Es kommen dicke Reformen auf Deutschland zu. Ohne sie werden wir die verschiedenen Systeme nicht mehr leistungsfähig halten können. Das gilt für die Rente genauso wie für die Gesundheitsversorgung und die Pflegeversicherung. Dass andere Ausgabenfelder in beträchtlichen Größenordnungen hinzukommen, ist eine Binsenweisheit.
Nun müssen wir zusehen, wie sich diese Regierung erneut an einem von außen aufgegebenen Problem (Mineralölpreise) abarbeitet und dabei nicht gerade eine glänzende Figur macht. Man könnte verzweifeln angesichts der kleinlichen und offen gesagt oft auch dummen Argumente, die uns via Medien präsentiert werden.
Reiche mag als Managerin in der Wirtschaft über eine gewisse Kompetenz verfügen. Als Bundesministerin sind ihre Vorschläge provozierende Ansagen an den Koalitionspartner. Es ist dabei fast unerheblich, welche der im Raum stehenden Ansätze man besser findet.
Wir müssen uns bewusst machen, worüber sich die Regierung in diesem Fall so uneinig ist, dass man erneut Sorge um ihren Fortbestand haben muss. Stehen unsere Erwartungen hinsichtlich finanzieller Unterstützung nicht doch im krassen Widerspruch zu dem, was wir an Haltung in der aktuellen Krise zeigen müssten? Wenn wir bei einer Mehrbelastung von durchschnittlich 20–25 EUR im Monat schon unsere Contenance verlieren, was wird dann los sein, wenn es wirklich bald ans Eingemachte geht? Versteht man dieses Raunen im öffentlichen Raum bzw. die Forderungen an den Staat auf Entlastung „der Bürger*innen“, etwa unter dem, was neuerdings in aller Munde ist: Resilienz?
Ist unsere Widerstandsfähigkeit bereits erschöpft, wenn wir monatlich einen aus meiner Sicht doch eher kleinen Betrag für das einsetzen, für das weder Regierung noch Staat verantwortlich gemacht werden können? Schreibt doch die Tiraden mal an Trump oder Netanjahu oder alternativ an die Ayatollahs im Iran!
Wie kommen die 20–25 EUR im Monat, die als Mehrbelastung zu Buche stehen, zustande?
🔧 Ausgangsdaten (realistisch für Deutschland)
- Durchschnittlicher Verbrauch: ca. 7,7 l / 100 km
- Durchschnittliche Fahrleistung: ~9.500 km/Jahr (≈ 800 km/Monat)
- Typischer Arbeitsweg (Pendler): 30–40 km pro Tag → ~600–800 km/Monat
- Preisniveau:
- „normales Jahr“: ~1,70 €/l (2025 Durchschnitt)
- aktuell (2026 Spitze): ~2,20 €/l
👉 Preisanstieg grob: etwa +0,40 bis +0,50 €/Liter
🧮 Schritt für Schritt gerechnet
1. Verbrauch pro Monat
Bei 800 km/Monat:
800 km x 7,7 l/100 = 61,6 Liter
2. Mehrkosten pro Liter
Wir nehmen konservativ:
👉 +0,40 €/Liter
3. Monatliche Mehrkosten
61,6 Liter x 0,40 ≈ 24,60
Natürlich werden viele jetzt sagen, dass 24,60 monatliche Mehrkosten für manche viel Geld sind. Das mag so sein. Aber müssten wir nicht langsam mal kapieren, dass die fetten Jahre vorbei sind und wir uns auf ganz andere finanzielle Verluste einstellen müssen als wir in dieser Debatte zulassen?
