Wenn 25 Euro im Monat schon zu viel sind

12. April 2026

Es kommen dicke Reformen auf Deutschland zu. Ohne sie werden wir die verschiedenen Systeme nicht mehr leistungsfähig halten können. Das gilt für die Rente genauso wie für die Gesundheitsversorgung und die Pflegeversicherung. Dass andere Ausgabenfelder in beträchtlichen Größenordnungen hinzukommen, ist eine Binsenweisheit.

Nun müssen wir zusehen, wie sich diese Regierung erneut an einem von außen aufgegebenen Problem (Mineralölpreise) abarbeitet und dabei nicht gerade eine glänzende Figur macht. Man könnte verzweifeln angesichts der kleinlichen und offen gesagt oft auch dummen Argumente, die uns via Medien präsentiert werden.

Reiche mag als Managerin in der Wirtschaft über eine gewisse Kompetenz verfügen. Als Bundesministerin sind ihre Vorschläge provozierende Ansagen an den Koalitionspartner. Es ist dabei fast unerheblich, welche der im Raum stehenden Ansätze man besser findet.

Wir müssen uns bewusst machen, worüber sich die Regierung in diesem Fall so uneinig ist, dass man erneut Sorge um ihren Fortbestand haben muss. Stehen unsere Erwartungen hinsichtlich finanzieller Unterstützung nicht doch im krassen Widerspruch zu dem, was wir an Haltung in der aktuellen Krise zeigen müssten? Wenn wir bei einer Mehrbelastung von durchschnittlich 20–25 EUR im Monat schon unsere Contenance verlieren, was wird dann los sein, wenn es wirklich bald ans Eingemachte geht? Versteht man dieses Raunen im öffentlichen Raum bzw. die Forderungen an den Staat auf Entlastung „der Bürger*innen“, etwa unter dem, was neuerdings in aller Munde ist: Resilienz?

Ist unsere Widerstandsfähigkeit bereits erschöpft, wenn wir monatlich einen aus meiner Sicht doch eher kleinen Betrag für das einsetzen, für das weder Regierung noch Staat verantwortlich gemacht werden können? Schreibt doch die Tiraden mal an Trump oder Netanjahu oder alternativ an die Ayatollahs im Iran!

Wie kommen die 20–25 EUR im Monat, die als Mehrbelastung zu Buche stehen, zustande?

🔧 Ausgangsdaten (realistisch für Deutschland)

  • Durchschnittlicher Verbrauch: ca. 7,7 l / 100 km 
  • Durchschnittliche Fahrleistung: ~9.500 km/Jahr (≈ 800 km/Monat) 
  • Typischer Arbeitsweg (Pendler): 30–40 km pro Tag → ~600–800 km/Monat
  • Preisniveau:
    • „normales Jahr“: ~1,70 €/l (2025 Durchschnitt) 
    • aktuell (2026 Spitze): ~2,20 €/l 

👉 Preisanstieg grob: etwa +0,40 bis +0,50 €/Liter


🧮 Schritt für Schritt gerechnet

1. Verbrauch pro Monat

Bei 800 km/Monat:

800 km x 7,7 l/100 = 61,6 Liter

2. Mehrkosten pro Liter

Wir nehmen konservativ:

👉 +0,40 €/Liter


3. Monatliche Mehrkosten

61,6 Liter x 0,40 ≈ 24,60

Natürlich werden viele jetzt sagen, dass 24,60 monatliche Mehrkosten für manche viel Geld sind. Das mag so sein. Aber müssten wir nicht langsam mal kapieren, dass die fetten Jahre vorbei sind und wir uns auf ganz andere finanzielle Verluste einstellen müssen als wir in dieser Debatte zulassen?

Und plötzlich ist Redmond so weit…

11. April 2026

Ich hatte davon erzählt, dass ich meine Brücken zu Microsoft abgerissen habe. Wie das immer so ist: Es dauert eine Weile, bis die Konten auch wirklich gelöscht werden.

