Links und Grün: Gegen den Strom?

Was ist schwerer zu stoppen? Die Flüchtlingswelle oder die KI-Verblödungswelle? Richtig, in dem einen Fall haben wir es doch mit Menschen zu tun. Warum wird das Thema dann so behandelt und warum begreifen es nur die Linken und Grünen, was geboten wäre? Opposition ist einfach, könnte man sagen. Da kann man sich den „Luxus“ gutmenschlicher Einstellungen noch leisten. Dass die klaren Bekenntnisse vermutlich ein Grund dafür sind, dass Grüne und wohl auch bald die Linke vor der SPD liegen, überrascht mich deshalb nicht. Die (die SPD) macht, obwohl nominal links, nicht mit dabei, wenn es um die Bewahrung von Menschlichkeit geht. Zugunsten von? Ja, von was eigentlich?

Vielleicht zugunsten jener diffusen „Mitte-Erzählung“, mit der sich die SPD seit Jahren selbst im Weg steht – ein Balanceakt zwischen Law-and-Order-Rhetorik und sozialdemokratischem Anspruch, der am Ende niemanden mehr überzeugt. Wer es allen recht machen will, verliert am Ende die eigene Basis, ohne die AfD-Wähler zurückzugewinnen. Das ist die bittere Pointe dieser Strategie. Natürlich gilt das für die Union gleichermaßen.

Ich mag mich dieser humanitären Sichtweise inzwischen nicht mehr anschließen, weil sie leider völlig außer Acht lässt, wie es im eigenen Land so läuft. Und ich rede jetzt nicht vom letzten Attentat eines radikalisierten Muslims oder von mir aus eines Islamisten. Viele glauben, Deutschland liege am Boden. Wie die nur darauf kommen?

Interessant dabei: Die gefühlte Krise und die tatsächlichen Daten – Wirtschaftsleistung, Exportzahlen, Beschäftigungsquote – klaffen oft weit auseinander. Das deutet darauf hin, dass hier weniger objektive Fakten als vielmehr ein diffuses Unbehagen den Ton angeben, das sich medial und politisch instrumentalisieren lässt. Wer Angst schürt, muss keine Lösungen anbieten – nur die Angst bewirtschaften. Das sagen viele dieser Schwätzer, die sich zu jedem und allem äußern. Aber ist nicht auch was daran?

Komisch, dass klare Positionierungen in manchen höchst umstrittenen Fragen dafür zu sorgen scheinen, dass die Parteien, die diese in der Öffentlichkeit vertreten, wachsen, wenngleich auf niedrigem Niveau. Verglichen mit der AfD allemal. Man könnte sagen, dass Deutschland schon immer ein Land der Bedenkenträger und Schwarzseher gewesen sei. Das sind die, die AfD wählen. Sie können nicht anders. Stimmt das? Wenigstens so ungefähr?

Ein Blick in die Geschichte legt das nahe: Von der „Kulturpessimismus“-Debatte der 1920er (Untergang des Abendlandes) über die Untergangsrhetorik der Nachkriegszeit bis zu den Debatten der 1980er über das „Waldsterben“ oder die Nachrüstung – Deutschland hat eine lange Tradition darin, sich selbst am Abgrund zu sehen, während es objektiv oft glimpflicher davonkommt als angenommen. Vielleicht ist diese kollektive Neigung zur Selbstkasteiung längst Teil der politischen Kultur geworden – und wird von manchen Akteuren ganz bewusst bedient, weil sich mit Untergangsstimmung leichter mobilisieren lässt als mit Zuversicht. Da stechen die Linkspartei und die Grünen positiv heraus, würde ich sagen. Oder wie könnte man sich die 12 bis 14 % ansonsten erklären?

Dieser Text ist garantiert KI-frei
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