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Ein neuer Joke der Ossis: „Liste Wagenknecht“ vor der AfD

Diese Unordnung in den Köpfen der Menschen ist wirklich beunruhigend. Jetzt gibts in Thüringen eine Partei, die 25 % erreichen könnte.

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Zuletzt hieß es, dass in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes „Insa“ die AfD in Thüringen bei 34 % liegen würde. Na, Höcke wird frohlocken, dachte ich. Bei den ganzen Frustrierten im aktuellen Deutschland und vor allem in den ostdeutschen Bundesländern bleibt die ganz große Verwunderung über derlei Eskapaden nicht aus.

Heute lese ich nun, dass, sollte Wagenknecht tatsächlich mit einer neuen Partei antreten, diese die meisten Stimmen erhielte. Dies würde Höcker gewiss gewaltig stinken und ihm und seinen Ambitionen auf die Machtergreifung ordentlich die Suppe versalzen. Die Berliner Zeitung bezieht sich bei dieser Meldung ebenfalls auf eine Umfrage der „Insa“.

Es ist ein schlechter Witz, wenn eine Bevölkerung, die in Ost wie West gut aufgeklärt, informiert und einigermaßen gebildet ist, solche Tendenzen zeigt. Ich glaube, dass Sahra Wagenknechts neuester, aber auch nicht erfolgversprechenderer Versuch, eine weitere politische Partei im Lande zu etablieren, wiederum in die Hose geht?

Auch diesmal wird das nichts.

Dabei ist es gar nicht so, dass ich mit jeder Position Wagenknechts überkreuz läge. Außerdem sage ich mir, dass alles, was uns vor einer noch stärkeren AfD bewahren könnte, willkommen geheißen werden sollte.

AfD Vize Stefan Müller kommentierte die Umfrageergebnisse so: „Wenn ich mir Wagenknechts Positionen anschaue, dann scheint mir eine Partnerschaft mit ihr am wahrscheinlichsten.“

Aber muss es jemand sein, der mit seinen Aussagen so häufig so dicht an den Botschaften der Nazis gelegen hat und dafür vor allem im Osten lautstark beklatscht wurde, zum Koalitionspartner für Rechtsextreme aufgebaut wird? Wofür brauchen wir eine Partei, die erneut nicht mehr und nicht weniger zu bieten hat, als die anderen, die sich Deutschland mit einer Mischung aus Ignoranz und Arroganz – ich würde mal sagen – einverleibt haben?

Populismus können im Zweifel alle. Aber wir brauchen in meinen Augen eher pragmatische Politiker, die erkennen, was unser Land im Moment braucht und die auch alles dafür tun, um die fehlerhaften Entwicklungen zurückzudrängen. Neue Narzissten brauchen wir jedenfalls nicht.

Quelle Featured-Image: HorstSchulte.com

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Horst Schulte
Herausgeber, Blogger, Autor und Hobby-Fotograf
Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 70 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Meine Themen sind Politik und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und ein wenig mehr.

6 Gedanken zu „Ein neuer Joke der Ossis: „Liste Wagenknecht“ vor der AfD“

  1. Ich sehe/merke nichts, dass Politiker sich deutlich ändern …

    Zumal sie es immer mit gelernter Rhetorik machen, sie sollten mal so reden, wie Menschen, die nicht studiert haben oder in dieser Sprache bewandert sind. Alleine dadurch werden viele Menschen „verloren“.
    Meist sind die Politiker aus einer ganz anderen „Schicht“/Leben, eben recht elitär, nicht wie „damals“ wo es noch gelang, als nicht studierte Menschen, mit relativ normalen Berufen, als Politiker erfolgreich zu werden. 😭🤮

  2. Wagenknecht gehörte zu den Politikern, die mich wegen ihres rhetorischen Geschicks in den Bann zogen. Reden kann sie – auch verständlich. Das Problem mit Frau Wagenknecht ist, dass sie Positionen einnimmt, die ich als puren Populismus erkannt zu haben glaube. Natürlich packt sie dabei auch Themen an, die mich beschäftigen und für die ich sie unbedingt unterstützen könnte. Wenn aber – das gilt auch für die komplette Linke – Thesen aufgestellt werden, von denen ich merke, dass sie nur einem Zwecke, nämlich sich selbst dienen sollen, steige ich aus. Frau Wagenknecht halte ich nicht für eine ehrliche Politikerin. Manchmal ist sie mir so gar regelrecht unheimlich geworden. Sie hat eine andere Sozialisation als ich und vielleicht deshalb eine Nähe zu Putins Regime und allgemein zu Russland, dass ich Teile ihrer Vita damit überhaupt nicht in Einklang bringen kann.

  3. Erfahrungsgemäß ändern die sich erst, wenn es zu spät ist. Deshalb erwarten auch die meisten von uns nichts mehr aus diesen Kreisen. Das Image von Politikern war noch nie gut. Jetzt scheint das Pendel so weit ins Negative geschlagen zu sein, dass die meisten ihren Glauben an die Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit von Politik endgültig verloren haben.

    Hoffentlich irre ich mich.

    Ich glaube gar nicht, dass es an der Sprache liegt. Wenn doch, dürften Aiwanger, Stoiber oder AfD-Leute aufgrund einer vermeintlichen Klarheit ihrer Sprache längst triumphieren. Also muss die Krise schon eher mit dem Handeln oder Nichthandeln dieser Volksvertreter zu tun haben. Oder? Dass sie zum Bürger eine Distanz aufgebaut haben bzw. diese Distanz zugelassen haben, würde ich allerdings teilen. Vielleicht geht es im Bundestag auch elitär zu. Das Gefühl habe ich auch oft genug. Leider liegt es auch an uns Wählern, wenn so viele Akademiker im Bundestag sind. Wir lassen uns durch Titel und akademische Grade ein Stück weit – wie übrigens wahrscheinlich alle Menschen – beeindrucken. Du siehst, wie manche über einige Leute bei den Grünen herfallen, bloß weil sie keine abgeschlossene Ausbildung vorzuweisen haben. Das passt irgendwie zu meiner These. Mit solchen „Argumenten“ kann man jeden politischen Vorstoß einer Richtung (grüne) torpedieren und genau das geschieht ja am laufenden Band.

    Nicht missverstehen: ich bin dafür, dass die Zusammensetzung des Bundestages anders aussieht. Nicht nur Lehrer, Anwälte oder so. Denn diese Berufsgruppen bestimmen leider das Bild der Abgeordneten. Welcher normale Bürger kann es sich aus existenziellen Gründen schon leisten, mal ein paar Jahre zu pausieren, im Bundestag für die Allgemeinheit zu kämpfen und danach in eine ungewisse Zukunft zu blicken? Beamte können sich freistellen lassen, Gewerkschafter ebenfalls und RA holen sich Vertretungen auf Zeit in ihre Kanzleien. Das ist ungerecht und führt dann dazu, dass andere Berufsgruppen eben nicht mehr vertreten sind. Außerdem müssten diese Vertreter ja auch erst einmal gewählt werden. Und da sind wieder wir am Zuge.

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