. Aber das stört diejenigen, die sich da im Moment moralisch über alles erheben, sicher nicht. Die Aktivisten sind dabei, das Kind mit dem Bade auszuschütten.

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Was ich noch unterbringen möchte: Mir ist Eskens Vorstoß hinsichtlich des latenten Rassismus bei der deutschen Polizei plausibel. Deshalb unterstütze ich ihn. Aber einen Vergleich zwischen der Polizeigewalt und ausuferndem Rassismus, den wir aus den Staaten kennen, sollten wir wirklich nicht anstellen. Er ist nicht angebracht.

Ich verweise bei der Gelegenheit auf meinen Artikel von gestern: Wortschwatz – Ein Schwätzchen in Ehren

Link: Rassismus in Film und Fernsehen: Der saubere Bildschirm – Kultur – SZ.de









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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