Ein sympathischer und selbstreflektierter Dieter Nuhr

Drosten, Nuhr, Lauterbach, Eckart, Laschet, Merkel, Spahn. Das sind nur einige der Namen von Leuten, die in den asozialen Netzwerken jeden Tag aufs Neue beschimpft und verleumdet werden. Vielfach, so scheint es mir, geht es nicht mal um die Kritik an sich. Ich sähe das wohl anders, wenn diese auch nur halbwegs substanziiert wäre. Stattdessen scheint wichtig zu sein, lautes, anschwellendes Gezerre und Geplärre entstehen zu lassen. Ich finde nicht heraus, wer das orchestriert bzw. wem das irgendwas gibt.

Ich hoffe darauf, dass es mehr und mehr Leute sein werden, denen diese Entwicklung auf den Senkel geht.

Hier habe ich mich mehrfach für Leute eingesetzt, über die ich heute anders denke. Ganz anders. Dafür habe ich ordentlich Kritik bekommen. So habe ich leider sogar manche langjährigen LeserInnen verloren. Ein Sprachwissenschaftler hat sich damals einmal mit einem meiner Texte auseinandergesetzt und mir die Nähe zu denen bescheinigt, die ich von Herzen verabscheue. Er meinte, ich könne das im Text nicht verbergen, obwohl ich mich darum bemüht hätte. Ich fands nicht komisch.

Zeitlicher Abstand

Mit dem Abstand einiger Jahre kann ich darüber lachen. Meine Haltung zu manchen dieser Personen hat sich so stark verändert, dass es mir heute geradezu peinlich ist, wie ich mich seinerzeit geäußert habe.

Sowas gehört dazu, wenn man sich meinungsmäßig stark exponiert.

Immer wieder andere im Fokus

Zuletzt waren Dieter Nuhr, etwas später dann Lisa Eckhart, diejenigen, die ich hier verteidigt habe. Wer weiß, wie sich das weiterentwickeln wird und wie ich in ein paar Jahren darüber denke?

Heute habe ich dieses Interview angesehen, das Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in der TV-Talkshow 3 nach 9 vor zwei Monaten mit Dieter Nuhr geführt hat.

Youtube Video

Vielleicht strapaziere ich die Gäste der Talkshow etwas über. Aber ich hatte den Eindruck, dass aufgrund der massiven Anfeindungen, die Nuhr vor allem in den letzten Monaten ausgesetzt war, einige Teilnehmer etwas betroffen dreinblickten.

Sympathie oder Antipathie

Es stellte sich nämlich ein sympathischer und reflektierter Mensch vor, der so überhaupt nicht in die Schublade passen wollte, in die ihn gewisse (zuletzt) linke Meinungsbildner in den asozialen Medien mit all den selbsterzeugten und aufgestachelten Vorbehalten hineinzwingen wollten.

Vielleicht sieht das der eine oder andere ja ähnlich wie ich, wenn sie oder er dieses 20minütige Video mal angesehen haben.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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