Ein Artikel von

Xavier Naidoo und Dieter Nuhr haben was gemeinsam

Abgelegt
,
Datum
Kommentare
4
Views
88
Lesezeit
2 Min.

Als es darum ging, Xavier Naidoo als Rechten zu «entlarven» und ihm unter anderem Antisemitismus vorzuwerfen, waren vermutlich die gleichen Leute aktiv, die jetzt Dieter Nuhr auf dem Kieker haben. Die selbsternannten Verteidiger von Demokratie, Toleranz und Klima.

Wie damals sind auch bei Nuhr keine Beweise für die digitale Form des Rufmordes nötig. Wir dürfen uns darauf verlassen, dass die Medien ihren Beitrag leisten!

Sie drehen ein Rad, das gewissen Leuten in die Hände spielt und scheinen eben das völlig ausblenden zu können. Ich habe das Gefühl, dass immer mehr «Vernünftige» sich fragen, ob das wirklich sein muss.

Dürfen wir Journalisten nachsehen, Agenturmeldungen ungeprüft zu übernehmen, offen tendenziös zu sein oder mitunter frei Erfundenes zu berichten, nur weil sie (bekanntlich) zu einer existenzbedrohten Spezies zählen?

Vertrauen Medien
Vertrauen oder nicht?

Dass gerade diejenigen Freude an jeder Form von «Falschinformation» haben, die ansonsten in ihren Publikationen nie davor zurückschrecken, einseitige, ungenaue oder nicht selten unhaltbare oder frei erfundene «Nachrichten» bringen (der schlechten Sache zuliebe) hindert sie auch im Falle des Dieter Nuhr nicht daran, Krokodilstränen zu vergießen.

Die Medien haben sich ihren Bedeutungsverlust selbst zuzuschreiben, weil sie in ihrer eiligen Hatz nach Clickbaits dazu tendieren, Reflexe der Konsumenten unbedacht zu lassen. Dabei ist der Einwand sicher berechtigt, dass dieser Vorwurf wohl zu pauschal adressiert ist. Dies passt allerdings wieder ins Bild, weil auch für diese Differenzierung Geduld und Zeit fehlen!


Es ist in diesem Zusammenhang übrigens ein übles Zeichen für den Status quo, dass Künstler (vor allem in den sozialen Medien) nicht wegen ihrer «Fehltritte» bezichtigt werden, sondern dass die Kritiker (und Hater) sich an ihren Professionen abarbeiten.

So las man damals, wie furchtbar Xavier Naidoo doch als Sänger und Songwriter sei. Bei Dieter Nuhr heißt es, er produziere minderwertige Witzchen und sei als Comedian eine Zumutung.

Wenn jemand etwas sagt, was den Vorstellungen des Mainstreams nicht passt, stellt man ihn und seine Profession infrage. Berufsverbote wären vielleicht der nächste logische Schritt. Für die, die jetzt aufstöhnen: Ich erinnere an die Diskussionen über Markus Lanz. Er hatte sich gegenüber Sahra Wagenknecht unfair verhalten. In der Folge verlangten viele Leute, das ZDF solle ihn absetzen. Die unverschämte Forderung an die ARD, Dieter Nuhr, aufgrund einer Falschmeldung zu entlassen, passt dazu.

Bevor ich falsch verstanden werde.

Jeder hat seinen Musikgeschmack. Eine/r mag Schlager, der andere Techno, Pop oder Jazz oder findet rhetorisch geschliffene Pointen eines Hagen Rether ansprechender als etwa die dümmlichen Witzchen eines Mario Barth (oh, ich also auch?!). Aber das ist Vielfalt, und wir sollten froh darüber sein. Sonst ist uns bunte Vielfalt doch angeblich so wichtig!

Wie fragil unsere Gesellschaft inzwischen geworden ist, zeigt auch unser Umgang mit solchen Phänomenen.

Vergaloppiert sich jemand mit einer Bemerkung (auch ein Like kann ausreichen) kann er – je nach Popularität – auf den nächsten Shitstorm warten.

Da nehmen sich Rechte und Linke nichts! Und die besonderen «Tieftaucher» kochen darauf natürlich ihr Süppchen und verursachen uns allen damit noch mehr Stress.

Lässt sich die Entwicklung ändern, in dem wir solche Phänomene ignorieren? Eher nicht. Es bleibt aber nötig, solche Dinge beim Namen zu nennen und möglichst eine kritische Sicht darauf zu haben.

Wir dürfen nicht nur über Werte schwadronieren, wir müssen sie leben!





Artikelautor Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

4 Gedanken zu „Xavier Naidoo und Dieter Nuhr haben was gemeinsam“

  1. Fragte man nun dieselben Befragten wie oben danach , welche Medien sie bevorzugt selbst als Informationsquellen nutzen, dann entstünde – da bin ich sehr sicher – mehr oder weniger genau die umgekehrte Reihenfolge.

