Setzt die Demografie die Themen der nächsten Bundestagswahl?

Über Demografie wird seit langem viel geredet. Dabei befinden wir uns noch in der Anfangsphase einer seit Jahren bekannten demografischen Entwicklung, die nicht nur Deutschland, sondern auch einigen anderen Ländern Europas Sorge bereitet.

Die Altersarmut ist nur ein Aspekt der Demografie, die sich in Deutschland erst noch entwickelt. Diese Entwicklung wird von denen einen relativiert, weil bisher kaum etwas passiert sei und von den anderen aber als reales, bereits gut sichtbares Problem angesehen.

Schaut man auf diese Statista – Zahlen kriegt man den Eindruck, wir stecken schon mittendrin.

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Rente/Altersvorsorge, soziale Sicherheit und Schutz vor Verbrechen und Terror sind zwar einerseits Themen für alle Menschen. Aber ich vermute, dass sie vor allen Dingen die älteren Leute unter uns stärker interessieren.

Sehr interessiert finde ich, dass in diesem Ranking „Einwanderung und Flüchtlinge“ aber auch „Wohnen“ relativ weit hinten zu finden sind. Aber auf der anderen Seite sind die Abstände zwischen den verschiedenen Themengebieten was die %-Anteile anlangt auch sehr knapp, so dass man aus dieser Statistik alles oder auch nichts herauslesen kann.

Demografische Entwicklung

Die über 60jährigen 2014 haben einen Anteil von 27% an der Gesamtbevölkerung, schon im Jahr 2030 werden es 35% sein! Heute handelt es sich um 22 Millionen Menschen, 2030 sind es schon 28 Millionen. 2050 sollen bereits 38% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Das bereitet allen Unbehagen, die sich mit dieser Thematik auch nur ein wenig auseinandersetzen. Und zwar auch dann, wenn sie persönlich von dieser Entwicklung aufgrund der Zeitabstände nicht mehr direkt betroffen sein werden.

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Wir machen es uns vielleicht zu einfach?

Wo sich ärgerlicherweise die demografische Entwicklung kaum niederschlägt, sind in meinen Augen zwei Bereiche.

1.) Für ARD und ZDF sprudeln die Gebührenquellen der Zwangseintreibung so elastisch, dass sie aktuell sogar quengeln, ihre Einsparziele (das es die überhaupt gibt halte ich für ein Gerücht!) nicht erreichen zu können, wenn die Gebühren nicht erhöht würden. Bei über 8 Milliarden Euro, um die wir jährlich geschröpft werden, glaubt dort keine Sau sparen zu müssen.

Das klingt nur paradox ist aber wahr. Denn ARD und ZDF wollen mehr Geld von uns, damit sie ihre Einsparziele erfüllen können. Mit dieser Logik schafft man vermutlich alle(s)! Sogar beschissenes Wiederholfernsehen.

2.) Die Werbewirtschaft orientiert sich immer noch an der Bevölkerungsgruppe, die für sie relevant ist (bei 49 Jahren ist für die anderen Schluss). Was die tun oder nicht tun, interessiert die Werbewirtschaft immer noch kaum. Leider können sich die Älteren für derart ignorantes Handeln nicht rächen. Ich wäre dabei.

AfD – Themen

Überraschend finde ich, dass der Unterschied zwischen dem Thema Rente/Altersvorsorge und dem für die AfD-Thema so eminent wichtigen Einwanderung und Flüchtlinge 20% Differenz liegen. Das ist eine Menge. Ob die unter diesen Umständen die 5% überhaupt knacken werden?

Spaß beiseite.

Selbst das Thema Wohnen spielt hier eine untergeordnete Rolle. Hätte Martin Schulz das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ nicht mit spitzen Fingern angefasst und aus Gründen (Koalition mit der Union?) gleich wieder fallen gelassen, hätte das die SPD vielleicht auf höherem Niveau stabilisieren können. Aber was solls? Hätte, hätte, Fahrradkette sagte der letzte Kanzlerkandidat der SPD irgendwann. Mehr hab ich von ihm nicht behalten. Sogar seinen Namen hab ich vergessen.

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