Wir bestehen auf freie Meinungsäußerung und mobben dann, was das Zeug hält

Gesellschaft Medien

Stefan Niggemeier hat es wieder mal geschafft, einen Kommentar – diesmal zur Causa Markus Lanz – zu schreiben, den man sich, wie man so sagt, hinter den Spiegel stecken kann.

Stimmt schon: einerseits sind es „professionelle Journalisten“, die in ihren Medien die Petition gegen ZDF-Lanz erst richtig gepusht und sich dabei oft genug der Netzgemeinde gegenüber im Ton vergaloppiert haben. Andererseits jedoch spricht er damit auch ein Missverständnis an, mit dem wir voraussichtlich noch eine ganze Weile umgehen müssen. Da braucht gar niemand zu lachen, weil ihm dazu sofort die Neuland – „Debatte“ einfällt.

Denn es bleibt offenkundig eine Herausforderung, mit den neuen Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, wenigstens halbwegs klug und verantwortungsbewusst umzugehen und nicht jede abweichende Meinung gleich von vornherein als Nachweis dafür zu werten, dass viele dieses Internetgedöns immer noch nicht kapiert hat. Das greift nämlich entschieden zu kurz und solange der Diskurs sich im Wesentlichen darin erschöpft, sich gegenseitig Unverständnis vorzuhalten, kommen wir nicht Stück voran.

Persönlich bleiben mir die Mechanismen, mit denen wir hier konfrontiert sind, weiter unheimlich. Vor allem weil alle Kombattanten in uneinsichtiger und immer aggressiverer Art und Weise verbal aufeinander losgehen.

P.S.: Wie oft muss man in diesem Zusammenhang lesen, wie sich Journalisten aber auch Blogger darüber echauffieren, wie viele überflüssige Texte in dieser Angelegenheit schon verfasst wurden. Mag ja sein. Allerdings eignet sich gerade dieses Thema wieder einmal dazu, sich sich erneut mit den Mechanismen zu befassen, die immer noch sehr frisch und deshalb noch längst nicht verstanden und auch noch nicht gelernt sind.





Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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