Es gibt Medien, die berichten. Und dann gibt es die Weltwoche – ein Blatt, das sich lieber in selbstgefälliger Propagandablase sonnt, als die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Der jüngste Eklat um die ungarischen Parlamentswahlen ist nur das jüngste Beispiel dafür, wie Roger Köppel und seine Schar von Hofberichterstattern Journalismus durch ideologische Wunschträume ersetzen. Übermedien hat es auf den Punkt gebracht: Hier wird nicht analysiert, hier wird geglaubt – und zwar so verbissen, dass am Ende nur noch Peinlichkeit übrig bleibt.
Die Kunst der Fehlprognose: Wenn „hundertprozentige Sicherheit“ auf die Realität prallt
Kurt W. Zimmermann, einer der Haus- und Hofapologeten der Weltwoche, hatte sich vor den ungarischen Wahlen so sicher wie ein Orakel geäußert: Viktor Orbán werde triumphieren, die Opposition sei chancenlos, und wer das anders sehe, gehöre zur „gutmenschlichen“ Elite, die die „wahre“ Lage nicht begreife. Doch als die Wahlergebnisse dann eine ganz andere Sprache sprachen – Orbáns Fidesz-Partei verlor massiv an Zustimmung, die Opposition holte überraschend auf –, stand die Weltwoche da wie der berühmte Kaiser ohne Kleider.
Übermedien nennt das zu Recht ein „Dokument grotesker Selbstüberschätzung“. Doch es ist mehr als das: Es ist der Beweis, dass die Weltwoche längst aufgehört hat, ein Medium zu sein. Stattdessen ist sie zu einer Art Sekte verkommen, in der Fakten nur noch dann gelten, wenn sie ins Weltbild passen. Und wer das anzweifelt, wird als „Systemling“ oder „Mainstream-Medien-Vasall“ diffamiert.
Köppel & Co.: Die Inszenierung als „Wahrheitssager“
Roger Köppel hat aus der Weltwoche ein Sprachrohr für seine persönlichen Obsessionen gemacht. Orbán? Ein „Glücksfall für Europa“. Die EU? Eine „diktatorische Bürokratie“. Und wer das nicht so sieht, ist entweder blind oder böswillig. Diese Haltung ist nicht nur peinlich – sie ist gefährlich. Denn wenn ein Medium sich so sehr in die Tasche eines Autokraten steckt, dass es selbst elementare journalistische Standards über Bord wirft, dann ist das kein „Mut zur Wahrheit“, sondern schlichtweg Propaganda.
Die Weltwoche inszeniert sich gerne als das letzte Refugium der „freien Meinung“. Doch in Wahrheit ist sie ein Paradebeispiel dafür, wie Ideologie den Blick verstellt. Köppel und seine Autoren leben in einer Parallelwelt, in der Orbán der große Retter des Abendlandes ist, in der „der Westen“ an allem schuld ist und in der kritische Berichterstattung als „linksgrüne Hetze“ abgetan wird.
Wenn Journalismus zur Farce wird
Die Weltwoche ist kein Medium mehr. Sie ist ein Pamphlet, ein Sprachrohr für diejenigen, die sich lieber in Verschwörungstheorien und Feindbilder flüchten, als die Komplexität der Welt anzuerkennen. Köppels „Unwahrsagerei“ ist kein Einzelfall – sie ist System. Und solange Leser:innen das noch kaufen, wird sich daran nichts ändern.
Doch eines ist klar: Wer sich von der Weltwoche informieren lässt, sollte sich nicht wundern, wenn er am Ende in einer Welt lebt, die es so nie gegeben hat.