Angst vorm grü­nen Klimaschutz?

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Würdest du es als unver­schämt teu­er emp­fin­den, wenn du knapp 40 Euro im Monat als CO2 – Abgabe bezah­len müss­test? Im Jahr wären das bei 60 Euro pro Tonne CO2 477 Euro. Wie, du willst lie­ber wis­sen, wel­che posi­ti­ven Wirkungen sol­che Maßnahmen hät­ten? Genau! Da bin ich voll bei dir. Kann uns ein Grüner erklä­ren, wel­chen Impact sol­che zusätz­li­chen Kosten im Hinblick auf die CO2-Gesamtemissionen haben würden? 

Diese Kosten wür­den für eine 4‑köpfige Familie anfal­len, wenn ein kon­kre­ter Vorschlag der Grünen Realität wür­de. FDP-Chef Lindner hat­te sei­nen Taschenrechner bemüht und war damit zu fal­schen Werten gekom­men. Auch des­halb, weil er mit sei­nem Ergebnis Stimmung gegen die Grünen machen woll­te, ern­te­te er Kritik.

Was man weiß, was man wis­sen sollte… 

Lindners Fehler war für mei­ne Begriffe weit­aus kom­ple­xer als jener Satz, mit dem sich Annalena Baerbock, Grüne, in der nächs­ten Zeit kon­fron­tiert sehen wird. In ihrer Rede am ver­gan­ge­nen Freitag im Bundestag hat­te sie fol­gen­des gesagt: „… in den 60ern, die Sozialdemokraten, die sozia­le Marktwirtschaft auf den Weg gebracht”. 

In den sozia­len Netzwerken kri­ti­sier­ten etli­che User den Fehler. Sie spra­chen wahl­wei­se von „Geschichtsfälschung“ oder aber amü­sier­ten sich ein­fach nur über den „#Baerbock“, den die Grünen-Chefin geschos­sen habe.

Bundestag: Baerbock schreibt sozia­le Marktwirtschaft SPD zu – WELT

Da war was los. Das vir­tu­el­le Irrenhaus hat dazu natür­lich Meinung und zwar unlimitiert!

Mit mei­nen Worten: Wie kann jemand, der so ekla­tan­te Mängel in Geschichte offen­bart, Kanzlerkandidatin sein? Manche machen sich lus­tig über Frau Baerbock, ande­re sehen es als Bestätigung ihrer Vorurteile, dass sie für die­ses Amt unge­eig­net ist. Dass Lindner zwar einen Taschenrechner bedie­nen kann, aber damit zu ganz fal­schen Ergebnissen kommt, ist wohl nicht so dra­ma­tisch. Das ist inter­es­sant, weil es ja nicht ganz unwahr­schein­lich ist, dass der Mann im September viel­leicht Vizekanzler wird. 

Frau Baerbocks Rede am Freitag habe ich mir auf­grund des Geschreies im Bundestag-Archiv ange­hört. Die gan­zen 7,x Minuten. Ich habe – außer die­sem unschein­ba­ren und offen­bar auch im posi­ti­ven Überschwang (wir kön­nen DAS schaf­fen!) geäu­ßer­ten Satz nichts gefun­den, was ich falsch gefun­den hät­te. Diejenigen, die es mit Grünen Zielen nicht so haben – und ich gehö­re alles in allem sicher dazu – wer­den mir da nicht zustimmen. 

Mir lag eher die (übli­che) Hetze eines die­ser komi­schen AfD Heinis quer, der unmit­tel­bar nach Frau Baerbock gere­det hat. 

Komisch, dass ich kei­ne Kritik dar­über hör­te, wie die­ser Karsten Hilse sich gleich nach Baerbock über demo­kra­ti­sche Wettbewerber aber auch über die Richter des Bundesverfassungsgerichtes geäu­ßert hat. Das müsst ihr euch anhö­ren. Die knapp 5 Minuten soll­ten Demokraten Warnung genug sein, sich auf die wirk­li­chen Feinde unse­rer Verfassung einzustellen.

Hilse Tonfall war dem ähn­lich, den die NSDAP in der Weimarer Republik hof­fä­hig gemacht hat­te. Hilse war übri­gens einer der AfD-Abgeordneten, die im November letz­ten Jahres vor dem Reichstag in Berlin auf­fäl­lig wur­den. Ich fand es fast wit­zig, dass er dies­mal vom Bundestagspräsidium auf­ge­for­dert wur­de, die Maske abzusetzen…

Karsten Hilse AfD 

Über sowas soll­ten wir uns auf­re­gen und dafür sor­gen, dass die­se Leute nicht wie­der in den Bundestag gewählt werden. 

Stattdessen arbei­ten sich vie­le an einer Gelegenheit ab, auf die sie wohl schon lan­ge gewar­tet hatten. 

4 Kommentare

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  1. Ojeh.
    Nenne mir einen polit­pro­fi, der nicht Fehler macht, der nicht Wissenslücken hat. Den gibt es nicht.
    Ich bin 4,5 Monate vor der Wahl völ­lig unschlüs­sig, ob ich wäh­len gehe.
    Das ein­zi­ge, was mich auf­recht hält, ist die Spannung, wel­che Geschütze im ein­zel­nen monat für Monat auf­ge­fah­ren wer­den, um die Kandidaten zu diskreditieren.
    Hoffentlich mög­lichst wenig.

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