    Antworten
  2. Er spricht mir aus der Seele, der Herr Schulte! Ich halte es auch für fragwürdig, wenn Hater darüber entscheiden, ob da jemand in der DSDS Jury sitzt oder nicht. Das sind wahrscheinlich eh dieselben Leute, die Herrn Naidoo zuvor in der Luft zerrissen haben, weil er in dieses Format geht, weil man DSDS doch nicht anschauen kann. Eine Bundestagsabgeordnete forderte ebenfalls seinen Ausschluss, anstatt ihre Kräfte sinnvoll einzusetzen und für ein Verbot der rechtsradikalen Gutbürgerpartei AFD zu plädieren. Dann hören vielleicht auch mal die verachtenswerten Kommentare bezüglich blonder Frauen usw auf.
    Man fragt sich auch – was ist eigentlich passiert?
    Vor einiger Zeit bezeichnete man Herrn Naidoo als homophob und frauenfeindlich. Hintergrund ist sein-zugegebenermaßen stark unter die Gürtellinie geratener Text über einen pädophilen Kinderschänder. Er besingt dabei jene Männer, die sich an kleinen Jungs vergehen und teilt ihnen mit, dass er sie am liebsten auch einmal fesseln und mit einem Dildo in den Allerwertesten bearbeiten würde, wie sie es mit ihrem besten Stück bei den Kleinen machen würden, ohne Rücksicht auf Verluste. Dann singt er noch: „Warum bist Du so böse, warum liebst Du keine Möse?“
    Jetzt ist die Frage – warum singt er das? Weil er homophob ist?
    Mitnichten! Er trifft diese Wortwahl hauptsächlich, weil sich böse nun mal auf Möse reimt und es ein Rap ist, ansonsten hätte er den Begriff Frau gewählt. Er wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass er nicht versteht, warum der Besungene sich Kinder schnappt und keine erwachsene Frau, die altersmäßig angebrachter wäre. Natürlich hätte er das auch ergänzen können mit “ oder einen erwachsenen Mann, wenn Du homosexuell sein solltest‘ – aber wie soll das klingen?
    Im jüngsten Skandalvideo singt er, dass Migranten unsere Demokratie zu akzeptieren hätten, weil wir hier nach dieser Staatsform leben und man hätte sich als Gast in diesem Land zu benehmen und es könne nicht sein, dass der Gast den Gastgeber ermordert oder die einheimischen Mädchen vergewaltigt und da hat er absolut recht! Er singt nicht, dass die meisten Morde von Flüchtlingen begangen werden oder das alle Ausländer Wölfe seien – das haben überintelligente Hater großzügig hineininterpretiert!
    Ich bin absolut nicht fremdenfeindlich, ganz im Gegenteil! Dennoch möchte ich hier keinen diktatorischen Herrn Erdogan als Staatschef und jeder Türke, der hier lebt hat unsere Demokratie zu akzeptieren – genau wie alle anderen! Wer diesen Diktatoren nachweint, dem steht es frei, zu gehen. Das muss gesagt werden dürfen, trotz unserer schlimmen Vergangenheit!
    Und mal im ernst: Wer von den vielen Xavier Kritikern noch nie den Satz gesagt oder gedacht hat:“Denen sollte man das Ding abschneiden!“, nachdem wieder ein Kind grausam missbraucht und getötet wurde, oder den Flüchtling, der eine junge Deutsche vergewaltigt und ermordet hatte, nicht wieder ins Flugzeug Richtung Heimat zerren will, der hebe jetzt bitte die Hand!

    Und bei Herrn Nuhr? Da fehlt es vielen einfach an Intelligenz. Anspruchsvolle Anekdötchen ohne verstellte Stimme und lächerliches Hemd ist nicht jedem gegeben.
    Stattdessen werden Morddrohungen formuliert und… ähh… da ist die Bundestagsabgeordnete der Grünen dann leider nicht zugegen…. Wer schmeißt diese Typen eigentlich aus den sozialen Netzwerken? Bin ich jetzt homophob?

    Man weiß es nicht…

    LG Nicole

    Antworten
  3. Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich bin es gewöhnt, dass solche Texte vielen nicht gefallen. Man wird gleich in eine Ecke gerückt, in die man nicht hineinwollte. Mir geht es auf den Zeiger, wie intolerant sich viele verhalten, wenn gegen ihre persönliche „Etikette“ verstoßen wird. Unter diesem Gesichtspunkt könnte man alles infrage stellen. Zum Beispiel auch diese blöde angebliche Satire (Oma oder Alte Leute) über die ich nun wieder nicht lachen konnte. Gerade jetzt in der Corona-Krise Witze darüber zu machen, dass vor allem alte Menschen gefährdet sind, geht mir völlig gegen den Strich.

    Antworten

Kommentieren


Es werden keine IP-Adressen gespeichert! Sie können, falls Sie dies möchten, auch anonym kommentieren.