Wir sollten uns die Franzosen zum Vorbild nehmen und auch von der politischen Ebene die Dinge hin zu Open Source (am besten gleich aus Europa?) forcieren.

Liegt etwas Wehmut auf der Geschichte? Schließlich war ich seit Ende der 80-er Jahre Kunde in Redmond. Mein Heimatort wird wohl jetzt übernehmen.

Volltext-Suche im Backend von WordPress

11. April 2026

Ich habe mir das Plug-in  FullText Search for WP von Matt Cromwell angesehen. Nachdem das Plug-in die paar Beiträge indexiert hatte, konnte ich mich davon überzeugen, dass der Fortschritt (auch bei WordPress) unaufhaltsam voranschreitet.

Wenn Menschen von „besserer Suche“ hören, stellen sie sich oft eine komplizierte Syntax mit speziellen Operatoren vor. Bei FULLTEXT ist das nicht der Fall. In MySQL und MariaDB ist die FULLTEXT-Suche für Abfragen in natürlicher Sprache ausgelegt. Man gibt Wörter so ein, wie man sie normalerweise schreiben würde, und die Suchmaschine bewertet jede Zeile nach ihrer Relevanz.

Quelle: Matt Cromwell

Ich empfinde es als gut, dass ich jetzt endlich nach Dingen suchen (und finden) kann, die vorher bei tausenden Einträgen nicht aufzuspüren waren.

Für die normale Suche gibts ja einige Plugins (unter anderem auch Search von Jetpack, Search-WP oder Relevanssi). Mir gefiel Jetpack Search sehr. Aber der Preis ist mir als kleinem Blogger zu hoch und mit der kostenlosen Version kam ich nicht weit.

Der „Department of War“-Eklat

9. April 2026

Der Kern des Konflikts: Prinzipien vs. Profit

OpenAI, gegründet mit dem Anspruch, KI sicher und ethisch zu gestalten, hat sich mit dem Pentagon auf eine Zusammenarbeit eingelassen, die viele als Verrat an den eigenen Werten interpretieren. Während der Konkurrent Anthropic sich öffentlich weigerte, Sicherheitsbeschränkungen für seine KI Claude aufzuheben – um den Einsatz in autonomen Waffen oder Massenüberwachung zu verhindern –, schien OpenAI genau diesen Weg zu gehen.

Inhalt

Die Botschaft war klar: KI als „Kriegsmaschine“ – ein Szenario, das viele fürchten und das OpenAI einst selbst als rote Linie definiert hatte. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Millionen von Nutzer:innen kündigten ihre Abonnements, Daten wurden exportiert, Konten gelöscht. Die Enttäuschung war tief – nicht nur über das Unternehmen, sondern auch über Sam Altman, dem vorgeworfen wird, aus reinem Profitinteresse die Sicherheit der Menschheit zu riskieren.

Die Gewinner der Krise: Anthropic und der moralische Sieg

Während OpenAI mit dem Shitstorm kämpfte (angeblich hat ChatGPT Millionen von Nutzern verloren), stieg Anthropic an die Spitze der App-Charts. Das Unternehmen, das sich öffentlich gegen die militärische Nutzung von KI stellte, wurde als „moralischer Sieger“ gefeiert. Dass Anthropic daraufhin vom Pentagon kurzzeitig als „Sicherheitsrisiko“ eingestuft wurde, unterstrich nur die Dramatik des Konflikts: Wer sich der Regierung widersetzte, musste mit Konsequenzen rechnen.

Doch der Eklat zeigte auch: Ethik verkauft sich. Nutzer:innen suchten nach Alternativen – und fanden sie in Claude, einer KI, die (zumindest nach außen hin) klare Grenzen setzt. Ein PR-Coup, der Anthropic nicht nur Sympathien, sondern auch Marktanteile bescherte.

