Bist du in der Lage, BloggerInnen anhand der Themen, die sie in ihren Postings behandeln, einer bestimmten Altersgruppe zuordnen? Ich will dich nicht ärgern. Ich erkenne in einer solchen Frage auch keine Relevanz.
Mehr noch, ich finde es vermessen, pauschal die Themenauswahl anderer Bloggern zu kritisieren und das nur aufgrund ihres Alters.
Allerdings gebe ich zu, dass ich hier schon viele Artikel heftig kritisiert habe. Der Grund dafür war allerdings nicht, dass die betreffenden AutorInnen einer bestimmten Altersgruppe angehörten, sondern weil ich mit dem Inhalt eines bestimmten Textes uneinig war.
Der Titel des Beitrages war es schließlich, der mich zu meinem kurzen Post animiert hat:
Viel Einfalt in Vielfalt:
„Junge Alte“ Blogbetreiber …!
Der Artikel richtet sich unmittelbar an das Portal „blogs50plus„, bei dem ich mit meinem Blog schon seit Jahren gerne Mitglied bin.
Das ein Blogger überhaupt auf die Idee kommt, sich in einem Artikel gegen eine Bloggergruppe von zurzeit 354 BloggerInnen zu wenden und in den Mittelpunkt seiner Vorwürfe das Alter der jeweiligen Blogbetreiber zu stellen, ist nicht in Ordnung.
Schließlich denken BloggerInnen häufig lange darüber nach, über welche Themen sie schreiben. BloggerInnen machen das meist allein und entscheiden individuell über die Akzente ihrer Themensetzungen. Jede Bloggerin, jeder Blogger ist Verleger/in, Texter/in und schließlich Promoter/in ihres/seines Blogs. Daran ändert die Dauer der Beschäftigung mit dem Blog wenig.
Sagt der Richtige
Wenn ich mich hier über Blogger wie Reitschuster, Tichy oder Broder und andere Kaliber auslasse, bekomme ich hin und wieder den Vorwurf, einseitig zu sein. Manche sagen auch, ich läge komplett falsch. Damit muss ich leben.
Wenn allerdings ein jüngerer Blogger so abfällig über ältere Blogger äußert, sollte man das ebenfalls hart kritisieren. Nicht zuletzt übrigens deshalb, weil es für mich so aussieht, als würde das Ausspielen jung gegen alt immer mehr in Mode zu kommen scheint.
Könnt ihr aus meinen Texten schließen, dass ich in zweieinhalb Jahren siebzig werde? Also zum Beispiel deshalb, weil ich die Grünen nicht wähle, FFF unsympathisch finde und hier darüber blogge?
Klar, dass ältere BloggerInnen einen anderen Stil pflegen als jüngere. Das ist nicht wertend gemeint, sondern es hat mit allen möglichen Faktoren zu tun, die allerdings keine qualitative Dimension besitzen.
Mich hat es, soweit ich mich erinnere, noch nie interessiert, nach Altersangaben von Bloggern zu suchen oder aus Artikeltexten entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Ich lese bevorzugt Texte, die sich mit den Themen befassen, die mich gerade interessieren. Das können Beiträge über Fotografie sein, über Reisen oder über gesellschaftliche und politische Themen.
Ich habe mich erst kürzlich darüber beklagt, dass es immer mehr BloggerInnen gibt, die sich auf Tipps rund ums Bloggen befassen. Dabei weiß ich gute Tipps zu schätzen, weil ich – wie meine LeserInnen wissen – eine Affinität für die technische Seite des Bloggens habe.
Kennenlernen anhand von Portalen
Vor vielen Jahren habe ich Blogger „kennengelernt“, die noch im hohen Alter (>80) über ganz viele unterschiedliche und sehr interessante Dinge gebloggt haben. Ich sehe es im Gegensatz zum Gründer von Trusted Blogs, Eddy Andrae (s. Kommentare), eine negative Veränderung der deutsche Blogsphäre. Wahr ist allerdings, dass nicht nur viele BloggerInnen in den letzten Jahren aufgegeben haben, sondern dass auch viele Menschen dieses Hobby neu für sich entdeckt haben. Bei Trusted Blogs sind 7.352 Blogs registriert. Nicht alle Beiträge gefallen mir. Ich kann nicht sagen, ob das Posts von jüngeren BloggerInnen sind. Ich käme auch nicht auf die Idee, eine Recherche dazu anzustellen.
Sie nutzen „einschlägige Portale“, um diejenigen zu identifizieren, die sie dann, anhand des Contents, mehr oder weniger madig machen.