Für die Konsequenzen unse­res Handelns Verantwortung übernehmen

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Als ich ges­tern das Foto des schwer­ver­letz­ten AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz sah, war ich scho­ckiert. Ich weiß, dass die­ser Angriff nicht die ers­te kör­per­li­che Attacke gegen AfD-Abgeordnete war. Es macht aber für die meis­ten von uns doch einen Unterschied von Gewalt zu hören oder Bilder davon zu sehen.

Ich wün­sche von Herzen, dass Herr Magnitz sich schnell und voll­stän­dig von die­sem fei­gen Anschlag erho­len wird. 

Es ist gut, dass die Attacke über alle Parteigrenzen hin­weg ein­hel­lig ver­ur­teilt wur­de. Schlecht ist, was die AfD aus die­sen Angriffen gegen ihr Personal machen wird. Einen ers­ten Vorgeschmack (z.B. Storch) haben wir bereits bekommen. 

Ich leh­ne rund­weg alles ab, wofür die­se Partei steht, ein­schließ­lich ihres uns als Patriotismus vor­ge­heu­chel­ten Nationalismus aus dem letz­ten Jahrhundert. Erst mit sol­chen „Tools” funk­tio­nie­ren die Ausgrenzungsmechanismen der Rechtsextremen im Innern erst rich­tig. Die öffent­li­che Wirkung bestimm­ter Anlässe kennt die AfD genau­so gut wie alle ande­ren poli­ti­schen Parteien auch. 

Aber kei­ne ande­re Partei hat es bis­her so gut ver­stan­den, sich bei ihren Anhängern als Opfer des Systems dar­zu­stel­len. Das mut­maß­li­che Linksextremisten sie bei die­sem Ansinnen wir­kungs­voll unter­stüt­zen, ist behäm­mert und poli­tisch kon­tra­pro­duk­tiv. Ich sag es noch ein­mal: jede Gewalt gegen Andersdenkende ist strikt abzu­leh­nen und zu verurteilen!

Sicher ist die Frage berech­tigt, ob die manch­mal bru­tal-ver­ba­len Auseinandersetzungen mit der AfD zu einem gesell­schaft­li­chen Klima geführt oder zumin­dest bei­getra­gen haben, das Gewaltbereitschaft beför­dert hat. Es wer­den schon seit Längerem wohl nicht grund­los Parallelen mit Weimar beschrie­ben. Dass die AfD und ihre Anhänger ihren poli­ti­schen Gegnern stän­dig den Vorwurf machen, sie sei­en für die­sen Zustand ver­ant­wort­lich, ist sehr unglaub­wür­dig. Diese Vorwürfe bei­spiels­wei­se an Ralf Stegner (SPD) und ande­re lin­ke Politiker sind aus mei­ner Sicht völ­lig absurd.

Wer es sich antut, die Tweets und vor allem die Kommentare zu lesen, weiß schnell, was ich damit mei­ne. Aber das ist der uralte Streit dar­über, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei. Und dar­aus lässt sich poli­tisch eini­ges machen. Die AfD wird es tun!

Wer ein offe­nes Auge dafür hat, wie rück­sichts­los pau­schal gegen Geflüchtete und ihre Unterstützer gehetzt und agi­tiert wird, wird die Gründe für die Zerrissenheit in unse­rer Gesellschaft nicht so ein­sei­tig ver­tei­len, wie die AfD und ihre Mitläufer es aus dem gege­be­nen Anlass her­aus nun wie­der mit Inbrunst tun.

Ich will die Folgen die­ses abscheu­li­chen Angriffs auf einen Menschen mit mei­nen Beitrag weder rela­ti­vie­ren noch ent­schul­di­gen. Aber es ist mir wich­tig, das vor uns auf­pop­pen­de lar­moy­an­te und unre­flek­tier­te Narrativ die­ser rechts­extre­men Partei mög­lichst schon im Keim zu ersti­cken. Natürlich ganz gewaltfrei. 

Gemeinsam mit sei­nem KO-Parteichef Alexander Gauland erklär­te Meuthen, die Gewalttat sei „das Ergebnis der andau­ern­den Hetze von Politikern und Medien gegen uns.“ Es han­de­le sich um einen „Mordanschlag“. Wer die­sen Angriff jetzt nicht öffent­lich ableh­ne, mache sich still­schwei­gend mit den bru­ta­len Tätern gemein. „Wie groß wäre der Aufschrei gewe­sen, wenn eine sol­che Tat zum Beispiel einen Landesvorsitzenden von CDU, SPD oder Grünen getrof­fen hätte?“ 


Bundesregierung ver­ur­teilt Angriff auf Bremens AfD-Chef Frank Magnitz

Die paar Gedanken zu die­sem schlim­men Überfall habe ich nur des­halb geschrie­ben, weil die üblen Reaktionen der AfD-Spitze mich dazu pro­vo­ziert haben (sie­he Zitat!)

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