Perplexity: Der stille Profiteur mit eigenen Problemen

In der Diskussion um den OpenAI-Eklat wurde oft Perplexity genannt – zu Recht? Das Unternehmen unter CEO Aravind Srinivas wächst zwar stark, doch der Fokus lag hier auf anderen Themen:

  • Dezentralisierung: Srinivas setzt auf lokale KI-Lösungen, weg von zentralen Cloud-Rechenzentren.
  • Datenschutz-Skandale: Gleichzeitig geriet Perplexity in die Kritik, Nutzerdaten trotz „Incognito-Modus“ mit Google und Meta geteilt zu haben.
  • „Silent Model Substitution“: Vorwürfe, das Unternehmen habe heimlich günstigere Modelle für Pro-Nutzer eingesetzt, wurden als „UI-Bug“ abgetan.

Perplexity war also kein Hauptakteur im „Waffen-Konflikt“ mit der Regierung – profitierte aber indirekt von der Verunsicherung der Nutzer:innen.

Die Konsequenzen: Vertrauensverlust und langfristige Risiken

Der Eklat hat drei zentrale Konsequenzen:

  1. Imageverlust für die US-Regierung: Die Zusammenarbeit mit OpenAI wirkt wie ein Schuldeingeständnis – die Regierung sucht aktiv nach Wegen, KI für militärische Zwecke einzusetzen. Das untergräbt das Narrativ der „verantwortungsvollen Technologieführung“.
  2. Reputationsschaden für OpenAI: Der Vorwurf, Prinzipien für Profit zu opfern, haftet nun an Altman und seinem Unternehmen. Die Frage ist: Kann OpenAI das Vertrauen zurückgewinnen?
  3. Marktverschiebung: Nutzer:innen suchen nach Alternativen – und finden sie in Unternehmen, die (zumindest rhetorisch) ethische Standards hochhalten. Anthropic ist der große Gewinner, doch auch Perplexity könnte langfristig profitieren.

Welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen? Wenn KI zur Waffe wird – wer trägt die Verantwortung?

Der „Department of War“-Eklat ist mehr als ein PR-Desaster. Er zeigt, wie schnell ethische Versprechen in der Tech-Welt zu leeren Worthülsen verkommen können – sobald Profit und Macht ins Spiel kommen. Die US-Regierung hat signalisiert: KI soll militarisiert werden. OpenAI hat gezeigt: Prinzipien sind verhandelbar. Und die Nutzer:innen? Sie stimmen mit den Füßen ab – hin zu Unternehmen, die (noch) den Anschein von Integrität wahren.

Doch die eigentliche Frage bleibt: Was passiert, wenn KI tatsächlich zur Waffe wird? Und wer wird dann noch Verantwortung übernehmen wollen?

Quellen & Weiterführendes:

Wer findet Orban gut? Der Köppel aus der Schweiz!

9. April 2026

Aus reiner Neugier habe ich noch einmal nachgesehen, was Roger Köppel in seiner Weltwoche derzeit veröffentlicht. Die Pause von seinen Beiträgen hat mir ehrlich gesagt gutgetan. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnt, sich nicht mehr regelmäßig über Inhalte zu ärgern, die eher den Puls hochtreiben als den Horizont erweitern.

Auch sein aktuelles Video fügt sich für mich nahtlos in das Bild ein, das ich bereits von ihm gewonnen habe. Die politischen Positionen wirken vertraut: eine klare Nähe zu Figuren wie Viktor Orbán sowie wohlwollende Bezüge zu Donald Trump und Benjamin Netanjahu. Das ist legitim – aber eben ein Kurs, der mich zunehmend auf Distanz gebracht hat.

Auffällig bleibt sein Ton gegenüber anderen Medien. Die Kritik ist deutlich, bisweilen scharf zugespitzt. Ob sie der Komplexität der Dinge gerecht wird, ist für mich zumindest fraglich.

Ich merke: Mir fehlt nichts. Und ich habe auch kein Bedürfnis, mich damit wieder intensiver auseinanderzusetzen. Manche Debatten wirken weniger als ein Austausch von Argumenten – und mehr wie das Drehen in vertrauten Schleifen.

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